Hi,
wenn ich darf, dann geb ich zu dem beliebten Thema auch noch meinen Senf dazu.
Ich seh nämlich auch keine Argumente für's Kaufen von Tieren in Zoohandlungen.
a) Tiere sind für mich keine Ware, die man in einem Laden kauft. Eine "Adoption" mit Schutzgebühr bei einer Notstation/einem Tierheim/einem guten Züchter finde ich eine bessere Wahl.
b) Ich mag nicht ganze Palette von schlechter Haltung bis zur schlechten Beratung in Zooläden mit meinem Geld unterstützten.
Sicher gibt es auch bei Zoohandlungen Abstufungen von gut bis mies. Aber eine richtig, richtig gute Zoohandlung habe ich noch nicht persönlich erlebt (wobei ich sowieso nicht oft in Zooläden gehe und daher da vielleicht nicht mitreden kann). Irgendwas war bislang immer: Wenn nicht kleine Mini-Boxen, dann ein riesiges Bodengehege ohne Geschlechtertrennung, wenn nicht die Meerschwein-Knäste zum Verkauf, dann die Lecksteine und das bunte Getreide.
c) Ich mag außerdem nicht die Vermehrer von denen viele Zooläden ihre Tiere beziehen, unterstützen. Seien es die Hinterhofvermehrungen mit 500 Schweinchen über-, unter-, nebeneinander. Seien es die "liebevollen Hobbyzüchter" die ihren Bocküberschuss in der Zoohandlung abladen, seien es die Kinderzimmerzüchter, die sich mit Babyschweinchen ihr Taschengeld aufbessern wollen. Mit einem Kauf in der Zoohandlung unterstützt man direkt diese Machenschaften, gibt denen noch Geld, damit sie immer schön so weitermachen können. (Und manch einer rühmt sich zuweilen noch, "Schweine aus der Zoohandlung gerettet" zu haben.)
d) "Auch Zoohandlungsschweine haben ein Recht auf ein schönes Zuhause." Ja, haben sie. Aber auch die Tiere in Tierheimen und Notstationen, die dann nicht genommen werden, weil man aus dem Tierladen kauft. Meiner Meinung nach mehr noch die Tiere aus Tierheimen und Notstationen, weil da vielfach Menschen hinterstehen, die unterstützenswerte Ziele verfolgen, die Tierschutz betreiben. Warum ignoriert man die, und wirft das Geld einer Zoohandlung in den Rachen?
e) Haustierhaltung ist manchmal weder billig, noch bequem. Klar ist es vielleicht auf den ersten Blick einfacher, in die anonyme, billige Zoohandlung zu gehen, als nach einer Notstation zu recherchieren, hinzufahren oder eine Mitfahrgelegenheit zu organisieren, evtl. noch einen Schutzvertrag zu unterschreiben, etc.
Auf den 2. Blick: Das mit der Gesundheit der Tiere will ich gar nicht so sehr anführen, da steckt man nicht drin und kann sicher immer Pech haben.
Aber sind Zoohandlungen wirklich so billig? Auch dort sind Preise um die 20 bis 30 Euro für (wenn's Böcke sind: unkastrierte) Tiere durchaus üblich.
Höher sind die Vermittlungsgebühren in vielen Notstationen/Tierheimen auch nicht, dafür bekommt man aber in der Regel kastrierte Böckchen, garantiert unschwangere Weibchen und eine kompetente Beratung vor und nach dem "Kauf".
Viele Grüße,
Sawyer