Hallo HelgaK,
ich möchte gerne Dein Posting etwas differenzieren. Ja... leider muss es sein, dass meine Hunde unbedingt hören. Ich muss mich auf sie verlassen können. Ich habe 2 grosse und auch noch schwarze Hunde, und Laien haben einfach Respekt, manche sogar Angst. Und das muss ich akzeptieren, nicht alle mögen Hunde, aus welchen Gründen auch immer. Würden meine Beiden nicht hören, könnte ich sie nicht ableinen und würde somit ihren Bewegungsdrang doch stark einschränken (müssen). Fahradfahren ist hier im Odenwald eine Katastrophe.
Auch habe ich in den vielen Jahren in "Sachen Hund" zwei Hunde von Bekannten unters Auto kommen sehn, und das, weil sie nicht hörten. Der eine rannte über die Strasse, weil dort eine gut duftende Hündin entlangtrabte...und mein "geistesgegenwärtige "Platz" schreien bevor er die Straase überquerte, brachte in dem Fall nichts, da der Hund das Kommando "Platz" gar nicht kannte.
Der andere Hund sprang aus dem Auto, dass Kommando "bleib" war ihm nicht geläufig. (Die Besitzerin leinte ihren Hund ab und bevor die Heckklappe zu war, sprang der Hund raus).
Mir fallen eben auch noch zwei Tervueren ein, die vom Jäger erschossen wurden. Sie wurden beim "ausweiden" des Wildes erwischt.
Natürlich sind das krasse Beispiele...aber es geschehen täglich schlimme Unfälle, hervorgerufen durch Hunde, die eben keinerlei Gehorsam kennen.
Meine Hunde sind alles andere als Sklaven... sie sind fröhlich und alle waren stets mit Feuereifer bei der "Arbeit". Mein leider nun herzkranker Rüde "rastet" heute noch vor Freude aus, wenn er den Hundeplatz auch nur von weitem sieht. (Im Auto merkt er auch sofort, wenn es in Richtung Hundeplatz geht und stimmt ein Freudengeheul an, obwohl ich nicht mehr mit den Hunden aktiv bin.)
Es kommt doch darauf an, wie ich dem Hund die Unterordnung beibringe.
Stundenlang stramm stehen oder sitzen mussten meine Hunde nie. Höchstens in der Ablage bei Prüfungen. Die max. 10 Minuten halte ich durchaus für vertretbar, haben sie doch sonst ein sehr freies Leben, meist ohne Leine, weil sie eben gut hören. Und ich habe mich auch nie von einem Hund getrennt, weil er nicht "funktionierte". Nicht alle die Hundesport machen, sehen ihren Hund als ein Objekt, mit dem man sein Ego befriedigen kann.
Niemals hatte ich einen Hund an der Leine, der lustlos bzw. sklavisch neben mir "Fuß" lief. Im Gegenteil...ich bekam Punktabzug fürs hopsen (Freude des Hundes). Das war mir allerdings herzlich schnuppe!
Dass es hier natürlich auch Idioten gibt stimmt schon und mir tun die vielen Hunde, vorwiegend Malinois leid, die aufgrund "mangelnder" Leistung im Tierheim landen. Allerdings liegt das wohl kaum an den Hunden, sondern an fehlender Sensibilität des Hundeführers, der aber doch ganz schnell das Siegertreppchen erklimmen möchte. Also schafft er sich den nächsten an.
Mir fällt allerdings auch auf, dass hier oft sehr viel, von noch sehr jungen Hunden verlangt wird. Ein Welpe sollte Kind sein dürfen, sofern es keine gravierenden Dominanzprobleme gibt. Und sollte es die geben, heisst das noch lange nicht, dass er im Hauruckverfahren den Grundgehorsam lernen muss.
Gruss
Bettina