Hurra, wir 4 sind wieder da! Gestern gegen 18.00 h hundemüde von den vielen Staus und WE-Heimfahrern aus NRW glücklich angekommen. Heute am See gewesen, Lisa, See, Wald, Wiese gezeigt. Sie kennt ja nix, nur ihren kleinen Verschlag beim Bauern, der Blitz soll ihn treffen und ein besseres Zuhause schon bei ihrer Pflegefamilie. Aber der Reihe nach. Kennt ihr im Süden die halbverhungerten Katzen und Hunde? So sieht Lisa aus. Alle Knochen, auch die Hüftknochen sieht man, Augen und Kopf am Boden. Sie guckt, wie mal "Lady Diana" schaute, von unten nach oben.
Wir waren am Donnerstag schon früher da, um 17.00 h bei der Pflegefamilie in Troisdorf, sie waren zu Hause, denn wir wollten auch nicht lange rumfackeln, wir wollten noch viele Km zurück gewinnen. Denn Lisa sollte ja ins neue Zuhause und das schnell! Die Pflegefamilie war nett und dann brachten sie Lisa! Lisa ging nicht, sie lief geduckt auf den 4 Pfoten flach hinter ihrem "Pflegevater" , den Schwanz sah man nicht, der war am Bauch unten angelegt. Wir wußten garnicht, ob sie überhaupt einen hatte! Sie blieb auch hinter ihrem "Pflegevater", sah uns um Gottes Willen nicht an, damit wir ja nicht auf die Idee kommen, ihre Aufmerksamkeit zu erregen und wir dann womöglich ärgerlich werden! Das sah man dem Hund an, das er nur mies über Menschen dachte, außer über ihre Pflegefamilie, aber auch da war sie noch zu viel mißtrauisch. Wir unterschrieben den Übergabevertrag, zahlten die 200 €, erhielten noch Instruktionen: Lisa haut ab, sie versucht es auf jeden Fall, sie traut ja niemanden. Wir sollen sie immer an der Leine lassen, auch im Garten Schleppleine. Leo durfte als einziger in ihre Nähe, bekam aber ein leichtes Knurren zu hören, weil sie ein Aufsteigen, Leo ist ja kastriert, verhindert wollte. Sie wurde ins Womo getragen, die Pflegefamilie heulte und ich fast mit.
War ein Schei.....Abend für die Leute dort, die ihre Aufgabe gut erledigten. Sie leisteten Vorarbeit. Leo legte sich auf sein Sofa im Womo und Lisa verkroch sich. Als es dunkel wurde, wir Nacht-Ruhe machten, mussten wir Lisa leicht rausziehen und sie folgte schon Leo, umkreiste uns immer an der Leine, ließ nicht zu, dass einer hinter ihr ging. Freitag morgens umkreiste sie uns nicht mehr, wir gingen einfach neben ihr, taten so, als hätten wir keinen Hund an der Leine und frühstückten alle 4 im Womo, Leo und Lisa bekamen ein Leberwurstbrot, was sie nicht fraß, nicht vor uns, sie fraß es, als keiner hinsah.
Mittags bei der Rast, leinten wir sie mit Schleppleine an und ihr Fressen mussten wir 10 m weit weg stellen und sie nahm ganz wenig an. Im Womo streichelten wir sie so en passant, sie genoss es erst nicht so, "wir bemerkten das garnicht" und streichelten immer wieder im Vorbeigehen Leo auf dem Sofa, Lisa unterm Tisch.
Wir machten kein großes "G'schiss" lebten so, wie immer, damit auch Leo nicht leidet. Zuhause ging sie die Treppe hoch, bisschen halfen wir nach, indem wir an der Leine leicht zogen und sie legte sich auf ihr Hundebett und guckte ängstlich. 4.00h morgens sah ich, der Hund wachte nicht mehr, er schlief, schnarchte, lang ausgestreckt, entspannt und wir blieben morgens länger im Bett, damit Lisa noch schlafen konnte und Leo gab auch Ruhe.
Heute, Samstag, merkten wir Fortschritte. Mittags machte ich ihr eine Riesenkugel Rinderhack mit Ei und Gemüseflocken verknetet, Schuss Öl drüber, trug ihr das weit ins Gras, denn vor uns frisst sie ja nicht, drehte mich irgendwann um und ratz-fatz wars weg. Endlich - sie haut rein! Nachmittags fraß sie Markknochen, auch nicht wenig, dann waren wir an unserem Seeplatz, Lisa an der langen Schleppleine, sie konnte ins Wasser, ins hohe Gras, oder sich unterm Baum in den Schatten legen. Sie jagte plötzlich Leo hinterher, der ihr schon die Schnauze ableckte, sie anwedelte, zum Spielen einlud, sie ging nicht darauf ein, noch nicht. Plötzlich ging Leo auf Entenjagd stürzte sich ins Wasser und sie ging auch bis zum Bauch ins Wasser und schlief dann im hohen Gras. Daheim ging sie gleich nach oben, schlief wieder und jetzt, stellt euch vor, der Kopf ist schon höher, die Augen schauen uns fest an und der ganze Hund wirkt sicherer und nicht so angstvoll. Gestern noch setzte sie vor Angst Stuhl ins Wohnzimmer, weil abends weit weg Kinder schrien und mit Rollerblades auf der Straße fuhren. Sie hat halt Angst, jetzt gerade guckt sie um die Ecke, sieht mich hier sitzen und schwupps ist sie schon wieder auf ihrem Bett und ich sehe gerade Leo liegt daneben und Sepp hat sich auch flach hingelegt und streichelt mit jeder Hand einen Hund. Mann, bin ich glücklich, dass dieser Hund schon so weit ist. Wahrscheinlich wars auch die Nähe im Womo, da konnte Lisa nicht aus, sie musste uns ertragen und hat gemerkt, nix passiert ihr, garnix. Wir leben halt vor, damit sie es weiß, hier ist ihr Platz, hier ist sie wer, sie ist eine wertvolle Kreatur, die auch Respekt verdient.
Wir wollten heute Fotos machen, aber ließen sie schlafen, vielleicht klappts morgen.
Vielen Dank noch fürs Daumendrücken, einen von Millionen Elends-Hunden, vielleicht 2, Leo war ja auch ein Kettenhund können wir retten und es macht richtig Freude zu sehen, wie Lisa lockerer wird, gerade steht sie schon 1 Meter neben mir, gestern wars noch nicht möglich ihrerseits, vielleicht wirds morgen noch näher?
Liebe Grüße
Helga, Sepp, Lisa mit Leo.
Der Leo wirds schon richten, das sagte ich immer, den mag sie, uns so langsam auch, aber Leo ist halt, wird sie sich denken, der mich am besten versteht, weil er eben auch so ein semmelblonder Hund ist.