Nein... das denke ich nicht, also Zusammengehörigkeit ist dieses Verhalten nicht !
Ein Hund Uriniert und damit Markiert er. Was Markiert er? SEIN Terretorium... und in dem Moment das er ÜBER seinen Herrn markiert, sagt der dem klar und deutlich in seiner Hundesprache... ich bin hier der Herr!
Und ich sage hier auch wieder: nein

, denn das scheint nicht immer so zu sein!
Günther Bloch schreibt in seinem Buch "Der Wolf im Hundepelz", dass gemeinsames Markieren von Leittieren
auch Zusammengehörigkeit ausdrückt und die Bindung unterstreicht. Zudem sagt er, dass er niemals an Kontrollverlust denkt, wenn sein Hund auf Spaziergängen über seine Pinkelstelle markiert, denn er fühlt sich mit ihm zusammengehörig.
Warum bist Du ein Gegner der Dominanztherorie?
Ich zweifle nicht die Dominanz an sich an. Diese existiert. Doch wofür einige Verhaltensforscher und/oder Hundetrainer diesen Begriff benutzt haben, stellt mir einfach die Nackenhaare hoch, besonders, wenn der Begriff auch noch mit Gewalt, Unterdrückung oder Aggression in einem Satz genannt wird.
Ich bin eindeutig ein Anhänger der Theorien von Patricia McConnell, Günther Bloch und ich finde die Aussage von Dorit Urd Feddersen-Petersen ziemlich interessant, wonach sie die Ansicht vertritt, dass es zwischen Hunden und Menschen keine "interspezifische Rangordnung" gibt, sondern "Handlungspielräume oder Freiheiten in Bezug auf dieses und jenes Verhalten".
Ich gehe null mit den Aussagen von z.B. "Hundewelten" konform, die meinen man müsste dem Hund immer und überall zeigen, dass man (der Mensch) der Chef/das Alphatier ist.
Auch Jan Fenell ist mir in ihren Ausführung zu extrem. Ein Cookie für den Hund sichtbar vor dessen Fütterung essen? Den Hund nach dem nach Hause kommen erstmal für längere Zeit ignorieren und dadurch wird man zum Chef? :roll:
Patricia McConnell gibt in ihrem Buch "Das andere Ende der Leine" sehr gute Argumente dafür, dass das alles nicht nötig ist. Ein Alphatier setze sich nicht
immer und überall durch (dies sei interessenspezifisch), ein Alphatier zeige fast immer "ein ungewöhnliches Maß an Toleranz" (hier zitiert sie den Wolfsforscher Erik Zimen), ein Alphatier trete souverän, ruhig und selbstbewusst auf und müsse dementsprechen nicht immer über verschiedenste Rituale oder gar aggressive Reaktionen seinen Status klar machen.
Das wird Dir mit jedem Hund egal ob groß oder klein wird dich die Dominanz begleiten, das ist nunmal die erste Sprache die die Hunde sprechen oder besser gesagt versuchen zu sprechen, man soll es halt ziemlich früh unterbinden, sonst tanzen einem die lieben Tiere auf der Nase rum!
Dass Hunde
eine Sprache der Dominanz sprechen, habe ich bisher noch nie gehört und halte das auch für reichlich überzogen.
Hunde versuchen auch nicht von klein auf alles, um in ihrem Rudel den höchsten sozialen Status zu erlangen. Viele Hunde (und auch Wölfe) sind durchaus damit zufrieden sich einer kompetenten Führungsperson (oder Leitwolf) unterzuordnen und so ohne großartigen Stress zu leben. Es ist auch nicht so, das rangniedrigeren Hunden alles vom ranghöheren untersagt oder verboten wird, dass hat ein "echter Führer" gar nicht nötig.
So gibt es die häufigsten rangbezogenen Reiberein in einem Wolfsrudel in der Betagruppe. Der Alpha hat seine Position inne und muss sie nicht ständig verteidigen. (auch nachzulesen bei Patricia McConnel)
Ich finde es daher sehr übertrieben zu sagen, dass man ein "über-Herrchens-Urin-Markieren" seitens des Hundes als potenzielle Gefahr dafür sieht, dass dem Herrchen die Leitposition aberkannt wird.
Wenn der Status sonst geklärt ist, sollte so etwas (oder ähnliche Situationen) eine Lappalie sein!
Und das ist auch ein ganz normales Verhalten, jedes Wildlebende Rudel bestimmt einen Rudelführer, is ja bei den Wölfen überhaupt nix anderes...
Und genau da liegt der Hase begraben, Menschen und Hunde leben in keinem wildlebenden Rudel! (Abgesehen davon, bestimmt ein
wildlebendes Wolfsrudel
in den allermeisten Fällen keinen Alpha, da die Elterntiere hier natürlicherweise über ihrem Nachwuchs stehen)
Liebe Grüße
Katja