Orientierung trifft es wohl nicht ganz aber wir haben hier ohnehin auch eine andere Definition von "wollen". Das Verhalten was da beschrieben wird ist meiner Ansicht nach nur Zweck gesteuert.
Ich versuch mal zu erläutern was ich ich unter "wollen" verstehe.
Ein Kaninchen
will nicht alleine sein und das zeigt es indem es depressiv oder argressiv wird. Bis hin zu Krankheit und Tod.
Eine Ameise
kann nicht allein bleiben da sie sonst nicht überleben kann und funktioniert.
[...]um dicht an dicht in großen Gruppen an Bäumen hängend zuruhen.
Wie gesagt glaube ich das dies ein Verhalten ist welches allein durch den Standort bestimmt wird und die Bedürfnisse abdeckt. Eine erkennt die perfekte Lage für die Ruhephase und der Rest folgt bzw. erkennt es ebenso. Ist wohl zu dem auch ein Zusammenspiel weiterer Faktoren. Wie Atrax bereits gesagt hat ist eine Schnecke sehr langsam. Und ich zweifle auch an ausgeprägten räumlichen Vorstellungsvermögen (persönliche Mutmaßung!:eusa_shhh

Wenn sie einmal die Gruppe verliert wird sie einfach nicht so schnell wieder einen Partner finden.
[...]Die Tiere blühen erst richtig auf wenn sie genügend andere Schnecken um sich haben. Sie sind dann im Allgemeinen aktiver und fressen besser.
Hatte ich auch bereits auf Fortpflanzungstrieb und evtl. Futterneid zurückgeführt.
s.o.
[...]Auch bei jungen Schnecken lässt sich beobachten, dass diese die Nähe ihrer größeren Artgenossen suchen. Bisher ist mir keinerlei Gefährdung durch starke Größenunterschiede bekannt. Vielmehr lassen sich kleine Tiere gerne auf dem Haus der Größeren durch die Gegend tragen und legen so sehr Energie sparend die Strecke zum Futterplatz zurück.
Das sich jüngere Generationen tragen lassen ist Überlebensinstinkt. Sie "sparen Energie" und sind ebenso schnell an der Futterquelle wie die bereits ausgewachsenen Konkurrenten. Sie suchen die Nähe zu diesen um ihren Vorteil zu sichern.
Das gleiche Verhalten zeigen Heuschrecken und andere Schwarmtiere die durch Masse ihre Überlebenschancen und Überlegenheit vergrössern.
[...]Auch eine Art Balz/Paarungsverhalten ohne den Akt der Paarung selbst, in Form von Beknabbern, Betasten des Halsbereichs anderer Schnecken lässt sich oft beobachten.
Und so liebevoll das klingen mag, ist es nur ein Fortpflanzungsbedingtes Verhalten. Balzrituale hat jedes Tier. Und ein langsames, und vom Körperbau, eben sehr empfindliches Tier wie eine Schnecke hat sicherlich ein langes und Körperintensives.
Etwas
wollen beinhaltet für mich zielgesetztes und vorrausschauendes Denken mit Verlustgefühl und den damit verbundenem Verhalten bei Misserfolg.
Ich weis das bei einem so zartem Wesen wie einer Schnecke es kaum möglich ist derartiges groß nachzuweisen, wo wir nicht einmal sehen können wenn sie Schmerzen hat.
Aber angenommen die Schnecke wäre auf den falschen Baum gekrochen und der Rest wäre auf einem anderen. Die Folge des "Wollens" wäre für mich das die einzelne Schnecke jedes Risiko in Kauf nimmt um den Rest der Gruppe zu finden. Nicht schläft und sich zumindest nach den Artgenossen umsieht.
Ich denke bei der Gesellschaftshaltung von Schnecken läuft es auf das
"bevorzugen" hinaus und weniger auf ein "wollen". Ähnlich wie eine Sardine oder eine Heuschrecke wird die Aktivität durch die Masse und den damit verbundenen Faktoren bestimmt. In der Tierhaltung versuchen wir immer so gut wie möglich natürliche Bedingungen zu imitieren. Und bei einem Schwarmtier bedeutet das eben das wir es möglichst nicht alleine halten. Und ich widerspreche dem auch nicht. Schnecken sollten zusammen gehalten werden. Ob es sein
muss stelle ich aber als Frage in den Raum.
Tut mir Leid wenn das alles so viel Text und Meinung wurde die völlig am Topic vorbei geht. Aber ich bin persönlich ganz fasziniert von diesen Wesen, die mir fast so vorkommen als gehören sie nicht zu dieser Welt, weil sie so ganz anders sind. Und finde das man da schon mal ausführlicher werden kann
