Hallo Katzenfreunde.
Lange habe ich nichts mehr von Garfield hören lassen.
Leider pinkelt der Gute immer noch so gut wie jeden Tag in die Wohnung.
Seit fast einem Jahr geht das jetzt schon so und langsam ist bei Sascha und mir die Toleranzgrenze erreicht. Im nächsten Februar ziehen wir in eine frisch sanierte, mit Laminat ausgelegte Wohnung um und bis dahin - so unser hehres Ziehl - muss der Kater aufhören zu pinkeln - oder gehen.
Ich fasse die Entwicklung der letzten Monate kurz zusammen:
Nachdem der Tierarzt herausgefunden hatte, dass Garfield Harnkristalle hat, gaben wir ihm Urinary (Nass und trocken) und tolerierten sein Pinkel-Problem, da wir dachten: Er hat Schmerzen und fühlt sich unwohl, da hilft Erziehung oder schimpfen nicht.
Nach einigen Monaten wurde es tatsächlich etwas besser. Im Sommer war ich dann ohne meinen Freund im Urlaub und er behauptet in diesen drei Wochen hätte Garfield so gut wie garnicht wild gepinkelt.
Dann wurde das Problem wieder schlimmer und wir gaben dem Tierarzt wieder eine Urinprobe. Es kam heraus, dass der Ph-Wert des Urines ins andere Extrem umgeschlagen war und jetzt andere Kristalle darin zu finden waren. Der Arzt riet uns, erstmal mit normalem Futter zu füttern.
Trotzdem hörte Katerchen nicht auf zu pinkeln.
Unsere Wohnung ist im Flur überall mit Handtüchern ausgelegt gewesen, das Badezimmer war für die Katzen ohne Aufsicht ganz tabu.
Mittlerweile glauben wir, dass es viele verschiedene Faktoren sind, die Garfield zum Pinkeln bringen. Nur die Kristalle, das scheint mir aufgrund seines Verhaltens nicht schlüssig.
Er hat nämlich auch ganz bestimmte Muster an den Tag gelegt.
Es gab eine Zeit, da hat er immer in den Flur gepinkelt, als mein Freund und ich grade das licht ausgemacht haben. Die Miezen gehen nämlich immer mit uns zusammen ins Bett, besonders Garfield kann es garnicht erwarten, meint man. Er sitzt schon immer im Flur und wartet, bis wir mit Zähne putzen fertig sind. Gehen wir ins Bett, legt er sich auch gleich ans Fußende. Nun, eine Zeit lang ist er dann immer nochmal aufgestanden, wenn das Licht ausging und hat in den Flur gepinkelt.
Oder er ist morgens beim ersten Weckerklingeln aufgestanden und hats gemacht.
Meistens passiert das mit den Pfützen nachts oder Tagsüber, wenn wir weg sind.
Ich muss sagen, wir sind schon viel unterwegs. Beide berufstätig, viele Hobbies.
Nun denn, vor ein paar Wochen haben wir eine Tiertherapeutin hinzu gezogen. Sie hat uns folgende Tipps gegeben:
- Mal einen Deckel vom Klo abmachen. Vielleicht fühlt er sich unsicher, wenn er im geschlossenen Klo sitzt. (Auf dieses Klo ist er drei Tage lang überhaupt nicht gegangen)
- Auf den üblichen Stellen Plastikplanen auslegen, damit ihm die eigene Pipi auf die Füße läuft (das hat ihn auch nicht beeindruckt. Zumindest lief die Brühe dann nicht ins Laminat)
- Ihn mehr fordern. Spielen, Denkaufgaben geben. Bis dato hat er nämlich kaum gespielt. Mittlerweile haben wir rausbekommen, dass er sehr wohl spielt - aber nur wenn man ihn animiert. Ein rumliegendes Mäuschen interessiert ihn nicht und so waren auch die Suchspielchen nichts.
Aber auch das beeinträchtigt nicht sein Pinkelverhalten.
Daraufhin haben wir eine Urinprobe zu einem anderen Arzt gegeben, der nocheinmal die Urinkristalle und eine Blasenentzündung festgestellt hat. Also gibt jetzt nur noch Urinary Trockenfutter und mit Antibiotikum wurde er auch behandelt.
Das ist jetzt 5-6 Wochen her, trotzdem hat sich nichts verändert.
Diese oder nächste Woche wollen wir den Urin nochmal überprüfen lassen.
Wenn der dann ok ist, soll die Therapeutin nochmal kommen. Wir werden nun mal typische Alltagsituationen mit der Kamera aufnehmem um diese dann zeigen zu können. Wenn besuch da ist ist ja eh immer alles anders.
Der neue Tierarzt hatte uns auch noch Feliway empfohlen..... Naja...
Letzte Woche haben wir dann noch einen Test gemacht: Wir haben Nicki für 4 Tage zu einer Kollegin gegeben. Könnte ja sein, dass sich Garfield und Nicki, obwohl sie seit Jahr und Tag zusammen gelebt haben, überhaupt nicht mögen...?
Garfield war sehr ruhig. Das Fangen spielen und rumpesen geht also nur von Nicki aus. Und ich denke er hat auch die alleinige Aufmerksamkeit genossen. Am Wochenede hat er sich ganz viel zu mir auf die Couch und ins Bett gelegt. Aber eine Pfütze pro Nacht gab es trotzdem noch.
Als Nicki dann wiederkam, war die Wiedersehenfreude sehr verhalten. Naja, eigentlich haben sie sich nur registriert. Dann fing die Jagerei wieder an.
Und heute Nacht gabs sogar drei Nasse Handtücher.
Ich schreibe so viel, weil ich hoffe dass irgendjemand sieht, was uns verborgen bleibt. Vielleicht gibt es ja eine ganz klare Lösung.
Will Garfield vielleicht lieber ein Einzelkater sein? Oder will er raus? Mag er Nicki nicht? Oder sind es doch die Kristalle? Aber warum geht er dann manchmal ins Klo und manchmal nicht? Warum wirkt er immer so gehetzt wenn er vom Klo kommt? Zum Loben komm ich manchmal garnicht, weil er sich eher erschreckt.
Warum duckt er sich meistens weg, wenn man ihm über den Rücken streichelt?
Fühlt er sich von Nicki dominiert?
Hat er sich das Wildpinkeln einfach über die Jahre angewöhnt? Sollte ich ihn irgendwie erziehen können?
Die Schlussfolgerung, ihn weggeben zu müssen, rückt immer näher, aber ich will das nicht, zumindest nicht ohne zu wissen, warum er pinkelt. Das ist ja schliesslich ein Zeichen für ein Leiden, sei es seelisch oder physisch, und darauf muss man eingehen. Wieder ins Tierheim? Einen pinkelkater will doch keiner. Dann wird er noch 1000 Mal hin- und hergeschoben.
Es macht mir einfach zu schaffen, dass ich die Lösung nicht weiss.