Bei uns bin ich der Hundeverrücktmacher. :mrgreen: Ich steh auf Action.
Mein Mann ist ein stoischer Hundeignorierer und ein Hunde-ins-Koma-Streichler, wenn er sie grad mal nicht ignoriert. Seine Massagekünste sind in unserer Familie heiß begehrt und umstritten. Ich will, Tabs auch und Cuno erst recht.
Off-Topic
Man kann Angst nicht verstärken (im Sinne positiver Verstärkung wie beim Clickertraining. Nicht im Sinne von laut "buh!" schreien und jemanden erschrecken.)
Sie sagt(stark abgekürzt): Es gibt viele Infos zu Hundetraining überall, aber nur weil die Infos da sind, heißt es nicht, dass sie richtig sein müssen.
Sie hat das aktuelle Video gemacht, weil es viele Reaktionen auf ihr Video "Wie nehme ich meinen Hund hoch, wenn er ängstlich ist", in denen die Leute sagten, dass sie einen ängstlichen Hund nicht hochnehmen sollte, weil das die Angst verstärkt (im Sinne von oben). Sie sagt, dass das ein großes Missverständnis ist, was die Leute haben.
Sie gibt 2 Gründe, warum man Angst nicht verstärken (im obigen Sinne) kann.
1. Angst ist ein Gefühl und kein Verhalten und rein technisch kann man keine Gefühle verstärken (obiger Sinn).
2. Angst ist so aversiv, dass keine Menge von Streicheln oder Futter dieses große aversive Gefühl, was das Tier bei Angst erlebt, bekämpfen kann. [Anmerkung von mir: Ein Verhalten wird bei positiver Bestärkung ja deswegen häufiger gezeigt, weil die Belohnung etwas angenehmes ist und das Tier öfter belohnt werden will. Bei Angst ist die Angst selbst aber sooo unangenehm, dass auch anschließendes Futter das nicht ausgleichen würde. Keiner würde aufgrund anschließender Leckerlies ein dermaßen unangenehmes Gefühl öfter zeigen. Man würde sich ja auch nicht ständig Schmerzen zufügen, nur weil es anschließend eine Belohnung dafür gibt.]
Jetzt gibt sie ein Beispiel aus einem unten verlinkten gleichnamigen Artikel. Eine Frau ist ängstlich, weil ihr Haus ausgeraubt wurde und ihre Freundin kommt rüber, umarmt sie und gibt ihr Tee. Grundsätzlich wird die sie umarmende und Tee gebende Freundin nicht die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich die Frau ängstlich fühlen wird, wenn ihr Haus das nächste Mal ausgeraubt wurde. Faktisch könnte es sogar das Gegenteil erreichen, dass sie weniger ängstlich sein wird.
Ihr eigenes Beispiel ist ihr Schiwawa :mrgreen: Cicu. Als sie nach Schweden zog, machten die Leute täglich Feuerwerke im Dezember. Anfangs war Cicu als sie mit ihr raus ging so ängstlich, dass sie zitterte und traumatisiert war für 3 Tage. Also hat sie ihr immer, wenn Feuerwerk startete, Futter angeboten, was sie anfangs vor lauter Angst nicht fressen konnte. Nach vielen Tagen hat sie ihr dann das Futter angeboten und sie dabei hochgehoben, sie gestreichelt und sie getröstet. Innerhalb dieses Monats kamen sie mit dieser Methode soweit, dass sie von anfangs 3 Tagen Traumatisierung nach Feuerwerk innerhalb 3sec nach dem hochgehen eines Feuerwerks ein Leckerlie annehmen und den Stress abschütteln konnte. Was sie quasi machte nach einem Feuerwerk: Sie nahm Cicu hoch, streichelte sie, trug sie, bot ihr Futter an und falls sie es nicht nehmen wollte, trug sie sie einfach nach Hause. Viele Leute würden sagen: Oooooh, nimm den Hund nciht hoch, so bestätigst du sie in ihrer Angst / verstärkst diese. Lass sie da einfach mit der Angst durchlaufen.
Viele ihrer Methoden und Techniken basieren darauf, den Hund so zu händeln, dass er sich beruhigt. Wenn Hunde ängstlich, gestresst, ... sind, nutzt sie Massagen, um den Hund zu beruhigen. Viele Klienten reagieren da sehr skeptisch, weil sie ebenfalls denken, dass das das Verhalten des Hundes verstärkt. Faktisch ist es das Gegenteil. Diese Techniken können Oxytocin freisetzen, die einen Hund beruhigen können, ihn sozialer machen und seine Fähigkeit zu lernen verstärken. Deswegen rät sie auf jeden Fall dazu, den Hund zu händeln (sie meint streicheln, hochnehmen, Futter anbieten) und mit ihm beruhigend zu sprechen, wenn er ängstlich ist. Versuch dem Hund zu helfen, mit der angstauslösenden Situation zurecht zu kommen. Wenn man nicht schafft, dem Hund zu helfen, damit zurecht zu kommen, soll man die Situation mit dem Hund verlassen. Es macht keinen Sinn eine noch ängstlichere Reaktion des Hundes auf den Stimuli zu provozieren. Entweder holt man ihn da raus oder hilft ihm, mit der Situation zurecht zu kommen, indem man Stimme, Berührung oder positive Bestärkung mit Futter verwendet.
Was man nicht machen sollte, ist selbst panisch zu werden. Wenn der Hund also Angst vor beispielsweise einem Feuerwerk ist, soll man nicht total aufgeregt mit ihm reden und sich hektisch verhalten. Das ist nicht hilfreich für den Hund.
Puuuuuh, ich hätte gedacht, es wird kürzer. Jetzt will ich nen Keks und hab garantiert tausend Beiträge in der Zwischenzeit verpasst.
FinnFinn, vielen Dank für den Link. Habe ihn jetzt gespeichert. :mrgreen: