Hab mir hier den Thread nicht wirklich durchgelesen ... nur den ersten Post und die letzten Posts.
Zum eigentlichen Problem:
Der Durchfall kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Industriefutter (hier im Post als Trockenfutter bezeichnet). Es ist also Diät einzuhalten, Trockenfutter sollte vollständig gestrichen werden, bis der Durchfall weg ist. Weiterhin sollte versucht werden, an Nadelgehölz heranzukommen: Kiefer, Fichte, Tanne ... sie alle enthalten wichtige Gerbsäuren und diverse ätherische Öle, welche den Darm auskleiden und ihn zur Ruhe kommen lassen - auf natürlichem Wege, denn genau das futtern im Winter auch Wildkaninchen, wenn sie Probleme mit der Verdauung haben. Die Rinde dieser Bäume bieten wichtiges Lignin, was im Dickdarm von den dortigen Bakterien zu Phenolen abgebaut wird und so die dortigen Bakterien schwächt und abtötet, so daß diese standepede mit den Kötteln nach draußen befördert werden können.
Weiterhin gibt es in mehreren Onlineshops inzwischen Blätter von Bäumen zu kaufen, also Birkenblätter, Weidenblätter, Buchenblätter, Haselnußblätter - genau diese Blätter bieten wichtige Mineralstoffe und Gerbsäuren, um den Magen zu beruhigen.
An Kräutern sollten nun typische Darmkräuter verfüttert werden: Thymian, Majoran, Oregano, Basilikum, Dill ... ruhig auch frisch, geht jedoch zur Not auch getrocknet. Weiterhin können getrocknete Wermutblätter angeboten werden.
Frischgemüse und Frischobst sollte sich erstmal auf die Gemüse und das Obst beschränkt werden, welche den Magen-Darmtrakt wieder beruhigen, sind jedoch wichtig, da sie notwendiges Wasser für den Körper des Kaninchens liefern: Fenchel, Chicoree, Radicchio, Apfel, reife Ananas (keine Dosenananas!), Bananen mit braunfleckiger Schale ... da das Kaninchen nicht an Frischfutter gewöhnt ist, sollte sich auf wenige Sorten beschränkt werden, aufgrund der Beschaffbarkeit und des Preises bietet sich hier Apfel und Fenchel an, wenn der Durchfall besser ist, kann auch weiteres Gemüse und Obst angefüttert werden.
Alles andere später, ich hab nicht viel Zeit ...
da Gemüse ja eh nicht zum speiseplan der Wikldkaninchen gehöhrt.
Hab eigentlich keine Zeit ... nur welche Vorstellungen habt ihr eigentlich von Wildkaninchen?
Wildkaninchen dürfen ganzjährig gejagt werden, weil sie Felder am Waldrand innerhalb weniger Wochen abernten gehen ... dabei können sie erhebliche Sachschäden anrichten, teilweise bedeutet das einen Totalausfall für den Landwirt! Die bevorzugten Feldfrüchte, welche von den Kaninchen vernichtet werden, sind Raps, Hackfrüchte wie Mohrrüben, Futterrüben, Zuckerrüben, rote Beete und ähnliche, weiterhin Wintergetreide, also ganz junges Getreide, auf Biofeldern auch reife Gerste und reifen Hafer, bei dem sie die Stengel knapp übern Boden durchbeißen und sich dann die Ähren einverleiben ...
Weiterhin - was ist schlimm am Gemüse?
Das sind doch nix anderes, wie die Kulturformen der Pflanzen, welche Kaninchen schon gefressen hatten, bevor es überhaupt den Menschen in Europa gab!
Kohl beispielsweise ... der Wildkohl wächst nicht nur auf der iberischen Halbinsel, er gehört zu den Hauptfutterpflanzen der dortigen Kaninchen - und das sind im Gegensatz zu unseren mitteleuropäischen Kaninchen tatsächlich Wildkaninchen und nicht nur die Nachfahren entlaufener Hauskaninchen aus dem Mittelalter!
Was ist also daran verkehrt, wenn man keinen Wildkohl hat, Gemüsekohl zu verfüttern, wo liegt da der Unterschied in den Inhaltsstoffen?
Die meisten Salatsorten stammen von diversen Lattichgewächsen ab - und jede dieser Lattichgewächse wird jeher von Kaninchen gefressen. Warum also sollten Salate für Kaninchen ungesund sein?
Was unterscheidet denn den wildwachsenden Feldsalat vom gezüchteten Feldsalat? Oder was unterscheidet denn unseren Kopfsalat von seiner Stammform, dem Zaun-Salat, der noch heute im gesamten Vorkommensgebiet von Wildkaninchen vorkommt?
Oder, wo liegt denn nu der große Unterschied zwischen der wilden Möhre und der Mohrrübe?
Wenn ein Kaninchen kein Gemüse mehr verträgt, sollte vielmehr geschaut werden, woran das liegen könnte ...