Hallo Chianti,
ich habe einen Basset-Hound-Rüden. Er ist sechs Jahre alt und ein toller Kerl. Man sollte sich allerdings nicht von dem melancholischen Blick täuschen lassen.... Bassets sind sehr eigenwillig, mitunter auch stur. Man braucht viel Liebe und Geduld für sie.
Ein Basset ist ein ruhiger, gelassener Begleiter. Mal schnell Gassi gehen ist nicht drin, es hängt davon ab, wer wo vorher war und das Zeitunglesen kann einige Zeit in Anspruch nehmen.
Er ist ein intelligenter Hund, der immer wieder versucht, seinen Kopf durchzusetzen. Wenn man damit nicht leben kann, sollte man die Finger von einem Basset-Hound lassen. Er kennt ganz viele Kommandos und entscheidet selbst, ob und wann er sie ausführt. Du solltest nicht von ihm erwarten, dass er beim ersten Mal das tut, was Du willst. So vier bis fünf Mal musst Du Dich schon bemühen, ohne Garantie, dass es klappt.
Man muss ihn einfach so mögen, wie er ist. Genauso tut es der Hund mit seinem Menschen. Außerdem klauen Bassets gerne. Ich kenne inzwischen 40-50, und habe noch keinen kennengelernt, der die Gelegenheit auslässt, die sich ihm bietet. Nahrung sollte immer außer Reichweite aufbewahrt werden. Hinzu kommt, dass ein Basset einen Hals so lange wie eine Giraffe bekommen kann, wenn was Essbares in der Nähe ist. Wie gesagt, man sollte den Hund nicht unterschätzen. Der Basset ist kein dummer Hund. Ganz im Gegenteil. Es ist ein sehr intelligenter Begleiter. Unserer kann ganz viel. Er machts halt nur, wenn er es für lohnenswert hält.
Bassets bleiben auch nicht gerne alleine. Genau genommen, kenne ich keinen, der sich das gefallen lässt. Entweder ist jemand zuhause oder sie werden, wenn es möglich ist, mit zur Arbeit genommen. Wo er wiederum glücklich ist, in der Nähe seiner Menschen sein zu können und sich dann auch sehr gut benimmt. Weiterhin habe ich noch keinen Basset Hound kennen gelernt (und es sind inzwischen so 40-50), der nicht klaut, wenn sich ihm die Gelegenheit bietet. Wir nehmen's mit Humor, denn der Einfallsreichtum, um an leckere Sachen zu kommen, kennt keine Grenzen.
So, das war ein kleiner Einblick in den Alltag mit einem Basset.
Nicht alle Bassets sind jagdlich ambitioniert. Unserer z. B. nicht. Ich habe ihn allerdings von anfang an von Rehen und Eichhörnchen usw. abgelenkt und heute interessiert es ihn gar nicht mehr weiter, was zu relativ entspannten Spaziergängen führt (bis auf den Dickkopf).
Bitte sieh Dich nach einem geeigneten Züchter um, der dem VDH (FCI) angeschlossen ist. Es geht nicht nur darum, ob der Hund "Papiere" hat. Damit werben viele Dissidenzzüchter auch. Es geht vielmehr darum, dass der Rassestandard eingehalten wird. Lass Dich nicht vom Preis abschrecken. Ein guter Hund wird sein Geld wert sein. Der Züchter investiert viel und macht nicht den großen Reibbach, wie gerne behauptet wird. Ich habe schon von Dissi-Züchtern gehört, die die Hunde teurer verkauft haben, als ein VDH-Züchter.... Und Finger weg von Billig-Importen.
Auch im Ausland gibt es gute Züchter, die dem FCI (Dachverband) angeschlossen sind.
LG
U-turn
