Mein 7 Monate alter Hund verhält sich aggressiv

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  • Mein 7 Monate alter Hund verhält sich aggressiv Beitrag #21
Jetzt habe ich ja die Antworten auf die Fragen die ich in deinem Thread dir gestellt habe ;)
Also da sage ich nur eins (ist nämlich super zusammen gefasst, man muss ja nichts doppelt schreiben):

Es kann durchaus sein, dass ein allzu energisches Auftreten von eurem Hund schon als Schwäche ausgelegt wird. Werden Menschen energisch, wird meist die Stimme lauter, die Gesten werden größer und hektischer. Das aber widerspricht dem typischen Verhalten eines guten Alphas. Der Chef eines Rudels ist immer cool, gelassen, ruhig und eigentlich in seinem Verhalten fast schon minimalistisch. Viele wesensstarke und dennoch sensible Hunde reagieren deshalb auf laute Töne und hektische Gesten und Bewegungen empfindlich. Sie nehmen einen in dem Moment dann quasi nicht mehr für voll. Ein deutliches Wort ist effektiver als ein permanentes Zugesabbel, Dauerfluchen oder Schimpfen.

Somit solltet ihr bei allem, was ihr von dem Hund verlangt (vor allem bei Maßregelungen) ganz ruhig bleiben. Die einzige schnelle Bewegung sollte der Griff zur Leine sein, alles andere geschieht ohne großes Theater, Gegrummel oder aufgeregte Handlungen. Sollte beispielsweise der Fall eintreten, dass der Hund beginnt, die Zähne zu fletschen, dann nehmt die Leine und separiert ihn (entweder am nächsten Türgriff oder auch mal durch kurzzeitiges Wegsperren in ein anderes Zimmer). Wichtig ist, dass vorher einmal das deutliche Kommando "aus" kam, der Rest geschieht wortlos. Besonders wichtig ist, dass ihr den Eindruck vermittelt, als könne er euch damit kein bisschen schocken und extrem wichtig ist, dass dieses einmal gegebene Kommando ernst gemeint ist und bei Missachtung Konsequenzen hat. Die schlimmste Strafe für einen Hund ist Ignoranz und da er dann keinerlei Aufmerksamkeit mehr bekommt (weder in Form von Beschimpfungen oder gar weiteren Bewegungen/Handlungen) und er einfach vom Rudel ausgeschlossen wird, ist das somit schon Höchststrafe für ihn.

Im Hunderudel macht ein Alpha seine Stellung oft durch kleine Handlungen deutlich. Sollte euer Hund also mal im Weg liegen (was man auch durchaus provozieren kann, indem man einfach mal genau da lang gehen möchte, wo der Hund gerade liegt), dann macht nicht den Fehler und geht um ihn rum, steigt auch nicht über ihn hinweg. Schiebt ihn mit dem Fuß an oder notfalls auch ein Stück zur Seite, sodass er genötigt wird aufzustehen und euch Platz zu machen. Wenn er sein Futter bekommt, dann lasst ihn warten und am besten absitzen. Dann haltet ihr das Futter demonstrativ in der Hand (ihr könnt auch so tun, als würdet ihr davon etwas naschen), geht ein bisschen vor dem Hund auf und ab, das macht nicht nur das Futter interessant, das zeigt auch dem Hund klar, dass dies euer Futter ist (das demonstriert ihr damit aktiv) und er sich glücklich schätzen kann, etwas davon abzubekommen. Steht das Futter dann auf dem Boden, bleibt der Hund noch einen kleinen Moment im Sitz und darf erst an den Napf, wenn ihr das Futter mit einem weiteren Kommando frei gebt.

Besuch wird noch extremer geimpft als bisher. Der Hund hat den Besuch nicht nur nicht anzuspringen, sondern der Hund wird zuerst komplett ignoriert. Noch besser wäre es, wenn ihr ihm beibringen könnt, auf seinen Platz zu gehen, sobald Besuch kommt, aber das wird wohl erst der nächste Schritt bei euch sein. Damit der Hund nicht wieder von sich aus nach Aufmerksamkeit haschen kann, werdet ihr ihn anfangs wieder an die Leine nehmen müssen. Ihr begrüßt dann den Besuch, der Hund aber wird dabei nicht einmal angesehen(auch nicht vom Besuch). Erst nach einer Weile fordert euer Besuch dann den Hund auf, zu ihm zu kommen und dann erst wird er begrüßt. Genauso solltet ihr euch verhalten, wenn ihr selbst nach Hause kommt. Der Hund ist erst einmal Luft, ihr zieht euch in Ruhe die Jacken aus, stellt Taschen ab, packt den Haustürschlüssel weg usw., dann erst begrüßt ihr den Hund - und auch nur, wenn dieser ruhig ist und nicht austickt.

Auch könnt ihr einfach mal eurem Hund den Zugang zu bestimmten Zimmern verweigern. Eine gute Gelegenheit ist die Küche, wenn gerade jemand am Kochen ist. Hunde lieben es, mitten im Geschehen zu sein und sie lieben es noch viel mehr, wenn das Geschehen dann auch noch gut duftet. Also darf der Hund in diesen Momenten nur noch bis zur Türschwelle. Überschreitet er diese Grenze, wird er wieder "hinter die Linie" gebracht. Das kann anfangs sehr mühsam sein, weil er vielleicht diese neue Regelung nicht akzeptieren will, aber auch hier gilt: der Chef hat den längeren Atem. Und es zeigt dem Hund obendrein, dass nur ihr als Chef jederzeit in jeden Raum gehen dürft, euer Hund dagegen auch mal warten muss, bis es ihm gestattet wird.

Das wird jetzt für dich alles sehr nickelig und auch kaltherzig klingen, aber es sind eben genau diese kleinen Gesten und Handlungen, die aus euch einen echten Rudelführer machen. Alles das, was in Menschenaugen fast schon als Arroganz bezeichnet wird, ist in Hundeaugen pure Souveränität. Und ein echter Alpha ist nun einmal arrogant und trägt die Nase auch ein wenig höher als der Rest des Rudels. Dafür aber ist er cool, gelassen und lässt sich von den anderen auch nicht aus seiner Ruhe bringen.

Sollte es übrigens anfangs noch nicht klappen, dass du dich zu dem Hund auf dessen Platz legst (weil er deine Souveränität anzweifelt), dann fang ruhig etwas kleiner an und leg dich auf den Platz, wenn er sich gerade kurz entfernt hat, vielleicht um etwas zu trinken. Berichte dann mal bitte, wie er sich verhält, wenn er dich auf seinem Platz liegen sieht.

Hier nochmals das wichtigste zusammen gefasst.
1. in jd. Lage ruhig, gelassen bleiben (Souveränität zeigen)
2. klare kurze Kommandos und Missachten dieser mit sofortiger Konseqeuenz
3. Kommandos nicht geben wenn diese nicht durchsetzbar sind
4. an Worten sparen, Handlungen sagen mehr
5. Fehlverhalten ignorieren
7. Stellung jd. Tag neu verfestigen (Futtervorführung, Spielsachen wegnehmen, Platzanspruch)
8. ihr beurteilt die Situation (erst aus Tür, erster bei Besuch)
9. neue Situation in kleinen Schritten lernen
10. niemals hitzköpfig oder handgreiflich werden
 
  • Mein 7 Monate alter Hund verhält sich aggressiv Beitrag #22
Ich versuche die Tipps auch zu beherzigen, immer ruhig zu bleiben ist nicht einfach, besonders dann nicht,wenn mein Terriermix, den ich jetzt knapp zwei Monate aus dem Tierheim habe, versucht seinen Kopf durchzusetzen. Gestern war so ein Tag , er hat den ganzen Tag nur Blödsinn gemacht und selten gehorcht.Ich habe aber durchgehalten und den Chef raushängen lassen (meine Nerven), abends war ich müder als der Hund.
Heute ist er der bravste Hund, ist das erste Mal mit mir ins Wasser gegangen und die Angst vor Lastwagen und Fahrrädern ist schlagartig besser geworden.
Wollte er mich testen, ob ich zum Chef tauge?
 
  • Mein 7 Monate alter Hund verhält sich aggressiv Beitrag #23
Kann gut sein. Damit ein Hund dir sicher folgen kann, geht er lieber auch Nummer sicher und probiert ob du das mit dem Chef sein auch wirklich ernst meinst und ob du dem gewachsen bist.
 
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