Hallo Digger!
Hab auch eine Katze mit Epilepsie und sie bekommt Phenobarbital. Ich hab die Katze vom Tierheim (wir wussten aber, dass sie Epilepsie hat) und sie ist schon im Seniorenalter. Die Vorgeschichte wissen wir nicht, da die Katze als Fundtier im Tierheim landete - auch das Alter konnte nur geschätzt werden.
Zu den Anfällen kann ich folgendes berichten: Bei den "stärkeren" Anfällen hat die Katze immer Urin verloren (ist aber nichts besonderes, denn auch beim Menschen ist dies bei Anfällen "normal") Da sich die Muskeln des Körpers immer wieder kontrahieren, ist dies auch bei der Blase und ihrem Schließmuskel der Fall und die Folge ist, dass die Katze keine Kontrolle mehr über ihre Blase hat und somit Harn verliert. Also musst du dir da keine Sorgen machen - es ist jedoch wichtig, dass du alles genau aufschreibst, denn wenn deine Kleine gerade auf Antiepileptika eingestellt wird, musst du dem TA alles genau berichten wg. ev. Dosisänderung oder überhaupt wg. der richtigen Medikamentenwahl.
Ich kann dir von meiner Katze berichten, dass sie IMMER nach einem Anfall "nicht bei sich war". Sie hat immer einige Zeit gebraucht, um wieder zu sich zu kommen (das merkt man auch an den Pupillen). Es ist wichtig, während eines Epis die Katze in Ruhe zu lassen - ich habe nie den Kopf von ihr gehalten und schon gar nicht versucht sie festzuhalten, denn mit sowas kannst du deiner Katze Verletzungen zufügen! Außer deine Katze hat das sog. running fit (auch eine Form der Epilepsie, wo die Katze ohne Kontrolle über sich selbst durch die Wohnung läuft). Ich habe unsere immer auskrampfen lassen, (ihre Plätzchen sind alle auf dem Boden, falls sie krampft, dass sie nirgends runter fallen kann!!!!!), hab alle Lärmquellen ausgeschalten (Fernseher, Radio,...), hab den Raum verdunkelt und sie einmal wieder zu sich kommen lassen.
Da so ein Anfall ja jede Menge Energie benötigt, achte ich sehr penibel darauf, dass IMMER ein Schälchen mit Nassfutter bereit steht, denn falls ich mal nicht zu Hause bin und die Katze krampft, hat sie trotzdem was zum Fressen. Außerdem habe ich auch so eine Kontrolle wenn ich von der Arbeit nach Hause komme und das Schälchen ist leer, dann weiß ich gleich, was los war....
Erst wenn unsere Katze wieder auf ihren Namen hört, weiß ich, dass der Anfall nun vorbei ist und dann gibt es eine Streicheleinheit im verdunkelten Raum - das nimmt sie dann auch gerne an!
Wegen der Verhaltensauffälligkeiten kann ich folgendes berichten: Sie ist auf jeden Fall sehr ruhig und schläft viel, hat überhaupt gerne ihre Ruhe. Ich weiß allerdings nicht, wie sie ohne Phenobarbital war, da ich sie ja mit der Therapie vom Tierheim geholt habe!!! Sie bekommt 2x tgl. ihre Med. (immer um 7.00 und 19.00 Uhr) und es geht ihr sehr gut damit. Anfälle hatte sie jetzt schon über 1 Monat nicht mehr, aber trotz der Med. kann man sich nicht eine Anfallsfreiheit von 100 % erwarten! Es kann trotz der Med. immer wieder zu Anfällen kommen, jedoch seltener und nicht so heftige Anfälle (meine hat sich einmal eine Kralle ausgebissen in einem Anfall - deshalb Finger weg, bei Anfällen! Auch eine Decke über der Katze kann so etwas nicht verhindern, sie kann sich trotzdem verletzen). Die Medikamentendosierung muss langsam erfolgen, manche müssen dafür auch in eine Tierklinik für ein paar Tage, wenn sie nur sehr schwer einzustellen sind. Die Medikamente wirken nicht sofort am nächsten Tag, man muss hier unbedingt warten, bis sich ein sog. Spiegel aufgebaut hat (diesen misst man dann mittels einer Blutabnahme). Der TA entscheidet dann auch, ob du deiner Kleinen ein oder zweimal tgl. die Med. geben musst....
Es ist sicher schwer, wenn man noch nie mit Epilepsie zu tun hatte, aber ich kann dir versichern, es sieht schlimmer aus, als es ist. Genau wie beim Menschen, kann sich die Katze nicht daran erinnern, was mit ihr während eines Anfalls passiert ist!
Ich wünsch dir und deiner Roxy alles Gute und hoffe für euch, dass ihr mit dem "Gewitter im Kopf" trotzdem ruhig leben könnt
