In "Pedigree Dogs Exposed" sind wirklich einige sehr schlimme Beispiele zu sehen.
Wie z.B. die an Syringomyelie leidenden Spaniels. Es ist manchmal schon pervers was der Mensch den Tieren antut nur um seine Eitelkeit zu befriedigen.
Die Ridgebacks z.B. die im Film auch kurz erwähnt werden, der Ridge ist genau genommen ein genetischer Defekt, er hat keinen Vorteil für die Tiere, kann aber erhebliche Probleme verursachen (Hautinfektionen, Dermalsinus).
Es fallen in der Zucht der Ridgebacks auch immer wieder Welpen ohne Ridge, aber sie werden nicht zur Zucht zugelassen. Im Grunde sortiert man also die gesunden, normalen Tiere aus und lässt nur die mit dem Gendefekt zur Zucht zu. Alles nur aus menschlicher Eitelkeit.
Man darf bei allem aber auch nicht vergessen, dass die meisten Formen der Rassen trotzdem ursprünglich mal für einen bestimmten Sinn und Zweck gedacht waren. Man hat Hunde für bestimmte Aufgaben und Arbeiten gezüchtet.
In unserer Zeit werden heute aber die meisten Hunde aus Liebhaberei gehalten und nicht für bestimmte Aufgaben, der Tongeber der Zuchtform ist vielfach nicht mehr die Einsetzbarkeit für bestimmte Aufgaben sondern die Präsentation bei einer Hundeshow...und dort gelten ganz andere Gesetze.
Immer mehr, immer besser, immer "schöner", die eigentlichen Rassevorgaben gleiten ins Extrem ab, vielfach geht es nur noch um die Optik.
Die Frage ist, was soll der geneigte Hundekäufer tun? Hunde aus Zuchtvereinen wie dem VDH haben meist einen relativ nachvollziehbaren Stammbaum, die Zuchtbedingungen werden kontrolliert, ein Züchter aus dem Verein gilt als "seriös".
Doch die Züchter in den Vereinen müssen sich auch an bestimmte Standarts der Zucht halten (auch wenn es da natürlich Spielräume gibt).
Wenn man mal den Mops als (extremes) Beispiel nimmt, ein Mops vom VDH Züchter wird kaum eine Nase haben, einen langnasigen "Retromops" mit z.B. Jack Russel Einkreuzung bekommt man aber nur bei einem Züchter der ohne Verein züchtet, oder maximal in einem eigenen, kleinen Verein.
Was ist also der bessere Rat, wenn jemand fragt, wo er seinen (Rasse) Hund hernehmen soll? Kann man wirklich guten Gewissens noch zu den großen Zuchtvereinen raten, wo es doch weiß Gott nicht so ist, das (seriöse) Papiere von einem anerkannten Verein gleich einen gesunden Hund bedeuten?
Natürlich muss man differenzieren, denn es gibt auch viele tolle, gesunde Rassen deren Exterieur sich seit Jahrzehnten nicht verändert hat, aber mal ehrlich, wie viele Leute setzen sich damit auseinander bevor sie sich einen Hund anschaffen? Viele vertrauen darauf, dass ein Hund aus einem anerkannten Verein, eben auch ein gesunder Hund ist und informieren sich nicht groß darüber, welche Rasse man sich überhaupt noch guten Gewissens anschaffen kann.
Ich habe es im Bekanntenkreis erlebt "Wir wollen einen Mops, wir haben einen guten Züchter gefunden, der Welpe hat auch Papiere vom VDH und FCI und alles, ein Mops vom guten Züchter ist auch gesund." Am Ende hat der teure und "gesunde" Mops dank Atem, Augen und Nierenproblemen dann schon in seinen ersten Jahren schon mehr gekostet als der Jahresurlaub :?
Traurig für den Hund und auch für die Besitzer.
Es gibt ja diverse Zuchtansätze zu neuen Rassen, wie etwa den Doodles oder den Elos. In Hinblick auf die Durchmischung der Gene und die Erweiterung des Genpools sicher auch sinnvoll im Sinne der Gesundheit. Nur gibt es eben für die gezielte Zucht von Bastarden keine Vereine, was es für den Käufer eines solchen Hundes wiederum schwer macht nachzuvollziehen, wie gewissenhaft der Züchter mit der Genetik umgegangen ist.
Dann noch:
Weil ja doch viele interessiert sind, habe ich auch nochmal ein Bild aus dem Buch eingescannt bei dem der Unterschied zur heutigen Form sehr deutlich ist, der Bullterrier:
[URL=http://www.directupload.net]
[/URL]
Hier der Bullterrier heute, mit extremem Ramskopf:
http://pirun.ku.ac.th/~b4913249/bullterrier.jpg
Das Buch ist übrigens von Hans Steen und heißt "Dein Hund (Der beste Freund des Menschen)", meine Ausgabe ist 1957 im Safari-Verlag erschienen und enthält 80 Bilder von Rassehunden. Der Text ist nicht so wirklich informativ und enthält mehrheitlich Geschichten und Anekdoten zu den einzelnen Rassen.
Neu zu kaufen gibt es das Buch nicht, aber wer es unbedingt möchte wird bestimmt bei ebay oder in einem Onlineantiquariat fündig.