Meine Chefin (Tierfreund und -schützerin) erzählte mir heute, dass ihr Sohn auf ihrem Grundstück ein Kaninchen in schlechtem Zustand fand, die Fliegen kreisten schon drumherum. Auf Anfrage in der Nachbarschaft fanden sich die Besitzer, die eintrudelten mit den Worten "Ach herrje, jetzt haben wir doch am Freitag schon 2 neue Kaninchen in der Zoohandlung gekauft"! Wenigstens sind sie anschließend mit ihm zum TA gefahren, aber ich habe arge Bedenken, was bei solcher Tierliebe herausgekommen sein könnte.....
1. Seit Freitag? Seit wann ist das Nini denn abhanden gekommen, bitteschön?
2. Warum fragt man nicht einfach in der Nachbarschaft, ob irgendwo ein schwarzes freilaufendes Nini aufgefallen ist?
3. Ja ja, ab in die Zoohandlung, neue "Ware" kaufen!
Um so mehr wird mir jetzt noch deutlicher bewußt, worum es wirklich geht: Tiere zu lieben, indem man sie artgerecht hält, ihr Verhalten studiert und sich an ihnen erfreut, dass es ihnen gut geht. Und nicht Tiere als Kuschelobjekte betrachten, die ausgetauscht oder einfach mal neu gekauft werden können!
Es ist so wichtig, dies auch an die Kinder weiterzugeben, damit sie mit einem gesunden Verständnis und mit Respekt für Tiere aufwachsen!
Noch bevor meine Chefin ihren Bericht über die Leute aus der Nachbarnschaft schloss, war uns klar, welche nächste Problematik es mit den neuen süßen Nins aus der Zoohandlung geben wird: Entweder es ist ein Pärchen und eines wird in kürzester Zeit tragen sein, wenn es das nicht schon ist. Oder es sind zwei Gleichgeschlechtliche, die spätestens in der Pubertät miteinander Schwierigkeiten bekommen.
Ich versuche bei jeder Gelegenheit, auf sanfte und verständnisvolle Art und Weise Leuten begreiflich zu machen, wie wichtig es ist, erst einmal im Tierheim nachzuschauen. Und wenn es einer kapiert hat, soll er`s bitteschön weitergeben. Steter Tropfen höhlt den Stein. Hoffentlich...
LG
Wölfi