Essstörungen - Thread

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  • Essstörungen - Thread Beitrag #1
Piraja

Piraja

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Wie ihr wisst, bin ich im Moment noch stationär in der Christoph Dornier Klinik Münster, wegen meiner Essstörung untergebracht.
Doch wie mir nach und nach immer mehr auffällt, bin ich keineswegs die Einzige, und leider nicht alleine mit meiner Magersucht in diesem Forum.

Ich habe mir gedacht, einen Therad zu eröffnen, in dem wir uns, Betroffene, Angehörige sowie Außenstehende, über diese psychische Krankheit austauschen können, um uns vielleicht auch ein wenig zu unterstützen.
Denn reden hilft ungemein.
Und ein Problem teilen zu müssen, auch. :angel:

Auf der folgenden Seite, , wird euch die Krankheit noch einmal näher gebracht, auch Erfahrungsberichte sind dort zu finden. ;)

Ich weiß, dass ich kein Moderator bin, und dass der ein oder andere vlt. mit der Augenbraue zuckt - aber gerade bei diesem Thema müssen Regeln sein. ;)

Ich mache es kurz:

1. Ich bitte um eine konstruktive Auseinandersetzung zu diesem Thema
2. Keine Verherrlichung der Krankheit, keinen Verweis auf Pro Ana Seiten
3. Wichtig: Um nicht zu triggern und kein Konkurrenzverhalten auszulösen, wäre es wichtig, keine Gewichts-, Größen- , BMI-Angaben zu machen.

Ich hoffe das kommt jetzt nicht blöd ;)
Aber besonders letzteres kann, auch aus eigener Erfahrung, viel anrichten.


Da ich dem Therad,
besonders am Ende viel über Essstörungen diskutiert wurde, möchte ich hier auf den letzten Beitrag eingehen, damit es dort nicht zu viel OT (tut mir Leid) wird. ;)



Machst du eine Therapie gegen deine Essstörung, oder schaffst du es alleine?

Ich bin in Therapie, allerdings werde ich bald damit aufhören, weil ich mit der Frau nicht klakomme. Sie hat noch nie was zu meinem Essverhalten gesagt, auch wenn ich ihr erzählt habe, dass ich nichts essen kann/will. Sie sagte ich sei zwar nicht dick, aber Mädchen mit Essstörungen sehen anders aus.

Mir wurde schon so oft gesagt, dass ich zu dick bin. Vorallem von Leuten, die mir nahe standen. Das hat mich jedes Mal wahnsinnig verletzt und traurig gemacht. Daher kann ich nun keinem mehr glauben, der mir sagt dass ich zu dünn bin. Ich gehe automatisch davon aus, dass derjenige lügt.

Meine Therapeutin hat mir gesagt, dass ich nicht essen würde, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber das stimmt nicht, darum geht es mir garnicht. Ich will gar keine Aufmerksamkeit von meiner Familie und die bekommen das auch nicht so richtig mit.

Ich würde einfach nur gerne noch ein paar Kilo abnehmenm weil ich mich fett fühle.

Das Gewicht im Vergleich zur Körpergröße sagt nichts über die Figur aus. Aber das verstehen die meisten nicht. Sie hören nur ich wiege 60kg und bin 173cm groß und sagen gleich :"Du bist zu dünn" Die gucken mich nicht an und gehen gleich davon aus, wenn ich sage ich bin zu dick, dass das fishing ist. Ich fange nie mit dem Thema an, das sind immer die anderen.

Ich weiß auch nicht...:010:

Ich bin wegen der Magersucht zur Zeit in einer Klinik (siehe oben).
Alleine wäre ich jetzt nicht mehr da, schon allein der Suizidversuche wegen,
die Dank anderer gescheitert sind. :angel:

Ehrlich gesagt - ich würde dir auf jeden Fall dazu raten, die Therapeutin zu wechseln.
Du bist scheinbar in ambulanter Therapie, oder?
Wo machst du diese?

Denn wenn sie sagt, du suchst Aufmerksamkeit, scheint sie in meinen Augen unkompetent bzw. nicht kompetent genug, was Essstörungen betrifft.

Kannst du ihr Vertrauen?

Falls nicht, wird dir die Therapie nicht helfen. Denn du wirst irgendwo immer ein Stückchen Unehrlich sein. Außerdem wirst du misstrauisch sein, und sie wird es auch werden, weil sie die Tricks der Essgestörten kennt, Ausreden zu erfinden. ;)

Aber dem nach zu urteilen, was du schreibst,
hast du eine Essstörung.
Du siehst es noch nicht ein, aber deine Gedankengänge sprechen dafür.

Jedenfalls erkenne ich mich darin wieder...
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #2
Ich gehe alle drei Wochen zu der Frau. Ich wollte schonmal weg und habe mich dann nach Wochen auch mal getraut ihr das zu sagen. Sie meinte dann ok und ein paar Wochen später sagte sie dann, dass sie mit meiner Mutter gesprochen hat und ich jetzt alle zwei Wochen komme und meine Mutter mich bringt und holt. Hat sie natürlich nicht und jetzt gehe ich weiter, weil ich mich nicht nochmal getraut habe was zu sagen... Vor ein paar Wochen hat sie dann gesagt, dass sie das Gefühl hat dass es mir so gut geht und ich nur noch alle drei Wochen kommen muss.

Ich vertraue ihr nicht. Sie hat oft Sachen gesagt, die mich sehr verletzt haben...

Ich weiß dass mir diese Therapie nicht hilft, ich will auch nicht dass sie mir hilft.

Das ist Kopfsache bei mir. Wenn ich zu viel nachdenke wird mir schlecht
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #3
Als allererstes würde ich mit deiner Mutter darüber reden.
Sie weiß vielleicht nicht so genau, wie du wirklich darüber denkst.
Wenn du ihr das erst einmal klar gemacht hast, fällt es dir auch leichter, vielleicht sogar gemeinsam mit deiner Mutter, zu der Therapeutin zu gehen.

Eigentlich dürfte das für die Therapeutin nichts Unbekanntes sein - es kommt hin und wieder vor, das Patienten die Therapeutin wechseln, oder gar die Therapie abbrechen.

Und scheinbar erkennt sie dich auch nicht.
Denn dir geht es nicht gut, aber sie meint es zu sehen.

Wenn du ihr nicht vertrauen kannst, wird sie dir nicht helfen können.

Aber es ist ganz klar, dass du eine Essstörung hast. Wie du sagst - das ist Kopfsache,
und hat nichts mit deinem Körpergewicht zu tun. Ab einem BMI von 17,5 ist man medizinisch betrachtet magersüchtig, aber was bringt einem das, wenn im Kopf Chaos herrscht.
Deshalb rate ich dir, nach der Therapie die Sache nicht ruhen zu lassen.
Rede mit deiner Mutter.
Ich helfe dir auch sehr gerne, ich kann dir Telefonnummern und Adressen geben. ;)
Aber bitte suche dir Hilfe, auch wenn es sehr sehr schwer fällt, solch einen Schritt zu wagen, und den Weg dann zu gehen....
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #4
Du bist lieb, danke! :)

Ich habe schon von vielen gehört, dass ich da weg soll und ich weiß es eigentlich ja auch...

Auf das Thema Ritzen ist sie nicht einmal mehr eingegangen, seit ich ihr das erzählt habe und sie hat nicht verstanden, was ich meinte, als ich gesagt habe dass ich manchmal nicht mehr weiter weiß und nicht mehr weiter leben will. Auf jeden Fall ist sie nicht drauf eingegangen...
Aber das Ritzen habe ich auch ohne ihre Hilfe überwunden, mit Hilfe der besagten Freundin. Wenn ich jetzt das Bedürfnis verspüre, denke ich einfach an den Tag, an dem sie es gesehen hat, obwohl sie das natürlich nicht sollte. Aber manchmal brauche ich einfach noch kleine Kratzer...


Ich muss da Morgen hin. Mir grauts davor... Aber ich weiß einfach nicht wie ich ihr das sagen soll...

Ich hasse mich! Vorallem weil ich schon wieder zu viel erzähle, was andere nicht interessiert, weil die eigene Sorgen haben und weil ich ihr nichtmal sagen kann, dass ich nicht mehr kommen will -.-
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #5
Guten Morgen. :)

Kein Ding, ich helfe gerne, wo ich kann.

Laut deinen Schilderungen solltest du auf jeden Fall Ausschau nach einer neuen Therapeutin halten.
Wie gesagt, vielleicht hilft es dir, mit deiner Mutter zu sprechen, und ihr geht gemeinsam zu der Therapeutin und erläutert, dass und warum du wechseln möchtest. Sie wird dir nicht böse sein (jdf. sollte ihr das in ihrem Beruf geläufig sein), und dir bei der Suche vielleicht sogar helfen. ;)

Ganz aufgeben würde ich das Thema Therapie allerdings nicht - auch wenn es sehr sehr schwer ist, uns sich lange hinziehen kann, bis man eine Person gefunden hat, der man vertrauen kann, und zwar zu 100%.

Ich wünsche dir viel Glück morgen.
Ich habe morgen, außerhalb der Klinik, auch einen Termin in einer Beratungsstelle.
Weil das letzte Gespräch nicht so gut gewesen war, würde ich am liebsten nicht hingehen,
aber das hier würde das letzte Mal sein und eigentlich habe ich ja auch nichts zu verlieren...
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #6
Guten Morgen :)

Ich hoffe, dass ich mich heute dazu überwinden kann mit ihr zu sprechen. Selbst wenn ich es mir vornehme, traue ich mich meistens doch nicht... Ich hoffe aber dass ich das mache!

Wie lange bist du schon in der Klinik und wie lange bleibst du noch?
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #7
Huhu. :)

Tu das, das ist wichtig, dass du das tust.
Ich weiß, wie viel Überwindungskraft das kostet, ich habe selbst schon meine
Therapeutin gewechselt,
aber im Grunde genommen hast du nichts zu verlieren, denn die Therapie bei ihr
fortzuführen würde keineswegs zum Ziel führen, vielleicht sogar kontraproduktiv sein.

Ich bin bis Freitag noch in der Klinik,
danach werde ich endlich nach Hause entlassen. ;)
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #8
Und wie lange warst du da?

Auch wenn ich nicht gerne zu Hause bin, wäre es schrecklich für mich so lange weg zu sein...
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #9
Vielleicht solltest du echt die therapeutin wechseln. ich kann verstehen dass du dich nicht traust, magersucht ist ja immer so eine art still zu leiden ohne dabei groß aufzufallen und natürlich willst du nicht deine Mutter dauernd an der Backe haben die sagt "Kind, iss was!", das ist nicht die form der Aufmerksamkeit die du brauchen kannst.

aber in dem Punkt solltest Du Dich echt durchsetzen, du hast ein recht auf eine Therapie, die dir wirklich weiter hilft. Du hast ein Recht auf echte Hilfe statt Blabla und Floskeln aus dem psychologiestudium wie "Magersucht ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit".

Das ist durchaus richtig, jede form der esstörung ist ein Hilferuf, egal ob man nun sehr wenig oder sehr viel isst, aber nicht in der form von der deine therapeutin redet und auch nicht so, wie du das meinst. Echte Aufmerksamkeit heißt, dass Menschen für dich da sind und dir einfach zu hören und nicht nur sagen was und wie viel du essen sollst.

Ich pendel immer wieder von der einen in die andere richtung... als Teenie habe ich mal 2 Jahre so gut wie nichts gegessen und bin richtig dünn geworden, dann hab ich angefangen viel zu viel zu essen und hab schnell kräftig zugelegt, dann anfang 20 nochmal drastisch abgenommen, dann wieder eine fressphase... und jetzt hocke ich auf den Kilos und versuche wenigstens einen BMI unter 35 zu schaffen. auch wenn Übergewicht nicht unmittelbar lebensbedrohlich ist, gesund ists auch nicht.
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #10
Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass ich eine Essstörung haben soll. Gut, ich fühle mich zu dick und will nicht so viel essen, aber dann ist man doch nicht gleich magersüchtig... Vorallem nicht wenn man meinen Körper anschaut...
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #11
Ich war jetzt etwas mehr als 5 Wochen da. :)

Vorher war ich auch schon dort, in der CDK wird ein Intervallverfahren praktiziert, d.h. man ist nie so lange da.

In der Psychiatrie damals war ich z.B. 16Wochen.

Es geht aber - von zu Hause weg zu sein, ist nicht das Problem,
nur der Druck in der Klinik, weil man auf einmal den Schritt geht, gesund zu werden, ist das Schlimme.
---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass ich eine Essstörung haben soll. Gut, ich fühle mich zu dick und will nicht so viel essen, aber dann ist man doch nicht gleich magersüchtig... Vorallem nicht wenn man meinen Körper anschaut...

Jede Essstörung, so auch Magersucht, beginnt im Kopf. Die Ärzte diagnostizieren Anorexia Nervosa leider immer nur auf Hinblick des BMIs und haben leider keinen Sinn für Psychologie - aber Magersucht ist eine Kopfsache.
Magersucht ist für einige Menschen die Art, Nein, zu sagen, weil sie nicht gelernt haben, anderen ihre Meinung preis zu geben. Für andere ist Magersucht ein Hilferuf, weil man sich alleine gelassen fühlt, und nach jemandem sucht, der für einen da ist. Für andere wiederrum ist Magersucht eine Möglichkeit, Selbstkontrolle über sich und seinen Körper zu haben und um zu zeigen, dass man in der Lage ist, diszupliniert und kontrolliert zu leben.
Warum man magersüchtig wird, sei dahingestellt. Aber für die Magersucht, und auch andere Essstörungen gibt es immer eine Ursache, auch wenn sie auf den ersten Blick weder zu sehen, noch zu finden ist.
Du fühlst dich dick. Du hast Angst, dass du so, wie du bist, nicht akzeptiert wirst. Aber glaube mir, ich denke, dass kein Mensch der Welt dich verändern wollte. Das glaube ich wirklich. Du sagst, du kannst nicht essen. Das ist verzwickt und man kann es drehen wie man möchte. Ich selber kann nur schwer definierten, ob ich nichts essen möchte, oder nicht essen kann. Letzteres trifft eher zu, weil der Kopf, die Magersucht nicht möchte, dass ich esse. Und deshalb kann ich nicht essen, und habe Angst, vor einer Gewichtszunahme.

Ich drücke dir wirklich die Daumen, ich weiß, dass es schwer ist, und schwer fällt, seine Meinung zu äußern, gerade in diesem Fall. Aber ich weiß auch, dass du damit nicht glücklich werden wirst. Die Therapie bei einer Therapeutin, die einen unkompetenten Eindruck (jdf. auf mich) macht und der du nicht vertrauen kannst, wird dir nie weiterhelfen.
Wenn du diesen Schritt nicht alleine machen möchtest, nehm dir eine Freundin (der du sehr gut vertrauen kannst) zur Hilfe.
Aber du musst was ändern, denn du fühlst dich nicht wohl, und dir geht es nicht gut, im Moment.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Essstörungen - Thread Beitrag #12
Ich bin irgendwie total beeindruckt von dem, was du schreibst...

Ich muss bald los und überlege schon die ganze Zeit, was ich ihr sage... Ich werde auf keinen Fall ein neues Thema ansprechen, sondern ihr (wie eigentlich jedes Mal) sagen, dass es mir gut geht. Aber sie hat letztes Mal gesagt, dass sie nicht ganz aufhören will, sondern nur den Takt vergrößern... Irgendwie schüchtert mich so was immer ein und ich traue mich nicht mehr, meine Meinung zu sagen. Eigentlich wollte ich ganz aufhören, aber ich glaube das bekomme ich bei meinen Eltern nicht durch... Sie haben das Gefühl, dass sie an mich nicht mehr ran kommen und deshalb wollen sie, dass ich da weiter hingehe. Ich will da nicht hin :(
Ich habe Angst, dass ich wieder nichts sage... Aber ich habe immer das Gefühl, dass sie mir nicht glaubt was ich sage...

Ich möchte meine besagte Freundin gerade so gerne anrufen... Aber sie arbeitet noch :089:
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #13
Hmm. Ich verstehe, dass deine Eltern möchten, dass du weiter hingehst. Ihnen gibt es mehr Sicherheit, wenn du in der momentanen Situation Hilfe bekommst. Und das ist ja auch wichtig. Aber wenn dir das nicht hilft oder sogar alles verschlimmert, ist das sicher nicht in ihrem Sinne! Versuch doch mal, ganz sachlich mit ihnen zu reden und ihnen zu sagen, dass du gesund werden und etwas dafür tun willst(!), aber dass es bei ihr eben nicht klappt. Ich habe auch lange suchen müssen, bis ich eine Psychologin fand, der ich alles erzählen konnte. Es passt halt nicht immer, das darf man nicht erwarten. Eltern lassen oftmals viel mehr mit sich reden, als man befürchtet - du musst nur ehrlich sein und ruhig bleiben. :) *Daumen drück*
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #14
Dankeschön. ;)

Nehm es deinen Eltern nicht übel. Sie sind mit der ganzen Situation sichtlich überfordert, letztendlich musst du dir vor Augen halten, dass deine Eltern eigentlich nur dein Bestes wollen, und dir gerne helfen möchten. Auch würden sie dich gerne verstehen.

Vielleicht setzt du dich mit deinen Eltern mal zusammen, und bietest ihnen an, über dich und deine Essstörung, und deine Gedanken, die für deine Eltern unerklärlich sind, zu reden. Dieser Schritt ist schwer, aber glaube mir, dass es hilft. Dir wird es leichter fallen, mit deinen Eltern über solche Dinge zu reden. ;)

Ganz abbrechen würde ich die Therapie auch nicht, nur wäre es wirklich sehr sehr wichtig, dass du den Weg zu einer Therapeutin findest, der du vertrauen kannst, und bei der du dich wohlfühlst.

Magst du mir vielleicht verraten, wo du wohnst? Ich kann dir sehr gerne bei der Suche nach einer Therapeutin helfen, wenn du magst.

Und noch etwas Wichtiges: Bei jeder Therapie, auch wenn es noch so schwer ist, solltest du keineswegs lügen. Auch wenn es so viel leichter ist, etwas anderes zu sagen, als man denkt, damit von dem Gegenüber keine unerwartete Reaktion kommt - dann sag lieber gar nichts. Und es ist wirklich kein Problem, auch nicht für die Therapeutin, wenn du auf eine Frage nicht anworten möchtest. nur ist es für jede Therapie wichtig, nur die Wahrheit zu sagen, auch wenn diese nicht vollständig ist.
Sonst kann man dir nicht helfen.
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #15
Hat sich jetzt erstmal eh alles erledigt. Mein Kater kam gerade mit einem verletzten Auge nach Hause und ich muss erstmal zum TA. Den einzigen Termin den sie noch hatten war um 18Uhr, dann geht meine Therapie los. Meine kleine Schwester ist krank, meine Mutter arbeiten und meine große Schwester hat panische Angst vor Ärzten, also ist keiner da der gehen kann...
Habe schon abgesagt. Nächste Woche kann sie nicht und dann ist sie im Urlaub, daher habe ich erst am 20.09. wieder. Finde ich jetzt erstmal natürlich gut, vielleicht kann ich in den nächsten Wochen mal nach einer neuen suchen. Habe schon eine Empfehlung bekommen, das ist ein Mann. Vielleicht ist das besser für mich...

Aber ich muss erstmal mit meinen Eltern reden und ihn klarmachen, dass ich nicht mehr mit dieser Therapie einverstanden bin und dass ich wechseln möchte. Ich kann mit die Reaktion meiner Mutter vorstellen...

Vielleicht ist es gut, wenn ich bei einem neuen Therapeuten nochmal von vorne anfange. Aber ich habe Angst, dass ich dann wieder nicht rede...

Ich komme aus Hannover ;)
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #16
Oh weh - dein armer Kater.
Ehrlich gesagt würde ich den Termin aber nicht mehr abwarten,
sondern bei deiner jetzigen Therapeutin anrufen, und dich abmelden.
Du machst doch eine ganz normale, ambulante Therapie, richtig?
D.h. die Therapeutin hat Schweigepflicht gegenüber deinen eltern, deine Eltern müssten noch nicht einmal wissen, dass du dort hingehst.
Genau so kannst du frei darüber entscheiden, ob du nun wechseln möchtest, oder nicht. Mache deinen Eltern klar, dass letztendlich dir geholfen werden soll, und du nicht zur Therapie gehst, um die Gemüter deiner Eltern zu beruhigen.

Toll, wenn du schon auf der Suche nach einer anderen Therapie inkl. Therapeut/in warst.;)

Mir persönlich würde ein Mann nie in Frage kommen, hängt aber auch mit Vergangenem zusammen, vielleicht, aber wenn dir auch ein Mann Recht wäre - du hast nichts zu verlieren.

Bei mir ist es meist so, dass es Menschen gibt, denn ich auf Anhieb vertrauen könnte, auch wenn ich diese kaum kenne. Ich weiß auch nicht, es gibt Typen von Mensch, in deren Gegenwart ich mich einfach wohl fühle. Und anders herum gibt es Menschen, wo ich direkt sagen kann, dass ich ihnen niemals zu 100% vertrauen könnte.
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #17
Bei mir ist es eigentlich genau so. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich jemandem vertrauen kann, dann kann ich auch reden. Am Anfang war das bei ihr auch so, aber das hat dann irgendwann aufgehört.

Aber es gibt eh keinen Menschen, dem ich mehr vertraue als der besagten Freundin. Nichtmal meinen Eltern, Geschwistern oder meinen gleichaltrigen Freundinnen. Ich weiß auch nicht, da kommt keiner dran, sie ist einfach die beste :) Bei ihr akzeptiere ich die Bemutterungen auch und sie darf mir auch sachen sagen, bei denen ich ausrasten würde, wenn meine Mutter das sagen würde.

Meine Mutter hatte mir auch schonmal versprochen, dass sie einen neuen sucht. Aber das hat sie nicht gemacht. Ich habe irgendwann mal mit den Eltern meiner Babysitterkinder drüber geredet und die hat mir ihren empfohlen und auch gesagt, dass sie ein gutes Wort bei ihm einlegen könnte. Vielleicht sollte ich das einfach mal versuchen. Telefonnummer habe ich schon. Ich spreche dann mal in einem geeigneten Moment mit meiner Mutter drüber, damit sie sie vielleicht anruft. Aber toll ist es auch nicht, wenn ich dann nicht mehr komme, ohne nochmal da gewesen zu sein, oder?

Meine Eltern wissen nicht, dass ich mich geritzt habe. Sie wissen auch nicht, wie ich zum Thema Essen stehe. Aber das ist mir auch ganz lieb so...
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #18
Hey Viviana.

Wie alt ist denn die besagte Freundin, die somit die einzige Vertrauensperson in deinem Leben ist?
Siehst du sie regelmäßig.
Für dich ist es sehr wichtig, dass ihr auch in Zukunft den Kontakt haltet.

Bei mir gibt es auch eine einzige Person, die wirklich alles über mich weiß,
und die ich unabhängig vom Thema essen kennengelernt hat
(KO Chefin bei Ruf-Jugendreisen, Vieux Boucau).
Aber sie ist eine Person, der ich auf Anhieb vertrauen könnte, bei der jetzigen Frau in der Beratungsstelle wäre ich nach einem Jahr nicht so weit.

Das ist gut, dass du nun einen Schritt weiter bist.
Ich hoffe sehr, dass der Therapeut dir helfen kann, und du Vertrauen zu ihm findest.
Und sei nicht traurig, wenn dies noch nicht nach den ersten Malen passiert,
gerade bei solchen Themen muss sich so etwas entwickeln.

Wenn du bei deiner jetzigen Therapeutin anrufst (wenn dir das z.B. leichter fällt), reicht das, finde ich, vollkommen aus. Wenn deine Eltern dich zu ihr geschickt haben, und du nicht aus freien Stücken dort hin gegangen bist, anfangs vlt. sogar ohne Einweihung der Eltern, wird sie sicher noch mal bei dir zu Hause anrufen, um mit deinen Eltern zu telefonieren. Aber was soll sie weiter machen, wenn du anrufst, und ihr klar machst, dass dir dort nicht geholfen wird. Dazu musst du nicht bei ihr erscheinen. Allerdings kann sie dir vielleicht noch ein paar hilfreiche Adressen mit auf den Weg geben. ;)
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #19
Hey,
die Freundin ist 34 oder 38, ich vergesse das immer :uups:

Ich habe sie übers Reiten kennen gelernt, aber seit mein Pferd gestorben ist, Reite ich dort nicht mehr. Sie macht dort ab und zu Hippotherapie mit behinderten Kindern und da ich, nach einem Sturz, sehr große Angst vorm Reiten hatte, habe ich dort angefangen. Daraus hat sich schon nach kurzer Zeit ein Vertrauen entwickelt, das unbeschreiblich ist... Dann ging es ihr nach einigen Schicksalsschlägen sehr schlecht und ich habe sie ein Jahr nicht gesehen und nichts von ihr gehört. Horror für mich... Dann fingen wir langsam wieder an, sie kam einmal im Monat, dann zwei Mal, dann drei Mal und zum Schluss fast jeden Samstag. Ich habe immer die Tage gezählt ;)
Wir (ich und meine Schwester) haben früher ein bis zwei Mal im Jahr bei ihr übernachtet, aber auch das wurde immer mehr. Aber seit mein Pferd tot ist, sehen wir uns nicht mehr so oft... :(

Sie wohnt ein bisschen ländlich, für mich alleine ist es schwer zu ihr zu kommen wenn meine Eltern mich nicht fahren können...

Vor gut einem Jahr haben sich meine Eltern getrennt. Das war wie ein Schlag ins Gesicht, kam so plötzlich. Da brach für mich eine Welt zusammen, das war das schlimmste was ich mir vorstellen konnte. Leider lief nicht alles gut in der Zeit, daher kam ich zum Ritzen etc. (das ist ein hundertstel der Geschichte, nur damit du weißt worum es geht ;) ) In der Zeit war sie immer für mich da. Ich konnte immer zu ihr kommen, sie immer anrufen. Sie meinte sogar, dass ich für eine Weile zu ihr ziehen könnte, aber das ging organisatorisch nicht... Ich war dann fast jedes zweite Wochenende da und wir haben viel Telefoniert und SMS geschrieben. Ich war dann auch oft ohne meine Schwester da. Das hat mir unendlich viel geholfen und mir Kraft gegeben nicht aufzugeben. Ich habe das Gefühl sie kennt mich besser als meine Eltern...

Aber so viel wie sie mir hilft, so viel tut mir unsere Freundschaft auch weh... Das hört sich jetzt blöd an, ist aber leider so... Immer wenn ich bei ihr bin, geht es mir super. Aber dann muss ich immer wieder nach hause. Ich könnte mir nichts schöneres vorstellen als für immer bei ihr zu bleiben. Jedes Mal zieht es mich extrem runter, wenn ich wieder zu Hause bin und ich heule ohne Ende. Wir waren neulich für ein Wochenende zusammen weg und als wir auf dem Rückweg waren, habe ich mir (ohne es zu merken) ein Loch in den Arm geknibbelt, weil ich so nervös war. Als sie sich dann verabschiedet hat, habe ich geheult ohne Ende... Ich weiß auch nicht, wie ich es beschreiben soll... Sie zeigt mir immer wieder, dass ich ihr wichtig bin und das tut einfach wahnsinnig gut. Wenn sie sich total abhetzt auf der Arbeit und einfach mal länger Pause macht, nur um zu mir in die Schule zu kommen, um meinen Vortrag zu hören und sich einfach immer und immer wieder meldet wenn ich scheinbar im Erdboden versunken bin, oder sie mich total bemuttert, fühlt sich das irgendwie so gut an.

Ich habe so wahnsinnige Angst sie zu verlieren..

Naja, und jetzt sehe ich sie mal mehr mal weniger. Ich reite ab und zu ihr Pferd und fahre auch mal so hin, so alle 3 Wochen. Das ist mir natürlich zu wenig ;)


Ich habe Gestern mit meiner Mutter gesprochen und sie war, wie erwartet, nicht so begeistert. Aber das ist jetzt so... Sie wollte dann mal die Nummer von dem anderen haben. Wir werden sehen...
 
  • Essstörungen - Thread Beitrag #20
Oh, tut mir leid. Ist ein bisschen viel geworden :uups:

Aber es gibt über sie einfach so viel tolles zu schreiben ;)
Sie kennt mich halt zu gut, ich kann sie nichtmal in einer SMS anlügen, am Telefon oder in echt erst recht nicht. Sie merkt immer wie es mir geht, auch wenn ich versuche es zu überspielen ;)
 
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