Danke für deine ehrlichen Antworten.
Ehrlich, ich kenne das, spüre es tagtäglich selbst, wie es ist, wenn Kopf und Bauch zwei Sprachen sprechen. Meine mich seit der Kindheit begleitenden sozialen Ängste habe ich größtenteils überwunden, doch (wie soll ich es beschreiben?) der "Mechanismus" läuft noch genauso ab wie früher. Seit JAHREN. Soll heißen, ich habe seit ich vor fünf Wochen wieder den Weg zum Abi aufgenommen habe, tagtäglich (und nachts) Durchfall vor Aufregung. Dabei sagt mir mein Kopf: Hör auf, ich habe gar keine Angst mehr!
Ich denke aber, dass mein Bauch das
lernen wird. Durch Erfahrung. Immer wieder erleben, dass nichts Schlimmes passiert; da hilft keine Theorie, nur Praxis - und ich hasse es. Aber anders geht es nicht.
So weit warst du auch schon. Du hast nur momentan keine Kraft - was nach diesem schweren Weg total verständlich ist! Aber gib bitte, dir zuliebe, nicht auf.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich beitragen, dass sowohl die stationäre als auch die ambulante Therapie Vor- und Nachteile hatten. Alles hat seine Zeit; die stationäre war in meiner Akutphase genau richtig für mich. Ich befand mich unter einer "Käseglocke", die mich von der Umwelt abschirmte, mich komplett neu aufbaute. Danach kam ich in die Tagesklinik, die mich langsam wieder auf die "Wirklichkeit" vorbereitete. Ich fand diesen Zwischenschritt ziemlich hilfreich, da ich wohl gleich wieder untergegangen wäre, wenn ich sofort wieder auf mich allein gestellt gewesen wäre. Dann begann meine ambulante Therapie, die ich jetzt noch weiterführe. Dort kann ich vieles für mich klären, Alltagssituationen durchsprechen, die mich überfordern und auch mal einfach nur quatschen/heulen. Dabei ist es verdammt wichtig, die/den passende

Psychologin/-en zu finden - ich habe meine nach zehn Jahren jetzt endlich gefunden...
Dir würde ich, mal frei heraus, dazu raten, entweder eine weitere stationäre oder zumindest eine teilstationäre (also tagesklinische) Behandlung anzustreben. Vielleicht findest du auch letzteres angenehmer, man ist da meist von 8-16 Uhr eingebunden, ist quasi wie ein Arbeitstag. Vielleicht brauchst du die besagte Käseglocke aber auch noch... Man bekommt ja meist ein Beratungsgespräch bei einem Arzt oder sogar dem Leiter der jeweiligen Klinik, bevor man aufgenommen wird. Ich würde, wofür auch immer du dich dann entscheidest, auch diesen Rat mit einbegreifen. Wenn deine Kraft und momentan auch dein Wille, gesund zu werden, so gebrochen ist, würde ich von einer rein ambulanten Therapie bisher noch abraten...
Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht zu sehr zugeschwallt... Hab nur einfach selbst so viel in der Richtung erlebt, dass ich immer sehr viel dazu zu sagen habe. :?
Ganz,
ganz,
ganz viel Kraft für dich, Laura!
Grüße, Sarah