Hallo Ixi,
zuerst mal, an welche Araart hattest Du denn gedacht ? Es gibt ja auch kleine Arten, z.B. den Hahns Zwergara, der wahrscheinlich von allen Arten noch am ehesten in einer Wohnung einigermaßen tiergerecht gehalten werden kann.
Aras dürfen als Vertreter der Papageienvögel niemals einzeln gehalten werden, sondern immer nur gegengeschlechtlich, also Hahn und Henne. Die großen Arten sind nichts für die Wohnungshaltung,die brauchen eine riesige Außenvoliere von mehreren Metern Breite und Tiefe,in der sie wirklich fliegen können plus ein isoliertes, beheizbares und großes Schutzhaus mit Wasseranschluss, Stromanschluss etc.
Aber auch die kleineren Arten sind in der Wohnung nicht einfach zu halten, da sie aus Südamerika stammen, ist eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit zwingend notwendig für ihre Gesundheit -d.h., man muss Geräte anschaffen , die diese Luftfeuchtigkeit gewährleisten. Eine wirklich große Voliere ist ebenfalls zwingend nötig , groß heißt hierbei eine Länge von mindestens 2 Metern und eine Tiefe von mindestens 1 m bei der kleinsten Art -oder ein eigens nur für sie eingerichtetes Vogelzimmer. Man kann die Vögel nämlich nicht ständig und unbeaufsichtigt frei in einem normalen Wohnraum fliegen lassen, sie haben einen sehr starken Nagetrieb , zerstören also viel und können sich auch selbst in große Gefahr bringen.
Zudem solltest Du auch die Lärmentwicklung bedenken, halten Deine Nachbarn und auch Du selbst das aus ? Gerade bei den Großen muss unbedingt vorher mit allen Nachbarn gesprochen werden,oft gibt es selbst dann hinterher noch Ärger.
Arahaltung ist eigentlich nur etwas für wirkliche Spezialisten, die die Zeit, den Platz und die finanziellen Mittel dafür haben -allen " normalen" Vogelhaltern ,so wie ich auch einer bin, würde ich viel eher die kleineren Papageienarten wie Wellen,- Nymphen -oder andere kleinere Sittiche, Sperlingspapageien oder auch Agaporniden empfehlen -je nachdem,wie lärmempfindlich man ist und wie lärmempfindlich die Nachbarn sind, denn wirklich leise sind auch die Kleinsten nicht.
Theoretisch alles richtig, praktisch teilweise falsch.
Ich halte seit fast 30 Jahren Gelbbrustaras.
Was richtig ist: Niemals einen alleine, da bin ich völlig bei Ixi. Gegengeschlechtlich ist kein Muss, zwar gut und nett, es kommt aber auch oft vor, dass sich zwei gleichgeschlechtliche Vögel prima verstehen.
Den Käfig (nicht zu klein, das ist richtig, aber ich halte meine beiden in einem Käfig 90 x 70 x 180 cm) kann man kompensieren, in dem man die Vögel immer raus lässt, sobald man zuhause ist - und man sollte eben genug Zeit für die Vögel haben, denn viele bauen eine sehr persönliche Beziehung zum Herrchen auf. Und es gibt welche, die Männer bevorzugen und welche, die Frauen bevorzugen, warum auch immer.
Meine Aras sitzen täglich mehrere Stunden bei mir, mit dem Ergebnis, dass ich natürlich mittlerweile entsprechende Papgeienkleidung habe (die neuen Shirts bleiben im Schrank, Hosen auch, privat sieht das was ich anziehe eher löchrig aus, weil der Schnabel da natürlich gern mal rein zwackt).
Lärm - nein, gar kein Problem, sie schreien nur, wenn ich in die Küche gehe und nicht schnell genug ein Leckerli bringe.
Ernährung - sehr wichtig, da musst Du Dich super schlau machen. Ordentliches Futter (Loroparque Mischung Ara z.B.), genug frisches Obst, gelegentlich auch mal etwas gut druchgebratenes Hühnerfleisch oder Rindermett gekocht, frisches Wasser, Sauberhaltung, Kalk, Grit, Vögel duschen etc.
Und bevor hier die ganzen Theoretiker kommen, die schimpfen, das wäre keine artgerechte Haltung - stimmt. Geb ich zu. Ich will hier auch nicht das Pantanal nachbauen, sondern mit meinen Papageien kuscheln und schmusen und sie lieb haben (und die beiden wollen genau das, was meint ihr, wie traurig die wären, wenn ich die auf einmal artgerecht halten würde). Und zur Info - Coco hab ich mal aus dem Tierheim geholt, da war sie so 10 - 15 Jahre alt, die war bei einem älteren Herrn groß geworden als Kuschelvogel, Elvis hab ich letztes Jahr sozusagen gebraucht gekauft, nachdem Cocos Partner Öle mit rund 75 Jahren an Alterschwäche verstorben ist. Elvis ist jetzt 15 Jahre jung und ist ebenfalls als Handaufzucht bei einem alten Herrn groß geworden (Superkuschelvogel), der ins Pflegeheim kam. Nachdem Coco das Trauerjahr exakt eingehalten hat, ist es übrigens gelungen, dass die beiden Vögel eine neue Beziehung aufgebaut haben und jetzt auch öfters nicht zum kuscheln kommen, weil sie gerade mit sicher selber beschäftigt sind.
Trotzdem sind meine Vögel absolut gesund und glücklich. Sie werden geliebt und lieben meine Frau und mich als Halter. Und Langeweile haben sie auch nicht, weil zu zweit und genug zu spielen und eben tolerante Herrchen und Frauchen.
Tolerant ist wichtig, denn wenn Du sie so hältst wie wir, solltest Du auch einen Fußboden haben, der was ab kann und leicht gereinigt werden kann, weil Dein Wohnzimmer täglich voll geschissen wird. Du auch täglich angekackt wirst (zumindest, bist Du die Vögel so gut kennst, dass Du weißt, dass sie kacken müssen und sie dann auf den Arm lässt, damit sie auf den Boden kacken können). Dein Wohnzimmer wird auch eher nach Hühnerstall aussehen, weil schweinestaubig, weil Federn herum fliegen und Körner herumfliegen - und Du musst auch vieles arasicher machen, weil sie Dir sonst möglicherweise das Mobiliar zerlegen (also für genug Spielzeug sorgen und um die Vögel kümmern, bei uns bleibt alles heile - meistens).
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EDIT (automatische Beitragszusammenführung):
P.S. neben Hahns Zwergara gibt es auch noch den Goldnackenara, der auch nicht viel größer ist als ein Graupapagei und sich auch gut halten lässt - aber auch diese Art nur mindestens zu zweit.