Wurde von einer Freundin gebeten, euch etwas über Skunks auf zu klären. Damit ihr wisst womit ihr es zu tun habt und worüber eigentlich diskutiert wird..
Wegen dem eigentlichen Thema.. es hatte die Größe eines Din A4-Blattes? Also nur der Körper oder incl. Schwanz? Skunks werden in etwa so groß wie Hauskatzen, manche etwas größer, andere kleinen kleiner. Der Körper ist sehr massiv, die Beine wirken bei den meisten kurz. Die meisten Skunks haben weiße Seitenstreifen und einen schwarzen Streifen in der Mitte, aber auch nicht alle. Es gibt Tiere, die fast vollkommen schwarz sind, andere sind fast ganz weiß. Es gibt auch ganz weiße, Albinos, es gibt Farbvarianten in grau, diversen Brauntönen, also von Beige über rotbraun bis dunkelbraun. Auch die Annahme dass es sich um Wildtiere handelt stimmt nur bedingt, man kann sie natürlich nicht mit Hund und Katze vergleichen, die seit Jahrtausenden in Kontakt mit dem Menschen leben, aber Skunks werden aufgrund ihres Fells seit über hundert Jahren in Nordamerika und Kanada gezüchtet. Da die Tiere ein sehr liebes, neugieriges und furchtloses Wesen haben, werden sie meist sehr schnell zahm und so wurden sie schnell zu Haustieren. In Amerika ist die Haltung dieser Tiere jedoch nicht besonders einfach, in vielen Staaten ist sie verboten. Nicht weil die Tiere so selten sind, sondern wegen der Tollwutproblematik. Deswegen ist es streng verboten Tiere der Natur zu entnehmen und deswegen werden sie eben auch seit Jahrzehnten gezüchtet. Meist auch auf Farbe, da in vielen Staaten nur schwarz-weiße Tiere verboten sind. In Europa gelten Skunks immer noch als richtige Exoten, obwohl das auch nicht ganz stimmt. Sie werden auch schon eine Weile in diversen Pelztierfarmen gezüchtet und von dort stammen auch die meisten Haustiere.
Aber nun zu den Fragen von Amalie
- Sind Skunks Einzelgänger oder nicht?
Jain – schwere Frage, die man mit der Frage kontern könnte, sind Katzen Einzelgänger. In der Natur sind die Tiere den Großteil des Jahres Einzelgänger, im Herbst jedoch überwintern sie in kälteren Regionen in kleineren Gruppen in Höhlen. Als Haustier rate ich meist zur Paar- oder Gruppenhaltung. Das Leben in der Wohnung bietet einfach nicht die Reize, die das Leben in der Natur bietet und so wird es schnell langweilig. Aber das sind nun kein wirklich skunktypischen Fakten, sondern ein allgemeines Tierhaltungsproblem. Zu zweit können die Skunks kuscheln, sich kabbeln, um Futter streiten, rumtoben, mit einander spielen. Es ist eben nicht so langweilig, wenn Mensch mal keine Zeit für sie hat. Andererseits gibt es auch Tiere, die nicht wirklich mit Artgenossen klar kommen, aber die gibt es auch bei anderen Tieren..
- Welche Reviergröße belegen sie?
Das ist unterschiedlich und hängt davon ab, wie das Nahrungsangebot in den Revieren ist bzw. welche Jahreszeit wir haben (Ranz). Grob kann man sagen zwischen 1 und 3 bis 10 km², wobei letzteres für Fähen mit Welpen gilt. Auch wenn man es diesen pummelig und träge wirkenden Tieren nicht zutraut sie sind sehr mobil und deswegen sollten sie auch in der Wohnung /Voliere entsprechend viel Platz haben. Als Mindestgröße werden für Tier/Wildparks 10 m² pro Paar angesetzt, wobei dies aber nicht sonderlich viel ist. Am besten ist es immer noch wenn man sie frei in der Wohnung halten kann und diese entsprechend absichert..
- Was fressen Stinktiere?
Alles, wenn man sie lassen würde. Skunks neigen leider zum Übergewicht und deswegen muss man diesbezüglich vorsichtig sein und darf ihren Betteleien nicht erliegen. Man füttert hauptsächlich Gemüse, dann noch in geringen Mengen Diäthundefutter, also tierisches Eiweiß mit einem geringen Fett- und Proteingehalt. Wobei man ihnen auch Frischfleisch oder Trockenfleisch verfüttern kann. Außerdem werden Insekten gerne gefressen. Ab und zu sollte man ihnen auch Milchprodukte verfüttern, wobei man da auf die Laktose achten muss, aber das sollte klar sein. Als Leckerli eignet sich dann noch Obst..
- Welche Ansprüche stellen Stinktiere an ihre Umweltbedingungen (Temp., LF, Klettermöglichkeiten, Bodengrund usw.)
Keine.. sie haben keine Probleme mit einer ganzjährigen Unterbringung in einer Wohnung oder auch in einer Voliere. Sie sind sehr flexibel, da sie auch in einem großen Gebiet natürlicherweise vorkommen können. Es gibt sie in Kanada, aber auch noch in Mittel- und Südamerika. Man muss nur darauf achten, dass es eben keine extremen Temperaturunterschiede gibt, sich die Tiere also anpassen können. Klettermöglichkeiten benötigen sie auch nicht, da sie eher schwerfällig sind und aufgrund des Körperbaus (dicker Hintern) nicht wirklich zum Klettern geschaffen sind. Dennoch sollte man sie nie unterschätzen, manche können sehr geschickt sein, vor allem junge Tiere. Als Bodengrund benötigt man auch kein Einstreu oder ähnliches. Sie benutzen (in den meisten Fällen) brav ein Katzenklo für ihre Geschäfte, lieben es in Decken eingekuschelt in irgendwelchen Verstecken zu schlafen. Natürlich mögen sie es wenn sie in etwas herum graben können, aber dafür benötigt man kein Einstreu. Also man kann sie so halten wie eine Katze mit Katzenklo und Kuschelecken, aber eben ohne Kratzbaum..
- Beeinträchtigt die Entfernung der Drüse das Wohlbefinden der Tiere?
Ich hab unentdrüste und entdrüste Tiere kennen gelernt und sie unterscheiden sich leider oder zum Glück nicht. Zum Glück weil es dann wirklich ein richtig schwerwiegender Eingriff wäre, der die Tiere eben nachhaltig beeinflussen würde. Dies ist jedoch nicht der Fall. Leider, weil die Tiere nicht wissen oder nicht kapieren dass sie entdrüst sind. Also sie sind genauso draufgängerisch wie vorher auch. Und wenn man bedenkt, dass sie nur einen wirklichen natürlichen Feind haben und zwar Eulen, dann kann man sich vorstellen was das bedeutet. Ein Skunk der mit Klopfen und Schwanzheben Grizzlys und Pumas vertreiben kann hat doch keine Angst vor einem Hund. Und das kann leider böse enden, da europäische Hunde keine Ahnung haben, dass von einem Skunk normalerweise eine Gefahr ausgeht. Und so kann es zu schlimmen Unfällen kommen. Also wenn man ein entdrüstes Tier bei sich aufnimmt muss man wissen, dass man ein Tier hat, dass sich für Supermann hält, aber leider keiner mehr ist..
- Beeinträchtigt die Entfernung der Drüse den Hormonspiegel der Tiere?
Die Stinkdrüse dient einzig und alleine der Verteidigung. Also entdrüste Skunks haben keine Probleme im Zusammenleben mit unentdrüsten. Sie werden als Fähen und Rüden erkannt und vermehren sich ohne Probleme – das ist ja ein Problem wenn Frettchen entdrüst werden. Ich hab bisher noch nie etwas entsprechendes gehört oder gelesen, aber ich muss zugeben, dass ich nicht alles darüber weiß, da ich nicht Tiermedizin studiert habe und Skunks an sich teilweise noch ein Rätsel sind, z.B. die genaue Zusammensetzung ihrer Stinkflüssigkeit
- Hat die Entfernung der Drüse Auswirkungen auf das Sozialverhalten der Tiere?
Nein, die Stinkflüssigkeit ist eine Waffe. Die Drüse ist hoch entwickelt und dient nur der Verteidigung und zwar auch nicht jeder, Skunks haben immer noch Zähne und können kleinere Konflikte mit diesen lösen. In erster Linie wird also gedroht und wenn der potentielle Feind dann immer noch nicht aufgibt und das Tier keine Alternative (Flucht) hat, dann wird die Drüse eingesetzt. Würden die Tiere mit Hilfe der Drüse kommunizieren (diese Gerüchte gibt es) wäre es ziemlich problematisch, wenn doch ein Feind auftauchen würde. Also diese Waffe muss immer einsatzbereit sein und deswegen dient sie nur der äußersten Verteidigung. Ich kenne auch keinen Fall indem Skunks gegen sich selbst die Waffe eingesetzt haben. Aber ich hatte noch nie das Vergnügen mit zwei unetdrüsten erwachsenen Tieren, die sich nicht mögen. Eine Gruppenhaltung von unentdrüsten und entdrüsten Tieren ohne stinkende Konflikte ist möglich..
- Haben Stinktiere ein Sozialverhalten?
Gibt es Tiere ohne Sozialverhalten ;-) Was möchtest du denn genau wissen..
Ansonsten dürft ihr mich gerne weiter fragen, wenn euch noch irgendetwas bedrücken sollte.
Liebe Grüße,
Iris