Wettlauf mit der Zeit im japanischen AKW Fukushima
In dem schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 kämpfen die Techniker gegen die Zeit: Experten warnten vor einer massiven Verstrahlung, sollte es in den nächsten 48 Stunden nicht gelingen, das Wasserniveau im Abklingbecken von Reaktor 4 zu heben.
Um eine Kernschmelze mit womöglich katastrophalen Folgen zu verhindern, sollten nun auch Wasserwerfer zum Einsatz kommen. Es drohe ein "sehr bedeutender" Austritt von Radioaktivität, sollte es nicht binnen zwei Tagen gelingen, das Wasserniveau in dem Becken für gebrauchte Brennstäbe anzuheben, warnte das französische Institut für Atomsicherheit IRSN. Da sich die Brennstäbe in dem Abklingbecken dann "quasi an der freien Luft" befänden, würde die Strahlung so hoch sein, dass jeder weitere Einsatz in der Anlage unmöglich würde.
Nach Einschätzung der französischen Atomaufsicht könnten sich die Brennstäbe selbst entzünden, sollte das Wasser in dem Abklingbecken weiter sinken. Zuletzt war der Wasserstand so weit gefallen, dass die Kühlung der Brennstäbe gefährdet war. [...]
Am Mittwochmorgen (Ortszeit) verließen die 50 Techniker, die mit allen Mitteln die Kernschmelze zu verhindern suchen, vorübergehend die Atomanlage, da ein starker Anstieg der Strahlung gemeldet worden war. Als sich diese Meldung als falsch herausgestellt habe, seien die Arbeiter nach 45 Minuten wieder zurückgekehrt, teilte die Betreiberfirma Tepco mit. Regierungssprecher Yukio Edano sagte, die Strahlung vor Ort schwanke stark, bleibe aber auf einem gesundheitsgefährdenden Niveau.
Die Serie der schweren Unfälle in der Atomanlage Fukushima 1, 250 Kilometer nördlich von Tokio gelegen, riss auch fünf Tage nach dem Beben nicht ab. Am Mittwoch ereignete sich im Gebäude von Reaktor 3 erneut eine Explosion. Dabei könnte nach Angaben Edanos der Reaktor beschädigt worden sein.
In dem Reaktorgebäude hatte sich bereits am Montag eine Explosion ereignet, welche die äußere Hülle beschädigt hatte. Nach Angaben der Behörde für Atomsicherheit, sind vermutlich 70 Prozent der Brennstäbe in Reaktor 1 sowie 30 Prozent der Brennstäbe in Reaktor 2 beschädigt. Tepco erwäge den Einsatz von Borsäure, um eine Kernschmelze zu verhindern. [...]
Quelle:
http://web.de/magazine/nachrichten/...it-der-zeit-im-japanischen-akw-fukushima.html