Ich habe mich mal umgesehen und es gibt durchaus Studien zu dem Thema, allerdings beschäftigen die sich mit Labor- und Zuchtkaninchen (also für die Nahrung gedachten Tieren). Da wurde untersucht, ob die weniger Entzündungsparameter etc . im Blut haben, wenn sie in kleinen Gruppen in einem Käfig sitzen und welche Überraschung, es war so. Forschungen zu Heimtieren gibt es aber nicht und man kann die Ergebnisse nicht einfach übertragen, da Labor- und Nahrungstiere ja kaum Kontakt zu Menschen haben und eben nicht gestreichelt und lieb umsorgt werden; die haben ansonsten keinen zum Hinterherhoppeln. Denn hier ging es weniger um den sozialen Aspekt, sondern darum, dass die Tiere allein im Käfig unterfordert waren, also Langeweile.
Es gibt aber keine Beweise dafür, dass ein in der Wohnung gehaltenes Tier, dass viel Kontakt zu Menschen hat, in jedem Fall einen Artgenossen braucht. Das ist zudem ein Standpunkt den man durchaus auch auf Seiten von Tierheimen oder anderen Einrichtungen lesen kann. So eindeutig ist die öffentliche Meinung dazu nicht. Und Bilder von kuschelnden Kaninchen werte ich nicht als Beweis, da kann man auch Bilder machen, wie das Kaninchen mit seinem Halter kuschelt.
Hunde verstehen keine Sprache, sie kombinieren nur einen Wortlaut mit einer Handlung und wissen dann, dass wenn sie einen bestimmten Begriff hören, sie sich z.B. hinsetzen müssen, um ein Leckerli zu bekommen. Deswegen wissen sie aber nicht, was das Wort an für sich bedeutet. Das ist einfach nur Konditionierung und dafür muss das Tier nicht sonderlich intelligent sein, das klappt fast automatisch und erfordert nur, dass das Gehör fein genug ist, um die Begriffe zu unterscheiden und das Tier sich diese Begriffe halbwegs merken kann. Merkfähigkeit hat nichts mit Intelligenz zu tun.
wenn ich mir tiere anschaffe, sollte ich mich auf deren bedürfnisse einstellen und ihnen nicht meine bedürfnisse aufzwingen. und wer damit überfordert ist, sollte sich keine tiere anschaffen!
Ich finde aber nunmal, dass die Bedürfnisse des Menschen wichtiger sind als die eines Tieres. Mir wäre es zu viel gewesen, zwei Tiere zu haben, besonders weil so ein Tier ja auch Zeit und Mühe kostet; die saugfähigen Unterlagen, die ich als Pinkelecke ausgelegt hatte (es gab ja keine Käfighaltung, sondern er hoppelte frei durch die Wohnung), wären dann doppelt so schnell voll gewesen und hätten doppelt so häufig gewechselt werden müssen, ich hätte doppelt so viel Futter pflücken müssen, was die doppelte Zeit gekostet hätte und schließlich macht so ein Tier ja auch mal was kaputt und bei zweien ist es entsprechend mehr. Außerdem war ich ganz froh darüber, dass er einen eher ruhigen Charakter hatte und nicht meine Einrichtung demoliert hat, wer weiß wie das bei zwei Kaninchen gewesen wäre.
Wenn sie sich dann auch noch angefangen hätten, zu streiten, so dass ich sie hätte trennen müssen – dafür gab es gar nicht die räumlichen Möglichkeiten. Dieses Theater mit Kaninchen, die sich nicht verstehen, trennen und wieder einen neuen Partner „ausprobieren“ oder die komplizierte Vergesellschaftung. Das wollte ich mir alles nicht antun, das hätte die Freude, die mir die Gesellschaft des Tieres brachte, wieder zunichte gemacht.
Und wenn man die Haltung von Heimtieren mal mit denen vergleicht, die zu Nahrungszwecken gezüchtet werden, dann haben die Haustiere doch nun wirklich kein schlechtes Leben. Mag sein, dass mein Kaninchen früher sich auch mal einsam gefühlt haben mag – insofern es so etwas überhaupt empfinden konnte – aber meine Güte, deswegen wird es nicht seinen Selbstmord geplant haben. Jeder erlebt am Tag auch mal was Schlechtes, das gehört zum leben dazu, dafür hatte es keine anderen Sorgen.
Außerdem muss ich mich nicht nach dem richten, was in der Schweiz verboten ist; wie wollen die das denn bitte kontrollieren? Gibt’s da unangemeldete Besuche bei den Haltern?
Was Ihr hier fordert – dass Kaninchen nie allein gehalten werden – ist etwas, das auch irgendwo an der Realität vorbeigeht. Es ist nicht unüblich, Kaninchen allein zu halten, das machen Züchter, das machen Privatpersonen und das klassische Kaninchen im Kinderzimmer lebt auch meist ohne Zweittier. Das wird auch immer so sein, weil die Menschen ihre Bedürfnisse höher achten als die der Tiere; man schafft sich ein Haustier an, weil man etwas davon haben will und man möchte sich nicht mehr Aufwand bereiten als man zurückbekommt.