Hallo.
auch wenn ich hier evtl gleich gesteinigt werde

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Zu Deiner Frage wegem dem Labbimix. Wir haben nun seit 8 Monaten einen Labbradoodle (Labrador-Puddel), Vater Australienlabradoodle und Mutter Labradoodle. Er ist nun 11 Monate und ich muss sagen ich hatte noch nie einen so "anspruchslosen" Hund. Das heißt aber nicht das man mit ihm nichts machen muss.
Aber nachdem ich nun den Thread verfolgt habe denke ich könnte so eine Mischung was für Euch sein. Unser Merte (so heißt er) ist ein medium, heißt er ist auch nicht sonderlich groß, genau richtig für die Wohnung/Haus. Er ist nun 50cm und hat ein Gewicht von 17kg. Bellen ist eine häußerst seltene Sache bei ihm, so ca 3-5 mal die Woche. Er war sehr schnell sauber (keine 3 Tage) und in der Nacht musste er nur die ersten 6 Tage raus, danach schlief er von ca 20Uhr bis 6Uhr. Er mag Kopfarbeit, ist für jeden Schabernack den mein Sohnemann sich ausdenkt zu haben, er spielt gerne (mit allem möglichen), ist sehr gelehrig, bleibt problemlos alleine (das schon mit 4 Monaten bis zu 5 Std wenn es mal nicht anders ging), man kann ihn überall mithinnehmen (wurde aber auch von Anfang an gemacht)...und und und. Allerdings bin ich auch jeden Tag mit ihm am üben. Wir üben die Grundkommandos, Kunststück, aportieren etc.
Du schreibst ihr habt ca 3x30 min am Tag um mit ihm zu laufen, am Abend evtl auch eine Std. Das laufen allein ist nicht das was wichtig ist, viel wichtiger bei jeder Hunderasse ist das auch Kopfarbeit gemacht wird. Gassi gehen machen wir mit unserem Hund an manchen Tagen nichtmal 3x30 min, dann gibt es wieder Tage da sind wir viel länger (bis zum ganzen Tag, mit Pausen natürlich) unterwegs. Derzeit bin ich Fußlahm und auf Hilfsbeinen unterwegs, da kann nur mein Partner am Morgen kurz mit ihm gehen und am Abend nochmal (aber da ist es noch bzw schon wieder dunkel). Am Nachmittag fordert mich nach dem Kiga unser Sohnemann. Daher mache ich am Morgen viel mit Merte, im Garten (ich sitze warm eingepackt auf einem Stuhl) apportieren festigen, Dinge (welche am Morgen versteckt wurden) suchen. Im Haus bringe ich ihm Kunststücke bei, zb rollen auf Kommando, "tanzen", Schuhe bringen etc. Wir beschäftigen uns also etwa 3-5 Std mit dem Hund, iim Schnitt kommen wir auf knapp 30 Std Beschäftigung (davon ca 4 Std auf dem Hundeplatz) in der Woche plus kuscheln

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Würde ich derzeit mehr als 50% die Woche arbeiten (ich bin glücklicherweise aber noch zu Hause da Krümel erst in Kiga kam) hätten wir uns kein Hund geholt. Ein erwachsener Hund aus dem Tierheim kam für uns wegen Kind nicht in Frage, wenn unser Sohnemann groß ist ist das was anderes aber nicht mit Kleinkind, da möchte ich zu 100% (und das wissen die Tierheimbetreiber auch nicht) wissen was der Hund erlebt hat.
Ein junger Hund braucht öfter am Tag "kurze" Lerneinheiten und Beschäftigung, das solltet Ihr bei Eurer Wahl nach dem geeigneten Hund bedenken. Ein älterer Hund (würde sagen je nach Rasse ab 3-5 Jahren) ist auch mit eins bis zwei langen Einheiten zufrieden.
Das ein Welpe das erste halbe Jahr nicht allein bleiben sollte ist Quatsch. Ich habe alle meine Welpen schrittweise (anfangs nur in einem anderen Zimmer und nur kurz) ab dem 2. Tag daran gewöhnt allein zu bleiben. Alle meine Welpen die ich hatte sind ab ca 4,5 Monaten ohne Probleme allein daheim geblieben bis zu 3 Std (in Notfällen auch mal bis zu 5 Std). Was die Sauberkeit anbelangt hatte ich alle meine Welpen bis zur 16. Woche sauber so das kein Mallheur in der WHG/Haus mehr passierte.
Bis der Hund ausgewachsen ist sollte er keine Ausdauersportarten (joggen, radfahren etc) mitmachen. Und dann muss man den Hund auch langsam und schrittweise daran gewöhnen.
Zu Jack-Russel (erwachsen) aus dem Tierheim kann ich nur sagen es ist ein schwieriges Thema und nicht unbedingt für einen Hundeanfänger geeignet. Generell muss man aufpassen als Anfänger das man (passiert leider in manchen Tierheimen immer wieder) im Tierheim nicht falsch beraten wird und sich dann ein "schwierigen" Hund heim holt. Es muss immer bedacht werden die Hunde im Tierheim haben alle eine Vorgeschichte und man kann es im Grunde damit vergleichen das man ein Kind aus schlechten Verhältnissen aufnimmt. Ich kenne einige Tierheime da kann man als Interessent erst mehrmals den Hund zum Gassi gehen mitnehmen. Hat man das dann ein paar mal gemacht (ich würde es ca 10mal machen) hat man den Hund schon ein Stück weit kennen gelernt. Aber auch bei einem erwachsenen Hund sollte in der ersten Zeit jemand daheim sein damit er sich an die neue Umgebung und Euch gewöhnen kann. Egal ob Welpe oder Hund aus dem Tierheim, beim allein sein mit kleinen Schritten beginnen dafür solltet Ihr in etwa 6-8 Wochen einplanen. Zur Not muss jeder 3 Wochen Urlaub nehmen, 6 Wochen sollte das minimum sein in dem der Hund sein zu Hause kennen lernt und seine Umgebung. Die Zeit ist auch wichtig damit der Hund eine Bindung zu Euch aufbauen kann.
Gibt es bei Euch in der Nähe vielleicht eine Hundeschule, diese machen auch oft Beratungen vor dem Hundekauf.
Ich wünsche Euch viel Glück für Eure Entscheidung und das Ihr den passenden vierbeiner für Euch findet.