Hallo
auch ich muss den anderen in den meisten Punkten zustimmen. Gerade von der Wohnungssuche mit Frettchen kann ich ein Lied singen, denn ich bin derzeit auf Wohnungssuche und ohne Frettchen wäre das wohl schon erledigt. Mein Problem sind weniger die Vermieter, sondern eher der Platz :? Irgendwo muss ich sie ja unterbringen und ohne Frettchen würde eine kleinere Wohnung ausreichen
Jetzt mal zu den anderen Punkten: Ja es stimmt, Frettchen sind absolut tolle Tiere und ich würde meine nie wieder hergeben. Es ist einfach toll, wie sie miteinander spielen, ihre "Verpeiltheit", wie sie miteinander kuscheln und total verdreht daliegen. Wenn sie alles anspringen, was sich bewegt und manchmal tollpatschig sind wie kleine Welpen
Aber sie bedeuten auch viel Arbeit. Sie werden in vielen Fällen fast ganz stubenrein, aber da steckt Arbeit und Konsequenz dahinter. Meine haben auch immer mal wieder Phasen, in denen sie zu vergessen scheinen, wofür die Kisterl da sind. Das kann schon ziemlich an die Nerven gehen. V.a. wenn man anderweitig auch noch Stress hat (Schule, Freunde,...)
Sie können auch nachtragend sein, wenn du mal weniger Zeit für sie hast oder ihnen etwas anderes nicht passt (Stichwort: Protesthaufen), da ignorieren sie auch gern mal den Sinn des Klos und machen irgendwo hin. Meine haben sogar schonmal auf meine Couch gemacht - das ist sicher eher eine Ausnahme (und kam auch nur ein einziges Mal vor), aber es kann passieren. Sie bunkern ihr Futter - das ist besonders nett, wenn es plötzlich irgendwo zu stinken beginnt und du nur so ihren neuen Bunkerplatz findest. Sie lassen sich nicht erziehen. Auch wenn du sie 1000 Mal vom Tisch runtersetzt, werden sie beim nächsten Mal einfach wieder raufklettern und das Glas, dass nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht wurde, runterschmeißen oder irgendwas vom Tisch klauen, dass du dann zB unter der Couch wieder vorholen darfst
Im Garten Auslauf geht natürlich nur, wenn dieser gesichert ist. Im Sommer (ab 30°C besteht Hitzeschock- und damit Lebensgefahr) wenn dann nur abends und im Winter nicht zu lang, da Wohnungsfrettchen natürlich nicht so einen Winterspeck und - pelz bekommen. Wenn der Garten nicht gesichert ist (in alle Richtungen, Frettchen können gut graben und sind sehr gute Kletterer), dann geht es nur mit Geschirr und Leine und das ersetzt keinen Auslauf, da dadurch natürlich ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird.
Ich kann dich schon gut verstehen, ich war nicht viel älter, als ich unbedingt Frettchen wollte und bekam sie dann mit fast 16. Und auch wenn ich sie über alles liebe und nie hergeben würde (und die Entscheidung auch nie bereut habe, ich würde mir sofort wieder welche nehmen), schränken sie einen doch auch ein. Ich kann nicht mal spontan über nacht wo anders bleiben, selbst einfach mal mehrere Stunden fortgehen ist schwer (außer arbeiten, das ist ja eingeplant), weil eines meiner Frettchen 3x täglich Medikamente braucht (was natürlich auch ins Geld geht).
Ich finds ja toll, dass du dich schon ein bisschen informiert hast und vielleicht sind Frettchen für dich ja wirklich tolle Haustiere, aber die sind auch noch toll, wenn du ein wenig älter bist. Bei dir kommt die Zeit mit fortgehen, Party machen und Beziehungen erst - da bleibt natürlich immer weniger Zeit für die Frettchen.
Zu dem Geruch würde ich dir raten, wirklich erstmal Frettchen live anzuschauen. Es gibt Leute, die mögen den Geruch und es gibt Leute, die finden, dass selbst kastrierte Frettchen abartig stinken - das ist nunmal Geschmackssache und deshalb würd ich jetzt nicht vorschnell sagen, dass der Geruch nicht schlimm ist. Schau dir Frettchen an, riech an ihnen, spiel mit ihnen und such dir evtl eine Frettchenhilfe, wo du auch mal mithelfen und so die Zeit zu den eigenen Frettchen überbrücken kannst.
Und lass deinen Eltern Zeit, sich auch damit auseinanderzusetzen, stell vielleicht eine Mappe mit den wichtigsten Infos zusammen und lass deine Eltern selbst lesen. Zeig Verantwortung, indem du ihnen zeigst, dass du das ernst meinst, aber nichts überstürzen willst. Dass diese Entscheidung gut und lange überlegt ist und dass du verantwortungsvoll genug bist, um alleine für die Frettchen zu sorgen. Ungeduld ist da echt fehl am Platz.
Vielleicht bringt das etwas und deine Eltern fahren mit dir mal zu einem Schnupperbesuch. Vielleicht bleiben sie aber auch bei ihrer Meinung und die solltest du dann auch akzeptieren
