Dass sich die Helligkeit der Riesensonne Betelgeuse (sie wird häufig auch als Beteigeuze bezeichnet) seit Oktober 2019 mehr als halbiert hat, stellt Astronomen weltweit vor ein Rätsel.
Betelgeuse bildet die Schulter des Himmelsjägers Orion (Bild unten) und ist der zweithellste Stern dieser Konstellation. Der Riesenstern, der etwa die zwanzigfache Masse und rund den tausendfachen Durchmesser unserer Sonne besitzt, ist von der Erde aus mit bloßem Auge als heller roter Punkt erkennbar.
Im Dezember hatten Forscher um Edward Guinan von der Villanova-Universität in den USA die geringste Helligkeit von Betelgeuse seit den ersten derartigen Messungen vor knapp hundert Jahren gemeldet.
Weil Betelgeuse seinen Vorrat extrem schnell verbrennt, hat der Rote Riese eine vergleichsweise geringe Lebenserwartung: Obwohl er erst etwa acht Millionen Jahre alt ist, wird er bald als Supernova explodieren. Bald bedeutet in astronomischen Maßstäben allerdings irgendwann in den kommenden 100.000 Jahren. Da Beteigeuze nur etwa 600 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, wird diese Supernova am irdischen Himmel Schätzungen zufolge so hell sein wie der Vollmond und auch am Tag sichtbar sein.