- Was gegen einen Goldendoodle spricht... Beitrag #141
Kompassqualle
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Aber ich rede ja von einer tierorientierten Zucht und dabei sind Dinge wie das Alter der Rasse egal, da sie dem einzelnen, aktuell gezüchteten Tier nichts nützen.Naja aber der Mops exestiert bereits lange.
Dazu kommt noch, dass bei vielen Rasssen der Genpool immer enger wird um so länger sie gezüchtet werden. Die Inzucht und Linienzucht (die es zwingend braucht um bei einer Rasse erstmal einen einheitlichen Phänotyp zu etablieren) führt über lange Sicht häufig zu einem genetischen Flaschenhals und damit dazu, dass irgendwann fast alle Individuen einer Rasser träger einer bestimmten, genetischen Erkrankung sind (= rassetypsische Krankheit).
Das eine Rasse lange existiert ist also nicht unbedingt vorteilhaft für das aktuell gezüchtete Exemplar, es ist bestenfalls egal. Deswegen ist das für mich tatsächlich kein wichtiges Argument für eine tierschutzorientierte Zucht.
Wie ich bereits schrieb gibt es das bei den Vereinszuchten aber zumeist auch nicht mehr. Dort wird auch überwiegend Wert darauf gelegt den optischen Standard zu erfüllen.kein sinnvolles Zuchtziel.
Ich halte Zuchtziele ebenfalls für wichtig, nur in meinen Augen sollten das in erster Linie Wesensfestigkeit und Gesundheit sein (sowie Eignung zur hauptsächlichen Verwendung – und das ist heute überwiegend 'Begleithund' – also ein gemäßigtes Temperament).
Natürlich ist auch der Käufer in der Pflicht, das sehe ich auch so. Allerdings glaube ich es sind die wenigsten Käufer die gezielt nach einem optisch besonders extremen Hund suchen. Die Käufer sind eher naiv und zu wenig informiert, wissen gar nicht dass ein Hund mit solch extremem Körperbau oft krank ist.Die Züchter haben ganz klar eine Teilschuld, aber es wurde gezüchtet was verlangt wurde....was der Käufer haben wollte. […] würde man da konsquent keinen Hund dieser Rasse mehr holen, stirbt sie aus....letztendlich ist also der Käufer in der Plicht...
Auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass wenn auf den Ausstellungen der Vereine nicht andauernd offensichtlich kranke Tiere zum Champion gewählt werden würden, auch nicht so viele kranke Tiere nachgezüchtet werden würden. Hier mache ich den Vereinen ganz klar einen Vorwurf, da werden wissentlich und offenen Auges Schäferhunde prämiert die aufgrund der Fehlstellung ihrer Hinterbeine nur noch zum Treppchen watscheln können.
Wenn du die Nerven hast schau dir mal die BBC Doku „Pedigree Dogs Exposed“ an, dort geht es zwar um den britschen 'Kennel Club' aber die Paralelen zur Zucht in Deutschland sind ja nicht zu leugnen (den Film findet man auf Youtube).
Genau, 'das der Hund dem Rassestandart entspricht' mit anderen Worten es wird hauptsächlich die Optik (aka „Schönheit“) bewertet. Um tierschutzorientiert zu sein wird für meinen Geschmack viel zu viel Wert auf die Schönheit gelegt. Der Ausschluss von gesunden Tieren nur weil sie z.B. eine Fehlfarbe haben führt zu einer unnötigen Verkleinerung des Genpools, nur aus Gründen menschlicher Schöneitelei. Oder welchen Sinn hat es für das Tier, dass es z.B. keine black&tan Labradore geben darf?Ausstellungen dienen nicht dazu um zu sagen ja mein Hund ist schön (netter Nebeneffekt) sondern dazu um von einer möglichst fachkompetenten Person zu hören das der Hund dem Rassestandart entspricht...und das ist auch nötig sonst braucht man keinen Sandart.
Gesundheituntersuchungen hin- oder her. Man versucht doch schon seit den 80ern HD auszumerzen indem man belastete Hunde von der Zucht ausschließt....und dennoch hat es man es bisher nicht wirklich geschafft das Problem einzudämmen.beim VDH schickt man zb die HD Bilder zu einem bestimmen Gutachter, da das nicht jeder TA kann)
Aus meiner Sicht lässt das zwei Rückschlüsse zu, entweder die ganzen Vorsorgeuntersuchungen werden nur halbherzig ausgeführt und nicht genügend überprüft, so dass doch immer wieder Hunde mit HD in die Zucht gehen (vielleicht weil sie optisch so 'schön' sind?), oder aber (und auch für diese Seite gibt es wissenschaftliche Verfechter) die HD ist keine reine Erbkrankheit und kann daher gar nicht durch die Zucht ausgemerzt werden.
Ich kenne diverse Kostenaufrechnungen in denen dann sogar die Hundedecke und das Gummispielzeug mit in die Zucht eingerechnet wird.warum ist man immer gleich weniger gut wenn man wirtschaftlich denkt
ich finde leider diese Kostenaufrechnung nicht mehr, hatte mal ne richtig gute.
Außerdem, ja ich bin geneigt jemandem der derart 'wirtschaftlich' denkt zu unterstellen, dass das Wohl des Hundes dann im Ernstfall auch hinter den wirtschaftlichen Aspekten zurücksteht.
Genau das ist ja aber auch der Vorwurf der an die Hybridzüchter gestellt wird 'die wollen doch nur Geld', warum glaubt man da so einfach alle über einen Kamm scheren zu können, während man auf die Rassezüchter nichts kommen lässt.
Ich sage es nochmal: geldgierige Menschen die nur am eigenen Profit interessiert sind gibt es sicher zur genüge auf beiden Seiten. Alleine die Zugehörigkeit zu einem Verband macht doch noch lange keinen Gutmenschen.
wenn es das Zuchtziel ist einen krankheitsbehafteten Zuchtstandart zu erfüllen.
Und wer legt die Standarte aus? Genau, die Ringrichter in den Vereinen. Natürlich möchte jeder Züchter eine besonders gute Benotung der Ringrichter (man muss überlegen wie viel Geld da drin steckt, wer einen prämierten Rüden hat, kann über die Decktaxen wirklich schöne Summen machen). Also werden doch die Züchter sich bemühen die „Geschmäcker“ der Ringrichter zu erfüllen. Egal wie pervertiert die zum Teil bei einigen Rassen mittlerweile sein mögen.Das is nie das Ziel...wie gesagt es ist eine Frage der Auslegung des Standarts.
Das habe ich auch nicht gesagt, aber der VDH ist der Verein der am meisten Möpse 'produziert' und ich persönlich kenne genügend extrem kranke VDH Möpse (und noch mehr kranke VDH Bullies). Was diese Rassen angeht ist der VDH aus meiner Sicht nun wirklich eine schlechte Anlaufstelle um sich ein Tier anzuschaffen. Natürlich sind auch nicht alle Dissidenzvereine vertrauenswürdig, aber der ein oder andere gibt sich doch schon Mühe im Sinne der Tiere zu züchten.Nicht nur der VDH Mops ist krank.
Das ist die beste Frage von allen, denn es gibt doch sehr viel zu beachten (auch Dinge für die mir sicher im Endeffekt das Fachwissen fehlt).Was ist den eine gute rein tierschutzinteressierte Zcuht für dich?? Magst das mal erklären?
Aber ich würde mir im Allgemeinen wünschen, das die optischen Standarts weit (weit!) hinter denen für Gesundheit und Wesensfestigkeit zurückstehen.
Optische Extreme die zu Problemen führen könnten sollten grundsätzlich aus der Zucht ausgeschlossen werden. Ebenso sollte die In- und Linienzucht strenger verboten werden (was aber natürlich über kurz oder lang wahrscheinlich dazu führt, dass nicht mehr alle Tiere einer Rasse gleich aussehen, also man früher oder später an der Optik nicht mehr sofort die Rassezugehörigkeit erkennen könnte - den Tieren wäre das natürlich egal, den meisten Menschen wahrscheinlich nicht).