Selbstzweck halte ich für einen sehr schlechten Grund zur Zuchtaufnahme.
Wieso Selbstzweck? Natürlich will man die Rasse die man liebt erhalten...
Eine Rasse wird in erster Linie gezüchtet weil eine Nachfrage da ist. Rassen die sehr wenig nachgefragt werden werden wenig gezüchtet (sterben auch irgendwann aus), Rassen die häufig nachgefragt werden, werden dafür sehr oft gezüchtet.
„Rasseerhalt“ sehe ich des weiteren auch als wirklich keine Grundidee der großen Vereine, denn die rund 250 Rassen welche z.B. der VDH führt sind doch recht willkürlich ausgewählt.
Der VDH ist der Dachverband,der Vorschriften etc regelt für die Rassevereine die Arbeiten zum Rasseerhalt leisten die jeweiligen Rassevereine...die sorgen für den Rasseerhalt
Es sind eben die Rassen die hier in Deutschland eine hohe Nachfrage haben.
Neue Rassen werden aufgenommen wenn sie sehr viel gefragt werden (Australien Shepherd) andere (sehr alte) Rassen völlig ignoriert weil sie hierzulande nicht populär sind.
Na zum Glück wie schon mal geschrieben warum muss man alles halten? Was soll ein Katalanischer Bärenhund in einer Familie? Der Dissverband ür Aussies ist übrigens einer der Vereine, der gut mit einem VDH angeschlossenem Verein mithalten kann....
Im Grunde ist es aber nicht verwerflich, dass Rassen entsprechend der Nachfrage gezüchtet werden, denn sonst gäbe es wirklich unzählige Hunde mehr die in den Tierheimen sitzen würde weil sie niemand haben will.
Die Nachfrage nach den Doodles scheint übrigens ebenfalls da zu sein, was wiederum dazu führt, dass sie gezüchtet werden.
Der Geschmack der Leute hat was das angeht auch noch nie viel Rücksicht auf die Gesundheit genommen, sonst gäbe es all die brachyzephalen Rassen z.B. schon längst nicht mehr (oder den Schäfer mit abfallendem Rücken....usw).
Gezüchtet wird, was gefällt. Das betrifft den Mops genau so wie die Doodles.
In meinen Augen hat keiner der Beiden mehr Lebensberechtigung als der andere.
Naja aber der Mops exestiert bereits lange...warum verstehst du nicht was genau mein Anliegen ist? Mein Problem mit diesem Gedoodle ist, dass diese Rasse nue erfunden wurde und das ohne ersichtlichen Grund...es gibt keinen Verbesserungsgrund, kein sinnvolles Zuchtziel....wozu also. Hier werden munter alle Neuzüchtungen mit alten, lange bestehenden Rassen in einen Topf geworfen...das hinkt einfach
Und zum Mops bzw allen "Qualzuchen": Die Züchter haben ganz klar eine Teilschuld, aber es wurde gezüchtet was verlangt wurde....was der Käufer haben wollte...nämlich immer niedlicher, extremer, größer, weiter....das wollten die Käufer. Die Züchter, die weiterhin mehr Wert auf Gesundheit gelegt haben wurden nämlich ihre Hunde nicht mehr los, schränken ein, hören auf mit dr Zucht...ein Teufelskreis den dadruch haben die anderen Züchter mehr Raum und der Käufer, der nicht nach diesem Kindchenschema sucht, sucht vergeblich....würde man da konsquent keinen Hund dieser Rasse mehr holen, stirbt sie aus....letztendlich ist also der Käufer in der Plicht...
Aber es ist natürlich wahnsinnig anstrengend verschiedene Züchter zu besuchen, Stammbäume zu wälzen und sich zu informieren! Da nimmt man lieber das nächstbeste und klag über den bösen VDH und die böse Rassehundezucht :roll:
Hier mal alle Kostenpunkte die auch auf einen Doodlezüchter zukommen würden geschwärzt:
Zwingerschutz: 60€
Und is Geld oder?
Ausstellungen : Dienen auch beim VDH nur dazu, dass jemand beurteilt ob der Hund schön genug ist.
Eieiei...informier dich bitte...Ausstellungen dienen nicht dazu um zu sagen ja mein Hund ist schön (netter Nebeneffekt) sondern dazu um von einer möglichst fachkompetenten Person zu hören das der Hund dem Rassestandart entspricht...und das ist auch nötig sonst braucht man keinen Sandart. Man braucht meist mind. 3x SG um die Zuchttauglichkeit zu erlangen...ist immer ein wenig unterschiedlich
Wurfabnahme: Ich weiß die genauen Preise nicht, aber ein Vermögen ist es nicht
Zuchtwart will auch bezahlt werden....im Internet finde ich Preise von 100 bis 700€....ist auch Geld oder nicht?
Die Ausgabekosten dürften also für den Doodlezüchter auch nicht wesentlich niedriger sein (zumindest nicht, wenn er sich Mühe gibt).
Doch, allein weil es meines Wissens keinen Verein gibt, der sich kümmert...kein Zwingerschutz, keine richtigen Voruntersuchungen (beim VDH schickt man zb die HD Bilder zu einem bestimmen Gutachter, da das nicht jeder TA kann)....wer macht da die Wurfabnahme?...
Wer im übrigen aber sogar den Kaufpreis seiner Zuchthündin mit dem Verkauf der Welpen reinholen will hat meiner Meinung nach den Pfad des Idealismuss ohnehin schon längst verlassen.
So viel Leidenschaft für Hunde sollte man schon haben, dass man den Kaufpreis des eigenen Hundes, der bei einem im Haushalt lebt, nicht auch noch wirtschaftlich aufrechnen will.
Warum? Einfache wirtschaft....warum ist man immer gleich weniger gut wenn man wirtschaftlich denkt...so eine Zuchthündin kostet doch auch...Aufzucht, Untersuchungen, Fahrten zur Ausstellungen....deshalb hat man sie doch nicht weniger gern:shock:
Natürlich verdienen die meisten Züchter also im Idealfall eine schöne Stange Geld an der Zucht, wenn sie sich bemühen es im Sinne der Tiere zu tun und die späteren Besitzer zufrieden sind mit einem wesensfesten, gesunden Hund sehe ich allerdings auch kein Problem darin.
LOL ne schöne Stange Geld ist was anderes....ich finde leider diese Kostenaufrechnung nicht mehr, hatte mal ne richtig gute. Ja dein zweiter Teil des Satzes sagt es doch schon, was ist das Problem daran....sie opfern Geld, Freizeit und Nerven, damit ich ein vollwertiges gesundes Familienmitglied bekomme...das entlohne ich gerne....und ich finde es schade das man darüber soviel diskutieren muss
Ein Zuchtziel ist zwar theoretisch eine gute Sache, aber leider aus tierschutzrechtlicher Sicht nicht viel Wert wenn es das Zuchtziel ist einen krankheitsbehafteten Zuchtstandart zu erfüllen.
Das is nie das Ziel...wie gesagt es ist eine Frage der Auslegung des Standarts...der Standart an sich ist völlig in Ordnung
Das ist natürlich bei vielen Rassen nicht der Fall, aber eben doch bei einer ganzen Hand voll und ja, ich bin der Meinung, dass der VDH sich den Mops-Vorwurf wieder und wieder gefallen lassen muss
Kleiner Mops Exkurs:
Zum Mops schrieb ich bereits was...
[VERSTECK]
Ich denke nicht, dass es ohne Einkreuzungen noch möglich ist den Mops zu retten, dafür ist er zu sehr verformt worden, der Genpool zu klein. Da zumindest der VDH aber Einkreuzungen verbietet, wäre es wohl im Sinne des Tierschutzes das Beste die Rasse aussterben zu lassen, das wird natürlich nur niemals passieren, solange eine Nachfrage nach eben jenen VDH-Möpsen da ist
Übrigen die kranken Möpse die ich kenne kommen von Dissvereinen....upps
Nicht nur der VDH Mops ist krank....ich finde es schlimm das durch solche Sätze der Eindruck entsteht geht zum Disszüchter, dort sind sie völlig gesund....
Übrigens hat man den Mops erst in den letzten rund 50 Jahren so „zugerichtet“, der Standard ist früher nicht so extrem ausgelegt worden, aber was die Extreme angeht scheint es teilweise als würde die Perversion der Vereine keine Grenzen kennen.
So hat ein Standard Mops mal in den 50er Jahren ausgesehen:
http://s14.directupload.net/images/131017/ic6uf5t2.jpg[/VERSTECK]
Ich sehe beim Doodle tatsächlich das größte Problem im irreführenden Marketing der „Allergikerfreundlichkeit“. Solche Lockaussagen führen am Ende tatsächlich dazu, dass Leute sich einen Hund anschaffen, den sie am Ende vielleicht wieder abgeben müssen.
Das es grundsätzlich immer falsch sein muss Hybriden zu züchten sehe ich trotzdem nicht so, denn es ist ja rein theoretisch möglich Hybriden unter den gleichen Aspekten der Gesundheit zu züchten wie Rassehunde.
Möglich aber selten sinnvoll...im übrigen ist der VDH durchaus für Einkreuzungen nur sind daran viele Bedingungen geknüpft, die viel Zeit und Arbeit kosten....aber wie gesagt das ist alles so anstrengend....
Was in der Praxis gemacht wird ist natürlich eine andere Sache, aber wie gesagt, da müssen sich die Rassezüchter aus meiner Sicht ebenso viele Fehler vorwerfen lassen wie die Doodlezüchter.
Eine gut organisierte, rein tierschutzinteressiere Hundezucht vermisse ich in unseren Breitengraden weiterhin schmerzlich.