klar, ich sehe das ja auch so, dass ich den Hund nicht den ganzen Spaziergang lang bespasse, da habe ich auch keinen Bock drauf. Schlussendlich stumpft er ja auch ab. Und auch meine Hunde können sehr genau unterscheiden, wann Arbeit angesagt ist und wann nicht. Wenn ich mit dem Rudel unterwegs bin, spiele ich nur wenige Male Ball, wenn überhaupt. Dummyarbeit gibts gar keine.
Aber ich denke, es gibt schon noch einen grossen Unterschied zwischen "nichts machen" oder eben "Dauerbespassen". Dauerbespasser gibt es hier aber demnach gar keine! :mrgreen: Aber wenn ich regelmässig Leute treffe, beobachte ich doch immer etwa, wie das "Gassigehen" vonstatten geht. Ich erlebe immer wieder, dass teilweise Hunde plötzlich vor mir stehen, weit und breit kein Besitzer zu sehen. Der kommt dann mal nach 3 Minuten aus dem Wald raus. Sorry, das kanns doch nicht sein. Da ist doch null Bindung und letztendlich auch null Kontrolle! :?
Meine Hunde (vorallem der Knuuper) laufen auch mal weit vor. Aber wenn jemand kommt (egal ob Pferd, Jogger, Fahrrad, anderer Hund) dreht der sofort um und kommt zu mir. Und sowas würde jeder Hund machen, wenn die Bindung stimmt. Selbst meine Gassihunde, die das ja vorher auch nicht gekannt haben, machen das nach wenigen Malen genauso gut!
Ich sehe ja selber oft, was da falsch läuft. Viele Hunde laufen vor. Sie sehen mich mit meinen Hunden kommen, verlangsamen, bleiben stehen. Es folgt der fragende Blick nach hinten zu Frauchen: "Du, anderer Hund auf 12 Uhr, was soll ich tun?" Frauchen zeigt keinerlei Reaktion, was macht dann der Hund? Er regelt das dann halt selber... Inzwischen habe ich aber meine Hunde zu mir gerufen, der fremde Hund hat gemerkt, "ok, auf den Rudelführer ist wie immer kein Verlass, da kommen keine klaren Anweisungen, gut dann regle ich das selber". Hund brettert auf mich zu, Frauchen bemerkt dann plötzlich, dass meine ja an der Leine sind, ruft ihren Hund, klar, nun kommt er nicht mehr... Und sie können das nicht verstehen.
Wenn man diesen Ablauf etwas genauer analysiert, bin ich überzeugt in dem Moment, wo der Hund sich fragend umguckte (was ja zeigt, dass eine gewisse Bindung besteht) Frauchen gerufen hätte, wäre der Hund gekommen.

Aber wenn die Leute halt soooo dermassen in Gedanken durch den Wald tschalpen und überhaupt nicht auf ihre Hunde achten---kein Wunder beschäftigen sie sich selber.
Meine Hunde haben z-B. gelernt, wenn es irgendwo Rehe hat, dass sie SOFORT zu mir kommen sollen. Inzwischen muss ich gar nicht mehr rufen. Reh im Wald, Hund guckt, dreht, kommt im Galopp zu mir. Warum? Weil sie gelernt haben, wenn es Rehe hat, dann gibts bei Frauchen Futter und Action! So, ich habe regelmässig ein Rudel Hunde dabei (heute waren es 6), die teilweise bei ihren Besitzern echt wüst jagen und wildern. So, wir sehen die Rehe, meine Hunde rasen zu mir, die anderen gucken das ab, als Unterstützung rufe ich auch und laufe von den Rehen weg---nach 5 Sekunden steht das ganze Rudel bei mir. Und das ist eben auch wieder ein Training, was ich in keiner Hundeschule hinbekomme! :silence:
Das meine ich mit "Aktiv unterwegs sein, auf dem Spaziergang gemeinsam mit dem Hund was erleben" und nicht einfach nur den Hund machen lassen. Klar geht er sonst den Rehen nach, die sind doch viel spannender als das latschige Frauchen. :lol: