Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

Diskutiere Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie im Gesundheit & Ernährung Forum im Bereich Smalltalk; Ja, das denke ich eigentlich auch, aber ich hab' nur Angst, schon wieder so "schnell" aufzugeben :/
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #41
Ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster zu sagen, dass wenn nach 2-4 Hypnosesitzungen nicht wenigstens eine milde Besserung oder ein besseres Allgemeingefühl eintritt, da dann auch nicht mehr viel passieren wird.

Das kann verschiedene Ursachen haben, wie z.B. dass der Therapeut nicht genügend ausgebildet ist, oder nicht mit einem auf der gleichen Wellenlänge liegt (bei mir war es erst die dritte Hypnose-Therapeutin mit der es geklappt hat).
Vielleicht ist Hypnose aber auch nicht "deine" Therapieform.

Ich drücke auf jeden Fall weiter die Daumen, dass es dir schnell besser geht.

Ja, das denke ich eigentlich auch, aber ich hab' nur Angst, schon wieder so "schnell" aufzugeben :/
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

Anzeige

  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #42
Ich drücke dir die Daumen, wie die anderen schon schrieben: DU Schaffst es!
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #43
Ja, das denke ich eigentlich auch, aber ich hab' nur Angst, schon wieder so "schnell" aufzugeben :/
Ich würde das nicht als aufgeben werten, solange du weiterhin auf der Suche nach einer Lösung bist.

Oder hast du Angst, andere könnten meinen, dass du aufgibst? Ich kann nur sagen, lass dich nicht fremdbestimmen und geh nicht zu einer Therapie wenn die dir selber nicht gefällt nur um andere zufrieden zu stellen. Es geht dabei schließlich um DICH ;)

Vielleicht überlegst mal du in Ruhe warum es nicht klappt. Bist du mit dem Therapeuten nicht 100%ig zufrieden? Gefällt dir Hypnose vielleicht an sich einfach nicht? Gab es vielleicht doch schon kleine Dinge die sich verändert haben?
(Böse Selbstfrage aber auch wichtig): Ist zur Zeit vielleicht dein Krankheitsgewinn (noch) so groß, dass du dich auf die Therapie nicht einlassen willst oder kannst?

Überlege und entscheide dann ob und wie du weitermachst. Auf jeden Fall denke ich, dass irgend ein Faktor nicht stimmt, denn normalerweise erreicht man mit Hypnose bereits in sehr kurzer Zeit zumindest Teilerfolge.
Bloß weil es jetzt aber nicht so schnell klappt wie es soll, hast du nicht "versagt" oder "aufgegeben", manchmal sind die Dinge einfach wie sie sind und wir erkennen wenn dann überhaupt später einen Sinn dahinter.
Denke nach und triff eine Entscheidung, wenn sie sich gut anfühlt ist es sicher die richtige ;)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #44
Der Therapeut ist schon nett, mit dem kann ich auch super reden usw, aber während der Sitzung passiert halt nicht viel mehr, als dass ich da liege und vllt 'n bisschen müde werde..

Mal abwarten
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #45
Ich drück dir weiterhin die Daumen..
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #46
Hallo ihr Lieben,

momentan gibt es leider nichts gutes zu berichten.
Vorletzten Dienstag ging es mir nicht so gut, ich habe aber trotzdem versucht, mit meinem Dad mit dem Auto zum spazieren gehen zu fahren (was die Wochen davor ja ganz gut geklappt hat). Leider habe ich dann im Auto einen richtigen Panikanfall bekommen, mit extremer Übelkeit und Heulkrampf. Wir sind dann sofort wieder nach Hause (was nicht so leicht war, da die Straße ziemlich voll war). Da wurde es dann auch recht schnell wieder besser und ich konnte an dem Tag sogar nochmal kurz an den Deich.

Tja, seit dem geht leider gar nichts mehr...
Ich saß danach noch zwei Mal kurz im Auto - beim ersten Mal ging es noch recht gut, beim zweiten Mal wurde mir wieder total schlecht.
Jetzt traue ich mich schon wieder gar nicht raus, einmal natürlich wegen der üblichen Angst vor der Übelkeit, aber auch, weil es jedes Mal schlimmer wird, wenn es mir unterwegs schlecht geht. Das zieht mich jedes Mal wieder extrem runter und jetzt bin ich wieder an einem Punkt nahe der Verzweiflung.

Hat jemand vllt Erfahrung mit Homöopathie in dem Zusammenhang? "Richtig" Medikamente sind mir zu heftig (und da kommt man ja eh nicht so leicht ran), aber so alleine schaffe ich es einfach nicht mehr.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #47
? "Richtig" Medikamente sind mir zu heftig (und da kommt man ja eh nicht so leicht ran), aber so alleine schaffe ich es einfach nicht mehr.
Das solltest du dann vielleicht mal mit deinem Therapeuten und einem approbierten Mediziner besprechen.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #48
Das solltest du dann vielleicht mal mit deinem Therapeuten und einem approbierten Mediziner besprechen.

Naja, ich war schon in zwei Kliniken und verschiedenen Psychatern... wenn ich das Thema "Medikamente" angesprochen habe, haben die alle sofort abgeblockt und nicht weiter mit mir drüber gesprochen. Kann ich auch verstehen - wer will schon eine Minderjährige (war vor meinem 18. Geburtstag) mit Medikamenten volldröhnen? ... die sollen z.T. ja auch krasse Nebenwirkungen haben, deshalb verzichte ich gerne auch darauf.

Und in meinem Fall momentan wieder einen Psychater zu finden ist schwer. Abgesehen von den langen Wartezeiten bis zum Termin geht es mir oft auch so schlecht, dass ich es gar nicht da hin schaffen würde
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #49
Hallo ihr Lieben,

momentan gibt es leider nichts gutes zu berichten.
Vorletzten Dienstag ging es mir nicht so gut, ich habe aber trotzdem versucht, mit meinem Dad mit dem Auto zum spazieren gehen zu fahren (was die Wochen davor ja ganz gut geklappt hat). Leider habe ich dann im Auto einen richtigen Panikanfall bekommen, mit extremer Übelkeit und Heulkrampf. Wir sind dann sofort wieder nach Hause (was nicht so leicht war, da die Straße ziemlich voll war). Da wurde es dann auch recht schnell wieder besser und ich konnte an dem Tag sogar nochmal kurz an den Deich.

Tja, seit dem geht leider gar nichts mehr...
Ich saß danach noch zwei Mal kurz im Auto - beim ersten Mal ging es noch recht gut, beim zweiten Mal wurde mir wieder total schlecht.
Jetzt traue ich mich schon wieder gar nicht raus, einmal natürlich wegen der üblichen Angst vor der Übelkeit, aber auch, weil es jedes Mal schlimmer wird, wenn es mir unterwegs schlecht geht. Das zieht mich jedes Mal wieder extrem runter und jetzt bin ich wieder an einem Punkt nahe der Verzweiflung.

Hat jemand vllt Erfahrung mit Homöopathie in dem Zusammenhang? "Richtig" Medikamente sind mir zu heftig (und da kommt man ja eh nicht so leicht ran), aber so alleine schaffe ich es einfach nicht mehr.

Huhu,

Klingt alles nicht schön.
Du musst dir immer wieder sagen,"es passiert nichts."
Was soll dir passieren? Wenn dir was passiert, wirst du umkippen, ins Krankenhaus kommen und man wird sich Untersuchen und du wirst Ärztlich behandelt.
Und das wäre gut in so einem Fall. ;)

Ich habe auch oft genug solche Situationen durchgemacht.

An eine, ganz besonders schlimme, kann ich mich erinnern.
Wir sind 2011 in Urlaub an die Nordsee gefahren. Wir haben die Hunde abends im Haus gelassen und sind noch mal los, weil wir ans Meer wollten.
Wir also die Landstrasse runter gefahren und ich dick Erkältet.
Kurz vorher hatte ich Nasenspray genommen und mich dabei Verschluckt, mir kam was beim Einsprühen in die Lunge.
Ja, das war der Auslöser.

Wir also gefahren und dann sag ich zu meinem Freund"Schatz, dreh bitte um, ich bekomme keine Luft mehr."
Mein Freund sitzt neben mir und sagt"Nein, Schatz, du bekommst Luft, das kommt nur von der Erkältung. Du hast auch nichts in die Lunge bekommen. Die geringe menge macht rein gar nichts. Du hast ne schöne Hautfarbe, deine Lippe sind Rose. Atme tief ein und aus."

Mein Freund fuhr und fuhr und fuhr und innerlich hätte ich ihn am liebsten eine übergezogen.
Mein Freund hat aber genau das richtige getan, er ist nicht auf meine Angst eingegangen.
Er konnte und wollte nirgends umdrehen. Er sagte mir dann,"Schatz, ich kann hier nicht umdrehen, wir fahren bis zur nächsten möglichkeit." Es kamen Zahlreiche möglichkeiten und er nutzte keine.

Und dann war plötzlich alles wieder gut.
Das haben wir immer und immer wieder gemacht. Ich habe dann gemerkt, das gar nichts Passiert.
Mein Unwohl sein, das Herzrasen, die Übelkeit, die kamen immer nur vom Kopf.
Heute, drei Jahre nach alle dem, bin ich fast Angst und Panikfrei und wenn ich Panik bekomme, dann kann ich jetzt sehr gut damit umgehen.

Mit Medikamenten wirst du deine Angst unterdrücken. Natürlich ist das irgendwo gut, aber man sollte schon versuchen, dieser Angst entgegen zutreten und sich selber zusagen, das dort nichts wirkliches ist. Das es vom Kopf kommt.

Pflanzliche Medikamente werden bei dir eher weniger Helfen denke ich.
Du kannst Neurexan probieren.
Das hilft mir in Situationen, in denen ich einfach runter kommen möchte verdammt gut.

Zur Not besitze ich auch ein Valium, welches ich im Absoluten Notfall nutzen darf.
Dies bekomme ich allerdings nur, weil meine Ärztin mich so gut kennt und weiss, das ich lieber gegen meine Angst arbeite, als mir das rein zuwerfen.
Aber zu wissen, das man im absoluten Notfall etwas hat, tut dem Kopf auch sehr gut und gibt innerliche ruhe.

Bitte sprech mit einem Arzt und mach da nichts auf eigene Hand. Das gehört wirklich in fachmännische Hände.

Wegen der Medikamente, ich habe ab meinem 13 Lebensjahr sehr harte Antideppresiva genommen.
2008 habe ich die Abgesetzt, weil ich nur noch Müde war und meine Psychologin mir Medikamente gab, die besser sein sollten.
Pustekuchen, danach war ich Aggressiv und konnte alles zerlegen, wenn man mir nur was falsches sagte.

Ab da war mein Wille der art gross, das ich alles ohne Medikamente schaffen wollte.
Bis heute bin ich absolut Medikamenten frei und werde mir auch nie wieder Medikamente rein stopfen.

Ich habe jetzt eine lange Verhaltenstherapie hinter mir. Diese ist super bei Angst und Panik,etc.
Ich habe mich mit Büchern und dem Internet schlau gemacht über meine Krankheit, habe mich mit Autogenen Training befasst und habe versucht raus zufinden, woher meine Angst kommt.
Und selbst das habe ich alles raus gefunden. :)

Also, versuch für dich die besten möglichkeiten in solchen Situationen zufinden.
Scheue sie nicht und gehe in solche Situationen und sage dir IMMER wieder, das nichts passiert.
Mach kleine Schritte. ;)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #50
Das Problem ist ja, dass ich wahnsinnige Angst vor dem Erbrechen, aber auch schon vor der extremen Übelkeit habe.
Dass nichts passiert, rede ich mir auch immer ein - aber es passiert ja was. Gut, ich musste mich bisher nicht übergeben (obwohl es sich so anfühlt), aber mir wird eben wirklich kotzschlecht. Und das geht dann nur seeeehr langsam oder gar nicht weg, bis ich zu Hause bin. Und alleine diese Übelkeit und die damit verbundene Panik sind der reinste Horror für mich. Deswegen die Medikamente - einfach etwas, das mich unterstützen kann. Etwas, das entweder gegen die Übelkeit hilft (das wäre natürlich das beste) oder etwas, wodurch ich etwas entspannter bin.

Und wenn ich einmal in dieser Situation war, verstärkt es die Angst jedes mal wieder. Ich habe Angst -> mir wird schlecht -> ich bekomme Panik -> ich habe noch mehr Angst -> mir wird erst recht schlecht usw

Ich habe schon so oft was geschafft und bin weiter gekommen (ich war im Herbst kurz hinter Hamburg, also etwa 2h fahrt, und abends beim Rückweg hatte ich gar keine Beschwerden mehr), aber nur ein kleiner Auslöser reicht und ich bin wieder am gleichen Punkt ganz unten. Und so geht es jetzt seit 2 1/2 Jahren. Zuletzt in einem Klamottenladen in der Stadt war ich Ende Sommer oder Anfang Herbst... und das war ein riesen Highlight für mich
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #51
Das Problem ist, das du ganz intensiv an diese Übelkeit denkst, wenn du einen Auslöser hast.
Das muss umgangen werden.

Ich habe das z.b. gerade Anfang der Woche gehabt. Ich habe wahnsinnige Probleme mit Antibiotika.
Ich muss seit Montag nun aber AB nehmen.
Montag Abend also die erste Tablette genommen.
Ich habe mich auf jeden CM meines Körpers konzentriert, obwohl ich das nicht wollte. Das passiert dann echt im Unterbewusst sein.

Ich dann mit meinem Freund telefoniert, Fussball nebenbei angehabt und mit einem Mal, PENG, "Schatz, ich bekomm keine Luft." seine Frage war nur"warum solltest du keine Luft mehr bekommen?" "Ich weiss nicht?" "Na siehst du?"
Der auslöser war wie immer mein Kopf, weil mein Kopf so eine Angst vor der Situation hatte, das ich mir das Eingebildet habe.

Ich mich dann also aufs Bett gesetzt, tief ein und ausgeatmet und dann war auch wieder gut.

Das finde ich z.b. ganz arg Wichtig, das man von Menschen nicht noch Bestätigt wird "Oh du arme...alles wird gut, alles ist Okay."
Bei mir brauchts da wirklich ne klare Ansage" Da kann dir nichts passieren." und eine Erinnerung, das es mein Kopf ist. ;)

Leute, die mich dann noch Bemitleiden oder anfangen mich zu Beruhigen, kann ich echt nicht gebrauchen.
Gut zureden und Positiv einwirken, ja aber auf gar keinen fall meine Angst verstärken.
Wobei, wenn ich Unterwegs bin, mit Freunden, dann bekommen die nicht mal mit, wenn ich Panik bekomme, weil ich mich selber wieder Beruhige.

Informier dich mal über Autogenes Training.
Deine Übelkeit wurde ja schon Untersucht, oder?
Hast du Medikamente bekommen, die diese Übelkeit eindämmen, wie zb bei Reisekrankheiten?
Das könntest du mal Probieren.
Und ansonsten kannst du dir mal Lasea anschauen.
Und das Neurexan. Evtl helfen die dir. Das sind Freiverkäufliche sachen aus der Apotheke.

Ansonsten kann ich dir wirklich nur dazu raten, eine Verhaltenstherapie zumachen.
Auch wenn die Situation jetzt so extrem ist und bei Beginn einer Therapie wieder weniger.
Sie würde definitiv wieder kommen und man sollte schon Versuchen, da gegen anzusteuern.

Ich habe meine Therapie auch angefangen, als es mir recht gut ging. Und heute gehts mir super. :)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #52
Mag ja sein, dass dir das hilft - bei mir offensichtlich nicht ;)
Das probiere ich ja jedes Mal - keine Chance.
Ich hatte auch schon Situationen, wo ich gar nicht dran gedacht habe und dann kam ganz plötzlich die Übelkeit, bzw. ich hatte plötzlich das Gefühl, mir kommt was hoch.
Und dann geht's natürlich erst richtig los ^^

Autogenes Training wollte ich mal probieren - mein Dad kann das.
Medikamente habe ich bisher gar keine bekommen.
Nur als ich krank war, hat meine Mum von meiner Oma die Tabletten bekommen, die mein Opa (der kurz vorher gestorben ist) genommen hat.
Die waren gegen Übelkeit (auch Reiseübelkeit) und Erbrechen. Das Problem ist allerdings, dass die eine extreme Müdigkeit auslösen. Mir wird dann richtig schwindlig und ich kann die Augen kaum offen halten. Also nehme ich die nur noch, wenn ich sowieso zu Hause bleibe und dann meistens nur, wenn mir abends schlecht ist. Dann helfen die auch richtig gut (hatte ich erst gestern Abend wieder)

Therapien habe ich ja schon oft versucht. Aber die Angst geht eben nicht weg, und kommt immer wieder
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #53
Wie intensiv hast du dich mit deiner angst auseinander gesetzt?

Und vor allem weisst du was der Auslöser dafür ist das du die Angst bekommst?
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #54
Wie intensiv hast du dich mit deiner angst auseinander gesetzt?

Und vor allem weisst du was der Auslöser dafür ist das du die Angst bekommst?

Was meinst du mit "auseinander gesetzt"?

Ich glaube, bei mir gibt es gar keinen richtigen Auslöser mehr. Mir wird halt richtig schlecht, wenn ich raus gehe, und davor habe ich eben Angst.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #55
Ich kann Knopfstern nur recht geben und nein, das hilft nicht nur ihr. Das Einzige, was gegen diverse Ängste und Angststörungen (und ich hab selber genug xD) hilft, ist die Angst auszuhalten und zu lernen, dass einem nichts passiert. Dass es keinen Grund für die Angst gibt und die tatsächlich nur im Kopf als völlig übertriebene Reaktion entsteht. Ich habs selbst mal mit Medikamenten probiert, was zwar schon geholfen hat, aber auch nur mit dem Wissen, dass ich die Situation mit Medikamenten aushalten kann. Gelernt, dass mir auch ohne Medikamente nichts passiert, habe ich erst, als ich selbst beschlossen habe, sie abzusetzen, weil ich sie nicht ewig nehmen wollte.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #56
So, erstmal möchte ich jetzt noch mal auf dein vorheriges Posting eingehen. ;)
Ich war vorhin nur am Handy Online.
Mag ja sein, dass dir das hilft - bei mir offensichtlich nicht ;)
Das probiere ich ja jedes Mal - keine Chance.
Ich hatte auch schon Situationen, wo ich gar nicht dran gedacht habe und dann kam ganz plötzlich die Übelkeit, bzw. ich hatte plötzlich das Gefühl, mir kommt was hoch.
Und dann geht's natürlich erst richtig los ^^

Es ist ganz oft so, das ein Reiz in der Umwelt eine Angst auslöst.
Angst ist ein ganz normales Verhalten bei uns Menschen. Unsere Vorfahren hat Angst das Leben gerettet.

Bsp von mir. Wir sind am Strand, sitzen gemütlich, Unterhalten uns und alles ist super.
Und dann kommt ein Insekt an mir vorbei, Auslöser für Atemnot, Panik und Herzrasen.
Von jetzt an achte ich penibel auf meinen Körper. Könnte das Insekt mich gestochen haben?

Deine Angst steuert deine Gedanken also ganz gezielt auf deine Symptome.
Da muss doch etwas sein, sonst würde es einem in dem Moment nicht so schlecht gehen.
Das Unterbewusst sein spielt hier auch eine enorme Rolle, es leitet dich genauso, aber eben so, das du es nicht bewusst mitbekommst.

Er tappst du dich manchmal dabei, das du in Gedanken vertieft bist und über deine Angst nachdenkst?
Bis dich irgendwas aus diesem Gedanken holt und du dachtest "huch?was war das nun?"

Wir sind uns unserer Ängste bewusst. Wir müssen aber lernen, damit umzugehen.
Autogenes Training wollte ich mal probieren - mein Dad kann das.
Das solltest du wirklich mal machen. Wenn dein Papa das kann, dann setze dich doch mit ihm mal zusammen hin und teste das.
Geb dir aber Zeit dabei. Du lernst es nicht von heute auf morgen. ;)
Alternativ kannst du dir auch mal bei Youtube Entspannungsübungen raus suchen.
Dann machst du dir ein gemütliches Licht an und lässt das alles mal auf dich wirken.
Auch hier, geb dir Zeit. ;)
Wenn du dich aber voll auf die Stimme einlässt, dann wird dir das gut tuen.
Medikamente habe ich bisher gar keine bekommen.
Nur als ich krank war, hat meine Mum von meiner Oma die Tabletten bekommen, die mein Opa (der kurz vorher gestorben ist) genommen hat.
Die waren gegen Übelkeit (auch Reiseübelkeit) und Erbrechen. Das Problem ist allerdings, dass die eine extreme Müdigkeit auslösen. Mir wird dann richtig schwindlig und ich kann die Augen kaum offen halten. Also nehme ich die nur noch, wenn ich sowieso zu Hause bleibe und dann meistens nur, wenn mir abends schlecht ist. Dann helfen die auch richtig gut (hatte ich erst gestern Abend wieder)
Haben dir diese Medikamente geholfen?
Also, war bzw ist die Übelkeit dann weg gewesen?
Therapien habe ich ja schon oft versucht. Aber die Angst geht eben nicht weg, und kommt immer wieder
Das hatte ich auch, bis zu dieser Verhaltenstherapie. Und davor habe ich mich selber mit mir auseinandergesetzt.


Was meinst du mit "auseinander gesetzt"?
Damit meine ich, ob dich mal wirklich mit dir und deiner Krankheit auseinandergesetzt hast?
Hast du dir mal Bücher durchgelesen?
Dir die Frage gestellt, warum bin ich Krank?
Was ist der Auslöser?
Warum gibt es Ängste und wie leben andere Menschen damit?
Wie kann ich mir selber helfen?
Was brauche ich, damit ich mich beruhige und entspannen kann?
Was tust du für dich, damit du deine verstehst und vor allem dich und deine Krankheit akzeptierst und lernst damit zu leben?


Ich glaube, bei mir gibt es gar keinen richtigen Auslöser mehr. Mir wird halt richtig schlecht, wenn ich raus gehe, und davor habe ich eben Angst.
Das ist, wie ich denk, falsch. ;)
Jede Angst hat seinen Ursprung.
Und jede Angst wird bleiben und wachsen und sich Ernähren, so lange man sie nicht lernt zu verstehen und einzupacken in einen Karton, wo sie dann drin bleiben kann. ;)
Deine Angst hat sich zu einer Angst, vor der Angst entwickelt.
Du hast Angst raus zugehen, weil du weisst, es passiert etwas und das willst du nicht. Davor hast du Angst und dadurch kommt ein Meideverhalten. Weil du weisst, wenn du Zuhause bleibst, umgehst du diesem Unangenehmen Gefühl.
Hier gilt es, raus zufinden, was DIR gut tut, wenn du raus gehst und was du machen kannst, damit es dir besser geht, damit du raus gehen kannst.


Der Ursprung der Angst muss allerdings gefunden werden und daran sollte man Arbeiten.
Bei mir war es z.b. die Krankheit meines Opas, die er bekam, als ich 5 Jahre alt war und da durch hat meine Mutter mich wie ein Rohes Ei behütet.
Ich wurde vor allen Umwelteinflüssen Beschützt und konnte nicht abhärten.
Dadurch hat sich eine Überempfindlichkeit entwickelt, ich konnte mich nicht selber Kennenlernen, weil meine Mutter mir nichts erlaubt hat.
Da durch bekam ich vor allem angst.
Besonders Krankheiten und Tod haben mir grosse Angst gemacht.

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und diese Gewohnheit in eine Panikattacke oder Angst zubekommen, sind uns leider gegeben.
Ich habe da mit meinem Therapeuten mal drüber geredet und er hat meinen Gedanken, zumindest bei mir, bestätigt, das es eine Art Gewohnheit ist, welche sich entwickelt hat.
und diese gilt es, zubrechen. ;)

Wenn du magst, Erzähle ich dir auch gerne, wie ich gelernt habe, das ich mich akzeptiere und auch gelernt habe, mich zufinden und mit meiner Krankheit zuleben.
Es gehört vor allem erst einmal dazu, sich selber so zu Akzeptieren und sich zusagen"Ich bin gut,wie ich bin." Und dann kann man schritt für schritt weiter gehen.

Ich habe sehr Lange gebraucht dahin zukommen, wo ich heute bin. Zu mir. Und damit bin ich sehr glücklich.

Wenn dir in meinem Text etwas unklar vorkommt, dann Frag mich bitte, ich hoffe, ich habe nicht zu wirr geschrieben. ;)

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Ich kann Knopfstern nur recht geben und nein, das hilft nicht nur ihr. Das Einzige, was gegen diverse Ängste und Angststörungen (und ich hab selber genug xD) hilft, ist die Angst auszuhalten und zu lernen, dass einem nichts passiert. Dass es keinen Grund für die Angst gibt und die tatsächlich nur im Kopf als völlig übertriebene Reaktion entsteht. Ich habs selbst mal mit Medikamenten probiert, was zwar schon geholfen hat, aber auch nur mit dem Wissen, dass ich die Situation mit Medikamenten aushalten kann. Gelernt, dass mir auch ohne Medikamente nichts passiert, habe ich erst, als ich selbst beschlossen habe, sie abzusetzen, weil ich sie nicht ewig nehmen wollte.
:clap: Das finde ich toll.

Genauso war es bei mir auch. Die Medikamente haben es unterdrückt. Aber mich auch Verfälscht. Und ich bin sehr fest der Überzeugung, wenn man Innerlich angekommen ist und sich sagt "jetzt will ich nicht mehr." und das mit 100%iger Überzeugung.Dann hilft auch die richtige Therapie und man findet seinen Weg selber zu sich und lernt damit, wie man am besten mit der Situation umgeht.
Das braucht aber sehr viel Zeit und Geduld.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #57
[...] zu lernen, dass einem nichts passiert.

Das ist ja das Problem: Ich habe tierische Angst vor der Übelkeit, und genau die passiert ja - jedes Mal.

Ich habe einfach nicht die Kraft, jedes Mal diese extreme Übelkeit auszuhalten. Und wenn sie dann kommt (was ja immer so ist) verstärkt sich das immer noch.
Manchmal wird es kurze Zeit besser... eine schlimme Situation reicht aber und ich kann wieder von vorne anfangen.

Der Auslöser lag wohl in meiner Schulzeit. In der Grundschule wurde ich stark gemobbt, dann wurde es kurz besser und durch eine Änderung der Klassen wurde es wieder schlimmer. Ich hatte also immer Probleme zur Schule zu gehen und viele Fehltage. Aber mit großen Menschenmengen hatte ich keine großen Probleme. Ich war 2011 ja noch auf der Gamescom, wird sind jedes Jahr nach Italien gefahren usw usf

Wenn andere sich übergeben musste, fand ich das schon immer ganz schrecklich - aber das ist ja noch recht "normal"
Bei mir hat es auch erst mit Bauchschmerzen und Druck im Bauch angefangen, so dass ich in jeder Pause und in jeder Schulstunde auf's Klo gerannt bin. Das war mir dann auch irgendwann so peinlich, dass ich nicht mehr hingegangen bin. Die aus meiner Klasse haben sich schon vorher drüber lustig gemacht, dass ich oft gefehlt habe. Dann habe ich mit einer Therapie angefangen, irgendwann wurde es dann plötzlich besser. In der Zeit (Sommer 2012) bin ich dann mit meinen Eltern zu einer Hundeausstellung in Bremen - da hatte ich meinen ersten richtigen Übelkeitsanfall, dass ich mir ganz sicher war, mich übergeben zu müssen. Das war ein riesen Stress für mich. Die Fahrt nach Hause (ca. 1 Stunde) war auch nicht gerade angenehm. So hat das dann mit der Übelkeit angefangen.

Inzwischen kann ich mir nicht mehr vorstellen, wie es ohne Übelkeit ist. Ich sehe Leute, die im TV in irgendwelchem großen Gebäuden sind und denke mir "Denen muss doch schlecht sein!" und immer und überall gucke, wo ich hinkann, wenn ich mich jetzt übergeben müsste.
Ich habe auch, wenn ich mal rausgehe, immer eine Tüte und Pfefferminzbonbons mit, das hilft aber auch kaum
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #58
ohje, ohje :(
Das ist ja das Problem: Ich habe tierische Angst vor der Übelkeit, und genau die passiert ja - jedes Mal.

Ich habe einfach nicht die Kraft, jedes Mal diese extreme Übelkeit auszuhalten. Und wenn sie dann kommt (was ja immer so ist) verstärkt sich das immer noch.
Manchmal wird es kurze Zeit besser... eine schlimme Situation reicht aber und ich kann wieder von vorne anfangen.

Dazu möchte ich dir etwas Zitieren:
Bei Menschen mit hoher Angstbereitschaft tendieren Ängste dazu, sich zu verstärken. Denn diese Personen suchen regelrecht nach Bestätigung ihrer Sorgen. Fast alles war passiert, passt dann in das Angstschema und bestätigt die (scheinbare) Richtigkeit der Angsterwartung. Auch Vermeidung fördert Ängste, da die hilfreiche Erfahrung, Ängste bewältigen zu können, immer seltener wird.


Für dich wäre wirklich ganz ganz ganz Wichtig, zu Lernen, das nichts passiert.

Der Ursprung deiner Angst kann wirklich in deiner Schulzeit liegen.
Dann kommt sicher der Gedanke dazu, das es Peinlich sein würde, wenn du dich Übergeben müsstest.

Was wäre das absolute Horror Szenario für dich?
Also, welches wäre der Schlimmste Gedanke für dich, was dir passieren könnte, wenn du dich deiner Angst hingibst und nicht nach Ihr tanzt?
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #59
Nur ganz kurz, weil ich am Tablet ewig brauche, um längere Texte zu schreiben...

Das ist ja das Problem: Ich habe tierische Angst vor der Übelkeit, und genau die passiert ja - jedes Mal.
Und damit hast du den wunderbaren Kreislauf einer selbsterfüllenden Prophezeihung. Du hast Angst vor der Übelkeit, gleichzeitig erwartest du die Übelkeit, also wird dir über kurz oder lang übel und damit hast du wieder die Bestätigung dafür, dass deine Angst vollkommen befechtigt war. Dieser Kreis ist es, der durchbrochen werden muss, wenn es dir dauerhaft besser gehen soll.

Jemand aus meinem Umfeld hatte dasselbe Problem bei einem Burnout. Diese Person hat nachts vor 3-4 Uhr (meist wurde es noch später) keinen Schlaf gefunden, weil sie es nicht geschafft hat, beim Gang ins Bett mental abzuschalten. Die Erwartung, sowieso nicht schlafen zu können, hat sich Nacht für Nacht erfüllt und am Morgen, als die besagte Person fertig vom fehlenden Schlaf war, hatte sie den Beweis. Körperlich total am Ende, aber sie "konnte ja nicht" schlafen. Und mit diesem Gefühl ging es abends wieder total kaputt ins Bett, wo man erneut Stunde um Stunde wach lag und vergeblich auf Schlaf wartete, der sich einfach nicht einstellen wollte...

Du brauchst auf jeden Fall jemanden an deiner Seite, der dir dabei hilft, in ganz kleinen Schritten diesen Kreis zu verlassen und Fortschritte zu machen, aber auch Rückschritte zu verkraften, die genauso dazugehören wie die Konfrontation. Das braucht Zeit und Geduld, wie Knopfstern schon schrieb. Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Kraft und alles Gute für diesen Weg.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #60
Was wäre das absolute Horror Szenario für dich?
Also, welches wäre der Schlimmste Gedanke für dich, was dir passieren könnte, wenn du dich deiner Angst hingibst und nicht nach Ihr tanzt?

Dass die Übelkeit sich so weit steigert, dass ich mich übergeben muss (wobei die Übelkeit selber schon schlimm genug ist).

Ich kann diese ganz heftigen Übelkeits-Situationen einfach nicht aushalten, das schaffe ich einfach nicht.
Ich habe es inzwischen auch schon oft geschafft, länger am Deich unterwegs zu sein - tja, das bricht irgendwann wieder zusammen, jetzt kann ich nicht mal mehr die paar Meter zum Deich hin gehen.

Das Problem ist ja, jemanden zu finden, der mir hilft. Die meisten Therapeuten haben ja ewig lange Wartezeiten und dann habe ich noch das Problem, dass ich irgendwie hinkommen muss
 
Thema:

Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie - Ähnliche Themen

FIP

FIP: Hallo ihr lieben, ich wollte euch heute Mal von unseren letzten 4 Wochen erzählen, vielleicht hilft es dem ein oder anderem in Zukunft und kann...
Tante und Cousine tot: Hi, meine Beziehung zu meinen Eltern ist seit 6 Jahren leider richtig schlecht. Im Grunde war es aber schon davor so, dass ich, was so die...
Weiße Flüssigkeit am Auge: Hallo zusammen, ich brauche einmal eure Hilfe. Meine Klara-Maus hat schon wieder diese weiße Flüssigkeit an einem Auge. Wir waren vor etwa 1,5...
Meine Kleinen Lieblinge: Vor etwas mehr als einem Jahr seid ihr bei mir eingezogen. Ab dem ersten Tag habe ich euch sechs geliebt und alles dafür getan, dass es euch gut...
Kater mit Lungenödem was tun?: Hallo meine lieben Tier Freunde! Ich bin momentan so am verzweifeln, mir geht’s schlecht weils meinem Schatzi so schlecht geht und ich weiß...
Oben