Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

Diskutiere Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie im Gesundheit & Ernährung Forum im Bereich Smalltalk; Dann würde ich dir vorschlagen, diese Fahrten durchs Baugebiet zu üben... bis sie dir nichts mehr ausmachen. Und als nächsten Schritt dann...
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #81
Dann würde ich dir vorschlagen, diese Fahrten durchs Baugebiet zu üben... bis sie dir nichts mehr ausmachen. Und als nächsten Schritt dann vielleicht einmal ums Baugebiet rum. Aber das sind keine therapeutischen Ratschläge, such dir besser eine gute (!) Verhaltenstherapeutin.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

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  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #82
Dann würde ich dir vorschlagen, diese Fahrten durchs Baugebiet zu üben... bis sie dir nichts mehr ausmachen. Und als nächsten Schritt dann vielleicht einmal ums Baugebiet rum. Aber das sind keine therapeutischen Ratschläge, such dir besser eine gute (!) Verhaltenstherapeutin.

Ich hatte es ja eigentlich schon viel weiter geschafft ^^
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #83
Off-Topic
Im Grunde will ich euch gar nicht widersprechen, denn viele der Ratschläge von euch sind ja bewährte Klassiker in der Verhaltenstherapie, nur haben sie mir persönlich niemals geholfen und ich habe für mich einen anderen Weg gefunden.
Ich denke, das ist es, was solche Diskussionen so schwammig macht. Am Ende muss jeder seinen Weg finden und das muss nicht immer der sein, der bei anderen funktioniert hat. Man kann nur anhand seiner eigenen Erfahrungen etwas raten oder Bezug auf Möglichkeiten nehmen, die anderen erfolgreich geholfen haben.

Du meinst aber schon eine Begegung mit der Angst, oder?
In erster Linie meine ich damit, sich Zeit und Raum zu geben, damit man selbst darüber entscheiden kann, ob und wie weit man gehen möchte und einen "Schubser von außen" dann als Impuls an- und aufzunehmen, wenn man sich fähig fühlt, diesen Schritt zu machen.

Eigenes Beispiel: Ich war bis zum 15. November 2012 mein halbes Leben lang nicht mehr beim Zahnarzt gewesen, weil ich nach dem letzten Gespräch mit meinem damaligen Zahnarzt in der ständigen Panik lebte, dass man mich (ohne medizinische Indikation, nur aus optischen Gründen und ohne je zuvor operiert worden zu sein) bei meinem nächsten Besuch auf den Stuhl drücken und einer OP unterziehen würde. Ich habe einen Engstand im Oberkiefer und zwei Zähne sollten weg, laut Arzt beim nächsten Mal. Jahrelang habe ich mit mir gehadert und schon beim Gedanken an einen Kontrolltermin das Heulen angefangen, immer wieder, inklusive Gefühl des Versagens, Schwäche und hässlich war ich ja auch mit meiner "Entstellung" etc. So oft hatte ich die Hand am Telefon und doch wieder aufgelegt, den Moment verpasst, in dem ich glaubte, es schaffen zu können. Ich wäre sicher nicht zu meinem ersten Termin nach dieser ewigen Pause gegangen, wenn ich den Zeitpunkt nicht hätte bestimmen dürfen, aber ich hatte -in diesem Fall durch Knopfi- den Impuls bekommen, der mich schließlich glauben ließ, mit den Konsequenzen einer Terminabsprache leben zu können, auch wenn das teilweise Angst, Unsicherheit und Tränen bedeutete und ich weitere Monate brauchte, bis ich den Schritt wirklich ging.

Keine Ahnung, ob ich ansatzweise vermitteln kann, was ich sagen möchte. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, wo seine Grenzen liegen und ob er das akzeptiert oder sie zu erweitern versucht und zu welchem Preis. Aber da Ängste die Lebensqualität unheimlich einschränken können, wünscht man sich natürlich für jeden, dass er sie besiegen oder zumindest problemfrei mit ihnen koexistieren kann, wenn es keine Ängste sind, die den Alltag betreffen.

...ich musste einer (vielen) für mich normalerweiser angsteinflößenden Situation plötzlich angstfrei begegnen (wie jeder andere Mensch auch), da hat es dann "klick" gemacht ;)
Erklär mir mal bitte kurz das "musste" dahinter, wenn's dir nichts ausmacht, weil ich gerade nicht genau weiß, wie ich das verstehen soll. Hast du dich quasi selbst überrumpelt oder wie muss man sich das vorstellen? Das wäre ja auch eine Form der... Wie auch immer wir diesen Schritt nennen wollen. Ich frag das aber nur, weil ich neugierig bin. :001:
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #84
Ich hatte es ja eigentlich schon viel weiter geschafft ^^
Das ist doch super :D - aber für deine jetzige Situation doch erstmal weniger wichtig, da du dir doch sonst wieder selbst zu viel Druck machst, es beim nächsten Versuch wieder mindestens so weit zu schaffen oder sogar noch weiter. Und das endet doch dann wieder in dem Teufelskreis, der dir schon mehrfach erklärt wurde ;)

Häng dich nicht daran auf, wenn du mal Rückschritte machst. Arbeite in dem Tempo, das du gerade brauchst. Dann kannst du dich nur verbessern, auch wenn es eben etwas länger dauert.
Ich drück dir die Daumen und bin bei deinen nächsten Versuchen gedanklich bei dir *Daumen bereit hält*
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #85
Also, in meinem Kopf ist auf jeden Fall wieder genug Chaos für einen Abend :D

Ich werde auf jeden Fall versuchen, irgendwie zu dieser Praxis zu kommen, in der Hoffnung, dass die mir helfen können
Und noch mal nach einem Therapeuten gucken (yey, auf ein Neues....)

Auf jeden Fall danke an euch, dass ihr mir helfen wollt :)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #86
Wir helfen gerne wenn wir können.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #87
Ja und das Problem is Papa is dann um dich besorgt und ihr fahr nicht weil du so Angst hast. Und genau DA is dann der Fehler. Du wirst in deiner Angst bestätigt. Ich würd einfach losfahren und wenns nur ein paar Meter wären. Is übrigens ähnlich wie wenn man mit einem vorm Hindernis scheuenden Pferd das Hundernis auslässt. Das Pferd MUSS über das Hindernis sonst wird es ewig vor diesem Hindernis scheuen. Ängste sind Instinktgesteuert. Ein überbleibsel unserere Urahnen. Ich hab mich da sehr ausgibig mit auseinandergesetzt.
:102:
Das ist doch das, was ich die ganze Zeit weiter vorne Geschrieben habe.
Man muss sich mit SICH und seiner Angst auseinander setzen.

Das ist genau die Szene, die ich mit meinem Freund beschrieben habe.
Wenn mein Freund mich in meiner Angst bestätigt hätte, hätte ich genau das Erreicht, nein, nicht Ich, sondern die Angst hätte das erreicht, dann hätte meine Angst wieder über mich Gesiegt. Und genau das muss ich lernen, zuumgehen, damit zu leben und mich nicht von meiner Angst einlullen zulassen.

Das es zu einer Angst nicht immer einen Grund geben muss, nun ja.
Es ist nicht immer ein Grund dafür findbar, sagen wir es mal so.

Ich bin seit 21 Jahren an Angst und Panikattacken Erkrankt.
Habe sämtliche Bücher, Internetseiten, etc durchgelesen.

Und ziemlich fest der Meinung, das man sich seiner Angst stellen muss und jemanden braucht, der ein nicht an die Hand nimmt und meiner Angst nachgibt, wenn meine Angst das wieder einmal für richtig hält.

Damit habe ICH gelernt zu Leben.
Und ich weiss, wie verdammt schwer es ist, aus Angst und Panikattacken mit Ohnmachtsanfällen und Todesangst, raus zukommen.

Dennoch, es nutzt rein gar nichts, seiner Angst nachzugeben.
Und da muss man seinen Weg finden.
Wie ich ja nun mehrfach schon betont habe und schrieb. ;)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #88
Ich wollt es ja nur noch mal unterstreichen Knopfi ;)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #89
Also, in meinem Kopf ist auf jeden Fall wieder genug Chaos für einen Abend :D

Ich werde auf jeden Fall versuchen, irgendwie zu dieser Praxis zu kommen, in der Hoffnung, dass die mir helfen können
Und noch mal nach einem Therapeuten gucken (yey, auf ein Neues....)

Auf jeden Fall danke an euch, dass ihr mir helfen wollt :)
:clap: Das finde ich ganz toll.

Es ist wichtig, das DU deinen weg für DICH findest.
So wie Kompassqualle ihren weg gefunden hast.
Oder Warp, oder ich oder Jucomi oder die anderen alle.

Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg, jeder Mensch braucht anders lange um etwas zu erreichen. Wichtig ist, niemals aufzugeben!!! TSCHAKA!!!!
Und wenn wir dir durch Unsere Erfahrungen ein wenig da hin helfen können, dann ist das doch super.

Und setz dich nicht Unterdruck.
evtl gibt es ja sogar die Möglichkeit, das ein Therapeut mal zu dir kommt?
Vielleicht kann man so was ja abklären?

Ich weiss gar nicht, ob es so etwas gibt? :eusa_think:

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Ich wollt es ja nur noch mal unterstreichen Knopfi ;)
Ich hatte das Gefühl, das man mich nicht versteht. ;)
Deswegen wollte ich das noch einmal so Betonen.
Weil das ganze ja doch ein sehr Sensibles Thema ist und ich einfach nicht möchte, das sich hier jemand angegriffen fühlt.
Ich drück mich manchmal halt doof aus. ;)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #90
Ja doof ausdrücken kann ich mich gut und dann hab ich immer welche die das doof ausgedrückte genau in dem Moment in den falschen Hals bekommen^^
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #91
Ja doof ausdrücken kann ich mich gut und dann hab ich immer welche die das doof ausgedrückte genau in dem Moment in den falschen Hals bekommen^^
Siehst du und genau DAS möchte ich eben vermeiden. Deswegen wiederhole ich mich lieber 5 mal. :mrgreen:
Aber das ist ja nun geklärt.
Ich denke, wir verstehen uns da. ;)

Gilt übrigens auch für die anderen. :)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #92
Heilung von Angst gibt es nur durch die Einsicht, dass man keine Angst haben braucht.
Wie man es nimmt, natürlich ist man irgendwann "geheilt" wenn man keine Angst mehr empfindet, aber die bloße Erkenntnis das eine Sache harmlos ist führt in aller Regel nicht zur Heilung.
Desensibilisierungen zielen darauf ab, dass die Angst verlernt wird in dem man der Situation in sehr, sehr kleinen Schritten begegnet. Das ist durchaus sinnvoll, birgt aber auch Probleme, z.B. eine hohe Rückfallquote, wenn die Angst eigentlich eine Funktion für die Psyche hat, es also einen gewissen "Krankheitsgewinn" gibt (ich persönlich glaube, dass dieser bei starken Ängsten im Grunde immer vorhanden ist). Außerdem muss sie sehr langsam durchgeführt werden und es gibt auch oft Rückschläge wenn der Angstpatient im Alltag wieder unvorbereitet und unkontrolliert einer Angstsituation ausgesetzt ist.
Auch stellt Desensibilisierung immer eine extreme Fokussierung auf das Problem dar und zeigt dem Angstpatienten zwar hoffentlich neue Stärken, aber auf jeden auch permanent seine Schwächen (und Leute mit schlechtem Selbstbewusstsein sehen unter Umständen wirklich NUR die Schwächen).

denn eigentlich ist Verhaltenstherapie das geeignetste Mittel bei Angststörungen aller Art
Einspruch ;)
Die Verhaltenstherapie ist das gängigste und am häufigsten angewandte Mittel, dass heißt aber trotzdem nicht, dass es das auch das geeignetste ist.
Ich glaube es gibt so viele verschiedene geeignete Mittel wie es verschiedene Menschen gibt, in psychischen Angelegenheiten über einen Kamm zu scheren kann fatale Folgen haben.
Das was Mitch hier über erfolglose Therapien berichtet kenne ich übrigens zu Hauff aus dem Freundes/Bekannten/Verwandtenkreis, da sind Leute bei die schon 3 oder 4 mal in einer Klinik waren und immer noch keine Besserung erfahren haben. Anstatt es dort mit Alternativen zu versuchen zahlen die Krankenkassen aber dann trotzdem in der Regel nur nur eine vierte oder fünfte Verhaltenstherapie :roll:

bei dir hätte man damit anfangen können, dass dein Partner sich einen Schritt vor die Haustür stellt und du dich daneben, aber auf der Innenseite. Und am nächsten Tag wär er vielleicht einen Schritt weiter weggegangen. Und ne Woche später einmal ums Haus und hätte dir durchs Fenster gewinkt.
Natürlich habe ich sowas probiert, aber es war nichts als absoluter Blödsinn und eine Qual für uns beide, denn wovor ich eigentlich Angst hatte (habe) ist ja, dass ihm was passiert (ein Unfall oder so) und er stirbt und ich dann alleine nicht weiterleben könnte.
Das wovor ich eigentlich Angst hatte (habe) kann also nicht geübt werden, ich kann schlecht die Erfahrung machen, dass es ja gar nicht so schlimm ist wenn er stirbt.......du siehst das Dilemma.
Hätte ich eine Kontrollmöglichkeit die mir permanent anzeigt dass er noch lebt könnte er wahrscheinlich alleine mit dem Rucksack durch China :lol:
Durch das Erlernen von mehr Selbstbewusstsein habe ich nun aber nicht mehr so viel Angst davor alleine "verloren" zu sein und kann viel gelassener damit umgehen, wenn er mal weg ist, ohne die ganze Zeit daran zu denken wie ich dann auch langsam eingehen würde, wenn er nicht mehr wiederkäme.


(Panik hört von alleine auf, länger als 20 Minuten kann der menschliche Körper keinen Panikzustand aufrecht erhalten)
Blabla (sorry, ich meins nicht böse, ist nur ein emotionales Thema für mich und ich kenne diese Theorien und die sind Bullshit).
Mein Freund war 4 Monate in einer Klinik, in dieser Zeit habe ich damals keine Nacht länger als drei Stunden geschlafen, hatte permanent Durchfall und Druck auf der Brust und habe über 10 Kilo abgenommen (von 60kg auf unter 50kg), zum Glück kam er dann wieder, weiß nicht wie lange ich es noch gemacht hätte :?
Ein anderes Mal hat er einer Freundin beim Umziehen in eine andere Stadt geholfen und war zwei Tage weg und mit dem Auto unterwegs. Da habe ich über 72 Stunden nicht geschlafen, nichts gegessen, wenn überhaupt was getrunken, derartiges Herzrasen gehabt....ich könnte die Liste typischer Angstsymptome hier beliebig fortführen...es war schlimm genug, dass ich mir sehnlichst gewünscht habe ich würde doch bitte, bitte endlich tot umfallen damit es aufhört.
Zum Vergleich: Ich hatte auch mal drei Tage so schlimm Zahnschmerzen, dass ich nicht geschlafen habe und dachte ich würde wahnsinnig werden - aber das war trotzdem nicht so schlimm wie die Angst (weswegen dann übrigens auch die Zahnarztphobiker nicht zum Zahnarzt gehen, weil die Angst schlimmer ist als die Schmerzen).
Also - no way "nach 20 Minuten" ...aber selbst wenn, 20min Panikattacke sind wie 20min die Hand auf der heißen Herdplatte. Wer da nicht die Kontrolle verliert und die Pranke liegen lässt bis sie aussieht wie ein Well-done-Steak ohne mit der Wimper zu zucken (und hinterher auch noch behauptet er würde es wieder machen) von dem lasse ich mir dann vielleicht auch erklären wie ich 20min Full-Speed-Panikattake aushalten soll.

Off-Topic
...ich musste einer (vielen) für mich normalerweiser angsteinflößenden Situation plötzlich angstfrei begegnen (wie jeder andere Mensch auch), da hat es dann "klick" gemacht ;)
Das größte Aha-Erlebnis in diesem Zusammenhang war für mich folgendes:
Letztes Jahr war ich längere Zeit krankgeschrieben. Zur Ärztin rein, Krankschreibung abholen, wieder raus. Immer der gleiche Ablauf, hatte ich bestimmt schon 10x gemacht und die Angst war jedes Mal unerträglich, da ich wusste was passiert dachte ich immer es müsse doch nun mal besser werden (habe quasi auf "Heilung durch Einsicht" gehofft), aber vor jedem Termin habe ich die Nacht nicht schlafen können weil ich schon so unerträgliche Angst vor der Angst hatte.
Irgendwann war ich dann bei der Hypnose-Therapeutin (übrigens auch (ehemalige) Schulmedizinierin, wie die Ironie es wollte :lol:) Der nächste Arzttermin war dann Thema meiner ersten Hypnose - ich kam raus und habe beim Gedanken an den kommenden Arztbesuch mit den Schultern gezuckt. Ich wollts aber nicht glauben dass es was gebracht hat, bis ich das nächste Mal im Wartezimmer saß und auf die Angst gewartet habe, aber ....nichts, ich hab gewartet wie man an ner Ampel wartet :shock: Als ich bei der Ärztin saß habe ich es ihr erzählt (sie wusste natürlich von meiner Panik) und habe gesagt, am liebsten würde ich jetzt noch ne Stunde im Behandlungszimmer sitzen, einfach weil ich es kann :lol:
Es war als hätte jemand zum ersten Mal das Licht angemacht wo es für mich vorher ewig dunkel war, da habe ich das erste mal in meinem Leben erlebt wie es sich überhaupt anfühlt, ohne Panik zum Arzt zu gehen und war irgendwie überrascht als wenn ich vorher gar nicht so richtig gewusst hatte, dass es überhaupt geht :lol:

Das die Hypnose bei mir so gut funktioniert hat ist übrigens mein Glück, die Schulmedizin versucht oft die gleichen Ergebnisse des "angstfreien Erlebens" herbeizuführen in dem sie Medikamente gibt die dann später wieder abgesetzt werden sollen. Funktioniert bestimmt oft, nur leider können diese Medikamente auch schnell süchtig machen, weswegen man da sehr vorsichtig sein muss und sie oft das "letzte Mittel der Wahl sind" (zu Recht - weil sie süchtig machen - und zu Unrecht - weil sie es einfacher machen).


@Mitch, nicht nur ich habe ähnliche Erfahrungen mit sinnlosen Therapeuten und/oder Klinikerfahren, auch mein Freund (3 stationäre Therapien (insgesamt 9 Monate :shock:) und endlose ambulante Therapie, sowie wirklich viele Leute im Freundeskreis. Einen Therapeuten zu finden den man mag und der noch dazu eine Methode anwendet die zu einem passt ist offenbar wie ein Sechser im Lotto und wenn man eh schon angeschlagen ist hat man nicht immer auch noch die Energie zum Lottospielen.

Vielleicht versuchst du mal ein wenig Abstand zwischen dich und die vergangenen Therapien zu bringen damit du ein wenig runterkommst (es ist keine Schande, wenn man auch mal eine zeitlang keine Energie hat sich mit seinem Problem zu befassen). Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem du für dich wieder nach einer Lösung suchen möchtest (vielleicht ist es auch sofort, dass kannst nur du entscheiden).

In der Zwischenzeit überlege mal ein wenig wie deine "Traumtherapie" aussehen müsste.
Überlege was dir am meisten helfen würde. Was würdest du dir wünschen, dass passieren soll, wenn die Angst aufkommt? Wie sollen die Menschen um dich in deiner Wunschvorstellung reagieren? Was brauchst du um dich sicher zu fühlen? Wenn du die Welt so einrichten könntest wie du es magst und du bestimmten könntest wie die Menschen auf dich reagieren sollen, würdest du dich dann sicherer fühlen? Wäre es z.B. schön wenn dich jemand in den Arm nimmt und dir sagt, dass alles gar nicht so schlimm ist wenn du Angst hast? - Denn dann kann man lernen sich selbst in den Arm zu nehmen und sich zu sagen, dass "alles gar nicht so schlimm ist" - Problem solved ;)
Ich weiß dass klingt billig, aber wenn wir unserem Unterbewusstsein genau das geben was ihm fehlt, werden die Ängste oft "arbeitslos".

1. Solche Überlegungen sagen viel über die Funktion unserer Ängste.
2. Wenn die Ängste nicht mehr "gebraucht" werden (keine Funktion erfüllen) verschwinden sie.
3. Such dir eine Therapieform die dir genau die Sicherheit gibt die dir fehlt wenn die Ängste aufkommen.
Dabei gilt: Wenn die Therapie sich gut anfühlt, dann ist sie auch gut für dich. Wenn sie sich schlecht anfühlt dann
ist sie auch schlecht für dich.
Wenn die z.B. jemanden möchtest der lieb und freundlich und vorsichtig mit dir ist (ich wollte so jemanden
unbedingt) dann geh keine Kompromisse ein, alles andere wird scheitern. Du musst dich wohlfühlen.

Was die Hypnose angeht - ich finde sie fantastisch ;)
Leider ist es verdammt schwer jemand qualifizierten zu finden - ich hatte erst mit der dritten Therapeutin Glück (aber was für welches dann :mrgreen:).

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Schon wieder ein Roman :uups:
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #93
Off-Topic
Schon wieder ein Roman :uups:
Ich weiß nicht, wie Mitch oder andere das sehen, aber ich persönlich finde deine Romane zu dem Thema hier unglaublich klasse und stärkend, da fühle ich mich mit meinen eigenen Problemen schon nach dem Lesen deutlich sicherer und besser :) Mut geben kannst du wirklich spitze :058:
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #94
Das ist durchaus sinnvoll, birgt aber auch Probleme, z.B. eine hohe Rückfallquote, wenn die Angst eigentlich eine Funktion für die Psyche hat, es also einen gewissen "Krankheitsgewinn" gibt (ich persönlich glaube, dass dieser bei starken Ängsten im Grunde immer vorhanden ist).

Darüber habe ich ja ebenfalls was geschrieben, aber normalerweise geht es auch in ner Verhaltenstherapie um das Thema.

Einspruch ;)
Die Verhaltenstherapie ist das gängigste und am häufigsten angewandte Mittel, dass heißt aber trotzdem nicht, dass es das auch das geeignetste ist.

Einspruch. Im Vergleich zu anderen Therapien ist die Verhaltenstherapie bei Angststörungen auch die erfolgreichste. Heißt natürlich nicht, dass sie alle heilt und das beim ersten Mal, aber es ist ein guter Grund, die als erste Therapie vorzuschlagen.


Natürlich habe ich sowas probiert, aber es war nichts als absoluter Blödsinn und eine Qual für uns beide, denn wovor ich eigentlich Angst hatte (habe) ist ja, dass ihm was passiert (ein Unfall oder so) und er stirbt und ich dann alleine nicht weiterleben könnte.
Das wovor ich eigentlich Angst hatte (habe) kann also nicht geübt werden, ich kann schlecht die Erfahrung machen, dass es ja gar nicht so schlimm ist wenn er stirbt.......du siehst das Dilemma.

Das ist ja Blödsinn. Natürlich sollst du nicht lernen, dass es nicht schlimm ist, wenn er stirbt. Das ist nämlich schlimm und zwar für jeden, nicht nur für psychische Kranke. Dein Ziel hätte heißen müssen, zu lernen, dass er nicht stirbt, wenn du nicht direkt bei ihm bist. Dann hattest du ja schließlich keine Panik.




Blabla (sorry, ich meins nicht böse, ist nur ein emotionales Thema für mich und ich kenne diese Theorien und die sind Bullshit).
Mein Freund war 4 Monate in einer Klinik, in dieser Zeit habe ich damals keine Nacht länger als drei Stunden geschlafen, hatte permanent Durchfall und Druck auf der Brust und habe über 10 Kilo abgenommen (von 60kg auf unter 50kg), zum Glück kam er dann wieder, weiß nicht wie lange ich es noch gemacht hätte :?
Ein anderes Mal hat er einer Freundin beim Umziehen in eine andere Stadt geholfen und war zwei Tage weg und mit dem Auto unterwegs. Da habe ich über 72 Stunden nicht geschlafen, nichts gegessen, wenn überhaupt was getrunken, derartiges Herzrasen gehabt....ich könnte die Liste typischer Angstsymptome hier beliebig fortführen...es war schlimm genug, dass ich mir sehnlichst gewünscht habe ich würde doch bitte, bitte endlich tot umfallen damit es aufhört.

Abnehmen, nicht essen und nicht schlafen können ist zwar absolut unangenehm und hat auch was mit Angst zu tun, aber schon was anderes als eine akute Panikattacke. Die geht nämlich mit Sachen wie Herzrasen, beschleunigter Atmung und viel zu hohem Puls einher. Wenn der Körper das länger als 20 Minuten aufrecht erhalten würde, wär das gefährlich für den Körper und nach einiger Zeit wär man tot. 2 Tage am Stück geht das rein biologisch nicht, da gibt es auch keinen Interpretationsspielraum ;) Was natürlich sein kann, ist, dass man über 2 Tage verteilt immer wieder Panikattacken kriegt.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #95
Ich hab' eben noch mal mit meinen Eltern gesprochen.

Morgen rufe ich erstmal bei meinem aktuellen Hypnose-Therapeuten an und beende das. Es bringt einfach nichts, und dafür ist es einfach zu teuer. Dann suche ich noch ein paar "klassische" Therapeuten raus, rufe aber Dienstag erstmal einen an, den meine Hausärztin mal vorgeschlagen hat. Das kostet ja nix ;) Also schaden kann eine Therapie in die Richtung nicht.
Und dann ist Ende des Monats ja noch der Termin in der anderen Hypnose-Praxis, vllt klappt es dort besser.
Mit dem Autofahren machen wir das wahrscheinlich so, dass wir tatsächlich so oft die Mini-Runde hier fahren, bis es kein Problem mehr ist.
Mit dem Spazieren gehen am Deich mache ich es einfach so, dass ich sehr darauf achte, wie ich mich fühle. Ganz entspannt und wenn es nicht klappt, dann klappt es eben nicht und wenn doch, freue ich mich umso mehr ^^
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #96
Das klingt doch nach nem guten Plan!
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #97
Darüber habe ich ja ebenfalls was geschrieben, aber normalerweise geht es auch in ner Verhaltenstherapie um das Thema.
Meine Erfahrung ist, dass die Therapeuten zwar deutlichen Wert auf die Herkunft der Angst (z.B. Kindheit, schlechte Erlebnisse) legen, aber nicht auf die Funktion (z.B. Wunsch nach Zuneigung, Schutz..etc), die Funktion wird höchstens in einem Nebensatz besprochen, dabei halte ich sie für extrem wichtig, wird die Funktion nicht neutralisiert werden selbst nach einer erfolgreichen Desensibilisierung mit großer Wahrscheinlichkeit neue Ängste auftreten.

Einspruch. Im Vergleich zu anderen Therapien ist die Verhaltenstherapie bei Angststörungen auch die erfolgreichste.
Die erfolgreichste im Vergleich mit welchen anderen Therapien?
Aber im Grunde will ich dir nicht mal widersprechen, vielleicht sollte ich mich klarer ausdrücken und sagen die Verhaltenstherapie sowie sie standardmäßig abgehalten (und von den Kassen bezahlt) wird ist nicht sonderlich erfolgreich.
In all meinen Erfahrungen bedeutet sie nämlich mit einem Therapeuten in einem stabilen Rahmen in der Praxis zu sprechen und dort "Theorie" durchzuquatschen in der eigentlichen Angstsituation dann aber wieder auf mich allein gestellt und völlig überfordert zu sein.
Maximal 50min Therapie die Woche reichen natürlich auch nicht um jemals eine größere "Expo" zu machen, meine Therapeuten haben das auch kategorisch abgelehnt, das würde den Rahmen sprengen. Nicht mal von Berichten aus Klinikaufenthalten kenne ich es, dass sich dort mal mehrere Stunden am Stück mit einem Patienten auseinander gesetzt wird....das ist der (gesetzlichen) Kasse offenbar alles viel zu teuer.
Die Schuld liegt also aus meiner Sicht nicht (nur) in den Grundideen der VT, sondern auch in der Bürokratie.

Ich wurde z.B. aus rein bürokratischen Gründen jahrelang gar nicht erst behandelt.
Z.B habe die Therapeuten sich geweigert einen Termin für mich zu machen wenn mein Freund für mich angerufen hat (weil ich nicht telefonieren konnte), die Gründe sind mir schleierhaft...hätte ich eine Freundin anrufen lassen die sich für mich ausgegeben hätte, hätte es geklappt, aber ich fand es blöd eine Therapie mit einer Lüge anzufangen.

Dann habe ich endlich einen Termin und komme zum Therapeuten und sage ich habe offenbar eine Ärztephobie, aber die sagen ich kann erst eine Therapie bekommen, wenn ich spätestens nach der sechsten Sitzung einen Gesundheitsbericht vom Hausarzt abgebe. Mit anderen Worten, ich bekomme erst eine Therapie wenn ich sie nicht mehr brauche.

Wer durch die Maschen fällt soll halt verrecken (so hab ich es immer empfunden)...nicht viel anders dürfte es den vielen Menschen gehen die aufgrund von Ängsten nicht das Haus verlassen können (wie Mitch ja auch), denn es kommt normalerweise kein Threapeut nach Hause.
Sinnvoll behandelt wird also oft nur der, dessen Problem in den Rahmen der normalen Therapieabhaltung passt, der also ein "bequemer" Patient ist :?
Dein Ziel hätte heißen müssen, zu lernen, dass er nicht stirbt, wenn du nicht direkt bei ihm bist. Dann hattest du ja schließlich keine Panik.
Aber genau das geht doch nicht.
Nehmen wir an er ist unterwegs und hätte eigentlich schon vor 5min wieder da sein müssen. Es ist doch nicht unmöglich, dass ihm was passiert ist, vielleicht hatte er ja einen Unfall, woher soll ich das wissen? Unfälle passieren, dass ist weder unmöglich noch irrational. Und nur weil er gestern keinen Unfall hatte, heißt das ja nicht, dass er auch heute keinen hat.
Bevor er nicht wieder da ist (oder ich bei ihm) kann ich doch keine Sicherheit darüber bekommen ob ihm nun etwas passiert ist oder nicht!
Was ich brauche ist Optimismus, Zuversicht und ein wenig Vertrauen in das Leben ("wird schon nichts sein")...nur all das hat jemand mit Null Selbstbewusst sein nicht, also kann er (sie ;)) auch nicht durch Exposition lernen dass alles nur "halb so wild" ist, verstehts du was ich meine?

Abnehmen, nicht essen und nicht schlafen können ist zwar absolut unangenehm und hat auch was mit Angst zu tun, aber schon was anderes als eine akute Panikattacke. Die geht nämlich mit Sachen wie Herzrasen, beschleunigter Atmung und viel zu hohem Puls einher. Wenn der Körper das länger als 20 Minuten aufrecht erhalten würde, wär das gefährlich für den Körper und nach einiger Zeit wär man tot
Zugegeben, "Panikattacke" lässt sich schwer definieren und sie fühlt sich für den einen etwas mehr so an und für den anderen etwas mehr so, allerdings ist meine Empfindung, dass der erlebte Kontrollverlust (das Schlimmste) bei Angstzuständen durchaus länger anhalten kann als 20min, ebenso ist meine Erfahrung, das Zustände von Dauerangst durchaus anhalten können bis lebensgefährlich wird.
[VERSTECK]Oder wie lange hätte ich noch nicht schlafen und nicht essen können als mein Freund in der Klinik war? Wohlgemerkt, ich hatte subjektiv nicht das Gefühl dass die Angst nach hinten raus mit der Zeit weniger wurde.
Nach drei Monaten ging es mir so schlecht wie am ersten Tag, im Gegenteil es hat sich sogar über die Zeit eher immer weiter hochgeschaukelt.[/VERSTECK]

Dann kommt noch dazu, dass die Evolution nur zwei Möglichkeiten zulässt wie akute Angst wieder verschwindet:
1. Der Angstauslöser verschwindet.
2. Resignation.
Wenn Paniksymptome nach 20min verschwinden weil der Körper die Belastung nicht länger aushält, dann war das in der Natur früher normalerweise das Todesurteil. Angst lässt uns flüchten, und wer nicht mehr flüchten kann der wird gefressen.
Der Moment in dem die Angst vor Erschöpfung verschwindet ist also genau der an dem man sich in sein Schicksal fügt, in der man mit dem Leben abschließt. Solche Erfahrungen sind meistens sehr einschneidend und führen fast unausweichlich zu schweren Traumatisierungen und damit zu weiteren Problemen (siehe z.B. Soldaten mit PtSB, bzw "Golf-Kriegs-Syndrom").
Es gilt solche Zustände in JEDEM Fall zu vermeiden, forcierte Angst ist nicht (und darf auch niemals) ein angewandtes Mittel einer Therapie sein.
Ich weiß es wird und wurde mit "Flooding" experimentiert, aber es ist nichts anderes als Folter. Es entwürdigt und quält den Patienten weit mehr als es ihm nützen könnte und ist meiner Meinung nach in jeder Hinsicht abzulehnen!

Sich "der Angst stellen" muss auch in einer VT für den Menschen so aussehen wie z.B. für einen Hund - freiwilliger Mini-Schritt nach vorn - Bonschi, Bonschi, Bonschi - es für heute gut sein lassen und morgen weitermachen ;)

@Mitch: Ich finde auch, dass dein Plan gut klingt, hör auf dich und deinen Bauch, du weißt am besten was gut für dich ist ;)
Was die Hypnose angeht, meine Glückstherapeutin ist hier eingetragen:

Die "dgh" bemüht sich um eine Qualitätssicherung des Ausbildungsstandes der Therapeuten in ihren Listen und demnach um eine gewisse Seriosität (was natürlich trotzdem nicht heißt, dass jeder dort gut ist), aber immerhin kann man so sicher sein, dass derjenige zu dem man geht eine längere Ausbildung als Hypnosetherapeut hinter sich hat und nicht nur ein Wochenendsemiar :?
Off-Topic
Ich weiß nicht, wie Mitch oder andere das sehen, aber ich persönlich finde deine Romane zu dem Thema hier unglaublich klasse und stärkend, da fühle ich mich mit meinen eigenen Problemen schon nach dem Lesen deutlich sicherer und besser :) Mut geben kannst du wirklich spitze :058:
Danke Blue, dabei habe ich das Gefühl, dass ich vielleicht sogar irgendwie "radikal" rüberkomme, immerhin ist das Thema sehr emotional für mich :uups:
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #98
Meine Erfahrung ist, dass die Therapeuten zwar deutlichen Wert auf die Herkunft der Angst (z.B. Kindheit, schlechte Erlebnisse) legen, aber nicht auf die Funktion (z.B. Wunsch nach Zuneigung, Schutz..etc), die Funktion wird höchstens in einem Nebensatz besprochen, dabei halte ich sie für extrem wichtig, wird die Funktion nicht neutralisiert werden selbst nach einer erfolgreichen Desensibilisierung mit großer Wahrscheinlichkeit neue Ängste auftreten.

Wie gesagt, schlechte Therapeuten. Gerade die Funktion, die ein Verhalten in der Gegenwart hat ist DAS Thema in der Verhaltenstherapie und da unterscheidet sich ihre Theorie auch am deutlichsten von allen anderen. In der Psychoanalyse geht es dann eher darum, welche Erlebnisse in der Kindheit das Verhalten ausgelöst haben...


Die erfolgreichste im Vergleich mit welchen anderen Therapien?
Aber im Grunde will ich dir nicht mal widersprechen, vielleicht sollte ich mich klarer ausdrücken und sagen die Verhaltenstherapie sowie sie standardmäßig abgehalten (und von den Kassen bezahlt) wird ist nicht sonderlich erfolgreich.
In all meinen Erfahrungen bedeutet sie nämlich mit einem Therapeuten in einem stabilen Rahmen in der Praxis zu sprechen und dort "Theorie" durchzuquatschen in der eigentlichen Angstsituation dann aber wieder auf mich allein gestellt und völlig überfordert zu sein.
Maximal 50min Therapie die Woche reichen natürlich auch nicht um jemals eine größere "Expo" zu machen, meine Therapeuten haben das auch kategorisch abgelehnt, das würde den Rahmen sprengen. Nicht mal von Berichten aus Klinikaufenthalten kenne ich es, dass sich dort mal mehrere Stunden am Stück mit einem Patienten auseinander gesetzt wird....das ist der (gesetzlichen) Kasse offenbar alles viel zu teuer.
Die Schuld liegt also aus meiner Sicht nicht (nur) in den Grundideen der VT, sondern auch in der Bürokratie.

Im Vergleich mit allen anderen Therapien, die in Deutschland von Krankenkassen anerkannt werden, da gibt es mehrere Studien zu. Man darf in Deutschland schließlich nicht x-beliebige Therapien mit ungewissem Ausgang anbieten, sondern nur welche, die auch zu Erfolgen führen. Deswegen wird sowas immer wieder wissenschaftlich überprüft. Und bei allem mit Angst liegt die Verhaltenstherapie vorne. Nennt sich übrigens Psychotherapieprozessforschung, vielleicht spukt google da ja was zu aus, ich hab das damals in der Uni und im Praktikum gehabt.
Das kann gut sein, aber genau so ist es mit allen anderen Therapieformen auch. Auch ein tiefenpsychologischer Therapeut kriegt es nicht bezahlt, wenn er sich mit dir in die Angstsituation begibst und genau so musst du da deine Sachen beim Hausarzt abgeben, weil der Therapeut sonst umsonst arbeiten müsste. Es mag welche geben, die das trotzdem machen, das liegt dann aber am Therapeut persönlich, nicht an der Therapierichtung. Das gleiche gilt, wenn man privat zahlt. Dann ist in der Verhaltenstherapie auch einiges mehr möglich, so wie in allen anderen Richtungen auch.

Aber genau das geht doch nicht.
Nehmen wir an er ist unterwegs und hätte eigentlich schon vor 5min wieder da sein müssen. Es ist doch nicht unmöglich, dass ihm was passiert ist, vielleicht hatte er ja einen Unfall, woher soll ich das wissen? Unfälle passieren, dass ist weder unmöglich noch irrational. Und nur weil er gestern keinen Unfall hatte, heißt das ja nicht, dass er auch heute keinen hat.
Bevor er nicht wieder da ist (oder ich bei ihm) kann ich doch keine Sicherheit darüber bekommen ob ihm nun etwas passiert ist oder nicht!
Was ich brauche ist Optimismus, Zuversicht und ein wenig Vertrauen in das Leben ("wird schon nichts sein")...nur all das hat jemand mit Null Selbstbewusst sein nicht, also kann er (sie ;)) auch nicht durch Exposition lernen dass alles nur "halb so wild" ist, verstehts du was ich meine?

Und diese Zuversicht kann man gewinnen, in dem man jeden Tag wieder sieht, dass nichts passiert ist. Klar ist das nicht unmöglich, dass irgendwem was passiert, aber es ist extrem unwahrscheinlich. Eben so, wie dass man im Lotto gewinnt.
Auch Selbstbewusstsein generiert man am leichtesten dadurch, dass man merkt, was man alles kann und schafft. Klar kann man das auch generieren, in dem einem jemand sagt, wie toll und wertvoll man ist. Aber das ist kein echtes Selbstbewusstsein, sondern man macht sich abhängig von dem, was einem gesagt wird. Die Kunst am Selbstbewusst sein, ist, dass einem selbst bewusst ist.


Zugegeben, "Panikattacke" lässt sich schwer definieren

Dann kommt noch dazu, dass die Evolution nur zwei Möglichkeiten zulässt wie akute Angst wieder verschwindet:
1. Der Angstauslöser verschwindet.
2. Resignation.
Wenn Paniksymptome nach 20min verschwinden weil der Körper die Belastung nicht länger aushält, dann war das in der Natur früher normalerweise das Todesurteil. Angst lässt uns flüchten, und wer nicht mehr flüchten kann der wird gefressen.
Der Moment in dem die Angst vor Erschöpfung verschwindet ist also genau der an dem man sich in sein Schicksal fügt, in der man mit dem Leben abschließt. Solche Erfahrungen sind meistens sehr einschneidend und führen fast unausweichlich zu schweren Traumatisierungen und damit zu weiteren Problemen (siehe z.B. Soldaten mit PtSB, bzw "Golf-Kriegs-Syndrom").
Es gilt solche Zustände in JEDEM Fall zu vermeiden, forcierte Angst ist nicht (und darf auch niemals) ein angewandtes Mittel einer Therapie sein.
Ich weiß es wird und wurde mit "Flooding" experimentiert, aber es ist nichts anderes als Folter. Es entwürdigt und quält den Patienten weit mehr als es ihm nützen könnte und ist meiner Meinung nach in jeder Hinsicht abzulehnen!

Sich "der Angst stellen" muss auch in einer VT für den Menschen so aussehen wie z.B. für einen Hund - freiwilliger Mini-Schritt nach vorn - Bonschi, Bonschi, Bonschi - es für heute gut sein lassen und morgen weitermachen ;)

Wie gesagt, ne richtige Panikattacke mit den dazu gehörigen körperlichen Symptomen lässt sich nicht länger als 20 Minuten, maximal ne halbe Stunde aufrecht erhalten. Andere Angstgefühle natürlich schon... und ja, bei irrationaler Angst hilft meistens nichts anderes, als die Situation mal zu durchleben und zu sehen, das gar nichts passiert. Wie mehrere schon gesagt haben, gut zureden heilt einen nicht, da der Verstand nicht mitmacht. Man weiß ja selber, dass die Angst völlig unverhältnismäßig ist. Und mehrmals hab ichs jetzt schon gesagt, kleine Schritte, nacheinander, dass man es gerade so aushalten kann. Wenn Therapeuten das anders machen, liegt es nicht an der Therapieform sondern daran, dass es schlechte Therapeuten sind. Ich denke, Mitch ist da jetzt aufm guten Weg.

Und ich mach hier jetzt Schluss, ich befürchte, aufgrund deiner schlechten Erfahrungen kann ich dich nicht dazu bringen, an die Wirkung von Verhaltenstherapie zu glauben.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #99
In der Klinik war ich IMMER alleine unterwegs. Mit der Therapeutin hatte ich einmal in der Woche ein Gespräch. Ansonsten hatte ich meine Aufgaben und eben die Standard Sachen
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #100
Und diese Zuversicht kann man gewinnen, in dem man jeden Tag wieder sieht, dass nichts passiert ist.
Aber ich habe über 10 Jahre so gelebt, 10 Jahre in denen mein Freund NICHT gestorben ist, obwohl es immer wieder Situationen gab in denen er ohne mich rausgegangen ist. Auch habe wir OFT Übungen gemacht in denen er erstmal nur ein bisschen weggeht.
Erfolgsquote = 0, genauso ist es mit der "Schocktherapie" gewesen, die ich hatte als er in der Klinik war, wie gesagt nach über 3 Monaten hatte ich nicht das Gefühl das eine Gewöhnung eintritt.
Also geht diese Theorie hier nicht auf und die Tatsache dass sie bei mir nicht aufgegangen ist nehme ich als Beweis dafür, dass Desensibilisierungen die nur "an der Angst" arbeiten kein Allheilmittel sind und immer der Situation angepasst sein müssen, sie helfen nicht bei jedem Angstproblem (wobei auch hier meine Erfahrung ist, dass wenn einem etwas nicht weiterhilft die Therapeuten einem sofort "Therapieunfähigkeit" unterstellen, anstatt Alternativen vorzuschlagen :roll:).
Was meine Arztphobien angeht, da glaube ich übrigens schon, dass ich mit schrittweiser Gewöhnung eine Besserung hätte erreichen können (wenn denn überhaupt ein Therapeut gewillt gewesen wäre sie überhaupt mit mir durchzuführen), bei meinem "Freund-Problem" jedoch nicht, die Angst dort hatte einfach nochmal eine ganz andere Qualität und speiste sich allein aus Selbstzweifeln und Unwertsgefühlen und dem Wunsch daraus "gerettet" zu werden.

Im Vergleich mit allen anderen Therapien, die in Deutschland von Krankenkassen anerkannt werden, da gibt es mehrere Studien zu.
Aber hier liegt doch genau das Problem ;) Nachdem man die VT in Deutschland einmal von den Krankenkassen abgesegnet hat wird sie als Allheilmittel verschrieben.
Das etwas anerkannt und praktiziert wird heißt aber auch lange noch nicht dass es gut und richtig ist. Auch bedeutet es, dass jeden für den es nichts ist ohne Hilfe zurückgelassen wird.

Die Krankenkassen zahlen bei Rückenschmerzen auch sofort ne Cortison-Spritze und ne Massage nur widerwillig, obwohl zweiteres schonender und nachhaltiger wäre....aber die Kassen möchten es lieber schnell und billig ;)
Wobei Hypnose ja nun schnell und billig ist...aber da fehlt es irgendwie vielleicht auch an Prestige, ich glaube jedenfalls nicht mehr daran, dass uns Dinge von den Kassen nur deswegen vorgesetzt werden, weil sie "das Beste" sind, da gehen die Auswahlverfahren ganz eigene (seltsame) Wege, Wirtschaftlichkeit kann es jedenfalls nicht sein wegen der die Kassen mir eine VT für mehrere 10.000 Euro sofort bezahlen, aber eine Hypnosebehandlung von 500€ nicht, obwohl ich als Patient mir von zweiterem wesentlich mehr versprechen würde (und vor allem nach dem ich schon einmal positive Erfahrungen damit gemacht habe).

Man darf in Deutschland schließlich nicht x-beliebige Therapien mit ungewissem Ausgang anbieten, sondern nur welche, die auch zu Erfolgen führen.
Dem widerspricht, dass Therapeuten in ihrer Praxis "Therapiefreiheit" haben und ohne irgendwelchen weiteren Kontrollen zu unterliegen therapieren dürfen wie sie wollen (fehlende Qualitätssicherung ist vielleicht auch der Grund für die endlos vielen schlechten Therapeuten, wenn die Leute da selbst zahlen müssten wären doch schon längst zwei Drittel davon arbeitslos).

Das kann gut sein, aber genau so ist es mit allen anderen Therapieformen auch.
Nö, Selbstzahler finden meistens einen Therapeuten der genau so auf sie eingeht, wie sie es wünschen.

Auch ein tiefenpsychologischer Therapeut kriegt es nicht bezahlt, wenn er sich mit dir in die Angstsituation begibst
Genau, er bekommt es nicht bezahlt dass er mir angemessen hilft, er bekommt nur unpraktikables Blabla in seiner Praxis bezahlt, toll.

Es mag welche geben, die das trotzdem machen, das liegt dann aber am Therapeut persönlich, nicht an der Therapierichtung. Das gleiche gilt, wenn man privat zahlt. Dann ist in der Verhaltenstherapie auch einiges mehr möglich, so wie in allen anderen Richtungen auch.
Genau das meine ich, entweder man hat das Geld, oder man bekommt eben keine angemessene Hilfe. Psychische Erkrankungen haben nach wie vor ne schlechte Lobby.

Und diese Zuversicht kann man gewinnen, in dem man jeden Tag wieder sieht, dass nichts passiert ist.
Und genau das konnte ich nicht, warum habe ich hoffentlich ausführlich genug erklärt. Meine Aussage hier richtet sich deswegen an Leute denen es ähnlich geht, die es nicht schaffen etwas durch "Herantasten" zu bewältigen. Ich kann nicht die einzige sein, der es so geht und wenn man jemanden immer und immer wieder dazu bringt sich heranzutasten, obwohl es nichts hilft, wird man denjenigen damit nur frustrieren, sein Selbstbewusstsein kaputt machen und ihm somit am Ende schaden...nichts anderes versuche ich zu sagen ;)

Klar kann man das auch generieren, in dem einem jemand sagt, wie toll und wertvoll man ist. Aber das ist kein echtes Selbstbewusstsein, sondern man macht sich abhängig von dem, was einem gesagt wird.
Selbstbewusstsein erreichen wir in der Regel immer in dem wir uns mit anderen vergleichen, anders könnte man ja nicht bemessen wann etwas "gut" war.
Lob von anderen ist ein entscheidender Punkt beim generieren des Selbstbewusstseins (genau so wie uns Zurücksetzungen schwächen). Das ist weder falsch noch macht es abhängig, es tut einfach nur gut, wenn einem jemand was nettes sagt ;)
und ja, bei irrationaler Angst hilft meistens nichts anderes, als die Situation mal zu durchleben und zu sehen, das gar nichts passiert.
Entschuldige, aber ich möchte, dass du jetzt sofort zur nächsten Pferdekoppel gehst und dort mal den Elektrozaun anfasst. Schön die Hand drauflassen für etwa 20min...dann erfährst du, dass dir der Strom eigentlich gar nicht schadet, er tut nur unglaublich weh. Wenn du danach der Meinung bist, dass du dadurch erfahren hast, dass ja "gar nichts passiert" wenn man nen Stromzaun anfasst kannst du wiederkommen und das nochmal sagen :)
Ich mag solche Aussagen wirklich nicht, denn genau wie ein Schmerzreiz nicht weniger wird wenn man ihn immer wieder auslöst, so wird auch ein Angstreiz nicht weniger indem man ihn immer wieder auslöst (im Gegenteil, im schlimmsten Fall manifestiert er sich dadurch nur noch mehr).


Wie mehrere schon gesagt haben, gut zureden heilt einen nicht, da der Verstand nicht mitmacht.
Es gibt sehr wohl Studien die belegen das Empathie sehr geeignet ist um Angst zu reduzieren. Menschen mit Spritzenphobien werden z.B. signifikant weniger ohnmächtig, wenn man lieb und verständnisvoll mit ihnen umgeht und ihnen gut zuredet.
Auch mir hat "gutes Zureden" ein neues Leben geschenkt, von dem ich schon lange dachte, dass es das für mich niemals geben würde.

Und ich mach hier jetzt Schluss, ich befürchte, aufgrund deiner schlechten Erfahrungen kann ich dich nicht dazu bringen, an die Wirkung von Verhaltenstherapie zu glauben.
Das ist ein Todschlagsargument und ein wenig so, als wenn ich sage, ich könnte dich eh nicht vom Gegenteil überzeugen, da du es so an "offizieller" Stelle gelernt hast und deswegen viel zu indoktriniert bist ;)

Das ist jetzt überzogen und nicht böse gemeint, ich will mir bloß nicht mein Urteilsvermögen absprechen lassen.

Ich glaube sehr wohl an die Wirkung von Verhaltenstherapien, denke sie hat gute Elemente und kann gute und schnelle Erfolge erzielen wenn sie richtig ausgeführt wird, leider zahlen die Kassen aber meistens nur einen halbherzigen Abklatsch davon, der nicht wirklich taugt um schwereren Fällen zu helfen und im worst-case alles nur noch schlimmer macht :?
Auch finde ich es schade, dass nicht noch mehr verschiedene Therapieelemte (ich sage Elemente, weil ich denke dass auch z.B. Hypnose sich der Grundform einer Verhaltenstherapie bedient) genutzt werden um den Menschen individueller zu helfen.
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In der Klinik war ich IMMER alleine unterwegs. Mit der Therapeutin hatte ich einmal in der Woche ein Gespräch. Ansonsten hatte ich meine Aufgaben und eben die Standard Sachen
Wie ich schon sagte "halbherziger Abklatsch" einer sinnvollen Verhaltenstherapie, der im schlimmsten Fall alles nur noch schlimmer macht :?

Lass dich drücken Mitch, nicht du bist "falsch" oder "unfähig" wenn etwas scheitert, die Therapie war es ;)
Lass dir niemals sagen, es würde an dir liegen, lass dir niemals sagen du könntest es nicht schaffen, lass dir niemals sagen du würdest es nur nicht "wollen".
Lass dir von niemandem sagen es wäre deine Schuld, wenn er dir nur in Wahrheit nicht gewachsen ist.
(P.S. Ja, all diese Dinge habe ich in diversen VTs zu hören bekommen)
 
Thema:

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