Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

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  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #61
Was wäre daran schlimm, wenn du dich Übergibst?
Weil eigentlich kann dies ja jedem Menschen passieren.
Ist es dann, dieses Unangenehme Gefühl, im Mittelpunkt zustehen, weil Leute dich ansehen und sagen könnten"oh guck mal die da." Oder ist da Angst, das dir etwas passiert?
Und dann vor allem die Frage, weswegen solltest du dich Übergeben? Es gibt doch eigentlich keinen Grund. Bis auf das dieses Gefühl da ist.
Ich kann diese ganz heftigen Übelkeits-Situationen einfach nicht aushalten, das schaffe ich einfach nicht.
Ich habe es inzwischen auch schon oft geschafft, länger am Deich unterwegs zu sein - tja, das bricht irgendwann wieder zusammen, jetzt kann ich nicht mal mehr die paar Meter zum Deich hin gehen.

Du erwartest zu viel von dir.
Du kannst diese Situationen ja auch nicht aushalten, wie auch? Du hast es ja bisher noch nicht richtig gelernt, wie du damit umzugehen hast.
Setz deine Ziele weiter runter.

Geh vor die Haustür. Es kann dir nichts passieren. Geh in Garten, schau das du deinen Hund mitnimmst.
Es passiert nichts.

Dir muss Sicherheit vermittelt werden.
Ich denk mal drüber nach, was dir da Helfen könnte.

Und bitte geh noch mal auf meine Frage weiter oben ein, wie und ob du dich mit dem Thema Angst, etc, auseinander gesetzt hast.

Ich bin fest der Überzeugung, das dir ein richtiger Verhaltenstherapeut helfen könnte. :eusa_think:
Ohne wirst du ja immer so Leben.:(
Einfach Verschwinden wird das nicht. Aber das weisst du ja auch.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

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  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #62
Mag ja sein, dass dir das hilft - bei mir offensichtlich nicht ;)
Das probiere ich ja jedes Mal - keine Chance.
Ich habe auch diverse Angstprobleme und bei mir hat es auch niemals geholfen die Angst "einfach" auszuhalten, im Gegenteil, dadurch habe ich immer und immer wieder die Erfahrung gemacht "wenn ich dies und das tue dann geht es mir UNGLAUBLICH schlecht" = das mache ich nie wieder.

Bei einem Phobiker ist die Angst in der Regel so stark, dass es keine "Heilung durch Einsicht" geben kann (ansonsten dürfte es auch keine Spinnenphobiker geben, denn die wissen auch alle, dass ihnen Spinnen eigentlich nichts tun ;))
Jemand mit einer echten Panikattacke kann auch keine positive Erfahrung mit einer Situation machen, da die Angst selber so ein enormes Negativerlebnis ist, dass sie jeden anderen positiven Reiz überschattet.
Angstzustände können sich so DERART (!!!) schrecklich Anfühlen, weitaus schlimmer als körperlicher Schmerz, dass es nichts als Folter ist von jemandem mit solchen Ängsten zu verlangen, dass er die Angst halt mal "aushalten" sollte.

Ich habe all das auch immer von anderen gehört und dadurch über die Jahre immer mehr und mehr Selbstbewusstsein verloren, da mir von allen nur gesagt wurde ich müsse es halt "einfach" aushalten oder "einfach" anders denken.
Ich weiß, dass dies auch gängige Ratschläge in der Verhaltenstherapie sind, mir haben sie über die Jahre weitaus mehr geschadet als geholfen.
Immer habe ich mich mehr gehasst und mehr an mir gezweifelt weil ich offenbar nicht "einfach" etwas anders machen kann, das hat mir immer das Gefühl gegeben noch "armseliger" zu sein als alle anderen, die das ja offenbar können :?
Das schwindende Selbstbewusstsein und die immer größere Scham haben meine Ängste dann immer mehr verstärkt.
Mich persönlich hätte die Verhaltenstherapie also fast ins Grab gebracht und ihr den Rücken zu kehren war die beste Idee die ich jemals hatte ;)

Deswegen bin ich der festen Meinung, dass "aushalten" und "sich stellen" bei einem sehr starken Phobiker nicht helfen wird, im Gegenteil jedes Mal wenn die Angst erlebt wird findet eine tiefere Traumatisierung statt und die Angst manifestiert sich nur noch tiefer.

Mir persönlicher hat ein ganz anderer Weg aus der Angst geholfen (bzw ich arbeite immer noch dran, aber bin extrem vorangekommen in den letzten zwei Jahren), nämlich mich selbst und meine Ängste ernst zu nehmen.
Immer dann einen Riegel vorschieben wenn es mir zu viel wird (mich auch wirklich fühlen zu lassen, dass ich es selbst bin die die eigenen Grenzen setzt). Mir klar machen das NIEMAND noch vernünftig reagieren könnte, wenn er sich in meinem Zustand befinden würden und ich mich deswegen nicht verurteilen muss, bzw von mir nicht gleich das unmögliche verlangen (normal/angstfrei durch den Alltag gehen) kann.
Jeder der mir sagte ich müsse auch nur einen Schritt schneller gehen als ich es selber wollte, den habe ich für "falsch" erklärt.
Ich habe endlich MICH ernst genommen und nicht die ganzen Leute die mir sagen wollten wie ich zu sein habe.
...und es stellt sich immer mehr heraus ICH bin der wichtigste Mensch den ich brauche, wenn ich Angst habe.

Aus meiner Sicht ist bei extremen Phobien also eine Besserung nur über eine Verbesserung des Selbstbewusstseins zu erreichen. Sich ernst nehmen, sich gern haben, sich klar machen was man alles kann, wie viele Dinge es gibt in denen man toll ist. Ein Erfolgstagebuch führen ;)

Letztendlich habe ich nach ewigen, sinnlosen Verhaltenstherapie-Odyseen es auch noch mit einer Hypnosetherapeutin geschafft, die mir immer und immer wieder klar gemacht hat, dass ich nicht nur schwach und unfähig und ängstlich bin und deswegen weniger wert als alle anderen, sondern dass ich viele, unglaubliche Stärken habe und das ich mich mögen und lieben kann und darf so wie ich bin und wie toll es ist die positiven Dinge im Leben zu sehen.

Großartigerweise nehmen seit dieser Änderung in meiner Einstellung die Ängste nach und nach ab (obwohl ich mich ihnen niemals unter Qualen "gestellt" habe, wie es die VT verlangt;)) und es ist jetzt schon ein wenig als wenn ich das erste Mal seit Jahren atmen könnte.
Wenn ich jetzt Dinge tue, dann weil ich (weitestgehend) angstfrei bin, NIEMALS würde ich wieder etwas tun wenn ich schon vorher weiß, dass ich dabei eine Panikattacke habe, NIEMALS wieder werde ich diese Qualen ertragen, nur weil jemand meint ich müsse es halt "aushalten" und dann würde es besser werden. Wenn ich etwas nicht will, oder mir etwas zu viel wird, dann sage ich NEIN. :?
Ich weiß selbst was mir gut tut....und Folter ist es nicht!

For the record: Ich bin aus Angst rund 15 zu keinem Arzt gegangen (und hätte den Tod als einfachere Alternative in Betracht gezogen, wenn ich ernsthaft und schwer krank geworden wäre, demnach waren meine Ängste also durchaus schon als "lebensbedrohlich" einzustufen) und habe ebenfalls 15 Jahre lang meinen Partner nicht alleine aus dem Haus gehen lassen, weil ich Angst hatte ihm passiert was und er kommt nicht wieder zurück (es gab Zeiten da konnte er nicht mal alleine den Müll rausbringen), ich habe mein Studium und so ziemlich jede andere Aktivität in meinem Leben aufgegeben, nur damit ich ihn begleiten kann wenn er irgendwo hingeht und ich nicht die "Ungewissheit" ertragen zu müssen, dass ich nicht weiß wo er ist und ob es ihm gut geht. 15 Jahre in denen er niemals alleine mit Freunden weggehen oder einkaufen konnte (unglaublich, dass er immer noch bei mir ist, auch er ist so viel stärker als er denkt ;)).
Außerdem fürchte ich mich vor sämtlichen unbekannten Alltagssituationen, vor Fahrstühlen, Flugzeugen, weit von Zuhause wegzufahren, allein mit Fremden sein.....usw.
Meine Ängste haben mich also gut und gerne 15 Jahre meines Lebens gekostet, ich bin jetzt Mitte 30, habe keinen Berufsabschuluss oder überhaupt irgend etwas fertig bekommen in meinem bisherigen Leben, so stark waren meine Ängste. (nur falls sich jemand fragt, ob ich weiß wovon ich da rede ;)).


Übrigens, noch zum Thema "Ängste bestätigen", ich glaube hier ist jeder Mensch anders, bei mir persönlich nimmt die Panik zu, wenn mir jemand sagt "wir können jetzt nicht umdrehen/nach Hause", oder "da musst du jetzt durch" dann fühle ich mich gefangen, ausgeliefert, hilflos und drehe erst recht durch (dafür fühle ich mich dann beschämt, schlecht, unfähig und voller Selbsthass)....alles nicht wirklich förderlich um meine Ängste zu verringern.

Mir hilft es dagegen sehr, wenn jemand "lieb" ist, freundlich mit mir spricht, mich in den Arm nimmt (auch wenn ich es natürlich nicht zugegen mag :p), dann habe ich das Gefühl "ich bin nicht allein, ich werde Ernst genommen" und das hilft mir persönlich sehr, denn wenn mich jemand anders ernst nimmt dann kann ich mich auch selbst besser ernst nehmen...was wiederum zu mehr Selbstbewusstsein führt, welches ja wiederum die Ängste lindert ;)

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Puh, so viel zu sagen, ich weiß, dass alle Menschen unterschiedlich sind und dass jeder seinen eigenen Weg aus der Angst finden muss, dennoch denke ich, es kann ja vielleicht helfen, wenn ich hier mal meine (doch vom Standard abweichende) Meinung und Erfahrung mitteile.

Btw: Ich habe mich übrigens in diesem Jahr für eine Ausbildung beworben und falls das nicht klappt absolviere ich nebenbei gerade diverse Vorprüfungen um mich noch mal an der Uni einzuschreiben ;)
Während ich das hier schreibe ist mein Freund bei einem Kumpel zum Geburtstagsfeiern.
Vor zwei Monaten war ich beim Zahnarzt, weil ich dachte "och, warum nicht?".
...und alles indem ich genau das Gegenteil von "Ängste aushalten" gemacht habe...und ich bin soooo stolz auf mich ;)

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Edit:
Was wäre daran schlimm, wenn du dich Übergibst?
Weil eigentlich kann dies ja jedem Menschen passieren.
Es heißt ja nicht "irrationale Ängste" weil man eine plausible Erklärung hätte ;)
Ich habe auch immer nach Erklärungen für mich und meine Ängste gesucht (und auch welche gefunden) die Erkenntnis hat meine Ängste aber auch nicht besser gemacht.
Ich hatte aber immer das Gefühl, eine Erklärung parat haben zu müssen, um mich vor anderen Menschen zu rechtfertigen. Denn die sagen "das verstehe ich nicht, was ist denn so schlimm dadran" und wenn ich mit den Achseln zucke halten sie mich womöglich für dämlich
Ich sage "Ich kann nicht" und sie hören "Ich will nicht" :?
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #63
Ich WEIß ja, dass die Angst total unbegründet ist ;)
Bei anderen Leuten wäre es mir peinlich, im Auto müsste ich den Geruch aushalten und könnte nicht weg, woanders unterwegs müsste ich danach ja noch irgendwie nach Hause, zu Hause weiß ich gar nicht wieso - wahrscheinlich, weil ich mich schon seit Ewigkeiten nicht mehr übergeben musste
Das letzte Mal, wo ich würgend über dem Klo hing (kam aber nix) war irgendwann im März oder so. Das selber war gar nicht so schlimm, trotzdem saß ich danach zitternd da ^^

Ihr schreibt das immer so, als hätte ich das erst seit gestern... inzwischen sind es aber ja über 2 Jahre, in denen ich schon Therapeuten hatte (scheinbar immer schlechte), in 2 Kliniken war, Hypnose und EFT machte und schon viele, viele Auf's und Ab's hatte

Wie ich Sicherheit bekomme? Keine Ahnung.
Vor die Tür oder den Garten ist ja meistens kein Problem. Wenn Leute herkommen, kommt es drauf an, ob die für mich da sind oder ich nur daneben sitze.
Bei letzterem habe ich gar kein Problem, bei ersterem ist es schwieriger, da ich ja nicht einfach weggehen könnte
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #64
Das Problem mit Angststörungen ist, solange man sich den Ängsten nicht stellt, beherrschen die Ängste einen. Ich habe zum Beispiel absolute Höhenangst, Als Kind war es so schlimm das ich nicht mal irgendwo an einem Fenster im ersten Stock stehen konnte ohne mich auf den Boden zu werfen. Irgendwann hatte ich von der Angst die Schnauze gestrichen voll und hab mich angefangen ihr zu stellen. Ich war auf dem Maintower auf der Aussichtsplattform liebe es mittlerweile von Hochhäusern in die Ferne zu schauen und stelle mich meinen Ängsten immer wieder aufs neue. Mit dem Fahrstuhl und mit Treppenhäusern nach oben zu gelangen ist kein Problem mehr aber was mir bis heute noch nicht gelungen ist, ist in einem mittelalterlichen Wehrturm die Holzstiegen hoch zu klettern um von ganz oben hinaus zu schauen. Da werden mir immer noch die Knie weich und ich bekomme total verschwitze Hände aber bei jedem Besuch in diesem Schloss gehe ich wieder in den Turm und jedes mal komme ich eine Stufe höher. Irgendwann werde ich es geschafft haben. Ich werde oben stehen und die Aussicht geniessen. Wegen Depressionen hab ich auch ne zeitlang mal Tabletten genommen. Die ändern aber nichts an den Ursachen sondern bekämpfen nur die Symptome also hab ich die Tabletten genommen und entsorgt und was soll ich dir sagen mir geht es prima.

Du hast genau 2 Möglichkeiten, dich deinen Ängsten stellen und aus dem Teufelskreis ausbrechen oder ein von Ängsten zerfressender Mensch werden.

Die erste Möglichkeit bedeutet Kampf, Kampf, Kampf, die zweite Möglichkeit Aufgabe. Und ich bin der Meinung du solltest den Kampf aufnehmen
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #65
Damit meine ich, ob dich mal wirklich mit dir und deiner Krankheit auseinandergesetzt hast?
Hast du dir mal Bücher durchgelesen?
Dir die Frage gestellt, warum bin ich Krank?
Was ist der Auslöser?
Warum gibt es Ängste und wie leben andere Menschen damit?
Wie kann ich mir selber helfen?
Was brauche ich, damit ich mich beruhige und entspannen kann?
Was tust du für dich, damit du deine verstehst und vor allem dich und deine Krankheit akzeptierst und lernst damit zu leben?

Bücher habe ich bisher keine gelesen, aber viel im Internet
Warum ich krank bin, bzw. der Auslöser ist wahrscheinlich die Geschichte in der Schule + unangenehme Situationen in der Vergangenheit. Die Sache auf der Ausstellung und plötzliche Darm-Beschwerden als wir mit Amy unterwegs waren. Ich war selten so froh, dass ein Reiterhof in der Nähe war, wo ich wusste, wo das Klo ist...
Helfen kann mir ein ganz bisschen die Tüte (damit erledigt sich zumindest der Gedanke, dass ich mich auf den Boden Übergeben müsste) und Pfefferminz, um einen angenehmeren Geschmack zu haben.
Über Ängste etc. habe ich schon oft mit den Therapeuten gesprochen. Dass die normal sind, mein Körper oder Unterbewusstsein oder was auch immer aber in bestimmten Situationen quasi zu fein reagiert und total übertrieben reagiert.
Beruhigen oder entspannen konnte ich mich bisher immer erst, als ich entweder zu einem Klo konnte oder zu Hause war.
Damit Leben? Ich glaube nicht, dass ich das kann. Ich will nicht, dass mir immer und überall schlecht ist und ich fast immer irgendwelche körperlichen Beschwerden habe.

Ich hatte mal eine total doofe Situation während meiner Klinikzeit. Da sollte ich in so eine Shopping Center in der Innenstadt und als ich sowieso schon da war, bin ich kurz in einen Buchladen um nach einem Buch zu gucken. Da kam eine Verkäuferin, die mich gefragt hat, was ich suche. Ich hab's ihr gesagt und sie ging weg um irgendwo im Lager oder so zu gucken. In dem Moment hatte ich einen Anfall und ich dachte, mir kommt's gleich hoch. Ich hatte kurz versucht, es auszuhalten, aber weil es gar nicht ging, bin ich schnellen Schrittes (ich wollte jetzt auch nicht rennen) zu den Toiletten, die direkt gegenüber waren, gegangen. Da habe ich mich kurz an die Waschbecken gestellt, tief durchgeatmet und Wasser über meine Arme laufen lassen.
Als ich wieder raus bin, habe ich gesehen, wie die Verkäuferin mit dem Buch in der Hand im Laden stand und sich ratlos umgeguckt hat. Ich wollte eigentlich hingehen und ihr die Situation erklären, aber ich habe mich einfach nicht getraut und bin die Rolltreppe runter gefahren und mit dem Fahrrad zurück gefahren.
Das war mir echt peinlich, da ich sowas sonst niemals machen würde....
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #66
Hast du dich schon mal mit Eustress und Distress auseinander gesetzt?
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #68
Ich habe auch diverse Angstprobleme und bei mir hat es auch niemals geholfen die Angst "einfach" auszuhalten, im Gegenteil, dadurch habe ich immer und immer wieder die Erfahrung gemacht "wenn ich dies und das tue dann geht es mir UNGLAUBLICH schlecht" = das mache ich nie wieder.

Nur kurz, auf die anderen sachen gehe ich später oder morgen ein. ;)
Ich möchte hier nicht sagen, das irgendwer seine Angst einfach "aushalten"muss. Mein Freund ist Medizinisch sehr gut Ausgebildet und hat einen sehr guten Einblick ob man Leben oder Sterben wird.
Daher kann er auch sehen, ob ich am Sterben bin oder meine Situation einfach nur"panik im Kopf ist."
Mein Freund ist ein Mensch, der nicht nachgibt und ich habe, nur dank ihm, sehr gut gelernt, in Panik Situationen die Kontrolle über mich zu Gewinnen.
Danach kam dann zusätzlich die Therapie.

Wenn ich aber weg laufe vor Solchen Situationen,weil ich angst, vor der Angst habe, dann hilft mir das nicht.

Deswegen schrieb ich ja, man muss sich intensiv mit dem Thema Angst, etc auseinander setzen und seinen Weg dazu finden, wie man damit am besten Umgeht.
Und wenn man DA anfangen kann, dann wird man seinen eigenen Weg ganz gut finden und lernen, sich selber zu Akzeptieren und die Angst hinter sich zu lassen.

Meine Angst war genauso schlimm, wie bei Mitch, das ich nicht die Wohnung verlassen konnte.
Bis ich eben anfing, mich mit mir selber auseinander setzen und raus zu finden, was mir in solchen Situationen gut tut.

Ich möchte nicht, das ihr denkt, das ich hier irgend jemanden sagen will, er soll irgendwelche Situationen aushalten.
Auf gar keinen Fall.
Aber manchmal muss man eben auch lernen, das solche Situationen einfach aushaltbar sind. ;)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #69
Off-Topic
Nur für die Akten, weil ich hier gerade in einem Kontext von Konfrontation lese, den ich nicht meinte. Man könnte das Wort, so wie ich es gebrauchen wollte, auch mit "Begegnung" ersetzen. Dazu gehört für mich auch, sich und seine Ängste ernst- und anzunehmen.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #70
Off-Topic
Ich WEIß ja, dass die Angst total unbegründet ist ;)
Ich weiß, ich hab nen verdammten Roman geschrieben, aber bitte lies meinen letzten Beitrag, wenn du die Zeit hast. Mir kommt alles so bekannt vor, was du sagst und ich glaube es gibt definitiv eine Alternative zum "aushalten" wozu die anderen (und die VT) raten und auch, dass dies nicht immer der richtige Weg ist.
Lass dich mal drücken, wenn du magst :056:

Edit:
Knopfstern, Mobi und die anderen:
Im Grunde will ich euch gar nicht widersprechen, denn viele der Ratschläge von euch sind ja bewährte Klassiker in der Verhaltenstherapie, nur haben sie mir persönlich niemals geholfen und ich habe für mich einen anderen Weg gefunden.
Natürlich ist jeder Mensch anders und für jeden ist etwas anderes richtig, aber deswegen denke ich auch, vielleicht hilft nochmal eine Alternativmeinung...selbst wenn es natürlich auch Punkte gibt in denen ich euch zustimme ;)
Man könnte das Wort, so wie ich es gebrauchen wollte, auch mit "Begegnung" ersetzen. Dazu gehört für mich auch, sich und seine Ängste ernst- und anzunehmen.
Du meinst aber schon eine Begegung mit der Angst, oder?
Für mich persönlich war genau das absolut falsch. Meine Ängste kannte ich schon, denen musste ich nicht mehr begegnen ...ich musste einer (vielen) für mich normalerweiser angsteinflößenden Situation plötzlich angstfrei begegnen (wie jeder andere Mensch auch), da hat es dann "klick" gemacht ;)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #71
Off-Topic

Ich weiß, ich hab nen verdammten Roman geschrieben, aber bitte lies meinen letzten Beitrag, wenn du die Zeit hast. Mir kommt alles so bekannt vor, was du sagst und ich glaube es gibt definitiv eine Alternative zum "aushalten" wozu die anderen raten und auch, dass dies nicht immer der richtige Weg ist.
Lass dich mal drücken, wenn du magst :056:

Den Beitrag hatte ich, trotz der länge, gar nicht gesehen :lol:

EDIT: Beim ersten Teil kann ich dir zustimmen, auch bei dem Teil, dass es noch schlimmer ist, wenn jemand sagt "du musst das jetzt aushalten". Wenn meine Mum das z.B. im Auto sagt, spanne ich mich ja noch mehr an, was die Übelkeit und das "Kotz-Gefühl" natürlich verstärkt.

Ich habe allerdings eher das Gefühl, dass mein Selbstbewusstsein gestiegen ist. Ich wurde ja immer gemobbt, u.a. wie gesagt deswegen, weil ich oft gefehlt habe und oft Kopfschmerzen hatte usw. Auch wenn ich meinen Mitschülern in der 8./9. Klasse gesagt habe, dass ich das doof finde, haben die mich nicht ernst genommen. Erst jetzt werde ich endlich ernst genommen, die haben endlich verstanden, wie scheiße es mir wirklich geht und ich kann endlich vernünftig mit denen drüber reden.
Auch meine Eltern drängen mich nicht, und mein ganzes Umfeld (besteht momentan vor allem aus Hundeleuten und Freunden meiner Eltern, die eben auch mal hier sind) weiß komplett Bescheid und sind super nett und verständnisvoll, wie eigentlich fast jeder.
Ich selber mache mir eigentlich noch am meisten Druck... erst heute habe ich mir Klamotten im Internet angeguckt und habe irgendwann richtig Lust bekommen, wieder shoppen zu gehen (was ich früher gar nicht so toll fand, wahrscheinlich auch aus mangelndem Selbstbewusstsein) und dass das bestellen eigentlich keinen Sinn hat, da ich die Dinge erst anprobieren muss. Meine Linke Schulter ist etwa schief, wodurch ich quasi einen halben Rundrücken habe, weshalb mir nur wenige Sachen an mir gefallen. Anderen fällt das kaum auf, erst wenn ich das sage, aber ich sehe das total und es stört mich ;).
Aber das kann ich momentan natürlich so gar nicht machen.
Es nervt mich auch total, dass ich jetzt - wo ich mich eigentlich im sozialen Bereich sicherer fühle - keine neuen Leute kennen lernen kann.
Ich konnte ja auch nie in irgendeine Disco oder so, da es kurz vor meinem 16. Geburtstag anfing.
Auto fahren würde ich auch total gerne
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #73
Off-Topic

Ich weiß, ich hab nen verdammten Roman geschrieben, aber bitte lies meinen letzten Beitrag, wenn du die Zeit hast. Mir kommt alles so bekannt vor, was du sagst und ich glaube es gibt definitiv eine Alternative zum "aushalten" wozu die anderen raten und auch, dass dies nicht immer der richtige Weg ist.
Lass dich mal drücken, wenn du magst :056:
Versteh ich nicht? Ich rede die ganze Zeit von sich selber Kennenlernen und Akzeptieren, sich mit dem Thema auseinandersetzen und hier wird nur von "aushalten"geschrieben.:eusa_think:
Ich hab nie gesagt, das irgendwer, irgendwas Aushalten muss/soll, was auch immer. *Schulter zuckt*
Sich selber kennenlernen und sich vor allem mit dem Thema Angst befassen, damit man auch lernt, welche Methoden es gibt und vor allem, WARUM man angst hat.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #74
Knopfi, manchmal findet man abber auch einfach keinen Grund. Woher ich meine Höhenangst habe weiss ich zum Beispiel auch nicht. Die war einfach da, solange ich denken kann
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #76
Bei einem Phobiker ist die Angst in der Regel so stark, dass es keine "Heilung durch Einsicht" geben kann (ansonsten dürfte es auch keine Spinnenphobiker geben, denn die wissen auch alle, dass ihnen Spinnen eigentlich nichts tun ;))

Hab nicht alles gelesen, weil ich gleich weg muss, aber da muss ich dir widersprechen. Heilung von Angst gibt es nur durch die Einsicht, dass man keine Angst haben braucht. Einen anderen Weg gibt es gar nicht. Aber der Kopf spielt einem einen Streich und findet 1000 Argumente, warum unbedingt doch Angst haben braucht. Deswegen geht es nicht mit rationalen Argumenten. Man muss seinen Kopf ebenfalls austricksen, in dem man ihm eben beweist, dass die Angst völlig unnötig war. Und das kann man nur, in dem man die Situation durchlebt und feststellt, dass ja nichts passiert ist. Auch Therapien gegen Spinnenphobie funktionieren so (zumindest die wissenschaftlich fundierten ;) ): Man beschäftigt sich mit dem Thema, immer Schritt für Schritt und merkt jedes Mal, dass ja gar nichts Schlimmes passiert ist. Bis man am Ende ne echte Spinne anfassen oder angucken kann.

Mitch, wenn du jetzt ins Auto steigen würdest, warum sollte dir dann übel werden?
Achja und hast du schon mal ne Verhaltenstherapie gemacht? Ich lese nur was von Klinik und Hypnose... Hypnose hilft allerdings nur, wenn man wirklich dran glaubt und aus allem was du schreibst, lese ich eher, dass du nicht glaubst, dass irgendwas hilft.

Und was auch immer ganz gut ist, ohne das böse zu meinen: Denk drüber nach, ob deine Angst dir irgendwas gibt. Manchmal schleichen sich chronische Probleme auch ein, weil sie einen Sinn machen, ohne dass es einem bewusst ist. Kriegst du Aufmerksamkeit durch sie, macht sie dich zu was Besonderem, was du auch eigentlich gar nicht hergeben möchtest? Brauchst du hier wirklich nicht schreiben, aber denk für dich ehrlich drüber nach.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #77
Mitch, wenn du jetzt ins Auto steigen würdest, warum sollte dir dann übel werden?

Ich weiß, dass es keinen sinnvollen Grund gibt ;) Der einzige Grund ist die Angst, dass es passiert.
Ich versuche mir auch immer wieder vorher einzureden "Warum sollte dir Schlecht werden? Du bist früher so gerne Auto gefahren! Das ist nur die Angst, wenn du keine Angst hast, passiert dir nichts!" usw usf
Aber sag das mal meinem Körper ;D
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #78
Ja und das Problem is Papa is dann um dich besorgt und ihr fahr nicht weil du so Angst hast. Und genau DA is dann der Fehler. Du wirst in deiner Angst bestätigt. Ich würd einfach losfahren und wenns nur ein paar Meter wären. Is übrigens ähnlich wie wenn man mit einem vorm Hindernis scheuenden Pferd das Hundernis auslässt. Das Pferd MUSS über das Hindernis sonst wird es ewig vor diesem Hindernis scheuen. Ängste sind Instinktgesteuert. Ein überbleibsel unserere Urahnen. Ich hab mich da sehr ausgibig mit auseinandergesetzt. Ich bin ja auch leichter Arachnophobiker, mittlerweile finde ich Spinnen aber super interessant und überleg mr welche zuzulegen. Auch Schlangen konnte ich früher nicht anfassen, mittlerweile hab ich da auch keine Probleme mehr.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #79
Ja, das ist halt das Problem ;) Welche Therapieformen hast du schon durch?


Kompassqualle, ich habe gerade deinen Text gelesen und es tut mir echt Leid, was du durchgemacht hast. Ich weiß auch, wovon ich rede, ich lebe mittlerweile gesichert seit 13 Jahren mit ner Angststörung, vermutlich noch länger, gesichert kann das keiner sagen, vielleicht bin ich auch schon damit geboren.
Was du schreibst, klingt so, als hättest du wirklich dämliche Therapeuten erwischt, denn eigentlich ist Verhaltenstherapie das geeignetste Mittel bei Angststörungen aller Art (studiere was mit psychologischem Inhalt ;) ). Es geht in der Verhaltenstherapie nämlich nicht darum, ganze Situationen auf Teufel komm raus auszuhalten, sondern sich schrittweise anzunähern. Bei Spinnenphobikern ist es vielleicht, ne witzige Geschichte mit ner Spinne zu hören, bei dir hätte man damit anfangen können, dass dein Partner sich einen Schritt vor die Haustür stellt und du dich daneben, aber auf der Innenseite. Und am nächsten Tag wär er vielleicht einen Schritt weiter weggegangen. Und ne Woche später einmal ums Haus und hätte dir durchs Fenster gewinkt. Dabei muss man jedes Mal etwas Angst aushalten und zwar solange, bis sie wieder abflacht (Panik hört von alleine auf, länger als 20 Minuten kann der menschliche Körper keinen Panikzustand aufrecht erhalten). Bricht man mitten drin ab, hat man gelernt, dass es schlimm ist und erst aufhört, wenn die Situation vorbei ist.
Aber die Schritte sollten so klein sein, dass man die Angst noch aushalten kann (ich wette, sie wäre bei dir nicht so schlimm gewesen, wenn du durchs Fenster mit deinem Partner reden kannst, als wenn er gleich bis zum Müll geht und außer Hör- und Sichtweite ist).

Mitch, was passiert, wenn du dich aus Spaß morgen mal ins Auto setzt? Kannst ja alle Türen auflassen und losgefahren wird auch nicht. Vielleicht auch auf den Fahrersitz oder du probierst mal alle Plätze aus? Meinst du, das wäre schaffbar?
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #80
Ja, das ist halt das Problem ;) Welche Therapieformen hast du schon durch?

Mitch, was passiert, wenn du dich aus Spaß morgen mal ins Auto setzt? Kannst ja alle Türen auflassen und losgefahren wird auch nicht. Vielleicht auch auf den Fahrersitz oder du probierst mal alle Plätze aus? Meinst du, das wäre schaffbar?

Als erstes war ich bei einer Therapeutin, die wollte immer nur, dass ich mehr Frühstücke und ist gar nicht richtig auf das Problem eingegangen
Ich habe dann recht schnell gewechselt - die nächste hat allerdings auch nicht viel gebracht. Wir saßen halt da und haben geredet.
Durch die bin ich dann in die erste Klinik gekommen - der totale Reinfall, dadurch hatte ich quasi ein "Klinik-Trauma"
Bei der nächsten Therapeutin (in der Ambulanz bei der Klinik hier in OL) war ich nur ein mal, dann war Weihnachten usw und dann war die da nicht mehr
Dann bin ich hier in die Klinik eingewiesen worden (mit einem Gerichtsbeschluss, dadurch erst 3 Wochen auf der geschlossenen und, dann Wechsel auf die Offene, das ganze vom 9.4. - 14.7.2013). Da haben die mir Aufgaben gegeben, wo ich halt mit dem Fahrrad zu verschiedenen Orten fahren sollte (ich kannte mich hier ja sowieso aus) und auch sowas wie Busfahren.
Als ich da raus kam, war ich bei einer anderen Therapeutin in der Ambulanz - die hat gar nichts gebracht. Eigentlich eine Verhaltenstherapeutin, wir waren aber nur einmal draußen und am Ende war ich ja sowieso an allem Schuld und ich könne ja einfach rausgehen ^^ Ab meinem 18. Geburtstag war dann Schluss, weil es ja eine Jugendklinik war.
Dann habe ich es mit EFT probiert und jetzt eben seit einiger Zeit mit Hypnose. Meine Hoffnung ist momentan ja eine andere Hypnose Praxis, bei der ich einen Termin habe, die auf solche Fälle wie meinen spezialisiert sind


Ins Auto setzen wäre gar kein Problem ;) Genauso wie ich mich auf die Treppe vor dem Haus setzen oder rüber zu meiner Oma gehen könnte.
Selbst eine ganz kurze Fahrt durch ein Neubaugebiet würde vllt gehen (da wurde mir letztes Mal zwar auch schlecht, aber das fühlte sich sowieso anders an als sonst)
 
Thema:

Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

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