Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht?

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  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #1
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Kiwi

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Huhu!

Ich bin grade über folgenden Artikel gestolpert:

Katzen-Kumpel oder Einzelgänger? Viele Katzen fühlen sich mit einem oder mehreren Artgenossen wohler, manche leiden dagegen unbemerkt.


Nicht jede Katze ist automatisch mit einem Artgenossen glücklicher.


"Es ist ein verbreiterter Irrglaube, dass Katzen zu zweit oder mehreren automatisch glücklicher sind", sagt Heidi Bernauer-Münz von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT). "Welpen spielen noch miteinander, aber wenn sie erwachsen werden, beanspruchen sie eigene Reviere und gehen sich aus dem Weg."


Grundsätzlich gilt: Eine pauschale Aussage darüber, wie viele Katzen in einem Haushalt leben sollten, lässt sich nicht treffen. Denn das hängt von sehr vielen Faktoren ab. Als Beispiele seien hier der Platz in der Wohnung, die Rückzugsmöglichkeiten und natürlich vor allen Dingen der Charakter der Katzen genannt.

Laut Bernauer-Münz gibt es Katzen, die sich unter einem Dach sehr gut arrangieren. Es komme jedoch auch vor, dass eine Katze die andere dominiere. Halter würden dann häufig nicht erkennen, wie das unterlegene Tier leidet. Besonders schlimm sei die Situation für Hauskatzen, die sich nicht aus dem Weg gehen können: "Häufiges Markieren, kahlgeleckte Stellen im Fell und aggressives Verhalten untereinander sind ein Hinweis auf Stress. Ursache dafür kann das erzwungene Zusammenleben mit Artgenossen sein", erklärt Bernauer-Münz. Auch wenn sich ein Tier grundsätzlich zurückzieht, sollten die Halter aufmerksam werden.


Bei auffälligem Verhalten sollten die Halter mit einem Tierarzt oder – wenn möglich – einem Tier-Psychologen sprechen, der das Verhalten der Katze einordnen kann.
Quelle:

Klingt für mich nach dem ersten Lesen eher nach einer Ausrede für Einzelkatzenhalter, die sich eine Vergesellschaftung sparen wollen weil sie dann ihre Katzen mit artgerechtem Zubehör ausstatten müssen :roll:

Die einzige Katze, die ich bisher kennengelernt habe, die wirklich nicht mit Artgenossen klar kam, war die erste Katze in unserer Familie. Und sie wurde viel zu früh von der Mutter getrennt und außerdem noch allein. Sie war echt verhaltensgestört, sowohl gegenüber Menschen als auch Artgenossen ...

Was meint ihr dazu?
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #2
Ich habe, bevor ich in dieses Forum gestolpert bin, noch nie davon gehört dass man Katzen zu zweit halten muss. Viel eher, dass es Einzelgänger sind... auch auf den Bauernhöfen in der Umgebung gibt es viele Katzen, aber die sind auch allein unterwegs, ausgenommen Mütter mit ihren Kitten.

Wer hat die Behauptung, dass Katzen zu zweit gehalten werden müssen, aufgestellt?
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #3
Den Artikel kenne ich schon, wurde auch schon in einem anderen Forum ausgiebig diskutiert, ist schon eine Weile her, man hat auch die Autorin angeschrieben und sehr allgemein verfasste Standardantwortschreiben erhalten, auf direkte Fragen ist sie in keiner Weise eingegangen.

Was mich am meisten an dem Artikel stört, sie schreibt zwar "eine pauschale Aussage darüber lässt sich nicht treffen", schreibt aber durchwegs nur negativ über das Zusammenleben ............. :eusa_doh: :x :uups: :(

Was meiner Ansicht nach mit ein Grund für so einen Artikel von einer Tier- und Katzentherapeutin sein kann, ist die sogenannte "Berufsblindheit". Als Therapeut wird man bekanntlich dann geholt bzw. zu Rate gezogen, wenn es nicht klappt, wenn es Probleme gibt. Probleme im Zusammenleben von Katzen gibt es reichlich, da stimme ich mit ihr ganz überein, liegen aber größtenteils an schlechter oder gar fehlender Sozialisierung, jahrelanger Einzelhaltung und nicht passender Kombinationen von Katzen.

Nur mal als krasses Beispiel: Wenn meine Katze 10 Jahre lang als Einzeltier gehalten wurde, darf ich natürlich nicht erwarten, dass wenn ich dann einen Artgenossen anschleppe, egal wie gut er zu ihr passt oder nicht, dass die sich wirklich drüber freut, kann sein, sie gewöhnt sich dran und duldet die andere Katze/Kater, in wenigen Fällen entsteht auch in dem Alter und nach Einzelhaltung sogar noch eine Freundschaft oder es klappt einfach gar nicht ......... oder wenn ich jetzt einen einjährigen Kater orientalischen Ursprungs mit einer 5jährigen Perserkätzin zusammenbringe, wird dass auch bei guter Sozialisierung aller Voraussicht nach nicht wirklich klappen oder gar zu einer engen Freundschaft führen, kann natürlich schon, wäre aber recht unwahrscheinlich........ also ihr wisst worauf ich hinaus will.

Egal aus welchen Gründen auch immer das Zusammenleben nicht so harmonisch ist, wie man sich es vorstellt, so manch einer zieht dann einen Therapeuten zu raten, weil es eben gar nicht klappt oder nicht so harmonisch ist wie erhofft. Wenn ich aber zwei Katzen haben die sich bestens verstehen, die sich wirklich lieben, da hole ich doch keinen Expertenrat ein.

Ich denke viele Therapeuten sehen gar nicht bei wievielen Leuten Katzen total glücklich in einer Gemeinschaft zusammenleben, weil sie halt aus ihrer Praxis, immer nur die Problemfälle mitbekommen.
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #4
@exe: Also unser Tierheim handhabt das schon seit einigen Jahren so, dass Wohnungskatzen und Kitten (ich glaube bis zu einem Jahr) nicht in Einzelhaltung abgegeben werden.
Das Tierheim eine Stadt weiter im Gegensatz dazu hat meiner Stiefsis eine 8 Monate alte Katze zu ihrem Kater gegeben, der schon deutlich über 10 Jahre ist. Und was ist? Der Kleinen merkt man total an, dass sie nicht ausgelastet ist. Als wir mit dem Hund meines Vaters zu Besuch waren, hat die Kleine verzweifelt versucht wenigstens den Hund zum Spielen zu animieren. Dieser verfiel in Schockstarre :roll::eusa_doh:
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #5
Ich habe, bevor ich in dieses Forum gestolpert bin, noch nie davon gehört dass man Katzen zu zweit halten muss. Viel eher, dass es Einzelgänger sind... auch auf den Bauernhöfen in der Umgebung gibt es viele Katzen, aber die sind auch allein unterwegs, ausgenommen Mütter mit ihren Kitten.

Wer hat die Behauptung, dass Katzen zu zweit gehalten werden müssen, aufgestellt?

Katzen sind Einzeljäger, aber keine Einzelgänger, sie werden wenn dazu gemacht.

Lies am besten mal hier nach:
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #6
Was mich am meisten an dem Artikel stört, sie schreibt zwar "eine pauschale Aussage darüber lässt sich nicht treffen", schreibt aber durchwegs nur negativ über das Zusammenleben ............. :eusa_doh: :x :uups: :(

Was meiner Ansicht nach mit ein Grund für so einen Artikel von einer Tier- und Katzentherapeutin sein kann, ist die sogenannte "Berufsblindheit". Als Therapeut wird man bekanntlich dann geholt bzw. zu Rate gezogen, wenn es nicht klappt, wenn es Probleme gibt. Probleme im Zusammenleben von Katzen gibt es reichlich, da stimme ich mit ihr ganz überein, liegen aber größtenteils an schlechter oder gar fehlender Sozialisierung, jahrelanger Einzelhaltung und nicht passender Kombinationen von Katzen.

Das klingt alles logisch und ergibt absolut Sinn!

Den ersten Teil hab ich mitzitiert, weil ich mich total an dem Wort "arrangieren" störe - nach dem Motto "die kommen dann halt klar weil sie müssen". Der Dame würde ich gern unseren Schmusekatzen-Thread schicken...

Exe, man muß nur mit offenen Augen durch die Welt gehen. In meiner Kindheit gab's 2 Freigänger-Siamkatzen in der Nachbarschaft. Die waren NUR zusammen anzutreffen - wenn man einen gesehen hat war der / die andere nicht weit. Irgendwann war dann einer weg, und die verbliebene wurde zur totalen Klette (vorher hat sie sich nichtmal anfassen lassen!).
In der Nachbarschaft meiner Eltern gibt's die inzwischen 14jährige Samira, auch eine einzelne Freigängerin. Die hatte mal einen Katerfreund, der hat sich bei denen daheim durchgefressen, Samira saß daneben und schaute stolz auf ihren Gast. Und letztes Jahr - also mit zarten 13 Jahren! - hat sie sich eine dauerhafte Freundin gesucht. Echt, fast immer wenn ich bei meinen Eltern bin seh ich die beiden zusammen draußen!
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #7
Unser Asti (Whisky's "Vorgänger") hat leider erst mit 8 Jahren Gesellschaft bekommen und ist dann richtig 'aufgeblüht'. Hat viel mehr gespielt, war öfter zu Hause und um einiges ausgeglichener. Davor (auch noch als Kiro schon da war, aber nicht mehr so häufig) hat er sich oft mit einer anderen Katze getroffen. Sie kam jeden Abend in unseren Garten, hat am Insekten-Gitter gekratzt und Asti "abgeholt". Die beiden sind dann gemeinsam weg und im Laufe der Nacht kam er dann wieder heim.
Nachdem Simba gestorben ist, hat sich Whisky draußen auch neue "Freunde" gesucht. Eine(r) davon kommt auch jetzt noch oft in den Garten meiner Eltern und scheint nach Whisky zu suchen.

Also auch Katzen, die nicht "gezwungen" werden mit Anderen zusammenzuleben, suchen soziale Kontakte auf. Nur leider kann eine reine Wohnungskatze das nicht von sich aus tun - deshalb rate ich, gerade bei Wohnungskatzen, in den meisten Fällen zu einem Artgenossen.
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #8
Ich sehe das Problem nicht bei den Freigängern, die können selbst entscheiden, inwiefern sie Kontakt zu Artgenossen wollen. Obwohl ich selbst Wohnungskatzenhalterin bin, sehe ich diese Haltungsform, gerade was das Sozialverhalten der Katzen angeht, als suboptimal an.

Der Trend in den Foren geht leider dazu, dieses "Keine Katze in Einzelhaltung" zu pauschalisieren. Ich habe vor Jahren eine alte Wohnungskatze gesucht, lies mich aber von den Stimmen in den Foren davon überzeugen, dass eine Katze alleine zwangsläufig unglücklich sein muß und ich als "verantwortungsbewusste" Halterin auf jeden Fall zwei Katzen aufnehmen soll.

Ein Tierheim brachte mir schließlich auch meine beiden Traumkatzen (beide alt und als unvermittelbar geltend), angeblich schon im TH aneinander gewöhnt. Von einer Katze war bekannt, dass sie Zeit ihres Lebens alleine gelebt hatte, die andere hatte eine unbekannte Vorgeschichte und schon zwei erfolglose Integrationen hinter sich.

Das Ende vom Lied:
Die beiden haben sich tyrannisiert.
Aber ich war geduldig, man soll ja nicht gleich aufgeben. Natürlich wuchsen mir beide sehr ans Herz und eine davon nach Monaten wieder ins TH zurück zu geben, es hätte mir das Herz gebrochen. Die Streitigkeiten haben nachgelassen da eine der Beiden sozusagen resigniert hat und der anderen Katze so gut es ging aus dem Weg gegangen ist.
Sie starb als erste.

Interessanterweise blühte danach auch die dominantere Katze auf, sie wirkte entspannter, bewegte sich ganz anders durch die Wohnung und ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dem alten Tier eine neue Vergesellschaftung zu zumuten.

Meine jetztige Katze habe ich mit acht Jahren übernommen, sie hat die meiste Zeit ihres Lebens alleine verbracht und ist chronisch krank. Auch bei ihr werde ich keine Vergesellschaftung mehr versuchen. Das Risiko, dass es ihr durch den Stress noch schlechter geht und ich nach Monaten merke, dass auch die Vergesellschaftung wieder schief gelaufen ist, ist mir einfach zu hoch.
Ob ich mich richtig entschieden habe, werde ich aber nie herausfinden, denn natürlich ist mir auch bewusst, dass eine Vergesellschaftung nicht nur gut gehen könnte, sondern meine Katze auch von einer Zweitkatze profitieren könnte.

Was ich mit meiner Geschichte sagen möchte?

Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch Grautöne.
Nicht alle Katzen sind grundsätzlich glücklicher wenn sie mit beliebigen anderen Katzen auf relativ engem Raum zwangsvergesellschaftet werden. Und nicht alle Einzelkatzenhalter sind böse Menschen die nur zu faul oder zu geizig sind, sich eine zweite Katze anzuschaffen.
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #9
huhu,
ich kann dir nur eins sagen... meine allererste katze!! war die katze der mutter die uns zulief als sie schon trächtig war...
sie war ewig lange bei ihrer mutter(mamakatze)... sie bekam damals 3 kitten... die katze selber hat mein bruder... von den 3 kitten kam eine zu uns (gleiches haus, 2.ter stock) katzenmama erster stock, 2.tes kitten erdgeschoss, 3.tes kitten nachbar...
meine jessy hat mit ca noch einem jahr an der mutterbrust gehockt (vielleicht ist sie deshalb so gestört??) ka... auf jeden fall war das vor 13 jahren... mittlerweile wurde sie von einem damaligem nachbarn mitgenommen in ein neues zuhause wo sie auch alleine ist...
ich kenne keine von unserern anderen katzen die auch so gewesen sind... aber kaum haben wir die 2.te katze damals bekommen ist sie von haus zu haus gelaufen um dort ihr neues zuhause zu bekommen... ich bin ihr mehr als 4 jahre!!!! nachgelaufen... am ende hab ich sie um 23 uhr abends reinbekommen und sie hat mir in der nacht 3 mal ins zimmer gepieselt... am ende hat sie mich angesprungen... ich musste sie also gehen lassen, so schwer es mir gefallen ist...
ich weiß nun wo sie ist.. sie ist alleine, wir telefonieren mit den besitzern... alles ok, jessy hat ihr zuhause gefunden....

wobei ich keinem raten würde eine katze alleine zu halten hat sie mir doch gezeigt dass auch das gegenteil der fall sein kann... ich habs über 4 jahre probiert.. es ging schief:?
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #10
Sini, ich kenne schon recht viele Katzen und KEINE einzige von denen, die gut sozialisiert wurden und von klein auf mit anderen Katzen zusammengelebt haben, ist in irgendeiner Weise "gestört" oder kommt nicht mit Anderen klar.
Ich bin der Meinung, dass Katzen keine Einzelgänger sind, sondern höchstens durch fehlende Sozialisierung und jahrelange Einzelhaltung dazu gemacht werden. Diese Katzen kommen mit anderen nicht klar, weil sie mit ihnen nichts anfangen können und die "Katzensprache" verlernt haben.

Ich denke nicht, dass man jeder Katze unbedingt einen Artgenossen aufzwingen muss. Bei manchen bedeutet es wirklich mehr Stress als sonst was, aber das sind eben die Fälle, die schon lange allein gelebt haben. Eine Freundin von mir hat eine 14 jährige Katze, die seit vielen Jahren alleine gehalten wird. In so einem Fall denke ich nicht, dass eine VG noch Sinn macht. Die Katze ist alt, will oft ihre Ruhe und die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine andere Katze akzeptiert (nach so vielen Jahren ohne) ist sehr gering. Diese Katze ist, in meinen Augen, ein "Einzelgänger". Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es besser gewesen wäre, wenn sie von Anfang an einen Artgenossen gehabt hätte. Und ich denke auch, dass es dann keine Probleme mit dem Zusammenleben gegeben hätte.

Trotz allem sollte man sich bewusst sein, dass auch verträgliche Katzen nicht mit JEDEM klar kommen. Wir mögen nicht jeden x-beliebigen Menschen, der uns über den Weg läuft - warum soll meine Katze also jede andere mögen? Muss sie nicht. Das bedeutet trotzdem nicht, dass sie gern alleine sein möchte.

Da wir die Katzen nicht fragen können, ob sie lieber alleine oder mit einem (oder mehreren) Artgenossen leben würden, müssen wir uns darauf verlassen, die Körpersprache und das Verhalten unserer Katzen richtig zu interpretieren. Ich kann nur von meinen Erfahrungen mit meinen und den Katzen meiner Freunde sprechen und ich habe eben die Erfahrung gemacht, dass Katzen, die soziale Kontakte pflegen dürfen, ausgeglichener und "glücklicher" (soweit ich das eben beurteilen kann) sind. Das ist für mich Grund genug, meinen Katzen die Möglichkeit zu bieten.
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #11
I
Ein Tierheim brachte mir schließlich auch meine beiden Traumkatzen (beide alt und als unvermittelbar geltend), angeblich schon im TH aneinander gewöhnt. Von einer Katze war bekannt, dass sie Zeit ihres Lebens alleine gelebt hatte, die andere hatte eine unbekannte Vorgeschichte und schon zwei erfolglose Integrationen hinter sich.

Bei älteren Katzen die zeitlebens allein gelebt habe, kann man es zwar versuchen, kommt auf die Situation an, da rate ich auch öfters mal ab. Ist ja genau was ich gemeint habe, die fehlende Sozialisierung, jahrelange Einzelhaltung, solchen Tieren tut man meist keinen Gefallen damit, wenn man sie dann im Alter noch "zwangsvergesellschaftet".

Aber in dem Artikel geht es auch um Kitten und sehr junge Katzen und die sollte man wirklich nicht alleine halten. Der Artikel ist im März in der Kölner Rundschau erschienen:

Katzen leiden oft unbemerkt, wenn sie die Wohnung mit einem Artgenossen teilen müssen.“Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass Katzen zu zweit oder mehreren glücklicher sind“, sagt Heidi B.-M. von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT). „Welpen spielen noch miteinander, aber wenn sie erwachsen werden, beanspruchen sie eigene Reviere und gehen sich aus dem Weg.“
Zwar gäbe es Tiere, die sich unter einem Dach gut arrangieren. Doch oft dominiert eine Katze die andere – und viele Halter erkennen nicht, wie das unterlegene Tier leidet. Hier gilt es für den verantwortungsbewussten Katzenbesitzer, sehr genau hinzuschauen.
Besonders schlimm ist die Situation für Hauskatzen, die sich nicht aus dem Weg gehen können:“ Häufiges markieren, kahl geleckte Stellen im Fell und aggressives Verhalten untereinander sind ein Hinweis auf Stress. Ursache dafür kann das erzwungene Zusammenleben mit Artgenossen sein“ erklärt B.-M.
Auch wenn sich ein Tier grundsätzlich zurückzieht, sollten die Halter aufmerksam werden. Das sich die Katzen bislang gut verstanden haben, besagt indes nur wenig: Verändert sich die häusliche Situation, etwa durch ein Neugeborenes, werden aus Freunden schnell Rivalen.
Bei auffälligem Verhalten sollten die Halter mit einem Tierarzt sprechen. Er weiß in der Regel Rat und kann Tipps geben.
„Besser noch: Katzenwelpen nur alleine aufnehmen und für ausreichend Freilauf und Beschäftigung sorgen“ empfiehlt B.-M. Andere Katzen als Spielpartner zu halten, sei selten eine gute Lösung.



 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #12
Sini, ich kenne schon recht viele Katzen und KEINE einzige von denen, die gut sozialisiert wurden und von klein auf mit anderen Katzen zusammengelebt haben, ist in irgendeiner Weise "gestört" oder kommt nicht mit Anderen klar.

Das kann ich nur bestätigen.
Wenn man Haltungsformen betrachtet wie jetzt z.B. meine, wo dann ein größeres Katzenrudel zusammenlebt, ist klar, dass man da noch ganz anders dran gehen muss. Ich kann schlecht ältere Katzen aufnehmen, denen es an Sozialisierung mangelt oder die jahrelang alleine gelebt haben. Für solche Tiere oder auch weniger selbstbewusste Katzen, die sich nicht behaupten können, wäre eine Gruppe in der Größe höchstwahrscheinlich totaler Stress.
Aber ich habe selbst tatsächlich auch noch nie eine Katze kennengelernt, die völlig unverträglich gewesen wäre und unter Artgenossen gelitten hätte. Selbst meine Tisha, die viel zu früh damals von Mutter und Geschwistern getrennt wurde und danach 6,5 Jahre in Einzelhaltung in der Wohnung lebte, hat sich noch mal richtig positiv verändert, als sie Gesellschaft bekam. Die Verhaltensstörungen sind natürlich nicht komplett verschwunden, aber sie hat trotzdem noch 2 richtig tolle Jahre mit Katzenkumpels verbringen können.
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #13
Was mich zu diesem Thema aber mal interessieren würde:

Ihr schreibt immer, dass die Katzen zusammen passen müssen, weil natürlich auch nicht jede Katze jede Katze mag (ist ja auch logisch), aber bitte wie findet Ihr so eine Katze, die passt? Ich meine, man kann sich ja schlecht mal eben 4 Katzen ins Haus holen und dann nur die behalten, die sich mit der bereits vorhandenen versteht und die 3 anderen wieder abgeben. Auch bei Kitten, nur weil man zusammen aufwächst muss das ja nicht heißen, dass man sich später - als ausgewachsene Katze - noch mag und ich gehe mal ganz dumm davon aus, dass man auch bei Kitten noch nicht so viel über den späteren Charakter sagen kann.
Also wie findet man DAS passende Katzenpaar?

Ihr habt bestimmt schon gemerkt, dass ich kein Katzenhalter bin und auch nicht wirklich Ahnung von Katzen habe, sonst würde eine - für Euch vermutlich sehr dämliche - solche Frage nicht kommen.
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #14
Ihr habt bestimmt schon gemerkt, dass ich kein Katzenhalter bin und auch nicht wirklich Ahnung von Katzen habe, sonst würde eine - für Euch vermutlich sehr dämliche - solche Frage nicht kommen.
Die Frage ist nicht dämlich, sondern mehr als berechtigt ;). Das ist nämlich alles andere als einfach.

Im Tierheim ist es oft schwierig eine passgenaue Antwort zu bekommen: Da ist zum einen das Personal oft so unter Zeitdruck, dass sie gar keine Zeit haben, sich mit den Katzen so ausführlich zu beschäftigen oder diese zu beobachten und zum anderen verhält sich eine Katze im Tierheim meist ganz anders als im späteren Zuhause, schlicht weil die Situation völlig anders und viel stressiger ist. Die Grundzüge sind aber trotzdem erkennbar, wie eben z.B. das soziale Verhalten untereinander.

Einfacher ist es mit Katzen von Tierschutzvereinen, die mit privaten Pflegestellen arbeiten. Da sind die Charakterbeschreibungen schon weitaus länger und detaillierter gefasst, weil man das zu Hause in den eigenen vier Wänden ja viel besser im Blick hat und einschätzen kann.

Bei Kitten kann man zwar Tendenzen sehen, aber im Endeffekt holt man sich mit einem Kitten immer ein Überraschungspaket ins Haus.
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #15
Das ist ja eine angeregte Diskussion :mrgreen:

Simpat, der letzte Satz aus dem Artikel ist ja krass :shock: Wundert mich nicht, dass er auf der Seite, wo ich ihn fand, weggelassen wurde! Und sowas von einer Tierpsychologin, da kommt man etwas ins Grübeln ...
Naja, klar, dass ein Kitten, dass man alleine aufgezogen hat, gegenüber Artgenossen gestört ist :roll:

Barcelos, man muss schauen, dass man die gundlegenden Charaktereigenschaften der Katze kennt. Zu einer scheuen Katze holt man z.B. gern eine souveräne. Zwei dominante Katzen? Keine gute Idee!
Es werden gleichgeschlechtliche Paare bevorzugt und Katzen im ähnlichen Alter.

Ich glaube, meine beiden wären als Einzelkatze totunglücklich. Wenn Sookie abends länger draußen war, saß Sam immer nur am Fenster und hat rausgestarrt.
Und als Sookie mal eine Woche lang weggelaufen war, habe ich sie draußen auch nie alleine gesehen, da war immer noch irgendwo in der Nähe ein Katzenkumpel. Bei ihr geht es also sogar so weit, dass sie terretoriales Verhalten außen vor lässt.
Und man muss dazu sagen, dass sich meine auch erst im Tierheim kennengelernt haben.

Außerdem habe ich bisher so oft von Bekannten erlebt, dass ihre Katze, wenn eine aus dem Paar gestorben war, erst mit einem neuen Partner wieder so richtig glücklich war ...

Ich würde diesem Verfasser auch zu gern mal unseren Katzenschmusethread zeigen ... Kann ja wohl nicht sein, dass sich rein zufällig hier nur Ausnahmen versammelt haben:mrgreen:
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #16
Welche Katzen zusammenpassen ist wirklich ein sehr umfangreiches Kapitel und da kann man nur Tipps geben, da gibt es keine feste Regeln sondern eher jede Menge Ausnahmen, da verstehen sich die unmöglichsten Kombinationen bestens und die wo man sagt, dass müsste wirklich klappen, verstehen sich absolut nicht. Auch bei Katzen muss die Chemie stimmen, manche können sich einfach im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen, so wie auch wir auf Menschen treffen, mit denen wir einfach nicht können, obwohl der uns gar nichts getan hat.

Was man machen kann ist durch sorgfältige Auswahl die Chancen erhöhen, dass es mit der Vergesellschaftung klappt und dass erreicht man wenn man so passend wie möglich aussucht.
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #17
Ich glaube, meine beiden wären als Einzelkatze totunglücklich.

Mein Kater war letzte Woche ja schon totglücklich als er 3 Std. ohne seine Schwestern war, weil die beim TA waren. Er würde sowas von verhaltensauffällig werden bei Einzelhaltung :mrgreen:
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #18
Also ich hab meine Marsi mit 6 Monaten bekommen, sie ist mit vier oder fünf anderen Katzen zusammen aufgewachsen und hat das wohl gar nicht gepackt. Die hat sich laut Vorbesitzer immer in eine Ecke verkrochen, ist abgehaut sobald eine andere Katze kam und so weiter.

Bei mir war sie dann alleine, durfte dann auch raus und jetzt leben wir auf einem Bauernhof auf dem es von Katzen wimmelt und ich muss sagen, sie ist der totale Einzelgänger. Sie geht anderen Katzen aus dem Weg, zu meinem Rüden geht sie hin, zur Hündin nicht, die faucht sie an. Sie ist total verschmust, ist eig fast nur unterwegs und jetzt haben wir ja zwei Katzenkinder aufgenommen und seitdem seh ich sie fast gar nicht mehr. Samstag früh hab ich sie gefüttert, gestern früh hab ich sie dann erst wieder gesehen. Könnt ihr euch vorstellen, was ich mir für Sorgen gemacht habe... :shock: Deswegen werden wir wohl auch die zwei Kätzchen abgeben müssen, wenn Marsi so weiter macht.... :(

Meine Katze ist nicht verhaltensgestört, hat zwar manchmal einen an der Waffel aber das haben alle Katzen ;), und ist trotzdem ein Einzelgänger :eusa_think:
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #19
Mein Kater war letzte Woche ja schon totglücklich als er 3 Std. ohne seine Schwestern war, weil die beim TA waren. Er würde sowas von verhaltensauffällig werden bei Einzelhaltung :mrgreen:

Mein Murphy kann auch nicht ohne, als Felix zur Kastration war, hat er ihn überall gesucht, bei der Abholung von Felix habe ich Sue noch gleich mitgenommen, weil bei ihr die Impfung fällig war (inzwischen haben die drei einen Impftermin) und da saß Murphy im Flur und sah uns nach, da war er jetzt ganz allein, als wir zurück waren, saß er immer noch im Flur, hat mich fragend angesehen und die Freude war groß, als ich dann Felix und Sue aus den Kennels gelassen habe. Nichts fremdeln wegen Tierarztgeruch, Murphy hätte am liebsten beide von oben bis unten abgeschleckt.

Als mein Nico eingeschläfert werden musste, hat Sue ihr innig geliebtes Brüderchen nicht nur überall gesucht, sie klebte an mir wie eine Klette, ich konnte keinen Schritt mehr ohne sie machen und sie hat vorallem so gut wie gar nichts mehr gefressen, ich konnte ihr maximal 50 g per Handfütterung reinbetteln. Waren auch die einzigen Tage, wo sie bei mir im Bett geschlafen hat.
 
  • Für jeden Topf seinen Deckel. Oder doch nicht? Beitrag #20
Also ich hab meine Marsi mit 6 Monaten bekommen, sie ist mit vier oder fünf anderen Katzen zusammen aufgewachsen und hat das wohl gar nicht gepackt. Die hat sich laut Vorbesitzer immer in eine Ecke verkrochen, ist abgehaut sobald eine andere Katze kam und so weiter.
Auch wenn ich selbst noch nie einen geborenen Einzelgänger unter all den Katzen in meinem Leben getroffen habe, so will ich doch nicht anzweifeln, dass es solche Ausnahmen durchaus mal gibt. In den meisten Fällen sind es aber eben doch Katzen, die aufgrund zu früher Abgabe, mangelnder Sozialisierung und/oder jahrelanger "Einzelhaft" in der Wohnung so geworden sind.

Es soll bei so einem Thema hier im Forum auch nicht darum gehen, quasi ein Gesetz zu verkünden, sondern es soll in erster Linie um das Wohl der Tiere gehen. In der Regel schließt das vor allem bei sehr jungen Katzen einen Artgenossen mit ein. Es ist toll, dass deine Marsi nun auch keine Verhaltensauffälligkeiten zeigt, andere haben aber wiederum nicht so viel "Glück" (da spreche ich selbst aus schmerzhafter Erfahrung und auch hier tauchen ganz regelmäßig solche Threads mit Titeln wie "Hilfe, meine Katze ist aggressiv/unsauber/macht alles kaputt" oder ähnlichem auf). Wenn doch die Erfahrung zeigt, dass es in der Regel sinnvoller und vor allem für die Katze schöner ist, nicht alleine zu leben, warum sollte man das dann nicht möglichst weit kommunizieren :)?

Es ist schade, dass es in deinem Fall nun gar nicht funktioniert und irgendwie nach hinten losgeht, aber ich möchte da doch gerne noch mal betonen, dass das eher den Ausnahmefall darstellt.
 
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