Hallo Moody,
ich finde das Wort "zumuten" im Bezug auf Tierhaltung irgendwie etwas merkwürdig. Du entscheidest dich doch freiwillig dafür, ein Tier bei dir aufzunehmen und wenn du von vorne herein weißt, das du diese Fütterung nicht vertreten kannst, dann zwingt dich auch keiner, dennoch Frettchen zu nehmen.
Jedes Tier hat nunmal seine Bedürfnisse und die sollte man, wenn man möchte, das es dem Tier gut geht, auch gewissenhaft erfüllen. Wenn du eine Beinprothese hast, wirst du dich im Normalfall auchnicht mit Leib und Seele dem Marathonlauf verschreiben, oder?
Aber ganz so dramatisch ist das mit den Futtertieren gar nicht.
Zuerst einmal ist Lebendfütterung bei Frettchen in Deutschland sogar verboten, da sie nicht darauf angewiesen sind, das die Beute noch warm ist und zappelt. Du wirst also niemals ein süßes Mäuschen oder ein Küken noch fiepend in der Hand haben.
Dann kommt es ganz darauf an, von welchem Futtertier die Rede ist.
Küken z.B sind nicht besonders nahrhaft. Sie bestehen ja nur aus weichen Knochen, Flaum und einem Stückchen Fleisch. Man gibt sie unter Anderem, weil sie ähnlich wie Zahnbürsten die Zähne reinigen und Zahnstein vorbeugen. Zudem sind sie äusserst bekömmlich und die meisten Frettchen lieben die kleinen Plüschwürfel.
Mäuse hingegen sind auch in der Natur der Nahrung der Iltisse am nächsten. Besonders adulte Mäuse enthalten viel Taurin, eine Aminosäure die Frettchen und Katzen nicht selbst bilden können, die aber wichtig für die Gesundheit von Ohren, Augen und Fell ist. Babymäuse kannst du getrost weglassen, das ist ein Häppchen für den hohlen Zahn und hat eigentlich keinen Nutzen.
Wachteln, Hamster, Meerschweinchen, usw. kannst, musst du aber nicht geben.
Schaden tut es nicht, aber wenn oben genannte Futtertiere ab und an auf dem Plan stehen, werden die Frettchen es verschmerzen können.
Kaninchen, Hühner, Wild, usw. gibts dagegen selten als ganzes Futtertier. Meist kannst du beim Metzger oder in den Frostfutterinternetläden Teilstücke bestellen, sodas du nichtmal mehr siehst, welches Tier da eigentlich durch den Fleischwolf gedreht oder unter dem Hackebeil gewunden wurde.
Die meisten Frettchenlaien oder Neulinge machen sich viel zu früh verrückt.
Ich hab am Anfang auch ziemlich schief geguckt, als ich die ersten Küken aus dem Froster geholt habe. Damals hab ich sie auf den Teller geschüttet, zum auftauen schnell an einen Platz gebracht, den ich nicht einsehen konnte und abends im hohen Bogen in den Käfig geworfen. Klappe zu und weg...
Mittlerweile ist es absolut kein Thema mehr. Ich ziehe mit den Frettchen sogar an beiden Seiten, halte die Kopflosen Hinkel fest, wenn die Herrschaften sich genüßlich über das Haupt hermachen und kratze die Überreste am nächsten Tag aus dem Käfig.
Glaube mir, man gewöhnt sich schneller daran, als du dir vorstellen kannst.
Liebe Grüße
Sabrina