Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund

Diskutiere Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Liebe Kommunity, ich befinde mich gerade in einem Dilemma mit mir selbst, weil ich unschlüssig bin, wie ich mit diesem Erlebnis umgehen soll. Es...
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Buntspecht

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Liebe Kommunity,

ich befinde mich gerade in einem Dilemma mit mir selbst, weil ich unschlüssig bin, wie ich mit diesem Erlebnis umgehen soll.

Es war folgendes:
Ich war dienstlich an einer Straße unterwegs, um Briefwurfsendungen zu verteilen.

Ein Haus hatte eine ca. 30m lange offene Zufahrt, auf der ich bis kurz vor das Haus ging, wo sich ein ca. 80 cm hoher Zaun befand. Ich suchte nach einem Briefkasten, konnte aber von dort aus keinen entdecken. Als ich an die Torklinke griff, lies diese sich öffnen und ich trat auf das Grundstück, noch immer auf der Suche nach einem Briefkasten. Hinter dem Haus traten plötzlich erst ein Mann und ca. 1 Sekunde später ein Hund hervor.

Der Hund begann bellender Weise auf mich zuzurennen, während der Mann still stehen blieb.
Okay, dachte ich, wenn der Mann seinen Hund nicht festhält, dann wird der wohl nur ungestüm Besucher empfangen und schnuppern wollen. Ich drehte mich dem Hund seitwärts zu, ließ meine Arme gerade herunter hängen und wandte meinen Blick ab, um dem Tier mein Desinteresse zu signalisieren und ihn nicht zu reizen.
Der Hund sprang mich aber sofort aus dem Lauf heraus an und versuchte mehrfach in meinen Arm zu beißen. Mit seinen Zähnen fügte er mir einen blauen Fleck am Unterarm zu. Dann versuchte er an mir hoch zu springen mit Beißbewegungen in Richtung meinem Hals und Kopf. Anschließen biss der Hund in meinen Jackenärmel und zerrte daran.
Der Hundehalter ging während des oben beschriebenen Ablaufs nur langsam auf mich und seinen Hund zu und sagte dabei in leichter Tonlage so etwas ähnliches wie " aus, nein", worauf der Hund in keinster Weise reagierte.
Erst im letzten Moment ging er etwas schneller, griff seinen Hund, der noch am meiner Jacke zerrte, und zog ihn weg. An dem Ärmel meiner Jacke entstand dabei ein Riss.
(Während des Geschehens waren meine emotionalen Gedanken: wann wird der Hundebesitzer endlich seinen Hund von mir nehmen, bevor ich Fleischwunden bekomme???)

Ich verließ das Grundstück und schloss das Zauntor hinter mir. Der Mann ließ den Hund unverzüglich wieder los, welcher mich sofort wieder angreifen wollte (ich hatte Angst, der würde über den Zaun springen!).
Da ich in dem Moment völlig unter Schock stand, sagte ich zu dem Mann nur: "Sorry, ich wollte nur einen Brief von der Gemeinde verteilen". Er sagte nichts.
Dann zeigte ich ihm den Riss in meinem Ärmel. "Ja, bezahle ich" war seine Antwort.
Der Mann fragte mich nicht, ob ich verletzt sei. Er entschuldigte sich auch nicht für das Verhalten seines Hundes. Am Zaun hing auch kein Schild: "Vorsicht Hund".

Ich sagte noch zu ihm: "Ein Schild hätte geholfen, oder auch ein abgeschlossenes Tor!". Er nickte darauf wortlos.
Stinksauer über das ignorante Verhalten des Hundehalters und noch unter Schock, drehte ich mich um und ging.
Dabei sah ich dann vorne an der Straße am Zaun neben dem Parkplatz den Briefkasten hängen. Dummerweise war ich nicht auf 30 m entfernte Briefkästen fokussiert...
... selbst schuld??

Die Jacke war ein Geschenk und ist somit unersetzlich. Ich selbst bin mit einem Schrecken davon gekommen. Ich will und kann weder einen Vor- noch Nachteil für irgendwen aus diesem Erlebnis ableiten. Frage mich aber, wie es wohl enden könnte, wenn mal einem unerfahrener Zeitungsausträger das selbe passiert?
Macht es Sinn, den Halter dem Ordnungsamt anzuzeigen?
Wie denkt Ihr anderen Hundehalter darüber?
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #2
Schwierig. Wenn ich Zeitunge austrage oder austragen würde sagen wir es Mal so würde ich mich erst Mal genaustens umsehen ob kein Briefkasten da ist und danach würde ich klingeln. Gerade wegen Hunden wäre es ein No Go für mich den Garten zu betreten.

Ich habe selber ein haus deren Eingangstüre sich innerhalb des Zaunes befindet und ein geschwungener Weg führt dorthin. Besucher oder eben Postboten können also nicht sehen ob ich an der Haustüre stehe und wir hatten es selber nun 2-3mal das sich einfach Leute auf unser Grundstück befanden oO Ganz davon abgesehen das, wenn man neben der Haustüre befindliche Gartentüre betritt direkt in der Küche steht finde ich das unverschämt und ja auch fahrlässig. Den wir haben 2 große Hunde, die bellen oh und wie die bellen und ich, obwohl ich meine Hunde innig liebe und ihnen in kontrollierten Situationen nichts schlechtes zutraue, kann nicht dafür Garantieren was sie tun wenn plötzlich wer dasteht.

Wenn es klingelt stürmen beide runter und bellen sehr dunkel und Eindrucksvoll am Tor. Bin ich dabei ist es nur bellen und wenn dann kapiert wird das da eigentlich alles easy ist dann wird der Mensch sicherlich nicht gebissen, da wird geschnuppert und gut ist. Aber ich werde einen Teufel tun und Garantien schreiben, den es sind Hunde und keine Roboter. Zugegebemn haben wir ein ´Achtung Hund´ Schild am Briefkasten hängen und zusätzlich dazu hängt der Briefkasten neben dem Tor. Ich bin bemüht immer SOFORT am Tor zu sein noch bevor einer einfach reinlatscht (was ich immer noch unverschämt finde, sry). Oder ich öffne mein Fenster neben der Haustüre und nehme da das Paket an.

Haben hier eine Briefträgerin die sich letztens herzlich bedankte das der Briefkasten nun am Tor hängt, da der Vorbesitzer das auch nicht hatte und man immer reinlaufen musste.

Ich weiß nicht was ich dir raten soll außer:
Besser schauen und keine fremden Grundstücke mehr zu betreten. Es ist zwar so das HH auch Haftbar gemacht werden können wenn der Hund auf Privatgrund zuschnappt und der Halter war fahrlässig, das kannst du zur Anzeige bringen, aber ich weiß nicht ob man dir nicht ne Teilschuld zugibt :eusa_think:
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #3
Letztendlich kann man schon sagen, dass du selber Schuld bist, da du ja einfach ungefragt das Gelände betreten hast.
Trotzdem ist das Verhalten von dem Hundehalter unmöglich und wenn ein Hund so reagiert, sollte doch zumindest ein Warnschild am Zaun hängen oder das Tor abgeschlossen sein. Amy rennt zwar auch bellend zur Gartentür (was ich auch gut finde), sobald wir da sind und sagen, dass Schluss ist, hört sie allerdings auch auf und würde mit ziemlicher Sicherheit niemand anspringen und beißen während wir daneben stehen....
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #5
Anzeigen könntest Du den Halter auf alle Fälle. Um das ein Hund "sein" Grund und Boden verteidigen darf, muss er Halter ein paar Bestimmungen erfüllen. Einen 3 Meter hohen Zaun z.B. Auch ein Schild schützt den Besitzer nicht, wenn der Hund beißt.

Andererseits hast Du Hausfriedensbruch begangen indem Du einfach aufs Grundstück gingst. Ein offenes Tor ist ja schließlich keine Einladung zum Eintritt;)
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #6
Danke für Deine Antwort, Smoothie!
Dummerweise muss ich öfter Anliegerinfos verteilen, und muss sagen, dass nicht wenige Grundstücke eingezäunt sind, die Pforte aber offen ist und der Briefkasten sich neben der Tür befindet, innerhalb des eingezäunten Bereichs!
Es geht mir ja auch weniger um eine "Schuld"-Frage, als darum, ob hier auch andere gefährdet sein könnten.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Danke auch den anderen für die Antworten!
Natürlich war mir klar, dass der Hund "seinen" Grund und Boden in dem Moment verteidigte. Ich hätte mir nur einen rigoroseren Eingriff des Halters gewünscht. Und einen eindeutigeren Hinweis auf Briefkasten und Klingel (die ich übrigends nirgends gefunden habe!).

Mann... bin ich froh, dass ich nicht Postbote von Beruf bin... :tier1: Jetzt beginne ich zu verstehen, woher der Hass zwischen den beiden rührt...:?
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #7
Das hier auch andere gefährdet sind , ist bei dem ignoranten Verhalten des Halters doch offensichtlich .
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #9
Jetzt beginne ich zu verstehen, woher der Hass zwischen den beiden rührt...:?

Der kommt ganz einfach daher, dass der Hund jedes Mal denkt, dass er den Postboten vertrieben hat, dieser aber immer wieder kommt, wodurch sich beim Hund totaler Frust aufbaut ;)
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #10
Der kommt ganz einfach daher, dass der Hund jedes Mal denkt, dass er den Postboten vertrieben hat, dieser aber immer wieder kommt, wodurch sich beim Hund totaler Frust aufbaut ;)

:D:D:D Dann sollte man dem Postboten vielleicht mal Leckerchen (für den Hund natürlich!) vor die Haustür legen zum Bezierzen und Frieden schließen?

Ja, aber das Verteilen der Post kann natürlich schwierig sein für all die wenigen Leute, die beruflich dazu verpflichtet sind, die Info an die Anwohner zu bringen: in erster Linie natürlich die Postboten, aber auch die Leute vom Wasser- oder Elektrizitätswerk, die über eine Abschaltung informieren wollen, oder wie ich, Info über Straßensperrung (keiner kann mehr raus oder rein). Das ist so wichtig, da bleibt man nicht einfach vor einem Zaun stehen und sagt sich: "dann bleiben die Leute halt uninformiert".
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #11
Also selber schuld bist du garantiert nicht! Der Typ hat seinen Hund auf dich losgelassen, nichts unternommen und sich nichtmal entschuldigt (= Einsicht gezeigt), den würde ich beim Ordnungsamt melden! So ein Verhalten geht absolut nicht, fremdes Grundstück betreten hin oder her. Der Halter stand direkt neben dem Hund und hat zugelassen und - so wie du es beschriebst - seelenruhig zugeguckt, dass sein Hund dich beißt!:evil:
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #12
... Der Typ hat seinen Hund auf dich losgelassen, nichts unternommen und sich nichtmal entschuldigt (= Einsicht gezeigt), den würde ich beim Ordnungsamt melden! So ein Verhalten geht absolut nicht, fremdes Grundstück betreten hin oder her. Der Halter stand direkt neben dem Hund und hat zugelassen und - so wie du es beschriebst - seelenruhig zugeguckt, dass sein Hund dich beißt!:evil:

Ja, genau so war es, und ganau das fand ich so verantwortungslos, dass es in mir Zweifel an der Sicherheit der Allgemeinheit auslöste.
Was, wenn nur mal ein Kind einen Klingelstreich machen will?
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #13
Andererseits hast Du Hausfriedensbruch begangen indem Du einfach aufs Grundstück gingst. Ein offenes Tor ist ja schließlich keine Einladung zum Eintritt;)
Werde sofort morgen meinen Postboten anzeigen! Der Mistkerl geht doch tatsächlich jeden Tag meine Einfahrt hoch, um zu meinem Briefkasten zu gelangen!

... denk mal darüber nach;)
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #14
Felix, sie hat einfach das Gartentor geöffnet und aufs Grundstück. Und ja, auch dein Mistkerl von Postbote begeht Hausfriedensbruch;)

Denk mal drüber nach...
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #15
Ach, tut er das? Ich wäre mir da nicht so sicher...
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #16
Ich meine , zum Hausfriedensbruch muss man eine ver.- und nicht nur geschlossene Pforte/Tür gewaltsam öffnen .
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #17
Nein, muss man nicht. Das ist unerheblich.
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #18
Hallo alle,

ich habe in der Zwischenzeit mal ein wenig gelesen, und stimme grundsätzlich zu, dass ich gem § 123 StGB Hausfiedensbruch begangen habe, weil ich ein befriedetes Besitztum betreten habe.

Darauf möchte ich gleich noch weiter eingehen, aber vorab habe ich auch diese Erkenntnis gewonnen:
Gem. § 833 BGB ist der Tierhalter verpflichtet, für einen durch sein Tier verursachten Schaden aufzukommen. Unabhängig von den Umständen.

Zurück zum Hausfriedensbruch:
Ich finde es erstaunlich, dass das Gesetz auch dann gilt, wenn z.B. sowohl der Briefkasten als auch die Klingel HINTER der Einfriedung angebracht sind! Eigentlich würde eine solche Anordnung der Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme für mich einer Einladung gleichkommen. Ich weiß jetzt nicht, wie die Gerichte in solchen Situationen entscheiden.
Jedenfalls frage ich mich gerade, ob Postboten in dieser Rechtsfrage extra geschult werden?

Aber in Hinsicht auf das Recht von Gemeindemitarbeitern habe ich auch das gefunden:
Es gibt durchaus Orstssatzungen, in denen das Betretungsrecht zu bestimmten Zwecken festgeschrieben ist (z. B. Überprüfung der Abwasseranlagen). Ein Kollege von mir von der Unteren Wasserbehörde hat sogar noch einen ganz alten Ausweis, der ihm das jederzeitige, unangemeldete Überprüfen der Gewässer auf privaten Grundstücken sogar unter Anwendung von körperlicher Gewalt gestattet (steht tatsächlich wortwörtlich so drin, ausgestellt von der Bezirksregierung).

Solch einen Ausweis besitze ich nicht, und letztendlich habe ich aus diesem Vorfall etwas gelernt:
Ich werde kein eingezäuntes Grundstück mehr betreten. Wenn die Leute dann sauer sind, weil sie nicht informiert wurden, kann ich ihnen gegenüber auch ganz klar sagen, warum.

Ihr könntet jetzt noch fragen, warum ich die Leute nicht per Post anschreibe:
Ganz einfach, Straßenbaumaßnahmen und die damit verbundenen Sperrungen für die Anwohner lassen sich nicht immer eine Woche vorher genau voraussagen, weil sie oft wetterabhängig sind. Und die ganzen Menschen herauszufinden, die in einem Straßenzug gemeldet sind, und dabei noch die zusammengehörigen Wohngemeinschaften zu identifizieren, ist ein enormer Aufwand! Darum gibt es manchmal leider erst 2 Tage vorher eine Briefwurfsendung.

Den Vorfall habe ich dem Ordnungsamt dennoch angezeigt.
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #19
Natürlich ist dir der Besitzer Schadensersatzpflichtig. Schau mal in die Rechtssprechung zum §123 StGB. Postboten machen sich nicht jeden Tag strafbar;)
 
  • Im Dienst von Hund attakiert auf Privatgrund Beitrag #20
Buntspecht bitte alles richtig zitieren und alles mit quellen versehen. Sonst müssen wir es löschen.
 
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