Leute! Könnt ihre eure Holzhammer mal wieder einpacken!
Es kann doch nicht sein, dass auf einen verunsicherten Neuuser, der keinerlei Erfahrung mit Katzen gemacht hat, so schnell eingedroschen wird und direkt von der weiteren Tierhaltung abgeraten wird. Hallo!!!
Anstatt euch über das mangelnde Einfühlungsvermögen der Userin aufzuregen solltet ihr vielleicht mal anfangen euch in euren Gegenüber hineinzuversetzen.
Wäre ich hier als unerfahrener Katzenhalter mit meinen Fragen auf solche Reaktionen gestoßen, ich wäre direkt wieder umgedreht und gegangen.
Und wem ist dann damit geholfen? Richtig! Niemanden! Am allerwenigsten der Katze!
Statt mit dem Holzhammer um euch zu schlagen solltet ihr lieber für mehr Verständnis bei der TE sorgen indem ihr ihr erklärt, was da gerade nicht richtig läuft und wie man es besser machen kann bzw. worauf man achten sollte.
@ Emma
also erst mal finde ich den Gedanken, eine Katze zurückzubringen, weil sie nichts frisst, absolut nachvollziehbar für einen Neukatzenhalter. Man macht sich nun mal seine Gedanken und da Fressen ein grundlegendes Bedürfnis ist, kann ich die Sorge dahingehend verstehen. Wäre mir damals als ich vollkommen Ahnungslos mit der Katzenhaltung begonnen hab auch nicht anders gegangen. Das Problem hatte ich zum Glück nicht, mich hat das Pinkeln auf den Boden zu einer Anmeldung hier gebracht. Ich wurde dabei Gott sei Dank nicht direkt so dermaßen angegriffen, sondern habe stattdessen viele wertvolle Tipps zur Katzenhaltung bekommen und bin dafür sehr dankbar.
Bitte lass dich nicht von ein paar Usern die über die Strenge schlagen abhalten, dich hier weiter zu informieren.
Zunächst mal bin ich froh, dass das Würmchen frisst. Das ist schon mal super. Gut zu wissen wäre natürlich, ob ihr die Katze dennoch weggeben wollt.
Wenn nicht, hier ein paar Grundlagen zur artgerechten Katzenhaltung:
Katzen sind keine Einzelgänger, auch wenn sich das Gerücht leider immer noch hartnäckig hält. Katzen sind soziale Tiere, die Artgenossen brauchen, ganz besonders im Kittenalter! Katzen einzeln zu halten, kann mächtige Folgen nach sich ziehen. In Ermangelung eines passenden Spielpartners wird der Mensch mehr zum Spielen genutzt. Dabei ist der Mensch aber nicht für Raufspiele mit Krallen und Zähnen ausgestattet, was sehr schmerzhaft für ihn ist. Oftmals wird das Verhalten dann auch missverstanden vom Menschen.
Da gibt es hinterhältige Attacken auf die Beine des Menschen, die aus kätzischer Sicht lediglich Spielaufforderungen sind.
Um mit der Katze den Kratzbaum hoch und Runter zu rennen ist der Mensch auch nicht geeignet.
Der Mensch kann einer Katze einfach nicht die Auslastung und Beschäftigung geben, die sie braucht.
Die Folge ist eine unausgelastete und unausgeglichene Katze, die ihre Energie anderweitig los werden muss. Da wird dann an Tapeten gekratzt, das Sofa wird zerstört und herumstehende Deko kaputt gespielt. Das ist auch nicht besonders angenehm für den Menschen.
Eine andere Folge kann auch Unsauberkeit sein. Dann pinkelt Katze aus unerfindlichen Gründen wild rum und man bekommt das Problem nicht mehr in den Griff.
Dazu kommen noch viele andere mögliche Folgen, die entweder für Katze und/oder Mensch unangenehm sind.
Natürlich müssen diese Verhaltensauffälligkeiten nicht zwingend auftreten schon gar nicht zwingend alle zusammen. Manche Katzen ergeben sich auch einfach in ihr Schicksal und leiden still hin sich hinein. Das finde ich persönlich noch schlimmer, weil es gerade für unerfahrene Katzenhalter schwer ist, dass zu erkennen.
Du siehst also grundsätzlich sollten Katzen mindestens zu zweit gehalten werden. Bei Kitten ist das eine absolute Grundvoraussetzung für die Haltung. Denn Einzelgänger existieren unter Katzen nicht einfach so, sondern sie werden dazu erzogen.
Möchtest du partout nur eine Katze halten, dann bitte keine Kitten sondern eine ältere Katze, die aufgrund jahrelanger falscher Haltung und zu früher Trennung von der Mutter dazu gemacht wurde.
Ich persönlich würde hier für nur Katzen in einem Alter von 5 Jahren + vorschlagen.
Die meisten jüngeren Katzen haben mit viel Geduld des Menschen und einer passenden sozialen Partnerkatze noch gute Chancen darauf, mit einer Katze vergesellschaftet zu werden.
Nun zum Thema Kosten.
Katzen sind keine günstigen Tiere. Es macht aber finanziell gesehen tatsächlich gar keinen so großen Unterschied aus, ob man ein oder zwei Katzen hat.
Was das Futter angeht, da kann man größere Dosen (400 Gramm und selbst 800 Gramm Dosen lohnen sich schon bei bereits zwei Katzen) kaufen, die günstiger sind als kleine Dosen und man kann im Internet Großpackungen bzw. sog. Mixpakete /Sparpakete bestellen, die auch wiederum günstiger sind. Viele Onlineshops haben dazu Massenrabatte, wenn man über einen bestimmten Betrag hinaus kommt. Großbestellungen lohnen sich dahingehend also wirklich!
Da Kitten oftmals 9-Köpfige-Raupen sind, merkt man die Mehrkosten beim Futter natürlich schon. Das relativiert sich aber mit der Zeit.
Bei ausgewachsenen Katzen merkt man dahingehend wirklich kaum noch einen Unterschied.
Beim Katzenstreu ist es das gleiche. Großpackungen und Sparpakete sind günstiger als immer nur einen Sack Streu zu kaufen.
Hier kommt es auch sehr auf die Qualität an. Natürlich hört sich 10 Euro für einen 10 Liter Sack Katzenstreu erst mal viel an. Diese Streusorten sind aber meisten viel ergiebiger als der 10 Liter Sack für 3 Euro aus dem Discounter.
Hinzu kommt das solch billiges Katzenstreu sehr schnell anfängt zu müffeln, weswegen ein Komplettwechsel viel öfter nötig ist, als bei hochwertigen Streusorten.
Rechnet man das auf die Nutzzeit des Streus sind solche zunächst teuer wirkenden Katzenstreusorten am Ende oftmals viel günstiger als das Billigzeug.
Bleibt noch der Punkt der TA-Kosten.
Hier merkt man die Mehrbelastung der Kosten am meisten. Impfung, Entwurmung, ggf. Flohmittel bei Befall (was wir Menschen ja nun mal auch ins Haus schleppen können) fallen wirklich doppelt an.
Das sind aber Standartsachen die nicht so oft vorkommen. Kastration ist eine einmalige Sache, Entwurmen und Flohmittel muss nur bei Befall gegeben werden und jährliche Wiederholungsimpfungen sind auch nicht zwingend notwendig (wobei Impfungen ein Thema sind, bei dem sich die Geister scheiden. Dahingehend solltest du dich selbst in Ruhe informieren um dir eine Meinung zu bilden

).
Was bleibt sind unplanbare Sachen. Krankheiten, Unfälle etc.
Da kann dir eine Katze allein aber wenn du Pech hast teuer werden, als zwei Katzen zusammen, bei denen nie was größeres anfällt.
Mein Kater Chico kam als erstes zu mir. Er hat mich an unplanmäßige TA-Kosten mehr in Anspruch genommen, als die restlichen 4 Katzen zusammen (!). Die Kosten wären auf mich also so oder so zugekommen.
Das ist etwas, da steckt man nicht drin.
Umso wichtiger halte ich ein Katzensparbuch oder etwas ähnliches. Wenn du jeden Monat einen festen Betrag zur Seite legst für TA-Notfälle ( die ja nun auch nicht alltäglich sind), kannst die finanziellen Folgen plötzlicher Erkrankung leichter bewältigen.
Diesen Rat leg ich dir grundsätzlich sehr ans Herz.
Bleibt noch die Katzenausrüstung. Kratzbaum, Katzenklo, Spielzeug etc. pp.
Erfahrungsgemäß sammelt sich mit der Zeit da genug für 10 und mehr Katzen an

. Das fällt also im Grunde genommen gar nicht ins Gewicht.
Wenn du das Katzensparbuch (oder ähnliches berücksichtigst), dann sind die Mehrkosten für eine Zweitkatze wirklich überschaubar.
Als letzter Hinweis fällt mir jetzt erst mal nur die Kastration mit 6 Monaten ein (sollte euch ein TA erzählen, dass man wartet bis die Katze ein Jahr alt ist oder das erste mal rollig ist, dann wechselt den TA, der hat sein Wissen noch aus der Steinzeit!) und der Tipp dich in unserem Ernährungsforum umzusehen, wenn du ich über artgerechte Ernährung und empfehlenswerte Futtermarken informieren möchtest bzw. woran du gutes Futter erkennst.