Impulskontrolle

  • Autor des Themas Dondon96
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S

Schweinemama

17.05.2013
1.020
Mir ist durchaus bewusst, was Jagdtrieb ist und welche Folgen er hat. Genau aus dem Grund arbeite ich doch daran und versuche, ihn umzulenken 🙄. Es ist schön, dass dein Hund damit keine Probleme hat, aber das hilft mir mit Finya leider relativ wenig weiter. Eine solche Reaktion lĂ€sst sich ja leider nicht einfach kĂŒnstlich herbeifĂŒhren, zumal ich dem Reh den Stress auch ersparen wollen wĂŒrde.
Dass es mĂŒhsam ist, wenn der Hund jagen geht und gefĂ€hrlich, ist mir durchaus bewusst. Ich trainiere schon seit einigen Jahren diverse Hunde und weiß, wie man einen Hund auslastet, beschĂ€ftigt und Triebe lenken kann.
Wenn sie auf das Rascheln einer TĂŒte reagieren wĂŒrde, dann hĂ€tte ich diesen Thread sicherlich nicht erstellt. Denn dann hĂ€tten wir kein Problem đŸ€·â€â™€ïž.

Sie wird ausreichend und ihrer Gesundheit entsprechend ausgelastet. Wie oben geschrieben ist sie mit ihren 11kg sowieso zu leicht, um mich zu ziehen. Das kommt nur mit entsprechend starker UnterstĂŒtzung meinerseits in Frage, sodass sie nur leichten Zug auf der Leine hat.
Auf der anderen Seite ist ein Schonen bei der Patellaluxation ĂŒbrigens ebenso schlecht wie eine Überbeanspruchung. Ich trainiere mit ihr nach Möglichkeit gezielt die Muskulatur rund um die Kniescheibe. Da habe ich eine Freundin (Tierphysio) an meiner Seite die mir da hilft und mich berĂ€t. Außerdem machen wir Turnierhundesport, auch die SprĂŒnge liebt sie und es schadet ihr m.M.n. nicht.

Wie oben schon gechrieben: die Kraft ist nicht unser Problem. Sie ist ausreichend ausgelastet, kann total runterfahren und entspannen. Sie ist kein Kraftbolzen, sie ist eine LÀuferin! Sie zieht nicht an der Leine, reagiert auf kleinste Korrekturen und ist beim Spaziergang extrem Aufmerksam. Sie hÀlt einen Radius von ca. 5 Metern zu mir, achtet auf mich und sucht den Kontakt. Eben bis ein höherer Reiz als das, was ich ihr bieten kann, ins Spiel kommt. Also Wild oder Katzen. Vögel etc. sind i.d.R. kein Problem.
Wie gesagt, das mit dem Quietschie werde ich mal versuchen, ob sie darauf reagiert. Das kann ich mir noch am ehesten vorstellen. Alles andere habe ich wie beschrieben gefĂŒhlt schon versucht, auch wenn ich fĂŒr weitere Anregungen natĂŒrlich auch hier offen bin. Aber wie gesagt: Futterdummy, Spielzeug, Futter (sogar etwas Besonderes) bieten alleine keinen Reiz, der Stark genug ist.

Ich möchte aber mal vom heutigen Spaziergang noch kurz berichten, da wir bei uns um den See spaziert sind. Ich habe ja oben geschrieben, dass Vögel kein Jagdobjekt fĂŒr sie darstellen, wenn es sich aber um GĂ€nse handelt, die auf dem Weg campieren sind sie doch sehr interessant. Ich konnte sie aber wieder auf mich fokussieren, indem ich schlichtweg stehen geblieben bin (da waren wir 20-30m weg) und sie angesprochen habe. Ein kurzes Zucken in meine RIchtung und es folgte der Click und das Leckerlie. Nochmal ansprechen - Blick zu mir, wieder Click und Leckerchen. Dann sind wir nĂ€her gegangen. Im Gehen wieder angesprochen, Blick zu mir -> Leckerchen etc. So haben wir es geschafft, dass ihr Anspannungslevel relativ gering geblieben ist, wĂ€hrend wir an den GĂ€nsen (die sich zwischenzeitlich auf den Weg in den See gemacht hatten) problemlos vorbei gehen konnten. Wenn sie nicht auf meine Ansprache reagiert hat bin ich direkt stehen geblieben, bis sie wieder mit dem Kopf (oder einem Teil vom Kopf, das weiß ich nicht...) bei mir war. Erst dann ging es weiter.
Meine Theorie dazu: sie lernt: "Arbeite ich mit ihr (also mir) zusammen, dann komme ich nÀher und werde sogar noch belohnt. Ignoriere ich sie aber, dann habe ich keinen weiteren Erfolg."
Ob das so aufgeht weiß ich jetzt natĂŒrlich nicht, aber da die GĂ€nse nur einen relativ geringen Reiz (aber eben mehr als Nichts) darstellen, fand ich es eine gute Möglichkeit, diese oben genannte VerknĂŒpfung ein wenig zu festigen, um spĂ€ter auch an grĂ¶ĂŸeren Reizen mit ihr genau daran zu arbeiten.

Was ist es denn fĂŒr eine Rasse?

Weil normalerweise jagen Hunde ja nichts, was sie nicht erlegen könnten. Beispiel meine Cairndame hatte interesse an HĂ€schen, Vögel - wobei ihr alles was grĂ¶ĂŸer war wie eine Wildente wieder total
egal war , MĂ€usen, Biber war auch interessant. Aber sie wusste auch, dass sie z.b. gegen ein Reh, einen Hirschen, Elch etc keinen Meter gehabt hĂ€tte (zu groß und zu gefĂ€hrlich). hat sie zwar gesehen und sie hat gezuckt - aber gejagd hĂ€tte sie das nie (möglicherweise war sie auch zu feig).

Kann es sein dass du dich anspannst und das auf sie ĂŒbertrĂ€gst? Das sehe ich immer wieder bei meinen Hunden, dass diese wenn ich nervös bin, am Abend im dunkeln (ich als frau alleine - fĂŒrchte mich manchmal auch wenn jemand um die Ecke geht) ganz anders reagieren als wenn ich entspannt und relaxt durch den Wald marschiere.
 
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Dondon96

Dondon96

17.10.2010
533
Sie ist ein Tierschutzhund, ziemlich sicher ist Puli in ihr, eventuell auch etwas windiges (so wirkt sie auf mich vom Charakter her etc.), eventuell auch Terrier (passt auch Charakterlich). Im Thread (Link in der Signatur) kannst du dir ein paar Bilder von ihr ansehen.

Dass ich die Anspannung auf sie ĂŒbertrage kann ich mir nicht generell vorstellen. Das wĂŒrde zwar erklĂ€ren, dass sie auf Sicht jagt, aber eben nicht, warum sie auch einer FĂ€hrte folgt.
Aber jagen wĂŒrde sie tatsĂ€chlich alles, unabhĂ€ngig von ihrer GrĂ¶ĂŸe, bzw. der GrĂ¶ĂŸe des zu Jagenden. Also sie wĂŒrde auch ein Reh oder Ă€hnliches jagen. Da ist sie eher grĂ¶ĂŸenwahnsinnig.
 
Roli2190

Roli2190

09.09.2017
203
Hallo!
Was du noch versuchen könntest, wĂ€re ein so genannter "Superpfiff". Das ist ein Signal, welches gĂ€nzlich anders aufgebaut und gehandhabt wird als die ĂŒbrigen Signale. Ich habe es so gemacht: Man nimmt eine Pfeife (am besten eine fĂŒr den Menschen auch hörbare) und pfeift den gewĂŒnschten Ton, bei uns ist es ein kurzer Doppelpfiff. Danach bekommt der Hund gleich im Anschluß etwas, was er wirklich sehr (!) gerne mag aber sonst nie bekommt, nur bei diesem Superpfiff. Also ihr befindet euch z.B. in der KĂŒche, du pfeifst und in dem Moment gibst du den Hund dieses Superleckerlie (am besten vorher mal durchprobieren was fĂŒr deinen Hund ein wirkliches Superleckerlie ist).

Er muss da noch gar nicht herkommen oder sonst irgendwas tun, einfach Pfiff und gleich darauf besagtes Leckerlie. Das wiederholt man ein paar mal, danach kann man z.B. in einem anderen Zimmer sein als der Hund und man pfeift. Normalerweise sollte der Hund in einem Zug ankommen, nicht weil man ihm beigebracht hat dass er da kommen soll, sondern weil er auf diesen Ton mit diesem supertollem Futter konditioniert wurde. Das wieder ein paar mal wiederholen, dann draußen wenn er z.B. 2 Meter weg ist und ohne Ablenkung. Dann Abstand steigern und danach auch Ablenkung einbauen. Nicht zu frĂŒh zu starker Ablenkung gehen, wenn der Hund bei diesem Pfiff auch nur kurz ĂŒberlegt ist der Sinn des Pfiffs verloren, nĂ€mlich dass ihm sein Gehirn quasi sagt "kommen" bevor er darĂŒber nachdenken kann ob er es soll.

Kann man entfernt mit einem Fliegeralarm vergleichen, wo Kriegstraumatisierte bei Alarm auch viele Jahre nach Kriegsende darauf reagieren obwohl sie es eigentlich wissen dass kein Grund mehr zur Sorge ist und das quasi nicht steuern können. Nur der wesentliche Unterschied, dass das Beispiel mit dem Fliegeralarm negativ ist und das mit dem Superpfiff fĂŒr den Hund positiv. Wichtig ist eben, dass man nicht zu schnell zu starker Ablenkung geht, es wirklich eine ÜberdrĂŒber-Belohung fĂŒr den Hund ist (bei uns HĂŒhnerherzen und -MĂ€gen) und er diese Belohnung nur beim Pfiff erhĂ€lt. Und man darf den Pfiff nicht zu oft benutzen, ich benutze ihn maximal 2 mal pro Tag und lege auch Tage ein wo er gar nicht kommt.

Es gibt auch Hunde, die gelernt haben, den Pfiff quasi durch vortĂ€uschen eines Hetzens auszulösen um dann die Belohnung abzusahnen, dass muss man beobachten. Es gibt leider keine Garantie darauf, und bei uns gibt es auch Bereiche wo er eben nicht funktioniert (wenn ein paar Meter vor ihm Rehe aufspringen und er schon durchgestartet ist). Er funktioniert allerdings auf Wildspuren (wo wir vor der HaustĂŒre reichlich haben), wenn er vorm durchstarten ist und auch wenn er bei Katzen schon durchgestartet ist (Rehe sind bei meinem Hund "schlimmer" als Katzen), sowie bei Ablenkungen wie anderen Hunden usw. Aber ich denke einen Versuch ist es allemal wert, zumal dem Hund dabei kein unangenehmer Reiz zugefĂŒgt wird, im Gegenteil. 😉
 
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Dondon96

Dondon96

17.10.2010
533
Vielen Dank, fĂŒr die Idee @Roli2190 . An den Superpfiff habe ich auch schon gedacht, hadere nur noch mit der richtigen Belohnung 😅. Weil Futter ja wie gesagt fĂŒr sie auch eher so zweitrangig ist. Eventuell könnten diese getrockneten Fischlein gut genug fĂŒr Madame sein đŸ€”. Nur ich finde die irgendwie so ekelhaft, dass ich mich gegen die noch ein wenig strĂ€ube 😂... Aber was tut man nicht alles fĂŒr den Hund?
Eine Pfeife habe ich schon hier und grundsĂ€tzlich weiß sie auch, dass sie auf Pfiff kommen soll. Das haben wir vor Jahren mal geĂŒbt. Aber eben antrainiert und nicht konditioniert. Wobei das kein Problem sein dĂŒrfte, da wird sie sich sicherlich schnell "umgewöhnen".
 
S

Schweinemama

17.05.2013
1.020
Ich wuenschte, du wuerdest dich etwas mehr mit Zucht und Genetik auseinandersetzen, dann siehst du, dass solche Beitraege einfach von "Unwissen" gepraegt sind

Es hat nichts mit zucht oder Genetik zu tun, sondern mit dem Umfeld. Wenn einem Jungwelpen gezeigt wird wie man jagd - wird dieser auch jagen. Wenn man einen Jagdhund (klischeehalber) in der PrĂ€gungsphase im Zwinger hĂ€lt und den Kontakt zur Aussenwelt dezimiert - wird er mit einem Reh, einem fuch oder einem Hasen nichts anzufangen wissen (siehe mein Hund, apportieren hat er wohl im Blut, schnĂŒffeln auch (wobei das auch nervös bedingt ist) - aber Tier sehen und jagen... nein, der liegt in der Sonne und zwei Raben sitzen 3 Meter neben ihm, seine Zuchtkollegen wĂŒrden sich zu tode schĂ€men). Da muss ich meine althĂŒndin rausschicken, wenn ich angst haben muss, dass die Vögel auf den großen Hund einpecken.

Die Zucht ist eine Verbesserung der Potentiale, genauso wie bei der Genetik - ein Labrador ist ein Wasserhund und Dalamtiner haben viele schwarze oder braune Tupfen dafĂŒr ist ein hoher Prozentsatz taub - aber schön, Bulldoggen mĂŒssen heute noch ihre Blutfalten an der Nase haben und wenn sie mit 5 Jahren noch keinen Organschaden haben wĂ€ren sie fĂŒr die Zucht geeignet, der Zwergspitz - Österreich und 2.ter Europameister in seiner Klasse lag mit 6 Jahren und 3 fach vergrösserten Herz im Keller und konnte diesen kaum mehr verlassen. ich glaube 72 Nachkommen hat er in seiner Aktiven Laufzeit gezeugt... schön - aber krank. . Ein Windhund der an Allergien und Asthma leidet und bei jedem Aufgallopp mit Inhalationsmittelchen versorgt werden muss - hat weder in der Zucht noch in der Genetik was zu suchen. Das ist dann "Ausschussware". Laufen kann er ja noch, aber seinen Zweck wird er nie erfĂŒllen. Wobei ich untertĂ€nigst hoffe, dass keiner unserer ehemalig gezĂŒchteten Jagdhunde/ sokas und co seinen Zweck erfĂŒllen darf und kann. Denn die Evolution hat beschlossen das nun alle letargisch gehaltene Haustiere sind, Kinderlieb, freundlich und Jagdtrieb der jahrhundertelang den Menschen gedient hat sollte binnen 2 Hundegenerationen total verpuffen - bitteschön.

Das Problem mit diesen abrufereignissen ist jedoch, wenn der Hund begreift, dass abgerufen wird, weil z.b. ein Reh auf dem Feld steht, ein Hase im Dickicht sitzt etc, wird er erst einmal "sehr aufmerksam" die Gegend inspizieren um dann zurĂŒckzukommen. Aber diesen Wow - Effekt gibt es dann nicht mehr. Also eher ruhiger angehen lassen, abrufen, auch wenn nichts ist und diese Superpfiff-Geschichten eher zur Seite legen. Es ist ja nicht schlecht, wenn er es könnte, aber ich befĂŒrchte, ein Hund der weiß dass der Besitzer ihm vom Wild abruft - ist genauso wie einen unkastrierten RĂŒden von einer LĂ€ufigen HĂŒndin wegzuscheuchen. Er wird mittel und wege versuchen und auch finden....

Meine Hunde lieben diese getrockneten kleinen Sardellen (die gibts auch fĂŒr Hunde - sonst in der Katzenabteilung). Sind gesund, wenig Fett - viele Vitamine und wenn man sie nicht in ĂŒbermassen fĂŒttert sogar Ă€usserst gesund.
 
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A

A-Fritz

11.07.2016
526
Hallo ,
ich denke nicht, dass eine Auslastung etwas an der Impulskontrolle Àndern kann.
Auch seine genetischen Anlagen, haben natĂŒrlich Einfluß auf das Verhalten eines jeden Individuum.
WĂ€hrend HĂŒtehunde hĂŒten, auch ohne Schafe , werden Jagdhunde je nach Anlage, auch jagen.
Man muß schon stark dagegen arbeiten und erzieherisch einwirken , wenn man dieses unterdrĂŒcken
will.

Bei meiner verstorbenen HĂŒndin - Kooikerhondje -, die sehr gut trainiert war ,
konnte ich leicht , jede normale Kontrolle ausĂŒben,
nur bei bestimmten Gelegenheiten und wenn sie schon in einigem Abstand zu mir war,
stand ich auf verlorenem Posten , dann nutzte kein RĂŒckruf mehr .
Doch damit mußte ich mich einfach abfinden und im Voraus erkennen wenn ich aufpassen sollte.

Hier ein Beispiel:

Die Normale Impulskontrolle , wie nur mit Erlaubnis an das Futter zu gehen,
oder erst hinter einem Ball herzulaufen,
wenn ich ein Kommando gab, war kein Problem , dazu gehört nur ein grĂŒndliches Training.
Am besten damit , die Kommandos- Sitz - und - Platz - , oder Fuß- vorher gut zu konditionieren ,
so dass der Hund diese Positionen nicht ohne Auflösung der Kommandos von alleine aufgibt .
Auch eine sicher konditionierter RĂŒckruf wĂ€re wichtig , doch dieses ist nicht so leicht möglich ,
wenn der Hund in einigem Abstand , einem starkem Reiz ausgesetzt ist .

Meine HĂŒndin war immer sehr stark an Hasen, wie Kaninchen interessiert
und wollte diese gerne jagen.
Einmal ging ich gemeinsam mit einigen anderen Hundehaltern einen Feldweg entlang,
an dem, an beiden Seiten im Knick, ( Erdwall mit großen StrĂ€uchern und BĂ€umen )
viele Kaninchen ihre Bauten gegraben hatten .
NatĂŒrlich wollte meine HĂŒndin jetzt los und und auf die Jagt .
Ich wollte aber mal zeigen , wie gut ich meine HĂŒndin kontrollieren kann ,
ließ sie an meiner Seite - Bei Fuß - gehen und mußte dabei einen immer stĂ€rkeren Druck ausĂŒben ,
damit ich die HĂŒndin , welche natĂŒrlich jetzt ausbrechen wollte , noch bei mir halten konnte.
Wenn es ganz kritisch wurde, ließ ich sie auch - Platz- machen
und hielt dabei meine Hand ĂŒber sie, wiederholte dabei mein Kommando,
in einem möglichst scharfen und aggressiven Tonfall , der einschĂŒchtern sollte .
Irgendwann sprach mich nun plötzlich eine der anderen Hundehalter an,
ich drehte mich um und schwups, meine HĂŒndin war weg,
durch den Knick gesprungen und in dem dahinter liegenden Maisfeld , zum Kaninchen-jagen.

Ich denke, jede Kontrolle hat seine Grenzen , auch bei einem sehr gut erzogenen Hund.

Fritz.
 
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Dondon96

Dondon96

17.10.2010
533
Das Problem mit diesen abrufereignissen ist jedoch, wenn der Hund begreift, dass abgerufen wird, weil z.b. ein Reh auf dem Feld steht, ein Hase im Dickicht sitzt etc, wird er erst einmal "sehr aufmerksam" die Gegend inspizieren um dann zurĂŒckzukommen. Aber diesen Wow - Effekt gibt es dann nicht mehr. Also eher ruhiger angehen lassen, abrufen, auch wenn nichts ist und diese Superpfiff-Geschichten eher zur Seite legen. Es ist ja nicht schlecht, wenn er es könnte, aber ich befĂŒrchte, ein Hund der weiß dass der Besitzer ihm vom Wild abruft - ist genauso wie einen unkastrierten RĂŒden von einer LĂ€ufigen HĂŒndin wegzuscheuchen. Er wird mittel und wege versuchen und auch finden....
Genau aus dem Grund soll man den Superpfiff ja auch immer wieder "neu aufladen". Sprich: auch in ablenkungsarmen Situationen immer wieder mal verwenden und dann entsprechend mit Jackpot belohnen. Damit der Hund eben den Pfiff nicht auch mit Wild verknĂŒpft, sondern ausschließlich mit dem Jackpot.
Selbiges gilt ja auch fĂŒr jeden normalen RĂŒckruf: wenn man den Hund nur ruft, weil etwas kommt, dann wird er binnen kurzer Zeit nach dem Grund fĂŒr den RĂŒckruf suchen. Rufe ich den Hund aber 10 mal und nur 3 mal gibt es einen "wirklichen Grund", dann wird er i.d.R. nicht vorher nach dem Grund suchen. Denn 7 mal gibt es ja schlichtweg keinen Grund und die VerknĂŒpfung wird nicht hergestellt.

Gerade bei solchen VerknĂŒpfungen habe ich da zwei Meister zuhause.
Mal Milow als Beispiel:
Er hat vor 2 Jahren das Kommando "bei" gelernt. Das heißt er muss neben mir laufen (wie im Fuß) aber eben ohne Blickkontakt zu mir. Das Kommando haben wir zu 95% verwendet, wenn uns FußgĂ€nger entgegen gekommen sind oder wir Personen ĂŒberholt haben. Danach durfte er dann wieder nach Freigabe laufen.
Tja, nach kĂŒrzester Zeit hat Milow das Kommando dann "von selbst" aufgelöst, wenn wir an den Personen vorbei waren, weil er ja wusste, dass er sonst auch immer danach gehen durfte. Das wieder raus zu bekommen hat wesentlich lĂ€nger gedauert. Seither "muss" Milow auch so beim Spaziergang mal im Bei laufen oder auch wenn wir an den Personen vorbei sind noch 20-50m im Bei bleiben, bevor er wieder freigegeben wird - dafĂŒr bekommt er am Ende immer ein Leckerchen so lohnt sich das "aushalten" fĂŒr ihn.
 
Roli2190

Roli2190

09.09.2017
203
Vielen Dank, fĂŒr die Idee @Roli2190 . An den Superpfiff habe ich auch schon gedacht, hadere nur noch mit der richtigen Belohnung 😅. Weil Futter ja wie gesagt fĂŒr sie auch eher so zweitrangig ist. Eventuell könnten diese getrockneten Fischlein gut genug fĂŒr Madame sein đŸ€”. Nur ich finde die irgendwie so ekelhaft, dass ich mich gegen die noch ein wenig strĂ€ube 😂... Aber was tut man nicht alles fĂŒr den Hund?
Eine Pfeife habe ich schon hier und grundsĂ€tzlich weiß sie auch, dass sie auf Pfiff kommen soll. Das haben wir vor Jahren mal geĂŒbt. Aber eben antrainiert und nicht konditioniert. Wobei das kein Problem sein dĂŒrfte, da wird sie sich sicherlich schnell "umgewöhnen".
Bitte gerne. 🙂
Ja das mit dem Futter dabeihaben ist so eine Sache, ich schleppe frische HĂŒhnerherzen mit mir herum. 😂
Ich bewahre sie unterwegs zurzeit in einer leeren Butterdose auf, allerdings werde ich mich auch noch nach einer anderen Lösung umsehen, wahrscheinlich eine kleine Tupperdose die gut dichtet. Du könntest auch noch versuchen, z.B. das Futter in einem Erdloch bzw leicht eingegraben oder so zu verstecken, dass es dann quasi Teil einer Jagdsequenz wird wie nach MÀusen zu Buddeln falls ihm das gefÀllt und es geht nicht nur ums Futter.

Man kann auch versuchen, den Hund (natĂŒrlich muss er dafĂŒr gesund sein und nicht untergewichtig) nur draussen ĂŒbers Traning zu fĂŒttern, dann kann es sein dass Futter nochmal einen anderen Stellenwert bekommt. Kann funktionieren, muss es aber leider nicht. Es gibt ein recht gutes Buch welches ich gelesen habe von der Autorin Pia Gröning welches "Antijagdtraining" heißt, da stehen noch etliche andere VorschlĂ€ge drin was man versuchen kann und es ist auch gut erklĂ€rt, was bei Methoden wie Teletakt schief laufen kann (FehlverknĂŒfungen usw.) und auch, warum es ein Unterschied ist, wenn ein Jagdhund der wirklich aktiv jagen darf mit der Methode gearbeitet wird als wenn ein "Privathund" so ausgebildet wird.

Weil der Jagdhund nach dem mit dieser Methode eingeforderten Gehorsam als Belohnung wirklich jagen darf, und das bei einem Privathund ja nicht möglich ist. Möchte mich jetzt nicht fĂŒr Teletakt aussprechen, wollte nur aufzeigen dass es auch dabei auf viele UmstĂ€nde ankommt. FĂŒr mich kommt es auch nicht in Frage, da ich eben nicht auf die Jagd mit meinem Hund gehe und mir auch nicht zutraue, es völlig korrekt anzuwenden (Timing usw.). Auch bei dieser Methode ist es lĂ€ngst nicht mit Knopf drĂŒcken getan, es erfordert Monate an Vorarbeit und wochenlanges tragen des Halsbandes ohne es zu verwenden. Möchte nochmals erwĂ€hnen, ich habe es nicht verwendet, habe mich rein informationshalber in das Thema eingelesen.

Was ich noch sagen wollte weil es hier generell Thema war, einem Jagdhund liegt das jagen im Blut und auch wenn ich ihn nie jagen lasse wird er es wollen. Es stimmt schon, wenn er nie zum Erfolg kam ist die Chance grĂ¶ĂŸer ihn unter Kontrolle zu haben. Aber jagen ist bei gewissen Hunderassen ein Trieb der in ihnen steckt und da kann man machen was man will, darauf wurden sie ja ĂŒber lange Zeit selektiert. Und auch wenn der Welpe nicht jagd und super hört, irgendwann kommt die PubertĂ€t und da beginnt auch meistens der Jagdtrieb. Und auch wenn ich einen echten Jagdhund nie zum Erfolg kommen lasse, wird er es immer wollen weil es genetisch in ihm drinnen steckt.

Und auch wenn ich ihn dank Erfolgsverhinderung im Griff habe (auch ohne Jagderfolg muss es nicht sein dass man ihn in den Griff bekommt), dann wird er nur darauf warten bei der kleinsten Unachtsamkeit seitens des Halters seinem Trieb zu folgen. Es gibt Hunde, die gehen durch Stacheldraht, Elektrozaun und ĂŒbergehen auch Teletakt um zu jagen, also denke ich dass das nicht nur mit erlerntem Verhalten zu tun hat. Es gibt natĂŒrlich Hunde, die nur aus Langeweile jagen, aber bei Hunden mit richtigen Jagdtrieb ist das nochmal ein anderes Kapitel.
 
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Dondon96

Dondon96

17.10.2010
533
Futter bekommt sie schon nur noch beim Spaziergang und frisst seither auch besser :). Gut, an manchen Tagen dann garnicht, aber an anderen dafĂŒr umso besser :). Gewicht hat sie in der Zeit auch nicht verloren, das habe ich extre neulich mal kontrolliert :).

Und ja, fĂŒr die Aufbewahrung muss ich mir dann wohl was ĂŒberlegen :D. Aber ich brauche sowieso dringend eine Gassitasche und möchte mir eine nĂ€hen. Also kann ich das gleich noch mit einplanen :).

Von dem Buch habe ich schon gehört. Du hast das Buch? Ist es empfehlenswert? Weil bisher habe ich festgestellt, dass in den meisten BĂŒchern nur Zeug steht, dass ich sowieso schon weiß oder mit etwas MĂŒhe und Google auch so herausfinden kann 😅.
 
Roli2190

Roli2190

09.09.2017
203
Futter bekommt sie schon nur noch beim Spaziergang und frisst seither auch besser :). Gut, an manchen Tagen dann garnicht, aber an anderen dafĂŒr umso besser :). Gewicht hat sie in der Zeit auch nicht verloren, das habe ich extre neulich mal kontrolliert :).

Und ja, fĂŒr die Aufbewahrung muss ich mir dann wohl was ĂŒberlegen :D. Aber ich brauche sowieso dringend eine Gassitasche und möchte mir eine nĂ€hen. Also kann ich das gleich noch mit einplanen :).

Von dem Buch habe ich schon gehört. Du hast das Buch? Ist es empfehlenswert? Weil bisher habe ich festgestellt, dass in den meisten BĂŒchern nur Zeug steht, dass ich sowieso schon weiß oder mit etwas MĂŒhe und Google auch so herausfinden kann 😅.
Ich habe das Buch gelesen, ja. Und es standen fĂŒr mich schon einige interessante Sachen drin, die ich bis dato noch nicht wusste. Vielleicht kann man sich vieles daraus auch aus Google suchen, mir ist es lieber wenn ich das vor mir zusammengefasst in einem Buch habe, aber das ist mein persönlicher Geschmack. Kommt auch darauf an was man bisher weiß ob sich das Buch lohnt oder nicht, fĂŒr mich hat es sich damals gelohnt. Wenn du magst, könnte ich z.B. das Inhaltsverzeichnis und ein paar Inhaltsseiten einscannen und dir per PN oder so zukommen lassen, dann kannst du mal schauen ob du daraus schon alles weißt oder ob es sich fĂŒr dich lohnt das Buch zu holen. 😉
 
Dondon96

Dondon96

17.10.2010
533
Oh ja, das wĂ€re super lieb, wenn du mir da mal einen kleinen Einblick zukommen lassen könntest :)! Da wĂŒrde ich mich sehr drĂŒber freuen.
 
Roli2190

Roli2190

09.09.2017
203
Oh ja, das wĂ€re super lieb, wenn du mir da mal einen kleinen Einblick zukommen lassen könntest :)! Da wĂŒrde ich mich sehr drĂŒber freuen.
Ok, dann werde ich mich an die Arbeit machen und fĂŒrs erste das Inhaltsverzeichnis einscannen. Wenn du das hast, kannst du mir ja sagen zu welchen Thema aus dem Verzeichnis du gerne mehr wissen wĂŒrdest und ich kann dir etwas Inhalt schicken. 😉
 
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miwok

07.11.2012
480
Es hat nichts mit zucht oder Genetik zu tun, sondern mit dem Umfeld. Wenn einem Jungwelpen gezeigt wird wie man jagd - wird dieser auch jagen. Wenn man einen Jagdhund (klischeehalber) in der PrĂ€gungsphase im Zwinger hĂ€lt und den Kontakt zur Aussenwelt dezimiert - wird er mit einem Reh, einem fuch oder einem Hasen nichts anzufangen wissen (siehe mein Hund, apportieren hat er wohl im Blut, schnĂŒffeln auch (wobei das auch nervös bedingt ist) - aber Tier sehen und jagen... nein, der liegt in der Sonne und zwei Raben sitzen 3 Meter neben ihm, seine Zuchtkollegen wĂŒrden sich zu tode schĂ€men). Da muss ich meine althĂŒndin rausschicken, wenn ich angst haben muss, dass die Vögel auf den großen Hund einpecken.

Die Zucht ist eine Verbesserung der Potentiale, genauso wie bei der Genetik - ein Labrador ist ein Wasserhund und Dalamtiner haben viele schwarze oder braune Tupfen dafĂŒr ist ein hoher Prozentsatz taub - aber schön, Bulldoggen mĂŒssen heute noch ihre Blutfalten an der Nase haben und wenn sie mit 5 Jahren noch keinen Organschaden haben wĂ€ren sie fĂŒr die Zucht geeignet, der Zwergspitz - Österreich und 2.ter Europameister in seiner Klasse lag mit 6 Jahren und 3 fach vergrösserten Herz im Keller und konnte diesen kaum mehr verlassen. ich glaube 72 Nachkommen hat er in seiner Aktiven Laufzeit gezeugt... schön - aber krank. . Ein Windhund der an Allergien und Asthma leidet und bei jedem Aufgallopp mit Inhalationsmittelchen versorgt werden muss - hat weder in der Zucht noch in der Genetik was zu suchen. Das ist dann "Ausschussware". Laufen kann er ja noch, aber seinen Zweck wird er nie erfĂŒllen. Wobei ich untertĂ€nigst hoffe, dass keiner unserer ehemalig gezĂŒchteten Jagdhunde/ sokas und co seinen Zweck erfĂŒllen darf und kann. Denn die Evolution hat beschlossen das nun alle letargisch gehaltene Haustiere sind, Kinderlieb, freundlich und Jagdtrieb der jahrhundertelang den Menschen gedient hat sollte binnen 2 Hundegenerationen total verpuffen - bitteschön.

Das Problem mit diesen abrufereignissen ist jedoch, wenn der Hund begreift, dass abgerufen wird, weil z.b. ein Reh auf dem Feld steht, ein Hase im Dickicht sitzt etc, wird er erst einmal "sehr aufmerksam" die Gegend inspizieren um dann zurĂŒckzukommen. Aber diesen Wow - Effekt gibt es dann nicht mehr. Also eher ruhiger angehen lassen, abrufen, auch wenn nichts ist und diese Superpfiff-Geschichten eher zur Seite legen. Es ist ja nicht schlecht, wenn er es könnte, aber ich befĂŒrchte, ein Hund der weiß dass der Besitzer ihm vom Wild abruft - ist genauso wie einen unkastrierten RĂŒden von einer LĂ€ufigen HĂŒndin wegzuscheuchen. Er wird mittel und wege versuchen und auch finden....

Meine Hunde lieben diese getrockneten kleinen Sardellen (die gibts auch fĂŒr Hunde - sonst in der Katzenabteilung). Sind gesund, wenig Fett - viele Vitamine und wenn man sie nicht in ĂŒbermassen fĂŒttert sogar Ă€usserst gesund.
Eben, weil du das hier schreibst, bitte ich dich noch einmal dich ein wenig ueber Zucht, Genetik und Rasseeigenschaften ein wenig schlau zu machen.

@Dondon96
Entschuldige bitte das OT, wird in diesem Thread nicht mehr vorkommen
 
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