- Impulskontrolle Beitrag #21
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Schweinemama
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Mir ist durchaus bewusst, was Jagdtrieb ist und welche Folgen er hat. Genau aus dem Grund arbeite ich doch daran und versuche, ihn umzulenken. Es ist schön, dass dein Hund damit keine Probleme hat, aber das hilft mir mit Finya leider relativ wenig weiter. Eine solche Reaktion lässt sich ja leider nicht einfach künstlich herbeiführen, zumal ich dem Reh den Stress auch ersparen wollen würde.
Dass es mühsam ist, wenn der Hund jagen geht und gefährlich, ist mir durchaus bewusst. Ich trainiere schon seit einigen Jahren diverse Hunde und weiß, wie man einen Hund auslastet, beschäftigt und Triebe lenken kann.
Wenn sie auf das Rascheln einer Tüte reagieren würde, dann hätte ich diesen Thread sicherlich nicht erstellt. Denn dann hätten wir kein Problem.
Sie wird ausreichend und ihrer Gesundheit entsprechend ausgelastet. Wie oben geschrieben ist sie mit ihren 11kg sowieso zu leicht, um mich zu ziehen. Das kommt nur mit entsprechend starker Unterstützung meinerseits in Frage, sodass sie nur leichten Zug auf der Leine hat.
Auf der anderen Seite ist ein Schonen bei der Patellaluxation übrigens ebenso schlecht wie eine Überbeanspruchung. Ich trainiere mit ihr nach Möglichkeit gezielt die Muskulatur rund um die Kniescheibe. Da habe ich eine Freundin (Tierphysio) an meiner Seite die mir da hilft und mich berät. Außerdem machen wir Turnierhundesport, auch die Sprünge liebt sie und es schadet ihr m.M.n. nicht.
Wie oben schon gechrieben: die Kraft ist nicht unser Problem. Sie ist ausreichend ausgelastet, kann total runterfahren und entspannen. Sie ist kein Kraftbolzen, sie ist eine Läuferin! Sie zieht nicht an der Leine, reagiert auf kleinste Korrekturen und ist beim Spaziergang extrem Aufmerksam. Sie hält einen Radius von ca. 5 Metern zu mir, achtet auf mich und sucht den Kontakt. Eben bis ein höherer Reiz als das, was ich ihr bieten kann, ins Spiel kommt. Also Wild oder Katzen. Vögel etc. sind i.d.R. kein Problem.
Wie gesagt, das mit dem Quietschie werde ich mal versuchen, ob sie darauf reagiert. Das kann ich mir noch am ehesten vorstellen. Alles andere habe ich wie beschrieben gefühlt schon versucht, auch wenn ich für weitere Anregungen natürlich auch hier offen bin. Aber wie gesagt: Futterdummy, Spielzeug, Futter (sogar etwas Besonderes) bieten alleine keinen Reiz, der Stark genug ist.
Ich möchte aber mal vom heutigen Spaziergang noch kurz berichten, da wir bei uns um den See spaziert sind. Ich habe ja oben geschrieben, dass Vögel kein Jagdobjekt für sie darstellen, wenn es sich aber um Gänse handelt, die auf dem Weg campieren sind sie doch sehr interessant. Ich konnte sie aber wieder auf mich fokussieren, indem ich schlichtweg stehen geblieben bin (da waren wir 20-30m weg) und sie angesprochen habe. Ein kurzes Zucken in meine RIchtung und es folgte der Click und das Leckerlie. Nochmal ansprechen - Blick zu mir, wieder Click und Leckerchen. Dann sind wir näher gegangen. Im Gehen wieder angesprochen, Blick zu mir -> Leckerchen etc. So haben wir es geschafft, dass ihr Anspannungslevel relativ gering geblieben ist, während wir an den Gänsen (die sich zwischenzeitlich auf den Weg in den See gemacht hatten) problemlos vorbei gehen konnten. Wenn sie nicht auf meine Ansprache reagiert hat bin ich direkt stehen geblieben, bis sie wieder mit dem Kopf (oder einem Teil vom Kopf, das weiß ich nicht...) bei mir war. Erst dann ging es weiter.
Meine Theorie dazu: sie lernt: "Arbeite ich mit ihr (also mir) zusammen, dann komme ich näher und werde sogar noch belohnt. Ignoriere ich sie aber, dann habe ich keinen weiteren Erfolg."
Ob das so aufgeht weiß ich jetzt natürlich nicht, aber da die Gänse nur einen relativ geringen Reiz (aber eben mehr als Nichts) darstellen, fand ich es eine gute Möglichkeit, diese oben genannte Verknüpfung ein wenig zu festigen, um später auch an größeren Reizen mit ihr genau daran zu arbeiten.
Was ist es denn für eine Rasse?
Weil normalerweise jagen Hunde ja nichts, was sie nicht erlegen könnten. Beispiel meine Cairndame hatte interesse an Häschen, Vögel - wobei ihr alles was größer war wie eine Wildente wieder total egal war , Mäusen, Biber war auch interessant. Aber sie wusste auch, dass sie z.b. gegen ein Reh, einen Hirschen, Elch etc keinen Meter gehabt hätte (zu groß und zu gefährlich). hat sie zwar gesehen und sie hat gezuckt - aber gejagd hätte sie das nie (möglicherweise war sie auch zu feig).
Kann es sein dass du dich anspannst und das auf sie überträgst? Das sehe ich immer wieder bei meinen Hunden, dass diese wenn ich nervös bin, am Abend im dunkeln (ich als frau alleine - fürchte mich manchmal auch wenn jemand um die Ecke geht) ganz anders reagieren als wenn ich entspannt und relaxt durch den Wald marschiere.
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