Impulskontrolle

Diskutiere Impulskontrolle im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Was ist es denn für eine Rasse? Weil normalerweise jagen Hunde ja nichts, was sie nicht erlegen könnten. Beispiel meine Cairndame hatte interesse...
  • Impulskontrolle Beitrag #21
Mir ist durchaus bewusst, was Jagdtrieb ist und welche Folgen er hat. Genau aus dem Grund arbeite ich doch daran und versuche, ihn umzulenken 🙄. Es ist schön, dass dein Hund damit keine Probleme hat, aber das hilft mir mit Finya leider relativ wenig weiter. Eine solche Reaktion lässt sich ja leider nicht einfach künstlich herbeiführen, zumal ich dem Reh den Stress auch ersparen wollen würde.
Dass es mühsam ist, wenn der Hund jagen geht und gefährlich, ist mir durchaus bewusst. Ich trainiere schon seit einigen Jahren diverse Hunde und weiß, wie man einen Hund auslastet, beschäftigt und Triebe lenken kann.
Wenn sie auf das Rascheln einer Tüte reagieren würde, dann hätte ich diesen Thread sicherlich nicht erstellt. Denn dann hätten wir kein Problem 🤷‍♀️.

Sie wird ausreichend und ihrer Gesundheit entsprechend ausgelastet. Wie oben geschrieben ist sie mit ihren 11kg sowieso zu leicht, um mich zu ziehen. Das kommt nur mit entsprechend starker Unterstützung meinerseits in Frage, sodass sie nur leichten Zug auf der Leine hat.
Auf der anderen Seite ist ein Schonen bei der Patellaluxation übrigens ebenso schlecht wie eine Überbeanspruchung. Ich trainiere mit ihr nach Möglichkeit gezielt die Muskulatur rund um die Kniescheibe. Da habe ich eine Freundin (Tierphysio) an meiner Seite die mir da hilft und mich berät. Außerdem machen wir Turnierhundesport, auch die Sprünge liebt sie und es schadet ihr m.M.n. nicht.

Wie oben schon gechrieben: die Kraft ist nicht unser Problem. Sie ist ausreichend ausgelastet, kann total runterfahren und entspannen. Sie ist kein Kraftbolzen, sie ist eine Läuferin! Sie zieht nicht an der Leine, reagiert auf kleinste Korrekturen und ist beim Spaziergang extrem Aufmerksam. Sie hält einen Radius von ca. 5 Metern zu mir, achtet auf mich und sucht den Kontakt. Eben bis ein höherer Reiz als das, was ich ihr bieten kann, ins Spiel kommt. Also Wild oder Katzen. Vögel etc. sind i.d.R. kein Problem.
Wie gesagt, das mit dem Quietschie werde ich mal versuchen, ob sie darauf reagiert. Das kann ich mir noch am ehesten vorstellen. Alles andere habe ich wie beschrieben gefühlt schon versucht, auch wenn ich für weitere Anregungen natürlich auch hier offen bin. Aber wie gesagt: Futterdummy, Spielzeug, Futter (sogar etwas Besonderes) bieten alleine keinen Reiz, der Stark genug ist.

Ich möchte aber mal vom heutigen Spaziergang noch kurz berichten, da wir bei uns um den See spaziert sind. Ich habe ja oben geschrieben, dass Vögel kein Jagdobjekt für sie darstellen, wenn es sich aber um Gänse handelt, die auf dem Weg campieren sind sie doch sehr interessant. Ich konnte sie aber wieder auf mich fokussieren, indem ich schlichtweg stehen geblieben bin (da waren wir 20-30m weg) und sie angesprochen habe. Ein kurzes Zucken in meine RIchtung und es folgte der Click und das Leckerlie. Nochmal ansprechen - Blick zu mir, wieder Click und Leckerchen. Dann sind wir näher gegangen. Im Gehen wieder angesprochen, Blick zu mir -> Leckerchen etc. So haben wir es geschafft, dass ihr Anspannungslevel relativ gering geblieben ist, während wir an den Gänsen (die sich zwischenzeitlich auf den Weg in den See gemacht hatten) problemlos vorbei gehen konnten. Wenn sie nicht auf meine Ansprache reagiert hat bin ich direkt stehen geblieben, bis sie wieder mit dem Kopf (oder einem Teil vom Kopf, das weiß ich nicht...) bei mir war. Erst dann ging es weiter.
Meine Theorie dazu: sie lernt: "Arbeite ich mit ihr (also mir) zusammen, dann komme ich näher und werde sogar noch belohnt. Ignoriere ich sie aber, dann habe ich keinen weiteren Erfolg."
Ob das so aufgeht weiß ich jetzt natürlich nicht, aber da die Gänse nur einen relativ geringen Reiz (aber eben mehr als Nichts) darstellen, fand ich es eine gute Möglichkeit, diese oben genannte Verknüpfung ein wenig zu festigen, um später auch an größeren Reizen mit ihr genau daran zu arbeiten.


Was ist es denn für eine Rasse?

Weil normalerweise jagen Hunde ja nichts, was sie nicht erlegen könnten. Beispiel meine Cairndame hatte interesse an Häschen, Vögel - wobei ihr alles was größer war wie eine Wildente wieder total egal war , Mäusen, Biber war auch interessant. Aber sie wusste auch, dass sie z.b. gegen ein Reh, einen Hirschen, Elch etc keinen Meter gehabt hätte (zu groß und zu gefährlich). hat sie zwar gesehen und sie hat gezuckt - aber gejagd hätte sie das nie (möglicherweise war sie auch zu feig).

Kann es sein dass du dich anspannst und das auf sie überträgst? Das sehe ich immer wieder bei meinen Hunden, dass diese wenn ich nervös bin, am Abend im dunkeln (ich als frau alleine - fürchte mich manchmal auch wenn jemand um die Ecke geht) ganz anders reagieren als wenn ich entspannt und relaxt durch den Wald marschiere.
 
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  • Impulskontrolle

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  • Impulskontrolle Beitrag #22
Sie ist ein Tierschutzhund, ziemlich sicher ist Puli in ihr, eventuell auch etwas windiges (so wirkt sie auf mich vom Charakter her etc.), eventuell auch Terrier (passt auch Charakterlich). Im Thread (Link in der Signatur) kannst du dir ein paar Bilder von ihr ansehen.

Dass ich die Anspannung auf sie übertrage kann ich mir nicht generell vorstellen. Das würde zwar erklären, dass sie auf Sicht jagt, aber eben nicht, warum sie auch einer Fährte folgt.
Aber jagen würde sie tatsächlich alles, unabhängig von ihrer Größe, bzw. der Größe des zu Jagenden. Also sie würde auch ein Reh oder ähnliches jagen. Da ist sie eher größenwahnsinnig.
 
  • Impulskontrolle Beitrag #23
Beim Jagdtrieb ist es immer so, den hat ihr jemand so beigebracht. .....
Ich wuenschte, du wuerdest dich etwas mehr mit Zucht und Genetik auseinandersetzen, dann siehst du, dass solche Beitraege einfach von "Unwissen" gepraegt sind
 
  • Impulskontrolle Beitrag #24
Hallo!
Was du noch versuchen könntest, wäre ein so genannter "Superpfiff". Das ist ein Signal, welches gänzlich anders aufgebaut und gehandhabt wird als die übrigen Signale. Ich habe es so gemacht: Man nimmt eine Pfeife (am besten eine für den Menschen auch hörbare) und pfeift den gewünschten Ton, bei uns ist es ein kurzer Doppelpfiff. Danach bekommt der Hund gleich im Anschluß etwas, was er wirklich sehr (!) gerne mag aber sonst nie bekommt, nur bei diesem Superpfiff. Also ihr befindet euch z.B. in der Küche, du pfeifst und in dem Moment gibst du den Hund dieses Superleckerlie (am besten vorher mal durchprobieren was für deinen Hund ein wirkliches Superleckerlie ist).

Er muss da noch gar nicht herkommen oder sonst irgendwas tun, einfach Pfiff und gleich darauf besagtes Leckerlie. Das wiederholt man ein paar mal, danach kann man z.B. in einem anderen Zimmer sein als der Hund und man pfeift. Normalerweise sollte der Hund in einem Zug ankommen, nicht weil man ihm beigebracht hat dass er da kommen soll, sondern weil er auf diesen Ton mit diesem supertollem Futter konditioniert wurde. Das wieder ein paar mal wiederholen, dann draußen wenn er z.B. 2 Meter weg ist und ohne Ablenkung. Dann Abstand steigern und danach auch Ablenkung einbauen. Nicht zu früh zu starker Ablenkung gehen, wenn der Hund bei diesem Pfiff auch nur kurz überlegt ist der Sinn des Pfiffs verloren, nämlich dass ihm sein Gehirn quasi sagt "kommen" bevor er darüber nachdenken kann ob er es soll.

Kann man entfernt mit einem Fliegeralarm vergleichen, wo Kriegstraumatisierte bei Alarm auch viele Jahre nach Kriegsende darauf reagieren obwohl sie es eigentlich wissen dass kein Grund mehr zur Sorge ist und das quasi nicht steuern können. Nur der wesentliche Unterschied, dass das Beispiel mit dem Fliegeralarm negativ ist und das mit dem Superpfiff für den Hund positiv. Wichtig ist eben, dass man nicht zu schnell zu starker Ablenkung geht, es wirklich eine Überdrüber-Belohung für den Hund ist (bei uns Hühnerherzen und -Mägen) und er diese Belohnung nur beim Pfiff erhält. Und man darf den Pfiff nicht zu oft benutzen, ich benutze ihn maximal 2 mal pro Tag und lege auch Tage ein wo er gar nicht kommt.

Es gibt auch Hunde, die gelernt haben, den Pfiff quasi durch vortäuschen eines Hetzens auszulösen um dann die Belohnung abzusahnen, dass muss man beobachten. Es gibt leider keine Garantie darauf, und bei uns gibt es auch Bereiche wo er eben nicht funktioniert (wenn ein paar Meter vor ihm Rehe aufspringen und er schon durchgestartet ist). Er funktioniert allerdings auf Wildspuren (wo wir vor der Haustüre reichlich haben), wenn er vorm durchstarten ist und auch wenn er bei Katzen schon durchgestartet ist (Rehe sind bei meinem Hund "schlimmer" als Katzen), sowie bei Ablenkungen wie anderen Hunden usw. Aber ich denke einen Versuch ist es allemal wert, zumal dem Hund dabei kein unangenehmer Reiz zugefügt wird, im Gegenteil. 😉
 
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  • Impulskontrolle Beitrag #25
Vielen Dank, für die Idee @Roli2190 . An den Superpfiff habe ich auch schon gedacht, hadere nur noch mit der richtigen Belohnung 😅. Weil Futter ja wie gesagt für sie auch eher so zweitrangig ist. Eventuell könnten diese getrockneten Fischlein gut genug für Madame sein 🤔. Nur ich finde die irgendwie so ekelhaft, dass ich mich gegen die noch ein wenig sträube 😂... Aber was tut man nicht alles für den Hund?
Eine Pfeife habe ich schon hier und grundsätzlich weiß sie auch, dass sie auf Pfiff kommen soll. Das haben wir vor Jahren mal geübt. Aber eben antrainiert und nicht konditioniert. Wobei das kein Problem sein dürfte, da wird sie sich sicherlich schnell "umgewöhnen".
 
  • Impulskontrolle Beitrag #26
Ich wuenschte, du wuerdest dich etwas mehr mit Zucht und Genetik auseinandersetzen, dann siehst du, dass solche Beitraege einfach von "Unwissen" gepraegt sind


Es hat nichts mit zucht oder Genetik zu tun, sondern mit dem Umfeld. Wenn einem Jungwelpen gezeigt wird wie man jagd - wird dieser auch jagen. Wenn man einen Jagdhund (klischeehalber) in der Prägungsphase im Zwinger hält und den Kontakt zur Aussenwelt dezimiert - wird er mit einem Reh, einem fuch oder einem Hasen nichts anzufangen wissen (siehe mein Hund, apportieren hat er wohl im Blut, schnüffeln auch (wobei das auch nervös bedingt ist) - aber Tier sehen und jagen... nein, der liegt in der Sonne und zwei Raben sitzen 3 Meter neben ihm, seine Zuchtkollegen würden sich zu tode schämen). Da muss ich meine althündin rausschicken, wenn ich angst haben muss, dass die Vögel auf den großen Hund einpecken.

Die Zucht ist eine Verbesserung der Potentiale, genauso wie bei der Genetik - ein Labrador ist ein Wasserhund und Dalamtiner haben viele schwarze oder braune Tupfen dafür ist ein hoher Prozentsatz taub - aber schön, Bulldoggen müssen heute noch ihre Blutfalten an der Nase haben und wenn sie mit 5 Jahren noch keinen Organschaden haben wären sie für die Zucht geeignet, der Zwergspitz - Österreich und 2.ter Europameister in seiner Klasse lag mit 6 Jahren und 3 fach vergrösserten Herz im Keller und konnte diesen kaum mehr verlassen. ich glaube 72 Nachkommen hat er in seiner Aktiven Laufzeit gezeugt... schön - aber krank. . Ein Windhund der an Allergien und Asthma leidet und bei jedem Aufgallopp mit Inhalationsmittelchen versorgt werden muss - hat weder in der Zucht noch in der Genetik was zu suchen. Das ist dann "Ausschussware". Laufen kann er ja noch, aber seinen Zweck wird er nie erfüllen. Wobei ich untertänigst hoffe, dass keiner unserer ehemalig gezüchteten Jagdhunde/ sokas und co seinen Zweck erfüllen darf und kann. Denn die Evolution hat beschlossen das nun alle letargisch gehaltene Haustiere sind, Kinderlieb, freundlich und Jagdtrieb der jahrhundertelang den Menschen gedient hat sollte binnen 2 Hundegenerationen total verpuffen - bitteschön.

Das Problem mit diesen abrufereignissen ist jedoch, wenn der Hund begreift, dass abgerufen wird, weil z.b. ein Reh auf dem Feld steht, ein Hase im Dickicht sitzt etc, wird er erst einmal "sehr aufmerksam" die Gegend inspizieren um dann zurückzukommen. Aber diesen Wow - Effekt gibt es dann nicht mehr. Also eher ruhiger angehen lassen, abrufen, auch wenn nichts ist und diese Superpfiff-Geschichten eher zur Seite legen. Es ist ja nicht schlecht, wenn er es könnte, aber ich befürchte, ein Hund der weiß dass der Besitzer ihm vom Wild abruft - ist genauso wie einen unkastrierten Rüden von einer Läufigen Hündin wegzuscheuchen. Er wird mittel und wege versuchen und auch finden....

Meine Hunde lieben diese getrockneten kleinen Sardellen (die gibts auch für Hunde - sonst in der Katzenabteilung). Sind gesund, wenig Fett - viele Vitamine und wenn man sie nicht in übermassen füttert sogar äusserst gesund.
 
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  • Impulskontrolle Beitrag #27
Hallo ,
ich denke nicht, dass eine Auslastung etwas an der Impulskontrolle ändern kann.
Auch seine genetischen Anlagen, haben natürlich Einfluß auf das Verhalten eines jeden Individuum.
Während Hütehunde hüten, auch ohne Schafe , werden Jagdhunde je nach Anlage, auch jagen.
Man muß schon stark dagegen arbeiten und erzieherisch einwirken , wenn man dieses unterdrücken
will.

Bei meiner verstorbenen Hündin - Kooikerhondje -, die sehr gut trainiert war ,
konnte ich leicht , jede normale Kontrolle ausüben,
nur bei bestimmten Gelegenheiten und wenn sie schon in einigem Abstand zu mir war,
stand ich auf verlorenem Posten , dann nutzte kein Rückruf mehr .
Doch damit mußte ich mich einfach abfinden und im Voraus erkennen wenn ich aufpassen sollte.

Hier ein Beispiel:

Die Normale Impulskontrolle , wie nur mit Erlaubnis an das Futter zu gehen,
oder erst hinter einem Ball herzulaufen,
wenn ich ein Kommando gab, war kein Problem , dazu gehört nur ein gründliches Training.
Am besten damit , die Kommandos- Sitz - und - Platz - , oder Fuß- vorher gut zu konditionieren ,
so dass der Hund diese Positionen nicht ohne Auflösung der Kommandos von alleine aufgibt .
Auch eine sicher konditionierter Rückruf wäre wichtig , doch dieses ist nicht so leicht möglich ,
wenn der Hund in einigem Abstand , einem starkem Reiz ausgesetzt ist .

Meine Hündin war immer sehr stark an Hasen, wie Kaninchen interessiert
und wollte diese gerne jagen.
Einmal ging ich gemeinsam mit einigen anderen Hundehaltern einen Feldweg entlang,
an dem, an beiden Seiten im Knick, ( Erdwall mit großen Sträuchern und Bäumen )
viele Kaninchen ihre Bauten gegraben hatten .
Natürlich wollte meine Hündin jetzt los und und auf die Jagt .
Ich wollte aber mal zeigen , wie gut ich meine Hündin kontrollieren kann ,
ließ sie an meiner Seite - Bei Fuß - gehen und mußte dabei einen immer stärkeren Druck ausüben ,
damit ich die Hündin , welche natürlich jetzt ausbrechen wollte , noch bei mir halten konnte.
Wenn es ganz kritisch wurde, ließ ich sie auch - Platz- machen
und hielt dabei meine Hand über sie, wiederholte dabei mein Kommando,
in einem möglichst scharfen und aggressiven Tonfall , der einschüchtern sollte .
Irgendwann sprach mich nun plötzlich eine der anderen Hundehalter an,
ich drehte mich um und schwups, meine Hündin war weg,
durch den Knick gesprungen und in dem dahinter liegenden Maisfeld , zum Kaninchen-jagen.

Ich denke, jede Kontrolle hat seine Grenzen , auch bei einem sehr gut erzogenen Hund.

Fritz.
 
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  • Impulskontrolle Beitrag #28
Das Problem mit diesen abrufereignissen ist jedoch, wenn der Hund begreift, dass abgerufen wird, weil z.b. ein Reh auf dem Feld steht, ein Hase im Dickicht sitzt etc, wird er erst einmal "sehr aufmerksam" die Gegend inspizieren um dann zurückzukommen. Aber diesen Wow - Effekt gibt es dann nicht mehr. Also eher ruhiger angehen lassen, abrufen, auch wenn nichts ist und diese Superpfiff-Geschichten eher zur Seite legen. Es ist ja nicht schlecht, wenn er es könnte, aber ich befürchte, ein Hund der weiß dass der Besitzer ihm vom Wild abruft - ist genauso wie einen unkastrierten Rüden von einer Läufigen Hündin wegzuscheuchen. Er wird mittel und wege versuchen und auch finden....
Genau aus dem Grund soll man den Superpfiff ja auch immer wieder "neu aufladen". Sprich: auch in ablenkungsarmen Situationen immer wieder mal verwenden und dann entsprechend mit Jackpot belohnen. Damit der Hund eben den Pfiff nicht auch mit Wild verknüpft, sondern ausschließlich mit dem Jackpot.
Selbiges gilt ja auch für jeden normalen Rückruf: wenn man den Hund nur ruft, weil etwas kommt, dann wird er binnen kurzer Zeit nach dem Grund für den Rückruf suchen. Rufe ich den Hund aber 10 mal und nur 3 mal gibt es einen "wirklichen Grund", dann wird er i.d.R. nicht vorher nach dem Grund suchen. Denn 7 mal gibt es ja schlichtweg keinen Grund und die Verknüpfung wird nicht hergestellt.

Gerade bei solchen Verknüpfungen habe ich da zwei Meister zuhause.
Mal Milow als Beispiel:
Er hat vor 2 Jahren das Kommando "bei" gelernt. Das heißt er muss neben mir laufen (wie im Fuß) aber eben ohne Blickkontakt zu mir. Das Kommando haben wir zu 95% verwendet, wenn uns Fußgänger entgegen gekommen sind oder wir Personen überholt haben. Danach durfte er dann wieder nach Freigabe laufen.
Tja, nach kürzester Zeit hat Milow das Kommando dann "von selbst" aufgelöst, wenn wir an den Personen vorbei waren, weil er ja wusste, dass er sonst auch immer danach gehen durfte. Das wieder raus zu bekommen hat wesentlich länger gedauert. Seither "muss" Milow auch so beim Spaziergang mal im Bei laufen oder auch wenn wir an den Personen vorbei sind noch 20-50m im Bei bleiben, bevor er wieder freigegeben wird - dafür bekommt er am Ende immer ein Leckerchen so lohnt sich das "aushalten" für ihn.
 
  • Impulskontrolle Beitrag #29
Vielen Dank, für die Idee @Roli2190 . An den Superpfiff habe ich auch schon gedacht, hadere nur noch mit der richtigen Belohnung 😅. Weil Futter ja wie gesagt für sie auch eher so zweitrangig ist. Eventuell könnten diese getrockneten Fischlein gut genug für Madame sein 🤔. Nur ich finde die irgendwie so ekelhaft, dass ich mich gegen die noch ein wenig sträube 😂... Aber was tut man nicht alles für den Hund?
Eine Pfeife habe ich schon hier und grundsätzlich weiß sie auch, dass sie auf Pfiff kommen soll. Das haben wir vor Jahren mal geübt. Aber eben antrainiert und nicht konditioniert. Wobei das kein Problem sein dürfte, da wird sie sich sicherlich schnell "umgewöhnen".

Bitte gerne. 🙂
Ja das mit dem Futter dabeihaben ist so eine Sache, ich schleppe frische Hühnerherzen mit mir herum. 😂
Ich bewahre sie unterwegs zurzeit in einer leeren Butterdose auf, allerdings werde ich mich auch noch nach einer anderen Lösung umsehen, wahrscheinlich eine kleine Tupperdose die gut dichtet. Du könntest auch noch versuchen, z.B. das Futter in einem Erdloch bzw leicht eingegraben oder so zu verstecken, dass es dann quasi Teil einer Jagdsequenz wird wie nach Mäusen zu Buddeln falls ihm das gefällt und es geht nicht nur ums Futter.

Man kann auch versuchen, den Hund (natürlich muss er dafür gesund sein und nicht untergewichtig) nur draussen übers Traning zu füttern, dann kann es sein dass Futter nochmal einen anderen Stellenwert bekommt. Kann funktionieren, muss es aber leider nicht. Es gibt ein recht gutes Buch welches ich gelesen habe von der Autorin Pia Gröning welches "Antijagdtraining" heißt, da stehen noch etliche andere Vorschläge drin was man versuchen kann und es ist auch gut erklärt, was bei Methoden wie Teletakt schief laufen kann (Fehlverknüfungen usw.) und auch, warum es ein Unterschied ist, wenn ein Jagdhund der wirklich aktiv jagen darf mit der Methode gearbeitet wird als wenn ein "Privathund" so ausgebildet wird.

Weil der Jagdhund nach dem mit dieser Methode eingeforderten Gehorsam als Belohnung wirklich jagen darf, und das bei einem Privathund ja nicht möglich ist. Möchte mich jetzt nicht für Teletakt aussprechen, wollte nur aufzeigen dass es auch dabei auf viele Umstände ankommt. Für mich kommt es auch nicht in Frage, da ich eben nicht auf die Jagd mit meinem Hund gehe und mir auch nicht zutraue, es völlig korrekt anzuwenden (Timing usw.). Auch bei dieser Methode ist es längst nicht mit Knopf drücken getan, es erfordert Monate an Vorarbeit und wochenlanges tragen des Halsbandes ohne es zu verwenden. Möchte nochmals erwähnen, ich habe es nicht verwendet, habe mich rein informationshalber in das Thema eingelesen.

Was ich noch sagen wollte weil es hier generell Thema war, einem Jagdhund liegt das jagen im Blut und auch wenn ich ihn nie jagen lasse wird er es wollen. Es stimmt schon, wenn er nie zum Erfolg kam ist die Chance größer ihn unter Kontrolle zu haben. Aber jagen ist bei gewissen Hunderassen ein Trieb der in ihnen steckt und da kann man machen was man will, darauf wurden sie ja über lange Zeit selektiert. Und auch wenn der Welpe nicht jagd und super hört, irgendwann kommt die Pubertät und da beginnt auch meistens der Jagdtrieb. Und auch wenn ich einen echten Jagdhund nie zum Erfolg kommen lasse, wird er es immer wollen weil es genetisch in ihm drinnen steckt.

Und auch wenn ich ihn dank Erfolgsverhinderung im Griff habe (auch ohne Jagderfolg muss es nicht sein dass man ihn in den Griff bekommt), dann wird er nur darauf warten bei der kleinsten Unachtsamkeit seitens des Halters seinem Trieb zu folgen. Es gibt Hunde, die gehen durch Stacheldraht, Elektrozaun und übergehen auch Teletakt um zu jagen, also denke ich dass das nicht nur mit erlerntem Verhalten zu tun hat. Es gibt natürlich Hunde, die nur aus Langeweile jagen, aber bei Hunden mit richtigen Jagdtrieb ist das nochmal ein anderes Kapitel.
 
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  • Impulskontrolle Beitrag #30
Futter bekommt sie schon nur noch beim Spaziergang und frisst seither auch besser :). Gut, an manchen Tagen dann garnicht, aber an anderen dafür umso besser :). Gewicht hat sie in der Zeit auch nicht verloren, das habe ich extre neulich mal kontrolliert :).

Und ja, für die Aufbewahrung muss ich mir dann wohl was überlegen :D. Aber ich brauche sowieso dringend eine Gassitasche und möchte mir eine nähen. Also kann ich das gleich noch mit einplanen :).

Von dem Buch habe ich schon gehört. Du hast das Buch? Ist es empfehlenswert? Weil bisher habe ich festgestellt, dass in den meisten Büchern nur Zeug steht, dass ich sowieso schon weiß oder mit etwas Mühe und Google auch so herausfinden kann 😅.
 
  • Impulskontrolle Beitrag #31
Futter bekommt sie schon nur noch beim Spaziergang und frisst seither auch besser :). Gut, an manchen Tagen dann garnicht, aber an anderen dafür umso besser :). Gewicht hat sie in der Zeit auch nicht verloren, das habe ich extre neulich mal kontrolliert :).

Und ja, für die Aufbewahrung muss ich mir dann wohl was überlegen :D. Aber ich brauche sowieso dringend eine Gassitasche und möchte mir eine nähen. Also kann ich das gleich noch mit einplanen :).

Von dem Buch habe ich schon gehört. Du hast das Buch? Ist es empfehlenswert? Weil bisher habe ich festgestellt, dass in den meisten Büchern nur Zeug steht, dass ich sowieso schon weiß oder mit etwas Mühe und Google auch so herausfinden kann 😅.

Ich habe das Buch gelesen, ja. Und es standen für mich schon einige interessante Sachen drin, die ich bis dato noch nicht wusste. Vielleicht kann man sich vieles daraus auch aus Google suchen, mir ist es lieber wenn ich das vor mir zusammengefasst in einem Buch habe, aber das ist mein persönlicher Geschmack. Kommt auch darauf an was man bisher weiß ob sich das Buch lohnt oder nicht, für mich hat es sich damals gelohnt. Wenn du magst, könnte ich z.B. das Inhaltsverzeichnis und ein paar Inhaltsseiten einscannen und dir per PN oder so zukommen lassen, dann kannst du mal schauen ob du daraus schon alles weißt oder ob es sich für dich lohnt das Buch zu holen. 😉
 
  • Impulskontrolle Beitrag #32
Oh ja, das wäre super lieb, wenn du mir da mal einen kleinen Einblick zukommen lassen könntest :)! Da würde ich mich sehr drüber freuen.
 
  • Impulskontrolle Beitrag #33
Oh ja, das wäre super lieb, wenn du mir da mal einen kleinen Einblick zukommen lassen könntest :)! Da würde ich mich sehr drüber freuen.
Ok, dann werde ich mich an die Arbeit machen und fürs erste das Inhaltsverzeichnis einscannen. Wenn du das hast, kannst du mir ja sagen zu welchen Thema aus dem Verzeichnis du gerne mehr wissen würdest und ich kann dir etwas Inhalt schicken. 😉
 
  • Impulskontrolle Beitrag #34
Es hat nichts mit zucht oder Genetik zu tun, sondern mit dem Umfeld. Wenn einem Jungwelpen gezeigt wird wie man jagd - wird dieser auch jagen. Wenn man einen Jagdhund (klischeehalber) in der Prägungsphase im Zwinger hält und den Kontakt zur Aussenwelt dezimiert - wird er mit einem Reh, einem fuch oder einem Hasen nichts anzufangen wissen (siehe mein Hund, apportieren hat er wohl im Blut, schnüffeln auch (wobei das auch nervös bedingt ist) - aber Tier sehen und jagen... nein, der liegt in der Sonne und zwei Raben sitzen 3 Meter neben ihm, seine Zuchtkollegen würden sich zu tode schämen). Da muss ich meine althündin rausschicken, wenn ich angst haben muss, dass die Vögel auf den großen Hund einpecken.

Die Zucht ist eine Verbesserung der Potentiale, genauso wie bei der Genetik - ein Labrador ist ein Wasserhund und Dalamtiner haben viele schwarze oder braune Tupfen dafür ist ein hoher Prozentsatz taub - aber schön, Bulldoggen müssen heute noch ihre Blutfalten an der Nase haben und wenn sie mit 5 Jahren noch keinen Organschaden haben wären sie für die Zucht geeignet, der Zwergspitz - Österreich und 2.ter Europameister in seiner Klasse lag mit 6 Jahren und 3 fach vergrösserten Herz im Keller und konnte diesen kaum mehr verlassen. ich glaube 72 Nachkommen hat er in seiner Aktiven Laufzeit gezeugt... schön - aber krank. . Ein Windhund der an Allergien und Asthma leidet und bei jedem Aufgallopp mit Inhalationsmittelchen versorgt werden muss - hat weder in der Zucht noch in der Genetik was zu suchen. Das ist dann "Ausschussware". Laufen kann er ja noch, aber seinen Zweck wird er nie erfüllen. Wobei ich untertänigst hoffe, dass keiner unserer ehemalig gezüchteten Jagdhunde/ sokas und co seinen Zweck erfüllen darf und kann. Denn die Evolution hat beschlossen das nun alle letargisch gehaltene Haustiere sind, Kinderlieb, freundlich und Jagdtrieb der jahrhundertelang den Menschen gedient hat sollte binnen 2 Hundegenerationen total verpuffen - bitteschön.

Das Problem mit diesen abrufereignissen ist jedoch, wenn der Hund begreift, dass abgerufen wird, weil z.b. ein Reh auf dem Feld steht, ein Hase im Dickicht sitzt etc, wird er erst einmal "sehr aufmerksam" die Gegend inspizieren um dann zurückzukommen. Aber diesen Wow - Effekt gibt es dann nicht mehr. Also eher ruhiger angehen lassen, abrufen, auch wenn nichts ist und diese Superpfiff-Geschichten eher zur Seite legen. Es ist ja nicht schlecht, wenn er es könnte, aber ich befürchte, ein Hund der weiß dass der Besitzer ihm vom Wild abruft - ist genauso wie einen unkastrierten Rüden von einer Läufigen Hündin wegzuscheuchen. Er wird mittel und wege versuchen und auch finden....

Meine Hunde lieben diese getrockneten kleinen Sardellen (die gibts auch für Hunde - sonst in der Katzenabteilung). Sind gesund, wenig Fett - viele Vitamine und wenn man sie nicht in übermassen füttert sogar äusserst gesund.
Eben, weil du das hier schreibst, bitte ich dich noch einmal dich ein wenig ueber Zucht, Genetik und Rasseeigenschaften ein wenig schlau zu machen.

@Dondon96
Entschuldige bitte das OT, wird in diesem Thread nicht mehr vorkommen
 
Thema:

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