Sollte man die Hundezucht mit schädlichen Mutationen, wie dem Merle - Faktor , oder ins Extrem gezüchtet Rassenmerkmale nicht stärker ächten ?

Diskutiere Sollte man die Hundezucht mit schädlichen Mutationen, wie dem Merle - Faktor , oder ins Extrem gezüchtet Rassenmerkmale nicht stärker ächten ? im Hunde Gesundheit Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo, Du hast recht , die Entwicklung vom Wolf zum Hund, hat für den Hund ständig eine Verringerung seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten...
A

A-Fritz

Registriert seit
11.07.2016
Beiträge
939
Reaktionen
62
Aber wo setzt man da die Grenze? Jede einzelne unserer Hunderassen ist gesundheitlich eine Verschlechterung zum Wolf.
Ein Wolf hat z.B. in Gefangenschaft (also ohne die Härten der Wildnis) eine Lebenserwartung von 16-20 Jahren. Wie viele unserer Hunderassen können sich das noch aufs Fell schreiben? Wir züchten Rassen, bei denen eine Lebenserwartung von unter 10 Jahren als normal gilt. Ist das dann auch Qualzucht?
Ist es Qualzucht, wenn die Hunde schlappe Ohren haben und dadurch zum einen schlechter kommunizieren können und zum anderen dadurch die Wahrscheinlichkeit von Entzündungen erhöht ist? Je nach Rasse sogar "normal" ist?
Ab welcher Schnauzenverkürzung oder Rückenverkrümmung und ab welcher Verkürzung der Extremitäten ist es eine Qualzucht?
Ist ein häufiges Vorkommen von bestimmen Erkrankungen eine Qualzucht? Und wenn ja, von welchen und warum genau diese und andere nicht?

Auch bei Arbeitshunden wird nicht auf Dinge wie z.B. Lebenserwartung geschaut. Sie wurden/werden ja nun wirklich nur aus egoistischen Gründen gezüchtet und das Wohlbefinden und die Gesundheit vom Tier ist/war nur dann und in den Bereichen von Interesse, die für die Arbeit nützlich sind/waren.
Mal davon abgesehen, dass Arbeitshunde in der heutigen Gesellschaft oft mehr leiden müssen als ein Hund, dessen Gehör schlechter ist. Aufgebissene Pfoten aus Langeweile etc. sind durchaus auch Leiden. Ist das also dann auch eine Qualzucht?

In einem anderen Thema wurden z.B. Wolfhunde als generelle Qualzucht hingestellt, obwohl sie gesundheitlich sehr gut dastehen. Einfach aus dem Grund, weil es bei ihnen schwerer ist einen passenden Halter zu finden.

Ich denke da zieht einfach jeder seine eigenen Grenzen.

So wie ich das nun mit der Farbgebung "Merle" verstanden habe, führt es bei gewissenhafter und kontrollierter Zucht so gut wie nie zu irgendwelchen Problemen.
Wenn dem so ist, dann sehe ich dabei keine Qualzucht. Da wäre für mein Empfinden z.B. jeder Hund mit Schlappohren "ärmer dran". 🤷‍♀️

Aber wie gerade gesagt... da wird jeder seine ganz persönlichen Grenzen ziehen.
Im Endeffekt ist Hundezucht immer egoistisch.
Hallo,
Du hast recht , die Entwicklung vom Wolf zum Hund, hat für den Hund ständig eine Verringerung seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten gebracht ,
nur gibt es wohl heute weit mehr Hunde wie Wölfe.
Die meisten Hunde sind aber völlig abhängig von den Menschen und ohne ihn nicht lebensfähig.

Dieses ist leider so , nur sollte man dieses als unumkehrbare Tatsache akzeptieren ?
Ich denke, hier wurde schon lange jede Grenze überschritten .
Wichtig ist es , dass diese Tatsache möglichst vielen Menschen bewusst wird ,
damit wenigsten die Extreme dieser Entwicklung eingeschenkt und verhindert werden .

Fritz.
 
A

A-Fritz

Registriert seit
11.07.2016
Beiträge
939
Reaktionen
62
Es behauptet doch niemand, dass Merle krank machen KANN. Deshalb sollte man die Färbung nicht in neue Rassen reinmischen und auch keine Doppelmerle-Hunde produzieren.
Aber bei Rassen, gerade bei Gebrauchshunderassen wie dem Collie, wo die Färbung schon seit Ewigkeiten existriert, kann man davon ausgehen, dass kranke Hunde schon seit Jahrzehnten ausgemerzt worden wären, wenn sie wirklich so krank wären. Diese Hunde mussten früher funktionieren. Wenn alle Merle-Hunde damals taub, blind oder sonstwie unbrauchbar gewesen wären, hätte man damit nicht gezüchtet, man hätte sicher schnell alle Welpen der Farbe direkt nach der Geburt entsorgt. Damals hat man nicht nach Farbe gezüchtet, da musste ein Hund funktionieren. Deshalb sind Merle-Hunde bei den ursprünglichen Rassen auch unproblematisch, sofern es kein Doppelmerle ist - oder andere Krankheiten reinspielen, die mit der Farbe nichts zu tun haben.
Aber die ganzen Vermehrer, die einfach irgendwie eine neue Sonderfarbe in ihre Rasse "züchten" wollen, achten nicht unbedingt drauf, welche neuen Genkrankheiten sie einführen und ob es Inkompatibilitäten gibt. Ausserdem wird dann mit so ziemlich jedem Merle-Tier weiter vermehrt - egal ob gesund oder krank. Das hat aber nichts mit dem Merle-Collie aus seriöser Zucht zu tun.



Das ist ein Nebeneffekt der Domestikation - die Tiere werden abhängig. Und wenn sie nicht von Klein auf z.B. auf der Strasse leben, dass überleben sie draussen nicht. Aber auch in der Natur stirbt ein Grossteil der Nachkommen im ersten Jahr - egal ob der Mensch seine Finger im Spiel hat oder nicht.



Das gehört zur Definition eines seriösen Züchters. Wer das nicht macht, ist schlicht ein Vermehrer, egal welches Label er trägt.
Hallo,
für eine Population ist es nicht entscheidend wie viele Tiere sterben ,
das Sterben hat den vortrete das schwache und Kranke Individuen verschwinden und sich nicht fortpflanzen.

Hunde haben aber das Problem, dass häufig besonders schwache und wenig agile Vertreter ihrer Art
künstlich am leben hehlten werden, damit gerade solche sich fortpflanzen können,
anders wären nicht so verschiedene Hunderassen entstanden , die besonders klein , kurze Beine haben, usw.

Auch Hunde mit besonderen Farben sind für manche Menschen interessant und werden besonders
häufig zur Vermehrung gebracht , wehren die gesünderen Exemplare dieser Hunde weniger vermehrt werden.

Auch wenn die genetische Veränderung beim Merle- Faktor , wie Du schreibst schon seit Jahrzehnten existiert,
liegt es daran , dass Menschen dieses schön gefunden haben und diese weiter gezüchtet wurden.

Doch ist dieses denn nötig ?
Auch wenn manche Vertreter mit diesem Mangel ohne merkliche krankhafte Symptome leben können,
ist diese Mutation nicht gesundheitsfördernd und sollte meiner Meinung nach nicht weiter gezüchtet weden ,
es besteht immer die Gefahr , das Hunde mit dem Merle -Faktor kranke Nachkommen bekommen .

Fritz.
 
Nienor

Nienor

Registriert seit
04.11.2008
Beiträge
37.549
Reaktionen
147
Auch wenn die genetische Veränderung beim Merle- Faktor , wie Du schreibst schon seit Jahrzehnten existiert,
liegt es daran , dass Menschen dieses schön gefunden haben und diese weiter gezüchtet wurden.
Nochmal, bei einigen Gebrauchshunderassen existiert die Merle-Färbung schon seit einer halben Ewigkeit - noch bevor man Hunde als Statussymbol fürs Sofa gezüchtet hatte. Da zähle allein die Nützlichkeit. Da war es egal, ob der Hund schwarz, Merle oder giftgrün kariert war. Der Hund musste arbeiten, das Aussehen war zweitranig, deshalb wurde damals auch nicht nach aussehen gezüchtet. Was hat denn ein schöner Hütehund dem Bauern genutzt, der nicht an Schafen oder Rindern arbeiten konnte? Der wurde zum Teufel gejagt oder direkt erschossen, damit man das unnütze Tier nicht auch noch durchfüttern musste. Und verkaufen konnte man so einen nutzlosen Hund auch nicht, den wollte keiner, egal wie schön er war. Man könnte nicht einfach ein schönes Maul mit durchfüttern.
 
Nienor

Nienor

Registriert seit
04.11.2008
Beiträge
37.549
Reaktionen
147
es besteht immer die Gefahr , das Hunde mit dem Merle -Faktor kranke Nachkommen bekommen
Soll man dann auch braune oder gelbe Labradore verbieten? Gekreuzt können die Rosa-Nasen zeugen, die schneller Sonnenbrand bekommen - und das fördert Hautkrebs.
Oder Windhunde oder Mollosser? Gekreuzt gibt das sicher auch keine gesunden Tiere .. Zarte Beinknochen die massives Gewicht tragen müssen ...

Ein seriöser Züchter lässt nicht zu, dass Doppel-Merle fällt. Genauso wie er darauf achtet, dass die Eltertiere körperlich zusammenpassen und beide vorbildliche Charaktereigenschaften ihrer Rasse zeigen.
Unterscheide doch endlich mal zwischen Vermehrerei der Kohle wegen und wirklich seriöser Zucht, wo es um das Wohl der Tiere geht. Du hast doch auch einen Rassehund - warum wetterst du dann so gegen Zucht, als ob da jeder nur Kohle machen will und kranke Hunde produziert?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: demona
A

A-Fritz

Registriert seit
11.07.2016
Beiträge
939
Reaktionen
62
Soll man dann auch braune oder gelbe Labradore verbieten? Gekreuzt können die Rosa-Nasen zeugen, die schneller Sonnenbrand bekommen - und das fördert Hautkrebs.
Oder Windhunde oder Mollosser? Gekreuzt gibt das sicher auch keine gesunden Tiere .. Zarte Beinknochen die massives Gewicht tragen müssen ...

Ein seriöser Züchter lässt nicht zu, dass Doppel-Merle fällt. Genauso wie er darauf achtet, dass die Eltertiere körperlich zusammenpassen und beide vorbildliche Charaktereigenschaften ihrer Rasse zeigen.
Unterscheide doch endlich mal zwischen Vermehrerei der Kohle wegen und wirklich seriöser Zucht, wo es um das Wohl der Tiere geht. Du hast doch auch einen Rassehund - warum wetterst du dann so gegen Zucht, als ob da jeder nur Kohle machen will und kranke Hunde produziert?
Hallo,
wie ich schon geschrieben habe, halte ich es für wichtig darauf hinzuweisen , das die willkürliche Selektion durch Menschen große Probleme bei den Hunden verursacht hat .
Es gibt schwere Abnormitäten, unter denen Hunde und weniger folgenreiche Merkmale ,
es ist natürlich wünschenswert , wenn die Hunde von den größten Übeln befreit wären,
doch auch kleinere Nachteile wären es wert , eine züchterische Verbesserung zu erfahren .

Fritz.
 
A

A-Fritz

Registriert seit
11.07.2016
Beiträge
939
Reaktionen
62
Nochmal, bei einigen Gebrauchshunderassen existiert die Merle-Färbung schon seit einer halben Ewigkeit - noch bevor man Hunde als Statussymbol fürs Sofa gezüchtet hatte. Da zähle allein die Nützlichkeit. Da war es egal, ob der Hund schwarz, Merle oder giftgrün kariert war. Der Hund musste arbeiten, das Aussehen war zweitranig, deshalb wurde damals auch nicht nach aussehen gezüchtet. Was hat denn ein schöner Hütehund dem Bauern genutzt, der nicht an Schafen oder Rindern arbeiten konnte? Der wurde zum Teufel gejagt oder direkt erschossen, damit man das unnütze Tier nicht auch noch durchfüttern musste. Und verkaufen konnte man so einen nutzlosen Hund auch nicht, den wollte keiner, egal wie schön er war. Man könnte nicht einfach ein schönes Maul mit durchfüttern.
Also noch einmal zum Merle- Faktor .
Diese Mutation kann schwere krankhafte Nachteile bei einen Hund verursachen.
Wenn Züchter , ausschließlich solche Hunde erzeugen, um diese gewinnbringend verkaufen zu können,
sehe ich keinen vernünftigen Grund , auf Hunde mit dieser Abnormität zu verzichten.

Fritz.
 
Nienor

Nienor

Registriert seit
04.11.2008
Beiträge
37.549
Reaktionen
147
Da bin ich bei dir. Bei Rassen, bei denen das Merlegen ohne Doppelmerle zu Problemen führt, sollten betroffene Tiere aus der Zucht genommen werden.
Bei Rassen, bei denen dies nicht so ist, können die Tiere (sofern frei von all den anderen rassespezifischen Krankheiten und charakterlich einwandfrei), problemlos in der Zucht bleiben.
Das gleiche betrifft auch das Dilute-Gen, das blaue und andere aufgehellte Farben verursacht. Da gibt es Rassen, bei denen es schon ewig vorkommt und keine Probleme macht - und solche, bei denen es der Mode wegen hochgepuscht wird und massive Haut- und Fellprobleme verursacht.
Aber: Seriöse Züchter würde weder Merle noch Dilute züchten, wenn dies in ihrer Rasse zu gesundheitlichen Problemen führt. Und wenn man als Welpeninteressent weiss, dass diese Farben bei der Rasse Probleme machen, weiss man sofort, dass man nicht bei einem seriösen Züchter ist, wenn er trotzdem diese Farben züchtet. Und dann die Finger von dem Hund lassen. Denn die Nachfrage bestimmt die Produktion.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Hundefreundin12
demona

demona

Registriert seit
07.11.2008
Beiträge
5.035
Reaktionen
561
Hi,

viel nachzulesen aber gut.

Nach mancher Argumentation hier müsste man die Rassehundezucht aufgeben, weil ja alle Züchter nur auf Geld aus sind und nie, niemals nicht das Wohl ihrer Rasse im Blickfeld haben. Sprich, wir lassen unsere Hunde einfach frei und fröhlich rum laufen und Mutter Natur wählt schon die gesündesten und stärksten Individuen aus um genau die perfekten Hunde raus zu bekommen, die hier gefordert werden. Weil es ja so viel sinnvoller ist wahllos Mischlinge mit unbekanntem Hintergrund zu verpaaren als durchuntersuchte Rassehunde.

Fritz, welche Rasse dürfte man deiner Meinung nach noch weiter züchtern? Welche Rasse ist in dienen Augen noch gesund genug damit man sie weiter züchten darf?

Alles Kleine - weg, Qualzucht
Alles große - weg, Qualzucht
Alles Merle/Dilute - weg, Qualzucht
Alles mit Fell, dass gepflegt werden muss weil es sonst verfilzt - weg, Qualzucht
Alle Hunde über 60 cm/30 Kg könnten Arthrose im Alter kriegen - weg, Qualzucht
Alle Hunde, die rassetypische Erkrankungen kriegen könnten ( aber nicht kriegne würden weil ja verantwortungsvoller Züchter usw ) - weg, Qualzucht
Alle Plattnasen - weg, Qualzucht

Bleibt nicht mehr viel übrig, was man noch züchten dürfte, oder?

Solange hier nicht unterschieden wird zwischen vernünftiger Zucht und sinnloser Vermehrerei ist es wirklich sinnlos. Ihr schert alle Züchter aller Rassen über einen Kamm. Was kann ein KHC-Züchter für die Ausmaße, die die Mopszucht angenommen hat? Was kann ein deutscher Pinscher Züchter dafür, was bei den Molossern angerichtet wird?
Und die Schuld ist hier sehr einseitig verteilt. An allem sind die bösen,bösen Züchter schuld. Am Standard sind die Züchter schuld - auch wenn versucht wird ihn zu ändern aber egal -, an den Richterentscheidungen sind die Züchter schuld, an der schlechten Information der Interessenten sind die Züchter schuld, an dem Kauf der Tiere sind die Züchter schuld, joah, an allem sind die Züchter und Vermehrer - weil da wird ja nicht unterschieden, sind alle scheiße - schuld.

Mal die Verantwortung woanders hin zu schieben, ist zu schwer und dazu müsste man über den eigenen Tellerrand schauen. Solange die Leute entsprechende Qualzuchten gut und schön finden, wird es sie weiter geben. Aber hey, die Farbe ist ja das Hauptproblem.
 
Hundefreundin12

Hundefreundin12

Registriert seit
12.12.2014
Beiträge
3.495
Reaktionen
125
Ich hab dir Demona ja schonmal geschrieben, dass ich persönlich Zucht nicht arg mag.
Liegt an anderen Gründen.
Es ist bei Haben wollen eines Rassehundes aber eben auch Aufgabe der Käufer sich richtig zu informirren, genug nach uu haken usw usw, nur weil der Zuechter im Vdh ist, bedeutet das fuer MICH nicht viel.
Man kann einen Hund fuer 1200Euro vom Vdh Züchter griegen, der halt das Geld verlangt, weil er halt Mitglied ist und sein Hund ja so tolle Trophäen hat odrr für 1200Euro von dem, der die Trophäen hat und sich wahnsinnig viel Mühe gibt.
Man sollte sich nicht täuschen lassen und gleichzeitig auseinander halten können- das ist ein wachsendes Problem unserer Gesellschaft.
 
demona

demona

Registriert seit
07.11.2008
Beiträge
5.035
Reaktionen
561
Man muss Zucht nicht mögen, sagt ja auch keiner. Viele finden ihre Erfüllung im Tierschutz, andere bei den Rassehunden und Anderen ist es völlig egal.

Das kann ich anstandslos akzeptieren, was ich nicht akzeptieren kann und werde, ist wenn man - teils ohne Ahnung oder Hintergrundwissen - alle Züchter in Grund und Boden kritisiert und teilweise sogar schon verleumdet (Sind ja alle nur aufs Geld aus und haben eigentlich keine Ahnung von Genetik und Zucht etc....) und selbst keine Ansätze zur Verbesserung der Zucht haben. Nur schön drauf hauen, meckern, nölen und die Schuld auf die Züchter schieben.

Warum nicht auf den Käufer, der für 300 Euro einen Merle-Chihuahua oder Merle-Mops kauft? Jeder Züchter soll den Interessenten bitte eine 30 Seitige Mappe mit den Vorzügen, Nachzügen, Genetik, Verhalten, Ernährung, Erziehung, Beerdigung der jeweiligen Rasse in die Hand drücken weil man von einem mündigen Menschen ja nicht erwarten kann, dass er sich selbst informiert. Das wäre zu viel verlangt und grenzt ja schon an Rücksichtslosigkeit. Schrecklich.

Trophäen und Pokale sagen nichts aus, auch keine Championstitel, wer zum Züchter geht, sollte sich vorher schon etwas informiert haben. Selber mal den Arsch hoch kriegen, Rassebeschreibungen lesen, mal länger als 1 Minute googeln - die Infos gibt es überall im Netz - vielleicht mal in Foren nach anderen Besitzern suchen und auch mal nach den Krankheiten googeln. Dann Augen auf beim Züchter anschauen. Wie geht er mit den anderen Hunden um? Wie sind die Lebensverhältnisse? Wie beschreibt der Züchter seine Rasse - ein guter Züchter nennt auch Nachteile? Kann man die Gesundheitsergebnisse der Eltern einsehen? Röntgenergebnisse? Genergebnisse? Ein guter Züchter beantwortet jede Frage, wenn sie höflich gestellt wurde. Fragen ala "EY, was kostet Hund?" sind unhöflich und ich verstehe, wenn die keiner beantwortet.

Es gibt schlechte Züchter, genau wie es irgendwo auch bestimmte gute Dissidenzvereine gibt. Da muss man sich einfach mal selber informieren und nicht darauf warten, dass einem die Infos in den Arsch geblasen werden. Wenn sich Leute ein Auto kaufen, informieren sie sich länger als bei einem Hund.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Syn und Onawa
Hundefreundin12

Hundefreundin12

Registriert seit
12.12.2014
Beiträge
3.495
Reaktionen
125
Du kannst es vergleichen mit "Fleisch vom Discounter, Fleisch vom Bauernhof nebenan".
"Günstige Plastikflasche, teurere Glasflasche"
"Hühnereier aus Stallhaltung, Hühnereier vom Freiland".

Muss ich nix mehr zu sagen,oder?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: demona
S

Schweinemama

Registriert seit
17.05.2013
Beiträge
2.010
Reaktionen
78
Kann man so nicht sagen. Ein Hund ist ein Luxusobjekt. Braucht eigentlich keiner wirklich. Das Fleisch vom Discounter oder vom Bauernhif brauche ich als Nahrung. Dass ist eigentlich kompromisslos.
Sich nun für einen merle zu entscheiden wie bei der Speisekarte im Restaurant- ist schon etwas differenziert.

Denn ein Züchter steuert sehr wohl angebot und nachfragen, hat er nur schwarze oder gelbe labrador kann er sich sicher sein, dass seine hunde durchschnittlich 5 Jahre älter werden wie braune oder neumodische silberne Labradore (diese lebenserwartungsunterschiede sind wissenschaftlich bewiesen). Ob er die ollen Farben an den Mann bringt ist dann wieder ein anderes Thema. Einlesen sollte man sich halt. Egal bei welcher Rasse und in welchem Zusammenhang.

Wenn ich die zweijährige harlekindogge sehe deren Augenlider schon so runterhängen dass man 1,5 Finger darin unterkriegen könnte, frage ich mich nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Zuchtqual. Aber he, die ist noch schmecke dazu... kopfgreif.
 
Zuletzt bearbeitet:
demona

demona

Registriert seit
07.11.2008
Beiträge
5.035
Reaktionen
561
Wenn die Züchter jetzt sagen, wir züchten keine braunen Labradore mehr, sagt der Verbraucher, gut, geh ich zum Vermehrer. Fertig. Was kann da jetzt der Züchter noch steuern? Außer so weit es geht auch gesunde braune Labradore zu züchten? Es gibt keine reinrassigen silbernen Labradore, nur mal so nebenbei.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot, ganz einfach. Irgendjemand wird die Nachfrage immer bedienen, immer.

Mir war die Farbe egal, Loki war der Einzige aus dem Wurf, der noch keine Interessenten hatte weil meine Züchterin gerne einen der ach so todkranken, grausam entstellten Merle-Buben in der Zucht ahben wollte. Soll ich einen Hund ablehnen nur weil er eine andere Farbe als seine Geschwister hat und genauso gesund ist? Schwachsinn. Aber das glaubt ja eh keiner weil er Merle ist also ist er todsterbenskrank, am Besten lass ich ihn gleich einschläfern.

Und doch, der Vergleich passt. Alle schimpfen über die böse Käfighaltung bei Eiern, kaufen vielleicht sogar die tollen Bio-Eier beim NAchbarn nebenan und dann kaufen sie unzählige Produkte, die mit Käfigeiern hergestellt wurden. Oder halt mit dieser Kleingruppenhaltung, die nicht viel besser ist. Mit etwas Informieren, könnte man diese Produkte auch umgehen aber hey, dazu müsste man den Arsch hoch kriegen. Aber nein, man erwartet, dass auf jeder Packung groß, in Druckbuchstaben und in Rot drauf steht "VORSICHT, EIER AUS KÄFIGHALTUNG!!!!!!!!!!!" damit der mündige Bürger bloß nicht sein kleines Hirnchen anstrengen muss.

Schweinemama, auch an dich die Frage, welche Rassen darf man denn noch Züchten? Welche Rasse ist noch gesund genug damit sie Anklang in euren Augen findet und ihre Berechtigung hier auf der Welt behält weil ja alles Andere Qualzuchten sind?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Hundefreundin12
Hundefreundin12

Hundefreundin12

Registriert seit
12.12.2014
Beiträge
3.495
Reaktionen
125
Wir reden total aneinder vorbei, ich versteh die Schwierigkeit nicht:

1. Entscheiden Tierschuzt/Züchter
2. Rasse aussuchen, mit Bedacht auf Krankheiten
3. Verantwortungsvollen Züchter mit allem drum und dran auswaehlen wie von Demona geschrieben

Alle happy!?
 
S

Schweinemama

Registriert seit
17.05.2013
Beiträge
2.010
Reaktionen
78
Wenn die Züchter jetzt sagen, wir züchten keine braunen Labradore mehr, sagt der Verbraucher, gut, geh ich zum Vermehrer. Fertig. Was kann da jetzt der Züchter noch steuern? Außer so weit es geht auch gesunde braune Labradore zu züchten? Es gibt keine reinrassigen silbernen Labradore, nur mal so nebenbei.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot, ganz einfach. Irgendjemand wird die Nachfrage immer bedienen, immer.

Mir war die Farbe egal, Loki war der Einzige aus dem Wurf, der noch keine Interessenten hatte weil meine Züchterin gerne einen der ach so todkranken, grausam entstellten Merle-Buben in der Zucht ahben wollte. Soll ich einen Hund ablehnen nur weil er eine andere Farbe als seine Geschwister hat und genauso gesund ist? Schwachsinn. Aber das glaubt ja eh keiner weil er Merle ist also ist er todsterbenskrank, am Besten lass ich ihn gleich einschläfern.

Und doch, der Vergleich passt. Alle schimpfen über die böse Käfighaltung bei Eiern, kaufen vielleicht sogar die tollen Bio-Eier beim NAchbarn nebenan und dann kaufen sie unzählige Produkte, die mit Käfigeiern hergestellt wurden. Oder halt mit dieser Kleingruppenhaltung, die nicht viel besser ist. Mit etwas Informieren, könnte man diese Produkte auch umgehen aber hey, dazu müsste man den Arsch hoch kriegen. Aber nein, man erwartet, dass auf jeder Packung groß, in Druckbuchstaben und in Rot drauf steht "VORSICHT, EIER AUS KÄFIGHALTUNG!!!!!!!!!!!" damit der mündige Bürger bloß nicht sein kleines Hirnchen anstrengen muss.

Schweinemama, auch an dich die Frage, welche Rassen darf man denn noch Züchten? Welche Rasse ist noch gesund genug damit sie Anklang in euren Augen findet und ihre Berechtigung hier auf der Welt behält weil ja alles Andere Qualzuchten sind?
Das ist das Problem des kommerzes. Das Fleisch vom Biobauern kann man sich kaufen, wenn man Geld genug hat. Der discounter hier ist überlaufen, der wird wöchentlich leergeräumt. Wenn ich einen renommierten Züchter habe, der das hobbymössig macht und sich nicht dadurch ernährt, wäre mir das allemal lieber. Kenne nämlich keinen hund vom Züchter der älter wie 18 wurde, der älteste hund den ich kenne wird 20 im November und ist ein Findelkind aus dem Müllcontainer...

Zu 1-3, nein, mir ist ein hund ins Auge gelaufen und ich habe den adoptiert. Nie Entscheidung welche Rasse, welcher Züchter oder welche Farbe. Ich suche mir ja auch nicht meine Freunde nach Hautfarbe, Rasse oder Augenfarbe aus.
 
Hundefreundin12

Hundefreundin12

Registriert seit
12.12.2014
Beiträge
3.495
Reaktionen
125
Dann hast du dich eben so entschieden, alles gut.
Es geht ja auch um die Menschen, die einen Rassehund möchten UND diesen von jemanden, der nicht nur Geld schaufeln will.

Den Punkt Tierschutz habe ich deswegen nicht ausgedehnt, weil es HIER darum garnicht geht- es sollte nur eine Vorstellungshilfe sein,...
 
Hundefreundin12

Hundefreundin12

Registriert seit
12.12.2014
Beiträge
3.495
Reaktionen
125
Ich möchte noch erwaehnen, dass es hier auch nicht darum geht "Mischling gegen Rassehund-Gesundheit"... da schweifen wir naemlich so mal völlig ab :D
 
Midoriyuki

Midoriyuki

Registriert seit
13.12.2010
Beiträge
6.011
Reaktionen
285
*hust* Schweinemama, man kann hervorragend auf Fleisch verzichten.
Niemand zwingt dich Massentierhaltung zu unterstützen, das entscheidest ganz allein du.

Und genau das ist bei dem Ganzen doch der Knackpunkt:

Es wird nur rumgeheult, aber Eigenverantwortung wird ganz weit weggeschoben.

Sei es bei Konsum oder dem Luxusartikel Hund.

Persönlich würde ich jedem Hund mit bekanntem Stammbaum den Vorzug geben sofern das gesundheitlich alles im Rahmen ist.

Der 46893.te Mischlingswurf , weil irgendjemand meint das sei doch so schön mal Welpen zu haben bringt niemandem etwas, ganz zuletzt den Hunden selbst.

Und sofern hier nicht mal zwischen Linienzucht und Farbselektion unterschieden werden kann ist die Diskussion einfach zum Scheitern verurteilt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Hundefreundin12
A

A-Fritz

Registriert seit
11.07.2016
Beiträge
939
Reaktionen
62
Soll man dann auch braune oder gelbe Labradore verbieten? Gekreuzt können die Rosa-Nasen zeugen, die schneller Sonnenbrand bekommen - und das fördert Hautkrebs.
Oder Windhunde oder Mollosser? Gekreuzt gibt das sicher auch keine gesunden Tiere .. Zarte Beinknochen die massives Gewicht tragen müssen ...

Ein seriöser Züchter lässt nicht zu, dass Doppel-Merle fällt. Genauso wie er darauf achtet, dass die Eltertiere körperlich zusammenpassen und beide vorbildliche Charaktereigenschaften ihrer Rasse zeigen.
Unterscheide doch endlich mal zwischen Vermehrerei der Kohle wegen und wirklich seriöser Zucht, wo es um das Wohl der Tiere geht. Du hast doch auch einen Rassehund - warum wetterst du dann so gegen Zucht, als ob da jeder nur Kohle machen will und kranke Hunde produziert?
Hallo,
Ich habe noch einmal nach den Ursprüngen der Kurzhaarcollie gesehen
und bei Wikipedia etwas über die Selektion nach Farben, schon bei den ersten Hunden dieser Rasse gefunden .

Dadurch müssen schon in der Vergangen häufig viele Doppel-Merle Würfe gefallen sein,
über den Verbleib solcher Welpen , muß man wohl nicht lange nachdenken .

Kurzhaarcollie – Wikipedia

wurde durch die Insellage jahrhundertelang isoliert von Schafzüchtern gehalten, die besonderen Wert auf bestimmte Zeichnungen legten, um den Hund im Hochmoor und den Highlands leichter auszumachen. So entwickelte sich seine Zeichnung zu einem rassetypischen Merkmal
 
S

Schweinemama

Registriert seit
17.05.2013
Beiträge
2.010
Reaktionen
78
*hust* Schweinemama, man kann hervorragend auf Fleisch verzichten.
Niemand zwingt dich Massentierhaltung zu unterstützen, das entscheidest ganz allein du.

Und genau das ist bei dem Ganzen doch der Knackpunkt:

Es wird nur rumgeheult, aber Eigenverantwortung wird ganz weit weggeschoben.

Sei es bei Konsum oder dem Luxusartikel Hund.

Persönlich würde ich jedem Hund mit bekanntem Stammbaum den Vorzug geben sofern das gesundheitlich alles im Rahmen ist.

Der 46893.te Mischlingswurf , weil irgendjemand meint das sei doch so schön mal Welpen zu haben bringt niemandem etwas, ganz zuletzt den Hunden selbst.

Und sofern hier nicht mal zwischen Linienzucht und Farbselektion unterschieden werden kann ist die Diskussion einfach zum Scheitern verurteilt.
Es ist diese Diskussion längst zum scheitern verurteilt. Ich habe hier im Forum gestern einen Beitrag gelesen, bei dem jedem Hundebesitzer das Blut in den Adern einfriert. Hund mit seltener Hautfarbe, aber dafür gibt der Züchter 2 Jahre Gesundheitsgarantie. Wir sind wieder beim All inkl. Hund, beim Kia Sportage, beim Bmw mit gelinkten Abgassystemen.

Wenn auch nur 5% der Züchter ihren Hundevetkauf so durchziehen braucht man sich über die Gesundheit des Gebrauchsgegenstand Hund heute keine Sorgen mehr machen. Ist das Tier krank, schafft es den Tüv nicht und wird eingestampft. Wieder ein paar 1000 Hundebesitzer mit soziopatischen Problemen mehr, die Ehefrau kann man wahrscheinlich demnächst auch abschieben, wenn sie nicht gut genug kocht. Gibt sicherlich einige potentielle in Thailand, Armenien oder Russland, die putzen auch ohne Knurren und Gezeter- zumindest 2 Jahre lang, dann schafft sie die Anforderungen nicht mehr. Hauptsache ich habe keine Kosten beim Tierarzt.

Einen genetisch gesunden Hund gibt es längst nicht mehr. Einen Hund auf Fellfarbe oder Merlegen zu minimieren ist krank. Gehört aber anscheinend zum guten Ton. Ein Züchter der meint, dass ein merle nun gesünder zu sein scheint, wie jede x beliebige Strassenkreuzung aus Bulgarien oder Rumänien ist für mich größenwahnsinnig. *Text editiert - Sorry, aber Vergleiche zum 3. Reich gehören hier wirklich nicht rein! - LG Luna & Artemis*
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Thema:

Sollte man die Hundezucht mit schädlichen Mutationen, wie dem Merle - Faktor , oder ins Extrem gezüchtet Rassenmerkmale nicht stärker ächten ?