Beschreib doch bitte mal die Situationen, in denen euer Hund deinen Mann nicht "akzeptiert". Dominanz könnt ihr, wie Blackdobermann schon schrieb, definitiv ausschließen. Ich habe in meinen 15 Jahren und den weit über 350 Hunden (Tierheim, Notfallpflegestelle, Vorkontrolle, Hunde von Nachbarn, Freunden und Bekannten), die durch meine Hände gingen, keinen einzigen dominanten Hund kennen gelernt und da waren einige Klopper bei, die keinerlei Vertrag mit dem Menschen hatten. Das waren eher Kommunikationsschwierigkeiten und gelerntes Verhalten durch bisher erlebtes, was das Verhalten der Hunde beeinflusst hat. Der Hund ist noch keine vier Wochen bei euch, nicht mal 14 Tage. Von Akzeptanz einer Person kann da noch gar keine Rede sein. Denn zu Akzeptanz gehört auch Vertrauen, also jemanden einschätzen können, Verhalten einordnen können uvm. Akzeotanz ist auch: wissen, was von mir gerade verlangt wird. Auch das ist nach so kurzer Zeit nicht der Fall. Denn wenn der Hund es (noch) nicht umsetzen kann, weiß er eben nicht, was er machen soll (oder auch, was nicht erwünscht ist). Denn wäre für den Hund die Verknüpfung Signal vom Mensch = mein Verhalten/meine Aktivität da, würde er es machen. Nehmen wir das einfache "sitz". Der eine sagt "sitz" und Hund setzt sich hin. Der andere sagt sitz und Hund legt sich hin. Es gibt so viele Faktoren, die in dem Moment eine Rolle spielen, warum der Hund bei dem einen das Signal ausführt, bei dem anderen aber was anderes macht. Stimmt die Körpersprache, das Handsignal, wird es gleich ausgesprochen (siiiiitz oder SITZ! (befehlston) oder sitz (freundlich, aber kurz) usw. Das hat dann nichts mit "jemanden nicht akzeptieren zu tun", sondern einfach mit einer fehlenden Verknüpfung, die erst noch richtig gemacht werden muss. Das kann ich dir aus meinem beruflichen und ehrenamtlichen Alltag mitgeben. Zudem ist es so, dass Männer nicht nur bei Tierschutzhunden tendenziell schlechtere Karten haben als Frauen, schon alleine aufgrund ihrer Stimmfarbe, die einfach tiefer ist als die von Frauen. Das macht nicht nur bei Kindern Eindruck, wenn eine tiefe Stimme was sagt, sondern auch bei Hunden. Mit dem Kind kann man aber reflektieren, mit dem Hund nicht.
Bei meiner Hündin hatte ich zwar nie den Blues, aber ich kann dir aus ihrer Vorgeschichte sagen, dass sie keinerlei Ambitionen anfangs gezeigt hat mir ihr Vertrauen zu schenken, weil sie bereits sechs Mal weiter gereicht worden war. Damals war sie erst acht Monate alt und ist binnen drei Monaten sechs Mal von Familie zu Familie gewandert. Sie flog mehrfach, weil man ihren Wunsch nach Ruhe und nach Distanz nicht ernst genommen hat und sie deswegen das ganze etwas deutlicher gezeigt hat, was eine ihr gegenüber angewandte Gewalt zur Folge hatte und die Spirale nahm ihren Anfang. Bei mir hatte dies ein Ende, weil ich ihr die Ruhezeiten eingeräumt habe, die sie brauchte und auch die Distanz gewahrt habe. Wenn sie meine Nähe wollte, kam sie, ansonsten lag sie eben da, wo sie lag. Was mir von ihrem TSV geraten wurde, verstößt gegen das geltende Tierschutzgesetz! Denn auch meine Große sollte total dominant sein (laut des TSV und deren Trainerin), weil sie eben ihre Bedürfnisse kundtat und dies mit knurren und auch mal schnappen verdeutlicht hat - aber auch nur, weil man ihre ganzen anderen Signale, die der Deeskalation dienen, nicht wahrnahm oder sogar verbot. Dazu kommt noch die Rassezugehörigkeit. Inzwischen weiß ich, dass in ihr ein Herdenschutzhund mitgemischt haben muss und nicht nur der Schäferhund. Die Gene, wenn sie auch nur von einem der Großeltern oder deren Eltern mit eingeflossen sind, darf man nicht unterschätzen. Mein Glück ist, dass ich im Tierheim schon einige HSH und deren Mixe betreut habe, sodass ich mit ihrem Verhalten klar komme und darin kein dominantes Gehabe sehe. Denn das ist es nicht. HSH und deren Mixe sind eben in vielen Dingen aufgrund ihres Einsatzgebietes anders gepolt, erfreuen sich aber genau der gleichen Erziehung wie ein Labrador oder Chihuahua. Denn die Lerngesetze gelten für jeden Hund. Während der Aussie das ganze 100 Mal hintereinander machen mag, ist der Windhund, HSH oder auch die sehr ursprünglichen Rassen wie Malamut, Akita Inu oder Laika mit wenigen Wiederholungen schon ok. Danach kann man seine Energie wieder für andere Aufgaben nutzen

Ich sage nicht, dass sie weniger Wiederholungen brauchen, um es zu lernen, sondern einfach die Aufmerksamkeitsspanne und Erwartungshaltung bei den Rassen eine andere ist. Arbeitsrasse ist nicht gleich Arbeitsrasse. Vergleich Malinois und Kangal. Der eine ist so energiegeladen, dass er gefühlt täglich einen Marathon braucht und auch mit dem Menschen kooperativ arbeitet, während der andere eher im Garten liegt und alles beobachtet, aber im Fall der Fälle parat steht und seinen Job macht auch und in den meisten Fällen ohne Mensch an seiner Seite.