Entscheidung bereuen

Diskutiere Entscheidung bereuen im Hunde Haltung Forum im Bereich Hunde Forum; Wie verhält firstsich Dein Mann dann?
Audrey

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Mathildaruss

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Er stand in der Küche und wir (Hund und ich) waren im Wohnzimmer. Der Hund lief dann Richtung Flur und fing an zu Knurren. Ohne Ansprache oder sonstiges. Ein anderes Mal standen beide (Mann und Hund im Flur) und er knurrte ihn an. Hier hatten wir uns unterhalten. Aber auch keine Ansprache an den Hund oder sonstiges. Etwas später hatte mein Mann ihm ein paar leckerchen gegeben und die nahm er dann auch an. Eine andere Situation war auf der Couch als mein Mann vorbei lief und er knurrte. Daraufhin hat er ihn erst mal von der Couch veebsnnt

Leine oder Geschirr ziehe nur noch ich an, da er bei meinem Mann sich grundsätzlich weg dreht oder den Rücken zukehrt. Das macht er ohnehin recht häufig. Sich mit dem Rücken zu uns setzen und den Kopf weg drehen. Das ist ja eigentlich auch kein Zeichen von Angst oder Zurückhaltung.

Wenn wir raus gehen ist alles kein Problem. Da kann auch mein Mann die Leine nehmen. Aber eben nur, wenn ich auch dabei bin.
 
cherry-lein

cherry-lein

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Das klingt für mich eigentlich ganz normal für die paar Tage. Meine Hündin klebte mir die erste Zeit auch an den Socken wie Kaugummi, egal was ich tat, sie kam immer mit. Mal Wäsche im Keller machen oder die Post holen waren für sie ein Weltuntergang. Der Hund hat sich jetzt eben an dich als Bezugsperson gewandt, das ist erstmal nicht schlimm und wird sich mit der Zeit bessern.
Dein Mann kann versuchen sich ohne Druck interessant zu machen und z.b. die Fütterungen übernehmen, die Übungen mit ihm machen usw. Er muss sich mit dem Hund beschäftigen, dann wird der Hund lernen das auch er ein wichtiger Teil der Familie ist.
 
Hexogen10

Hexogen10

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Hi,
Ich kann leider nicht täglich hier rein schauen, kann dir aber sagen, dass es durchaus Unsicherheit sein kann. Denn nur weil er Interesse an zum Beispiel anderen Hauseingängen hat, kann er durchaus in anderen Bereichen Ängste haben. Das gibt es ja auch bei Menschen. Es gibt welche, die können auf jeden zugehen im persönlichen Kontakt, aber telefonieren geht gar nicht. Überlegen wir doch mal, welche Erfahrungen er so haben könnte und was bisher seine Strategien gewesen sind. Wenn er als Welpe/Junghund gefunden wurde, kann es durchaus sein, dass ihm Hauseingänge und alles, wovon du sagst, dass es ihm keine Angst bereitet, in dem Zeitraum Sicherheit gegeben haben. Frauen füttern eher auch mal Hunde als Männer, die in der Regel eher mit lauter Stimme und auch Körper groß machen die freilebenden Hunde egal welchen Alters verjagen.
Wie hat er denn in dem Zeitraum zwischen Fund als Welpe/Junghund und dem Umzug vor sechs Monaten zu der Vorbesitzerin gelebt? In einer Perrera, einer Station, einer Pflegestelle oder einer Finca als einer von vielen? Das wäre auch interessant.

Ich würde das Programm auch runterschrauben wie viel du mit ihm machst. Das sind mit Gehorsamsübungen und allem zusammen 3h am Tag. Auch wenn er schon sechs Monate hier ist, so hat er gerade einen Umzug und einen Verlust der Bezugsperson zu verarbeiten, damit einhergehen auch neue Umgebung, neue Menschen, neue Abläufe, neue Regeln und Strukturen und vor allem sehr viele neue Gerüche und Geräusche. Kein Hund muss jeden Tag so viel Programm haben. Ich hab hier neben meiner Hündin noch einen Rüden, der als Welpe zu viele Duracellhäschen (so sag ich das immer scherzhaft) gefressen hat und draußen immer in Bewegung ist, drinnen ist er eine Schlaftablette. Es ist ihm egal wie viel wir laufen, er hat immer noch Energie und ist zumindest gefühlt nicht müde zu bekommen. Sobald wir aber Zuhause sind, wird er ruhiger und schläft. Manchmal bekomme ich ihn abends für die Pipirunde gar nicht mehr wach. Ruhephasen sind enorm wichtig, um alles zu verarbeiten. Nur wenn er alles neue verarbeiten kann, wird er auch zugänglich für das, was ihr wollt. Wenn ihn alles andere noch überfordert, strömt das, was ihr wollt, einfach an ihm vorbei. Das beobachtet man oft anfangs bei Hunden aus dem Tierschutz. In den ersten Wochen machen ihnen Autos, Züge, LKW und was weiß ich für Geräusche draußen nichts aus, aber nach einigen Wochen, wenn der Stresspegel sinkt und der Hund bzw. dessen Gehirn wieder für Reize empfänglich wird, schrecken sie plötzlich hier vor zurück oder zeigen Unsicherheiten dort. Nicht jeder Hund zeigt Stress deutlich, es gibt durchaus Hunde, die still unter Stress leiden oder eben bei jedem Reiz aufspringen oder Stresssymptome zeigen mit Hecheln, Durchfall, körpersprachliche Stresssymptome usw. Auch gereiztes Verhalten gehört dazu. Stress muss auch nicht bedingt durch tägliches Programm sein, dass können schon kleinste Dinge sein, die am Ende der Auslöser sind, aber von uns als solcher Stressor gar nicht wahrgenommen wurden. Mein Tipp: lieber in den kommenden Wochen weniger machen und ihm die Möglichkeit geben anzukommen, alles zu verarbeiten und in Ruhe zu lernen, als ihm später zusätzlich noch das Ruhe halten lehren zu müssen und dann, wenn der Hund sehr viel Kondition hat, wieder auf weniger herunterfahren zu müssen. Weniger ist meistens mehr gerade am Anfang.

Lasst es ruhig angehen. Ihr habt noch so viel Zeit miteinander, dass nicht sofort alles super laufen braucht. Kann es auch gar nicht, denn ihr müsst euch aufeinander einstellen. Euer Hund muss lernen, dass er Ruhe halten kann und soll, dass er abschalten kann, auch wenn du dich innerhalb der Wohnung bewegst. Das geht und kann man u.a. mit der konditionierten Entspannung erreichen. Dauert zwar alles im Aufbau, bringt aber langfristig und auch vielseitig etwas. Derzeitig möchte er gerne wissen, wo seine Bezugsperson hingeht. Das ist in meinen Augen ein vollkommen verständliches Verhalten, denn seine Vorbesitzerin hat ihn abgegeben, als er endlich angekommen war. Man sagt, dass ein Hund aus dem Tierschutz ca. drei bis sechs Monate braucht um anzukommen. Genau in der Zeit wurde er abgegeben und muss sich jetzt wieder umstellen. Je nachdem wie seine Vorgeschichte in Portugal ausgesehen hat, ob er da auch schon eine vertraute Person hatte (Gassigänger, Pflegefamilie, Reinigungskraft der Station oder wer auch immer), möchte er jetzt einfach nachschauen, dass du nicht auch einfach verschwindest. Er wird von selbst irgendwann merken, dass du wieder kommst oder sich woanders hinlegen, während du im Bad bist. Lass ihn schauen, sich absichern und damit für sich Sicherheit gewinnen, dass alles gut ist. Wie viele Eltern fragen anfangs ständig im Kindergarten nach, ob alles gut ist ;) Sehr, sehr viele. Erst heute habe ich in meinem Job eine solche Situation gehabt und der Sohn ist bereits volljährig, aber eben aufgrund seiner Beeinträchtigung mehr von anderen Menschen abhängig als ein 18 jähriger ohne Beeinträchtigung. Keiner würde in dem Fall den Eltern unterstellen, dass sie dominant sind, sondern einfach besorgt um das Wohlergehen ihres Kindes und das ist für alle ein Lernprozess. Auch für Hunde, die sich einleben ist es ein Lernprozess und wird sich mit der Zeit geben. Ich hatte mal einen Pflegehund, der hat regelrecht Stress gehabt, wenn ich ins Bad gegangen bin und sofort angefangen zu bellen, obwohl die Tür offen war und er mich sehen konnte. Erst als ich ihm ein Körbchen ins Bad gestellt habe, kam er runter und hat sich dann, während ich auf der Toilette war oder duschen ging, in das Körbchen gelegt und geruht.
Ja es ist komisch, wenn man auf Schritt und Tritt verfolgt wird, aber ich mach mir um meinen Zwerg Sorgen, wenn er morgens nicht mit in die Küche geht, wenn ich mir einen Kakao mache ;)
Setz dich nicht selbst unter Druck. Es ist dein erster eigener Hund, da darf auch mal was nicht so laufen. Ich war bei meinem ersten Hund auch sehr frustriert, weil er in ein Muster zurückfiel, was wir schon zwei Jahre vorher im Tierheim aus der Welt geschaffen hatten, dachte ich. Aber die Umgebung Tierheim ist eben nicht das gleiche wie bei mir gewesen. Gehwege kannte er gar nicht und so ging er bei jedem Auto, was kam (ich wohnte an einer DER Verbindungsstraßen meiner Siedlung/Stadt) an die Seite und setzte sich hin. Eben weil er das vom Tierheim so kannte, denn da gab es keine Gehwege und auf der Straße stehen bleiben, hätte seinen Tod bedeutet. Nun war er aber in einer Kleinstadt und lief auf Gehwegen. Es hat drei Wochen gebraucht bis er es raus hatte, dass die Autos an uns vorbeifahren können ohne, dass er auf die Seite geht. Mit Tieren läuft es nicht immer perfekt, denn es sind Tiere, die reagieren auch mal nicht so wie wir das gerne hätten.

Knurren ist ja nicht per se etwas schlechtes. Es ist Kommunikation und sagt "bitte mehr Abstand, meine Individualdistanz wurde überschritten" bzw. "ich kann die Situation gerade nicht einschätzen und ich fühle mich unwohl". Das ist tausend Mal besser als wenn der Hund sofort zugebissen hätte oder? Jedes Lebewesen hat eine Individualdistanz, die auch vom jeweiligen Gegenüber abhängt. Im Studium mussten wir dazu mal eine ganz einfache Übung mit unseren Mitstudenten und unserer Dozentin machen. Wir standen uns gegenüber und mussten die Augen schließen. Nun liefen wir aufeinander zu und jeder durfte Stopp sagen, wenn es ihm zu nah wurde. Wir sahen einander nicht, aber wir spürten, ob wir die Nähe gut ertragen oder eher nicht. Je nach Beziehung zu unserem Gegenüber stand man weit auseinander oder sehr nah beieinander. Unser "Stopp" ist quasi das knurren des Hundes.

LG Hexe
 
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Mathildaruss

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Hallo zusammen,
ich melde mich nun mal wieder nachdem wir ein paar Treffen mit der Hundetrainerin hatten.
Unser Hund ist tatsächlich nicht unsicher sondern testet uns mächtig aus.
Ich habe weiterhin das Gefühl, dass wir einfach nicht zusammen passen und bin täglich am weinen.
ich habe mir im Vorfeld so viel angelesen, geplant und überlegt. Aber meine eigenen Gedanken, Ängste und Gefühle habe ich nicht kommen sehen.
Wir überlegen nun, den Hund doch nochmal weiter zu vermitteln und natürlich auch künftig keinen Hund mehr aufzunehmen.
Ich fühle mich sehr schlecht aber hatte im Nachhinein betrachtet keine Ahnung über das Zusammenleben mit einem Hund und wurde von der Vorbesitzerin nicht richtig aufgeklärt über den Charakter (der sicher toll ist, aber halt nicht für uns).
Der Hund ist leider auch alles andere als glücklich bei uns.
 
Ariziah

Ariziah

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Hey,
es tut mir sehr Leid für dich, dass es dir weiterhin so schlecht geht und du diese Gefühle zu deinem Hund hast. Es gibt nun zwei Möglichkeiten für dich: Endweder du gibst euch noch ein bisschen Zeit und kniest dich jetzt mächtig in das Training rein, oder du entscheidest dich dafür, ein gutes, neues Zuhause für ihn zu finden. Die Entscheidung kann dir Niemand abnehmen, die musst du alleine treffen. Versuche dich nicht allzu schlecht zu fühlen. Auch wenn ich da eventuell manchmal anderer Meinung bin als viele, aber manchmal kommt man zu einem Hund, der einfach nicht zu einem passt und wo beide Parteien dauerhaft unglücklich wären. In solch einem Fall ist eine Abgabe für beide der bessere Weg. Und wenn man noch nie einen Hund hatte, weiß man ja auch gar nicht, welch ein Charakter zu einem passt, was man eigentlich braucht, womit man klar kommt, womit nicht...usw.

Allerdings kann es auch sein, dass du die Abgabe irgendwann bereust. Falls du dich wirklich reinkniest und es schaffst, dann wäre der Triumph und die Bindung zu dem Tier umso größer.
Dennoch, entscheiden musst du selber.
Ich wünsche dir einfach die beste Entscheidung für euch alle.
Lg
 
Nienor

Nienor

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Unser Hund ist tatsächlich nicht unsicher sondern testet uns mächtig aus.
Jeder Hund testet den Spielraum zwischen Regeln, die Menschen aufgesetzt haben. Das ist absolut natürlich - woher soll er denn sonst wissen, wie weit er gehen kann? Je nach Charakter und Vorerfahrung akzeptieren sie diese Grenzen früher oder später. Aber es braucht Zeit. Ein Hund kann keine AGB lesen, zustimmen und dann weiss er, wie er sich zu verhalten hat. Wir müssen es ihnen beibringen und vor allem dabei konsequent sein im Sinne: Was heute gilt, gilt auch morgen und übermorgen. Mal hü mal hott verwirrt nur und der Hund muss immer austesten, wo jetzt die Grenze jetzt mal wieder ist.

Was wurden euch denn für Trainingsmassnahmen vorgeschlagen?
 
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Mathildaruss

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ich glaube da kommt viel zusammen.

Die Tatsache, dass der Hund anders als beschrieben ist, er täglich meinen Mann anknurrt und nur mit mir Gassi geht.

Daneben geht es mir psychisch sehr schlecht. Durch den Hund werden Gefühle ausgelöst, von denen ich dachte, dass sie längst verarbeitet seien.
Nur deswegen haben wir uns ja auch gerade jetzt für einen Hund entschieden. Dieses Gefühlschaos und die wieder aufgekommenen Ängste hätte ich nie für möglich gehalten.

Tragischerweise habe ich für mich die Erkenntnis erlangt, dass ich wohl nie psychisch völlig stabil sein werde und diesbezüglich keine Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen sollte. Leider wird/wurde das aber auf dem Rücken des Hundes ausgetragen, der dann demnächst wieder in ein neues zu Hause ziehen.

Aber vielen Dank, dass mir hier durchaus Verständnis entgegen gebracht wird. Auch wenn ich es wahrscheinlich gar nicht verdient hab.
 
blackdobermann

blackdobermann

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Selbst wenn es nicht klappt mit diesem Hund.
Gib nicht auf, deinen Traum.

Es gibt sie. Die unkomplizierten, die ihr zu Hause aufgrund z.b Krankheit verlieren.

Ich hab hier so eine.
Ich will schon seit 15 Jahren nen Hund und hab mich sehr reingekniet zum Thema.

Emmas Herrchen ist Alkoholiker und schafft es nicht raus. Und muss oft ins Krankenhaus. Darum ist sie seid Dezember bei uns.
9 Jahre alter Labrador.
Gut erzogen und man kann sie leicht führen.
Was will man mehr als Anfänger?

Ob wir sie nun behalten steht in den Sternen.

Ich glaube so ein Hund wäre für dich dann auch sehr angenehm.
 
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