Grundsätzlich denke ich das dein Hund der Rudelführer bei euch ist und nicht du.
Das hört sich für mich auch so an! Ich schätze, Jule glaubt in diesen Situationen, die Sache bestimmen und regeln zu müssen. Sie fühlt sich zuständig, dh. sie traut Dir nicht zu, dass Du das allein regeln kannst.
Das kann sich durchaus auf diese eine Situation beschränken. Aber bei einem Hund, der sonst immer hört, und in kritischen Situationen eben nicht, kann man halt leider nicht davon sprechen, dass er 100%ig gehorcht... :eusa_think:
Meine sechsjährige Hündin Malka hat auch immer wieder Phasen, wo sie meint, bestimmte Sachen regeln zu wollen, den Hof zu bewachen, bestimmte Artgenossen fernzuhalten und unterwegs ihr eigenes Ding zu machen. (Dabei ist auch sie im Großen und Ganzen sehr gehorsam!) Dann muss ich wieder mal (und tatsächlich immer wieder!) eine Zeitlang ganz arg die Chefin rauskehren und durchgängig von Malka absoluten Gehorsam verlangen, vor allem bei Sachen, die sie gern anders hätte. Und zwar mit ruhiger Konsequenz. Malka braucht dann dikrekt Einschränkungen der Verfügbarkeit ihrer Lieblingsressourcen. Und ich muss darauf achten, dass bei allem die Initiative von mir ausgeht, nicht von ihr. Dann geht es wieder, sie bellt weniger, markiert weniger, sie jagt nicht, sie ist netter zu anderen Hunden. Sie weiß dann wieder für eine Zeitlang, dass das alles nicht ihr Job ist.
Vielleicht ist Deine Hündin von einem ähnlichen Charakter? Wie Ricalein schon sagte: Beobachte mal ganz stark Dich selbst: Wie souverän bist Du in den fraglichen Situationen? Was ist ansonsten am Tag los? In welchen anderen Momenten (die an sich keinen stören) übernimmt Jule noch die Initiative?