Es geht nicht um die Aufmerksamtkeit die man von seinem Hund bekommt, es geht darum das er merken soll das da vorne (in die Leine ziehen) Falsch ist und das bei mir (Fuß gehen)richtig und toll ist und viel mehr Spaß macht als einen blöden Ruck zu bekommen.
Genau so hat man es mir - als völlig ahnungslose Hundeanfängerin - vor rund sechs Jahren gezeigt, als ich in einer vermeintlich ganz tollen Hundeschule, die mir empfohlen worden war, nachfragte, wie ich Malka Leinenführigkeit beibringen könne: "Ruck an der Leine, wenn der Hund nicht aufmerksam den Richtungswechsel mitmacht, und ruck nicht, wenn er auf dich schaut." Malka hat nach einem einzigen Ruck nach mir geschaut und war "leinenführig" - klar. Aber war das Vertrauen? Echte Aufmerksamkeit? Nee. Sie wollte natürlich nun vermeiden, diesen "blöden Ruck" (wie Du es nennst) erneut erleben zu müssen.
Ich glaube, das sind
uralte Methoden, und sie sind nicht deshalb richtig, weil viele Gebrauchshundevereine es so machen und zu Kettenhalsbändern greifen, damit der Hund auch "was spürt"! Früher haben fast alle Hundehalter ihre Hunde z.B. ins Sitz gebracht, indem sie ihnen das Hinterteil runtergedrückt haben, oder ins Platz, indem sie ihnen die Vorderbeine weggezogen haben - und dergleichen mehr. Man wusste es nicht besser.
Heute, denke ich, dürfen wir das durchaus hinterfragen, und es muss nicht automatisch gut sein, was vielerorts gemacht wird, nicht mal, was in den Prüfungsordnungen der Gebrauchshundevereine und Hundesportverbände steht! (Auch dann nicht, wenn es wirkungsvoll ist!)
Es geht ja nicht um das Kettenhalsband an sich. Mir zumindest ging es darum, das Warum zu hinterfragen und diese seltsame Begründung, beim Hund würde sonst "nichts ankommen". Da darf - und muss! - man ja wohl fragen:
Was soll beim Hund ankommen?
Die Leinenruck- und die "DuziDuzi"-Erziehungsmethode (und beide verdienen in meinen Augen diese Bezeichnung
nicht) liegen ja wohl
meilenweit auseinander! Dazwischen ist so vieles möglich! Gerade Leinenführigkeit hat (in meinen Augen) keineswegs damit zu tun, dass der Hund entweder neben mir geht, weil ich ein Leckerchen in der Hand habe oder aber, weil er den Ruck vermeiden will, der kommt, wenn er zieht! Es hat damit zu tun, wie
insgesamt im Alltag unsere Rudelstruktur ist, ob der Hund mir das Führen auch zutrauen kann, oder ob er (weil ich den Job nicht richtig mache) meint, vorangehen und die Sache selbst in die Hand nehmen zu müssen.
Ich bezweilfe stark, dass ich einem Hund mit Hilfe von Rucken am Halsband (egal an welchem Halsband) klar machen kann, dass er mir vertrauen und sich von mir führen lassen kann!
Damals bei Malka, als ich die Methode der vermeintlich so tollen Hundeschule nachmachte, weil ich es nicht besser wusste, habe ich mich unwohl gefühlt. Als ich es dann besser wusste, habe ich mich meinem Hund gegenüber
geschämt, dass ich damals so grob war. Und inzwischen will ich einfach nicht mehr mit Grobheiten arbeiten (auch nicht mit "leichten"), egal wie lange es dauert, bis ich über einen anderen Weg mit meinem Hund zusammen ans Ziel gelange!