Hallo Calli!
Erstmal vielen Dank für Deinen langen Beitrag, der ja schon viele Dinge sehr gut auf den Punkt bringt!
Ich hatte ja seinerzeit den Thread eröffnet, um Antworten zu bekommen auf die Frage des Warum. (Bin halt eine dieser lästigen Warum-Fragerinnen.

) und einige Warums hast Du nun beantwortet. Einige sind aber auch offen geblieben und vielleicht kannst und magst Du diesbezüglich noch weiterhelfen?
Möchte ich aber an einer Prüfung teilnehmen, dann habe ich mich den Gepflogenheiten dieser Prüfung zu beugen (dem VDH).
Diese Prüfung ist an Normen und Regeln gebunden.
Mit dieser Prüfung repräsentiert man auch in gewisser Weise den Verein, für den man startet. Damit beantworte ich gleich auch die hier aufgekommene Frage:" Muss man für eine Prüfung einem Verein angehören? -"JA"
Es hieß, für den Team-Test müsse man nicht dem Verein angehören. Mir war insofern nicht deutlich, dass die Frage des Halsbandes schlicht zu den Normen und Regeln gehört, denen man "sich beugen" müsse. Als Antwort auf meine Frage nach dem Warum kam:
1.) Weil ein Lederhalsband "zu weich" sei und der Hund dann "nichts spüren" würde und
2.) Ich bräuchte ja nicht am Kurs teilzunehmen, wenn mir diese Regelung nicht gefiele.
Habe ich also ein Problem mit den geforderten Übungen und Durchführung dieses Testes, ist das völlig legitim, ich muss aber auch so ehrlich sein, dann zusagen, ich unterziehe mich dieser "Prozedur" nicht.
Naja, diese Konsequenz habe ich dann ja auch gezogen. An den geforderten Übungen lag das aber nicht!
...
In dem oben beschriebenen Verein wurde nie erzählt, dass man zum Team-Test dem Hund ein Gliederhalsband umlegen muss.
Es wurde gesagt, wer bei dieser Team- Test- Gruppe sich auf die Prüfung vorbereiten will, der führt seinen Hund bitte am Gliederhalsband.
Das war schon klar. Mir ging es darum zu verstehen, was der Grund hierfür ist. Eine Erklärung im Sinne von "Das ist nun mal so, finde dich damit ab oder bleib weg" ist ja irgendwie nicht zeitgemäß unter Erwachsenen. Ich muss als Hundehalterin hinter dem stehen, was ich mit meinem Hund mache. Da ich Lernende bin, bin ich auch bereit, etwas auszuprobieren, was für mich neu ist, aber ich will die Hintergründe verstehen. (Meine Hunde spüren es, wenn ich etwas nur halbherzig tue oder verlange, und reagieren entsprechend halbherzig.) Hinzu kommen meine Erfahrungen von früher, wo mir von Hundetrainern Methoden nahe gelegt und auch ganz plausibel erklärt wurden, die ich im Nachhinein als viel zu grob und ungerecht erkannt habe.
Deshalb an dieser Stelle noch mal die Frage - nun an Dich, da Du Dich auskennst:
Warum sind diese Gliederhalsbänder erwünscht und sogar Bedingung? Was will man erreichen, was man mit einem normalen Lederhalsband oder Brustgeschirr nicht erreichen kann?
Es gibt nicht einen Prüfer, der Schmerzreiz zum Dirigieren will.
Das beruhigt mich. Hatte ich aber auch nicht wirklich geglaubt.
Selbst ein hier so verteufelter leichter Leinenruck führt während einer Prüfung sofort zu einem oder mehrerer Punktabzüge.
Deshalb baut man den Leinenruck auch wieder ab und setzt ihn nur dort ein, wo es nötig ist.
Also müßte bei guter Ausbildung dieser Ruck im laufe der Zeit (einige Hunde benötigen ihn vielleicht gar nicht mehr) immer weniger werden.
Aber zu Beginn soll der Leinenruck gut sein? Wozu genau? Demnach noch mal meine Frage:
Was möchte man, das der Hund spüren soll, wenn man das Gliederhalsband für die Teilnahme am Kurs auf die Vorbereitung zum Team-Test vorschreibt?
Ich möchte noch mal betonen, dass ich für mich durchaus unterscheide zwischen Team-Test (bzw. dem, was ich dahinter vermute bzw. was der Begriff vermuten lässt) und Begleithundeprüfung (obwohl auch das Wort "begleiten" ein Miteinander, eine Zusammenarbeit suggeriert). Jedenfalls hatte ich gedacht, im Team-Test ginge es um das Mensch-Hunde-Team, also um Kommunikation und gegenseitiges Verstehen, um ein Miteinander. Auch um gegenseitiges Vertrauen.
Das heißt, bevor ich mir das Recht nehme, meinen Hund mittels eines wie auch immer gearteten Reizes am Hals zu korrigieren, muss ich ihm vermitteln, was ich von ihm will, damit er überhaupt eine Chance hat, seine Sache richtig zu machen. Alles andere empfinde ich als ungerecht.
Vielfach aber sieht man Hundehalter, die ihren Hund mithilfe von Leine und Halsband hierhin und dorthin zerren, ihn mithilfe der Leine von etwas zurückziehen, ohne ein Wort mit ihm zu reden. Diese Menschen haben ihre Hunde im wahrsten Sinne des Wortes "im Griff" - aber mit "Teamarbeit" hat das nicht viel zu tun. Der Hund weiß überhaupt nicht, warum er hier von einem Artgenossen, dort von einem Passanten oder etwas Essbarem weggezogen wird.
Insofern darf und muss ich nachfragen dürfen, warum bei einem Kurs zum Team-Test Gliederhalsbander vorgeschrieben werden! Nicht mehr und nicht weniger.
Vielleicht kannst Du meinem Verständnis ja noch ein bisschen aufhelfen?