Hallo Anca!
Ich kann Dir nur wärmstens ein Buch von Jan Fennell empfehlen: "Mit Hunden reden". :!: Die Autorin beschreibt auf eine anschauliche und gut nachvollziehbare Weise einen faszinierenden Zusammenhang zwischen Problemen beim Füttern / Fressen und Problemen beim Alleinebleiben. (Unter anderem, versteht sich.)
Ein Hund, der den ganzen Tag Futter zur freien Verfügung hat, empfindet sich unter Umständen als der "Herrscher" über diese so wichtige Ressource - mal krass ausgedrückt. Wird ihm diese entscheidende Rolle überlassen (aus Sicht des Hundes wohlgemerkt), so fühlt er sich unter Umständen in der Pflicht, auch auf andere wichtige Dinge aufzupassen, nämlich auf sein Rudel. Der Rudelführer muss schließlich wissen, wo sein Rudel ist, deshalb kommt so ein Hund in echte Nöte, wenn sein Rudel (also Ihr Menschen) das Haus verlässt. Wie soll er nun auf Euch aufpassen? Die innere Not des Hundes (wohlgemerkt, keine Verlassenheitsangst!) muss irgendein Ventil haben und deshalb zerkauen diese Hunde sehr häufig das Inventar, zerkratzen Türen usw. Jan Fennell zeigt dann sehr anschaulich, wie man diese Probleme in den Griff bekommen kann, und zwar auf eine Weise, die der Hund versteht.
Ihr solltet einmal genau darauf achten, an welchen Stellen im Alltag und wie oft Ihr Eurem Hund wichtige Entscheidungen überlasst. (Wichtig aus Sicht des Hundes, wohlgemerkt!) Das ist von Hund zu Hund verschieden. Oft sind es Kleinigkeiten, die uns kaum auffallen, nämlich einfach die Reihenfolge, wie etwas stattfindet:
Wer fordert wen auf? Wie oft wartet Ihr, was Euer Hund will und gebt seinen Aufforderungen nach?
Die Sache mit dem Futter ist ja nur ein Beispiel: Hier hattet Ihr Eurem Hund erlaubt, Euch zu manipulieren, um es mal direkt zu sagen. Ich würde die Sache umdrehen. Es wird gefressen, wenn Ihr das Futter hinstellt. Punktum. Wenn Ihr es hinbekommt Euch an vielen anderen Stellen im Alltag auch so klar und eindeutig zu verhalten, werdet Ihr wahrscheinlich langfristig auch das Problem mit dem Alleinebleiben in den Griff bekommen.
Ich muss aber betonen: Da man das alles aus der Ferne nur sehr schwer beurteilen kann, würde ich Euch raten, einen guten Hundetrainer aufzusuchen, der auch mal die Situation bei Euch zuhause anschaut. Ihr habt (durch dessen Vorgeschichte mit der ungenügenden Prägung) einen durchaus als problematisch zu bezeichnenden Hund. Holt Euch Hilfe!
