Hallo Barfussläuferin,
willkommen im Club

. Das ist bei Frieda gerade genau das gleiche, und zwar seit mehreren Wochen.
Sie ignoriert mich und zerrt an der Leine rum und sie ist auch im Haus z.T. schlimm (zerlegt Sachen) und mir gegenüber respektlos (wenn ich z.B. was esse, kommt sie nah und immer näher, bis die Nase fast dran ist am Brot und ich muss da immer dagegenhalten mit Starren oder "nein!" oder Aufstehen).
Ich fahre im Moment mit ihr das total "verschärfte" Programm und das zeigt erste positive Auswirkungen.
Regel Nr.1 (die mir am schwersten fällt): nicht ärgern, geduldig sein. (stimme Dir zu Coniectrix, auch wenn ich manchmal glaube, das hört nie auf...)
Und dann:
- Fressen praktisch ausschließlich "für Arbeit": also in der Regel nehme ich ihre Mahlzeit im Futterbeutel mit auf den Spaziergang und wir machen Apportierübungen. Wenn ich nicht rausgehen will/kann, dann mache ich ein kleines Suchspiel in der Wohnung. Dabei übt sie auch gleich, geduldig sitzen bleiben trotz Hungers. (Ich lasse sie im Flur absitzen, gehe dann um die Ecke ins Wohnzimmer und verstecke irgendwo einen kleinen Haufen Trockenfutter. Dann geh ich zurück, sie bekommt Lob und ein Leckerli fürs Warten und Bleiben und darf dann suchen. Eine Mahlzeit sind 6 oder 7 Suchdurchgänge.
- im Haus Schleppleine und sie muss überall mit mir hin (wenn sie nämlich ein paar Minuten alleine im Zimmer ist und wach, dann geht sie auf den Esstisch, klaut dort einen Weihnachtsstern und zerkaut ihn, oder irgendeinen Brief, der irgendwo rumliegt, oder schlabbert meinen Tee aus, oder oder). Wenn sie rummürbt, weil ihr langweilig ist und anfängt, Dinge zu zerlegen,schick ich sie platz. Wenn sie nicht liegen bleibt, nehm ich sie mit dorthin, wo ich grad zu tun habe, Fuß auf die Leine und sie kann da rumkaspern, bis sie merkt, ich ignoriere das (dauert meist so 10min).
- sie hat angefangen uns beim Esstisch anzubetteln, da ist die Devise: total ignorieren, grad mal den Ellbogen an die Tischkante legen, dass die Nase nicht ins Teller kommen kann. Die Zeit, bis sie aufgibt, wird inzwischen immer kürzer.
- Draußen: ausschließlich Schleppleine (5m), das Ende immer in meiner Hand. Und die Spaziergänge eher wieder kürzer (so 30min), dafür immer mit Programm (Suchspiele, Apportieren, Sitz-Bleib- Übungen (das ist die einzige Ausnahme für "Schleppleine in der Hand"), Leinenführigkeitsübungen).
- Spielen mit anderen Hunden, nur wenn sie zumindest einen kurzen Moment still neben mir sitzen kann. Auch da hat sie plötzlich angefangen, wenn sie andere Hunde gesehen hat, überhaupt nciht mehr zu folgen, an der Leine rumzuzerren wie eine Irre, dass ich jedes Mal geglaubt habe, mir kugelts den Arm aus.
- Der andere tolle neue Einfall (ich hatte das schon mal geschrieben): das "Kissen-Rammeln", hat sie auch noch weiter ausgebaut: Sie hat dann ihr Kissen zu Tode gerammelt (hat es dabei total zerfetzt), sodass ich das wegwerfen musste. Ihc habe ein neues,stabileres Stoffkörbchen gekauft, da hat sie auch sofort angefangen, das zu zerlegen. Und das unterbinde ich sofort. Wenn sie da jetzt reinbeißt, nehme ich es sofort weg und es kommt für 3 Tage in den Schrank. Dann leg ich es wieder raus. Sobald sie das eerste Mal wieder dran rum reißt - sofort wieder für 3 Tage weg. Inzwischen schaffen wir es dann zwischendrin schon mal, dass 1 oder 2 Tage das Körbchen auch auf seinem Platz stehen bleiben kann. Ansonsten pennt sie im Moment tagsüber auf dem Teppich...
- Ach ja, und wir haben das Thema Tabu-Zone: Sie darf ja nicht in die Küche und bis vor Kurzem hab ich einfach immer die Türen zugemacht (wir haben gleich 2 Türen in der Küche, das ist aber total mühsam, immer hinter sich die Tür wieder zu, auch wenn man nur 30 sekunden raus geht (weil sie war dann sofort drin und hat sich auf den Mülleimer gestürzt, oder mit dem halbe Körper auf die Küchenzeile raufgelegt.). Auf Anraten der Hundetrainerin jetzt also folgendes Vorgehen: wenn ich in der Küche arbeite (und nicht gerade die volle Konzentraiton für irgendwas da brauche), bleibt die Türe auf, und sobald sie auch nur 1 Schritt über die imaginäre Schwelle steigt, geh ich mit 1, 2 schnellen Schritten auf sie zu - und siehe da - magic! - sie geht schnell wieder einen Schritt zurück. Das machen wir manchmal 10, 15 mal hintereinander, aber: sie akzeptiert das jetzt immer häufiger, gibt schneller auf, entscheidet sich öfter auch mal, sich einfach vor die offene Tür zu legen und mit zuzuschauen, oder sogar auch mal sich schlafen zu legen. Manchmal schafft sie es dann zwar auch in die Küche, aber da dränge ich sei dann einfach wieder raus. Sie traut sich in der Küche auch schon gar nicht mehr so an alles ran. Und was mir aufgefallen ist, ich kann mit diesen 1, 2 Drohschritten auch in anderen Situationen sie besser begrenzen oder stoppen. Ich habe das Gefühl, das generalisiert so ein bisschen.
So... ich glaube, ich habe nix vergessen. Ich hoffe jedenfalls immer auf die Phase, die coniectrix grade schildert (GRATULATION übrigens, freu mich für Euch!).
Die Momente , wo sie kuschlig und lieb ist, entschädigen ja für vieles, aber man will ja einen Hund, der in der Regel folgt und ausnahmsweise mal schlimm ist und nicht umgekehrt... :|
So, jetzt aber schnell noch mal die kleine Abend-gassi-Runde und dann ab ins Bett, muss morgen früh raus...
LG und einen schönen Abend
Fr. Otto