so ich möchte jetzt auch mal meine Meinung dazu äußern. Vor 4 Jahren ist uns der kleiner Krümel zugeflogen. Ein wirklich süßes Kerlchen. Da sich keiner gemeldet hat, haben wir ihn behalten. Er hatte einen großen Käfig, Spielsachen, den ganzen Tag das Wohnzimmer frei zur Verfügung ( zum Fliegen so viel er will ) und immer so viel Obst wie er möchte. Doch das alles hat nichts geholfen. NICHTS. Er flog zwar gerne im Zimmer herum, doch sonst machte er nichts. Er sang keine Liedchen, er nahm kein Obst an, und die Spielzeuge interessierten ihn nicht. Entweder saß er auf dem Ast im Wohnzimmer, immer auf der selben Stelle oder flog bisschen herum. Das Fliegen, so hatten wir das Gefühl, war das einzige was er wirklich geliebt hat.Den Käfig hat der kleine Piepmatz gehasst. Im Großen und Ganzen machte er trotzdem einen traurigen Eindruck.
Also holten wir nach ein paar Monaten die kleine Lotti dazu. Und die brachte unseren Krümel aber richtig in Trab. Es war richtig süß zu sehen wie das Krümelchen auftaut. Es hat natürlich seine Zeit gebraucht, bis die 2 sich verstanden haben. Lotti wollte schon immer gleich mit ihm schnäbeln, aber er war noch ziemlich ängstlich. Aber die 2 haben sich wirklich geliebt. Sie haben immer gekuschelt, sich geputzt und sich sogar gegenseitig gefüttert. So etwas zu sehen macht einen wirklich glücklich. Es hört sich zwar etwas kitschig an, was ich jetzt sage. Aber es ist nunmal so : Ich habe das Gefühl, dass Lotti ihm gezeigt wie man lebt. Plötzlich aß er Obst und spielte mit den kleinen Spielzeugen. Und sie haben beide immer gezwitschert (manchmal so laut, dass man den Fernseher nicht mal verstanden hat). Nur Lotti wollte nie frei fliegen. Sie wollte immer im Käfig bleiben. Anfangs hat Krümel noch versucht, sie raus zu locken. Doch aus irgendeinem Grund wollte sie nicht. Ohne Lotti wollte Krümel auch nicht mehr hinaus. Deswegen haben wir den Wellis eine große Voliere gekauft, dass sie in der viel fliegen konnten.
Ich kann ohne Bedenken sagen, dass die 2 glücklich waren.
Nach 2.5 Jahren ist Lotti ohne Grund einfach so von der Stange gekippt.
Krümel war wieder alleine. Und alles fing wieder von vorne an. Er saß deprimiert immer nur auf einem Fleck. Er wollte die ersten paar Tage nicht mal mehr fressen und raus wollte er auch nicht.
Meine Eltern wollten keinen 2. Welli mehr. Deswegen haben wir ihn schweren Herzens abgegeben.
Nun lebt der kleine Krümel mit einem riesigen Wellensittichschwarm (30 Wellis + ) in einer sehr großen Außenvoliere.
Als wir im Auto saßen und ihn weggebracht haben, habe ich noch gedacht, ich muss Rotz und Wasser heulen, wenn wir ohne ihn wieder heimfahren.
Aber als ich ihn dann in dem Schwarm gesehen habe, glücklich, war ich auch froh. Er ist sofort zu den anderen geflogen und hat Kontakt gesucht.
Mittlerweile hat er auch eine kleine Freundin, die lustigerweise aussieht wie die Lotti.
Klar denke ich manchmal, dass es viel zu ruhig jetzt Zuhause ist und mir fehlen die Kleinen auch. Aber ich glaube, dass das das Beste ist was Krümel nach Lottis Tod passieren konnte. Ihn alleine zu halten wäre seine persönliche Hölle gewesen.
Ich bereue es nicht, ihn weggegeben zu haben. Ich kann ihn auch so oft besuchen wie ich möchte.
Ich glaube, Krümels Vergangenheit ist ein gutes Beispiel wieso Wellensittiche ( und auch andere Rudeltiere ) NIE NIE NIE alleine gehalten werden sollten!!