Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird!

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  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #1
Knopfstern

Knopfstern

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Hey ihr lieben!

Ich werde in letzter Zeit immer wieder mit meinen Krankheiten konfrontriert...
Ich leide unter einer Angst und sowie einer Panikstörung!
Hinzu kommt, das ich lange unter einer Zwangsneurose erkrankt war*bedingt durch die Angststörung*

Doch leider merke ich immer wieder, das das Thema Angst, Zwänge, Panik und Depressionen viel zuoft Tod geschwiegen wird!

Wie seht ihr das!?
Kennt ihr auch Menschen, die solche Erkrankungen haben?
Oder leidet ihr evtl selber darunter?

Ich finde, das man drüber reden sollte, auch wenn es vielen Schwer fällt!

Aber, was sind diese ganzen sachen eigentlich!?

ich möchte mal versuchen, ein wenig ein blick zuverschaffen und evtl einigen zuzeigen, das man garnicht "bekloppt" ist!

Ich weiss, das ich mich mit dem Thema auf sehr Dünnes Eis wage, aber ich finde, das man so etwas ruhig mal anschneiden kann!

Ich würde mich über eure Erfahrungen und Berichte Freuen!

Zwagsneurose!
Eine Zwangsneurose ist eine Krankheit, die man garnicht Steuern kann!
Auch wenn man möchte, das ist nicht so einfach und kostet sehr viel selbstvertrauen!

Zwangsneurose ist eine PsychischeStörung, der betroffene hat einen Innerlichen dran, etwas zutuen und dieses immer und immer wieder zumachen!
Dieses kann sich darin äussern, das man Zwangsgedanken hat oder Zwangshandlungen.
Der betroffene ist in seiner ganzen Lebenssituation eingeschränkt!

Ich will mal ein Bsp aus meinem Leben bringen!

Damals hatte ich beides, Gedanken sowie Handlungen!
Die Gedanken liefen bei mir so ab...
ich musste innerlich immer Zählen...1,2,3,4 1,2,3,4 1,2,3,4 1,2,3,4
Wie ihr sicher Merkt, 4...und 4mal das ganze wiederholen!
Wenn ich dieses nicht tat, dann kam mir der gedanke"wenn du das nicht machst, dann passiert dir etwas!"oder ich verspürte einen druck im inneren, der erst weg ging, als ich dieses ausführte!
Es musste sich also immer 4mal wiederholen!

Dann gab es bei mir die Handlungen:
Diese waren z.b. das ich nicht auf striche tretten durfte, weil mir sonst etwas hätte passieren können!
Diese gehweg plattenstriche! oder Zebrastreifen!
Dann, das was viele sicher kennen, gibt es das häufigste, einen Waschzwang, man muss sich sooft die Händewaschen, oder das Gesicht, bis man weiss, das alles Sauber ist!
Folge:Kaputte und offene Haut!

Diese Zwänge machen ein innerlich verrückt, man kann keinen geregelten alltag finden und ist oft von der aussen Welt total abgeschottet!
ich habe es gesschafft, meine Zwänge komplett in den griff zubekommen!
Ich bin lange Jahre in Therapie gewesen und habe dafür hart gekämpft und bin stolz, das ich das geschafft habe!

Wer dazu mehr erfahren möchte, kann sich hier mal schlau lesen:
:arrow:

Angststörung!

Eine Angststörung ist ebenfalls Psychisch bedingt!
Diese kann sich in Phobien, Angst vor Menschen, bestimmten Situationen und anderen Diversen dingen äussern!
Selbst durch eine Schilddrüsen Erkrankung kann man eine Angst*/Panik*Störung bekommen!

Wie sie sich bei mir geäussert hat?

Ich habe früher angst gehabt, raus zugehen, es kann mir ja was passieren!
Ich bin nie alleine aus dem Haus, konnte nicht mal weit mit meinem Hund gassi gehen!
Ich wurde immer begleitet!
Bei mir wurde diese Angst durch den Tod ausgelöst!
Alle Ängste, die ich hatte, verknüpften sich bei mir mit dem Tod!
Aber auch diese Ängste bekam ich in den Griff und kann heute fast Angstfrei leben!:)
Hinzukam dann, das durch die Angst, die Panik kam, Herzrasen, schweiss ausbrüche, schwindel gefühle...diese verstärkten dann das Gefühl"angst"!Ebenfalls eine Form, der Angst die Panikstörung:
bei mir äussert diese sich so, das ich, wenn ich schon den gedanken habe, das ich weiter von zuhause weg muss, das ich Panik bekomme, ich krieg Herzrasen, Schweiss ausbrüche, Schwindelgefühl, ein Enge gefühl im Hals und und und...
Ebenfalls gute Informationen dazu:
:arrow:

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Seit vielen Jahren bin ich nun schon in Therapie und habe auch keine Angst über meine Krankheit zusprechen!
Im gegenteil, mir ist es wichtig, das Menschen verstehen, was das für eine Krankheit ist/sind und das man dennoch ein Vollwertiger Mensch ist!
Nur weil man mit ein paar kleinigkeiten nicht umgehen kann!

Auf meiner Arbeit, weiss jeder über meine Krankheit bescheid!
Diese kommen alle super damit klar und ich kann jeder Zeit offen mit allen drüber reden!
Es wird sogar gemerkt, wenn etwas mit mir nicht stimmt!

Ich weiss allerdings, das dieses auch anders ist!
Aber ich habe mir gesagt, das ich meine Krankheit nicht verheimliche und aufklären möchte!
Weil es leider viel zuwenig Menschen gibt, die sich trauen darüber zureden, bzw überhaupt wissen, das es sowas gibt!

Ich freu mich auf eure Antworten!
Lg Sanni!
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #2
Hallo,
ich find es echt toll das du so offen darüber Sprechen kannst. Ich kenn das selber alles viel zu gut und kann selber nicht drüber sprechen.
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #3
Das Thema wir auf jeden Fall Tod geschwiegen. Ich leide selber unter sehr vielen, großen Ängsten die alle immer nur belächelt haben. Besonders den Satz "Stell dich nicht so an", habe ich in meinem Leben sehr oft gehört.

Es war für mich lange nicht möglich unter Menschen zu gehen und auch regelmäßig zu arbeiten war unmöglich. Leider wird man dann immer schnell als Faul abgestempelt.
Ich habe eine Therapie gemacht, bin dann umgezogen und werde an meinem neuen Wohnort meine Therapie weiter führen, außerdem hab ich das Glück endlich beim Arbeitsamt jemand gefunden zu haben der mich unterstützt und sich nicht nur lustig macht oder mich als faulen Menschen hinstellt.

Von einer Zwangsneurose bin ich nicht betroffen hab aber schon einiges davon gehört. Ich stelle es mir schlimm vor, es ist bestimmt nicht leicht dmit umzugehen. Vor allem da man bei sowas wahrscheinlich sofort als "Psycho" hingestellt wird. Ist bestimmt jemand der zuviel Drogen nimmt oder nur am trinken ist.

Ich find es schön das du so öffentlich darber redest, stolz kannst du auf jeden Fall auf dich sein. Da raus zu kommen bedeutet viel, viel Arbeit.

Wenn mehr Menschen darüber reden und es öffentlicher wird, würde sich vielleicht auch etwas an der Einstellung anderer Menschen ändern.
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #4
Hallo Sanni!

Das diese Krankheitsformen totgeschwiegen werden, kenne ich.
Ich wusste bis zu meinem 15. Lebensjahr nicht, dass z.B. Depressionen in meiner Familie sehr 'alltäglich' sind und sich von meinen 7 Tanten schon 6 versucht haben umzubringen.
Aber es wird geschwiegen.
Ende der Geschichte war, dass ich für meinen Teil meine eigenen (teils unbegründeten!) Depressionen entwickelte, ohne das Wissen, das es Hilfe gibt oder jemand ähnliches empfindet.

Ich weiß nicht, ob Depressionen vererbbar sind, auf jedenfall haben alle weiblichen Nachkommen meiner Oma Depressionen.
Traurig aber wahr.
Ich habe das Problem Gott sei Dank in den Griff bekommen, in dem ich mein komplettes Umfeld und meine Lebenssituation mehrfach wechselte. Neue Freunde, keine Vorurteile, keine bösen Erinnerungen an 'früher'.


Ausgelöst durch eine Reihe bescheidener Ereignisse in meiner Teenager-Zeit hatte ich damals auch Verlustsängste entwickelt.
Zuerst starb von meinen Zwillings-Besten-Freundinnen die 1. - wenige Meter von mir entfernt schnitt Sie sich vor meinen Augen die Pulsadern auf. Ich war so geschockt, dass ich nicht helfen konnte, und als endlich der Notarzt da war, war Sie bereits verblutet.
Ihre Zwillingsschwester nahm sich 4 Tage nach der Beerdigung das Leben, indem Sie von einem Haus sprang.
Monate später wollte sich meine damals Volljährige beste Freundin 'umbringen', weil Ihr Freund Sie verlassen hatte nach 6 Jahre Beziehung. Ich riet ihr, lieber mich besuchen zu fahren. Das tat Sie - und starb auf dem Weg abends bei einem Autounfall.
Der nächste Fall war schon fast abartig: Auf dem Weg zur Schule musste ich immer 1km an Bahngleisen entlang einen Weg gehen. Punkt 7:05 Uhr fuhren dort Züge entlang, an uns vorbei.
Als ich Nachmittags heim kam, war alles gesperrt. Eine gute Freundin, mit der ich häufig mit den Hunden unterwegs war, hat sich um 7:05 Uhr vom Zug überfahren lassen.
Der letzte heftige Aspekt war der meiner Mutter, die sich nach meinem Auszug damals ebenfalls das Leben nehmen wollte - Schulden, schlechte Ehe, Vorwurfsvolle Verwandte, Einsamkeit, Depressionen.
Sie lebt noch.
Das alles geschah in einem Zeitraum von ca. 4 Jahren.

Diese Ereignisse haben bewirkt das ich an allem und jedem, den ich kennen und lieben lernte, so absurd heftig 'klebte', weil ich fürchtete, jemand könne mich wieder so 'verlassen'.
Mein Freund durfte nie ohne mich weg, musste mir immer sagen wann er wieder da ist nud wenn er später kam, starb ich vor Sorge.
Ich wurde richtig hysterisch und nervös, bekam Atemnot etc.. Kein Kontrollzwang, eher der Gedanke "Wenn ihm was passiert, passiert es mir auch und ich bleibe nicht alleine zurück".
Selbst beim Schlafen musste mein Freund mich immer irgendwie Berühren (und sei es nur mit den liegenden Hand).
Auch waren meine Depressionen zu dem Zeitpunkt noch nicht vollkommen fort - Selbstverletzung war schon fast eine Sucht geworden, ich musste es einfach tun um meinen Kopf zu klären.
Erst nachdem mein 1. Freund im 'neuen Leben' und ich uns trennten, waren die Depressionen gewichen.

Mittlerweile hat sich das immens abgeschwächt, ich bin zwar immernoch richtig nervös und unruhig, wenn ich alleine bin oder Freunde weiter weg fahren, aber ich habe einigermaßen gelernt damit umzugehen (vorallem sind diese Freunde korrekt: Sie ziehen sich nicht zurück, sondern haben Verständnis. Das schlimmste ist immer gewesen gute Freunde wegen der Verlustsängste zu verlieren).

Ich finde es gut, das mal über sowas, das eigentlich bei den meisten eher so 'Ach Joa, das hat nur was mit dem Willen zu tun. Das ist keine Krankheit. Wenn man das nicht will, macht man´s einfach nicht' (gerade im Bezug auf Zwangsneurosen) gehändelt wird.

Und: Andere, junge Menschen sehen auch, dass Sie nicht alleien sind, haben vllt. Mut zur Therapie.

Liebe Grüße
Feder

PS: So, das halbe Reitforum hält mich jetzt sicher für Bekloppt :eusa_doh:
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #5
Hallo ihr beiden!

Ich freue mich über eure Antworten!

Ich habe auch viele Therapeuten kenngelernt, wurde von diesen sogar abgestempelt, als Unheilbar krank!
Aber seht da, ich bin Gesund!
Und das nur, weil ich nie aufgegeben habe!

Ich denke mir entzwischen nur noch" wenn ihr mit mir nicht klar kommt, dann habt ihr eben Pech, ich finde schon jemanden, der mir Hilft!"
Ich bin kein Mensch, der aufgibt und ich habe viel gerlernt in den Jahren in denen Ich in der Psychiatrie war und dort Therapiert wurde!

Bei mir war es genauso, ich konnte lange nicht zur Schule gehen, wurde ebenfalls abgestempelt!

ich bin ohne abschluss, dafür hat man mir eine Chance in einer Ausbildung gegeben, die ich im Januar beenden werde!
Und dann werde ich es dem rest der welt auch noch zeigen*fg*

Nein aber mal im Ernst, ich finde wirklich, das viel zuschnell verurteilt wird!
Jeden sollte man ernst nehmen, egal wie klein die Ängste sind... es verbigt sich oft noch mehr dahinter!
---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

Huhu Feder!

Das ist auch verdammt Tragisch!
Das kann ich nachvollziehen!
Bei mir fing damals alles an, weil mein Meerschweinchen Verstarb und mein Gross Vater schwer krank wurde!
So wurde bei mir das ganze ausgelöst!
Es fing damals mit waschzwängen an!
Mutti sagte mir immer"wasch dir die Hände, wenn du die Tiere angefasst hast, sonst wirst du bös Krank..."was sowas nicht alles auslösen kann?


Um ehrlich zusein, mir ist das ziemlich egal, ob mich jemand für bekloppt hält!
Ich bin wie ich bin und werde mich für niemanden ändern!

Meine Freunde, die mich kennen, die wissen wie ich bin! Und wissen alles über meine Vergangenheit und meine Krankheit!
Und die Leute, die meinen, das sie davon nix wissen möchten, akzeptiere ich!
Absolut ok!

Aber alle die sie mich kennen und kennlernen, merken nicht, das ich diese Krankheiten habe!
Wenn man sich dann kennlernt und man sagt du"ich habe dies und das und jenes"und dann kommt ein"sry du bist doch krank"..."ja bin ich ja auch und?"
"ne mit dir will ich nix zutun haben"
"ok"

und tschüss...die sind es nicht wert, mit mir befreundet zusein und die wissen nicht was sie verpassen*G*
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #6
Feder, ich halte dich überhaupt nicht für bekloppt - in einer solchen Situation ist es nur natürlich, wenn die Psyche so reagiert.

Du bekommst gleich übrigens eine PN. ;)
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #7
Ich habe nicht wirklich Zwangsneurose, aber eben auch so einen "inneren Handlungsdrang". Aus unerklärlichen Gründen hab ich immer Angst um meine Mama, dass ihr irgendetwas passiert. Das hat sich schon als Kleinkind geäußert, niemand anders durfte den Kinderwagen schieben, niemand anders durfte mich halten und sie musste immer in der Nähe sein, sonst hab ich richtig Panik bekommen. Wo ich in den Kindergarten gekommen bin ist das Ganze besser geworden, man gewöhnt sich halt einfach dran dass sie nicht immer da sein kann.
Immer wenn ich z.B. in den Nachrichten sehe dass jemand umgebracht oder durch einen Autounfall oder so gestorben ist muss ich denken "Das könnte ihr auch passieren, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht" ansonsten bilde ich mir ein dass ihr das gleiche passieren könnte, obwohl ich selber weiß dass das Quatsch ist. Oder wenn sie weggeht will ich immer ganz genau wissen wie lange und wenn sie sich mal verspätet krieg ich auch richtig Panik, wie bei nem Kleinkind.
Laut Arzt ist das aber keine Zwangsneurose sondern "psychische Belastung" und eben Angst um jemand nahe stehnden, das kommt häufiger vor und wird wenn man älter wird auch besser.
Hey tut gut dass mal runterzuschreiben...eigentlich erzähl ich es niemandem, weil ich dann wahrscheinlich sowieso für verrückt gehalten werden würde. Hab es auch bis ich 7 war nicht meiner Mama erzählt.
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #8
Ich finde es echt toll von euch dass ihr so offen darüber reden könnt :clap:

Furchtbar schlimm find ich Ferders Erlebnisse aber auch die von dir Sanni sind echt heftig.
Bei solchen Schicksalsschlägen merk ich immer wie gut es mir und meiner kleinen Familie geht.

Ihr zwei seit durch eure Ängste nicht schwach geworden sondern stark und darauf könnt ihr stolz sein .
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #9
Huhu ihr zwei!

Kathrin, das schreiben, das kann echt manchmal wunder bewirken!;)

Clarissa, das ist nur ein teil meines Lebens, die sachen, die ich durch diese Krankheiten erlebt habe, sind noch heftiger!

Ich lag z.b. fast im Sterben!
Bzw war ich kurz davor, weil ich durch diese Zwangsneurose und die Ängste nichts mehr essen konnte!
Das wurde so schlimm, das ich irgendwann not eingewiesen wurde und dort nach einem Tag eine Magensonde bekam und künstlich ernährt wurde!
Ich wog bei ner grösse von 155 ca 26kg!

Die Seele ist ein ganz kompliziertes ding!

Glaubt mir, ich habe lange gebraucht, bis ich soweit bin, wie ich heute bin!
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #10
Leben mit der Angst

Ich muss sagen,

ich habe Angstzustände, ich stehe auch dazu..jetzt kommt das große ABER ich gehe nicht zur Therapie.

Meine Angstzustände haben früh angefangen, ich lebte mit meinen Eltern in einem 5 stöckigen Haus. Ich war ungern alleine und bin meistens zu meinen Großeltern rüber gegangen, weil ich immer wieder Schritte gehört hab, oder dachte jemand steht vor unserer Tür.

Ich leide auch Abends, wenn es ganz dunkel ist unter Verfolgungswahn. Meistens renne ich und drehe mich ca. 4 mal um oder ich gehe da, wo ich Licht sehe.

Jetzt lebe ich in einer kleinen Wohnun, trotzdem ist meine Angst nicht gewichen, wenn mein Freund nicht im Haus ist, dann sieht mein Ablauf so aus, sobald es dunkel ist gehe ich in alle Räume, mache überall Licht an, schliesse die Tür ab, schnappe mir das Telefon, lege mich aufs Sofa (Wenns ganz schlimm ist habe ich sogar ein Messer neben mir liegen) und schaue die ganze Nacht TV. Wenn ich eindöse, dann nur oberflächlich und sobald ich ein geräusch höre,schnappe ich (messer) oder Telefon und gehe durch alle Räume , gucke hinter jede Tür.

Es hört sich für manche warscheinlich an, als wenn ich bekloppt bin, aber es kommt gott sei dank nicht sooft vor.

Wer noch Fragen an mich hat, oder einen Austausch machen möchte kann mich gerne anschreiben.

LG
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #11
Glaubt mir, ich habe lange gebraucht, bis ich soweit bin, wie ich heute bin!

Du hast es aber geschafft ! Und das ist doch das wichtigste.
Hast dir Hilfe gehohlt und hast um dich gekämpft
und das find ich echt toll:clap:
Da ist es doch dann auch völlig wurscht wie lange man braucht, die Krankheit hat ja auch lange Zeit in Ansspruch genommen
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #12
Das denke ich auch!

Und ich bin echt erstaunt, wie viele doch mit Ängsten leben!
und denken, das sie bekloppt sind bzw angst haben, das man sie für Bekloppt hält!

Ich kann euch allen nur sagen, es ist egal, was andere über euch denken!
Das wichtigste is, das IHR zu euch steht!
Und euch nicht aufgebt!

Ich freu mich, das wir grade zueinander finden!:)
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #13
Depressionen und Angststörungen kenne ich aus eigener Erfahrung.

Bei mir ist es nur Phasenweise und die Angststörungen treten hauptsächlich im Zusammenhang mit der Schule auf.

Als bekloppt sehe ich mich definitiv nicht an. Ich kann offen drüber reden ;)
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #14
Oha... Feder ! Für bekloppt halte ich dich nicht, ich bin nur recht beeindruckt, dass du das so offen schreiben kannst. Sowas zeigt zumindestens, dass man bemüht ist sich zu verbessern und versucht sich selber kennenzulernen, um sein Leben auf eine korrekte Bahn zu leiten.

Ich finde diesen Thread auch sehr gut ! Sprechen hilft einfach und beugt vielleicht auch vor.
Ich hatte im jungen Alter starke Angst vor der Schule, konnte nachts nicht schlafen und wenn ich dann zur Schule verschlief, hatte ich Herzrasen und richtige Heulkrämpfe, aus Angst doch noch hin zu müssen, was mir extrem peinlich gewesen wäre, obwohl es das an und für sich ja gar nicht ist. Irgendwann träumte ich nur noch von klingelnden Wecker und Mitschülern, die mich umbringen wollten (natürlich nur im Traum). Das ganze konnte auch so weit gehen, dass ich Kopfschmerzen oder Magenkrämpfe bekam, bis ich mich übergeben musste.

Und ich habe Angst davor Bus zu fahren, warum, weiß ich nicht - ich glaube wegen den vielen Menschen, das ekelt mich irgendwie innerlich an. Mir wird da heiß und kalt, ich beginne zu zittern, habe Schweißausbrüche und mir wird kotzübel. Seltsamer Weise habe ich aber kein Problem damit Zug zu fahren oder in engen Menschenmengen zu stehen.
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #15
Ich muss sagen,

ich habe Angstzustände, ich stehe auch dazu..jetzt kommt das große ABER ich gehe nicht zur Therapie.

Meine Angstzustände haben früh angefangen, ich lebte mit meinen Eltern in einem 5 stöckigen Haus. Ich war ungern alleine und bin meistens zu meinen Großeltern rüber gegangen, weil ich immer wieder Schritte gehört hab, oder dachte jemand steht vor unserer Tür.

Ich leide auch Abends, wenn es ganz dunkel ist unter Verfolgungswahn. Meistens renne ich und drehe mich ca. 4 mal um oder ich gehe da, wo ich Licht sehe.

Jetzt lebe ich in einer kleinen Wohnun, trotzdem ist meine Angst nicht gewichen, wenn mein Freund nicht im Haus ist, dann sieht mein Ablauf so aus, sobald es dunkel ist gehe ich in alle Räume, mache überall Licht an, schliesse die Tür ab, schnappe mir das Telefon, lege mich aufs Sofa (Wenns ganz schlimm ist habe ich sogar ein Messer neben mir liegen) und schaue die ganze Nacht TV. Wenn ich eindöse, dann nur oberflächlich und sobald ich ein geräusch höre,schnappe ich (messer) oder Telefon und gehe durch alle Räume , gucke hinter jede Tür.

Es hört sich für manche warscheinlich an, als wenn ich bekloppt bin, aber es kommt gott sei dank nicht sooft vor.

Wer noch Fragen an mich hat, oder einen Austausch machen möchte kann mich gerne anschreiben.

LG
Warum gehst du nicht zur Therapie!?
Hast du da was gegen oder allgemeine Vorurteile!?
Würde mich ma interessieren!
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #16
Nun melde ich auch mal zu Wort ...
Ich leide auch unter einem gewissen Zwang :(
Wenn ich die Zahl vier mag dann ticke ich alles 4-mal an wenn ich die Zahl z.B. 50 mag muss ich wohl oder übel alles 50-mal anticken.
Wenn ich dies nicht tue, fühle ich mich sehr unwohl und leer.
Mein Bruder hat mich deswegen schon öfter vor meinen Eltern gedemütigt.
Oder ich mag so einen gewissen Stoff nicht, aber trodzdem muss ich ihn 100 mal anticken.
Ich komme mir vor wie behindert.
Zurzeit schwirrt diese Zahl 4 in mir herum. Ich mus 4 -mal das Licht an- und ausknipsen bevor ich schlafen gehe. Ich muss 4 -mal meinen kater streicheln oder genau 4 Beeren esse :(
Ich weiß auch nicht was mit mir los ist :(
Villeicht kann mir einer helfen. Mit Eltern oder Therapeut will ich nicht sprechen.. So schlimm ist es doch nicht oder ??

Fühle mich total schlecht :(

Chantal
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #17
Huhu Chantal!

Das was du hast, genau das gleich*hab ich ja oben beschrieben*habe ich acuh gehabt. es ging mein leben lange bei der Krankheit damals immer um die zahl 4!
4 mal hände einseifen und waschen, 4mal licht an und ausmachen, 4mal Sätze nachschreiben, so das sie unleserlich danach waren*und das selbst in der Schule*4mal was trinken...Und ich fühlte mich auch richtig mies, wenn ich das nicht tat!

Das was dein Bruder macht, das ist nicht schön, das ist traurig!

Hast du dich noch garnicht mit deinen Eltern zusammen gesetzt und mit ihnen geredet?!
Wie alt bist du!?
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #18
Zwänge hatte ich gottseidank nie, das stelle ich mir extrem störend und nervig vor, weil man ja im Inneren weiß, daß es Unsinn ist, es aber trotzdem nicht einfach lassen kann.
Aber Ängste hatte und habe ich zur Genüge. Silberfeder, du läßt meine Erlebnisse wie einen Disneyfilm aussehen, aber für mich war es schlimm genug: Als ich 27 war starb mein bester Freund. Wir kannten uns unser halbes Leben, waren 4 Jahre ein Paar gewesen und wußten alles voneinander. Er war im Schützenverein, hatte auch Waffen zuhause, die er regelmäßig pflegte und mit ihnen schoss (im Verein natürlich). Silvester 2000 auf 2001 feierten wir bei Freunden und es war so eine tolle Nacht, daß wir alle uns danach einmal wöchentlich trafen und einen Spieleabend machten. An diesem Abend trafen wir uns bei meinem Freund, aber er öffnete die Tür nicht, obwohl drinnen der TV lief. Zwei Männer unserer Clique kletterten auf seinen Balkon, zerbrachen die Balkontür und öffneten und dann von innen... Er lag in seinem Wohnzimmer, erschossen, in einer riesigen Blutlache, die Knarre zu seinen Füßen.
Die Polizei stellte fest, daß es ein Unfall war und ich lebe heute mit diesen Bildern im Kopf...
4 Jahre später ist bei meiner Mutter Krebs diagnostiziert worden. 4 Monate lang ist sie langsam an dieser Krankheit verreckt und keiner konnte was tun. Wir mußten dabei zusehen und alles, was wir für sie tun konnten, war da sein.

Danach hab ich solche Verlustängste entwickelt, daß ich mich gar nicht mehr auf neue Freundschaften oder Beziehungen einlassen konnte. Ich wollte niemanden mehr gernhaben, den ich dann hätte verlieren können.

Außerdem bin ich schon schüchtern geboren. Ich hatte als Kind bereits Angst vor fremden Menschen, obwohl mir nie jemand was getan hat. In der Schule hatte ich schlechte Noten, obwohl ich gute Arbeiten schrieb, weil ich mündlich nie mitgearbeitet hab...
Ich habe seit Kindertagen panische Angst vor Dunkelheit. Ich konnte nie im Dunkeln schlafen und auch jetzt geht das nur, wenn mein Mann neben mir liegt... Nachts rausgehen geht gar nicht. Sogar mit unserem Hund (ein Bulldog-Mix) war es eine Qual für mich. Sie merkte das und wich mir nie von der Seite, wenn wir mal später raus mußten. Wenn ich nachts allein im Haus bin, schließe ich alle Türen ab und nehme mein Telefon mit an's Bett. Meistens kann ich dann aber auch nicht richtig schlafen, wache allenthalben auf und schaue mehr TV, als daß ich die Augen schließe...

Früher war es allerdings noch wesentlich schlimmer. Ich hatte Alpträume, richtige Horrorfilme hab ich geträumt und bin manchmal vor Panik gelähmt aufgewacht! Ich traute mich dann kaum zu atmen, geschweigedenn auch nur meinen kleinen Zeh zu bewegen und brauchte Minuten (~halbe Stunde), bis ich wieder richtig zu mir kam und wußte, daß der TRAUM vorüber und ich in Sicherheit war...

Als meine Mutter gestorben war bin ich in Therapie gegangen, weil ich dachte, ich sterbe ansonsten einfach auch, dann ist der ganze Mist wenisgtens vorbei. Und heute geht es mir viel besser, ich bin zwar immernoch ein bißchen ... :eusa_think: sagen wir unkonventionell, was mein Hirn angeht, aber ich komme klar.

Und ja, drüber reden / schreiben hilft enorm!
LG Tina
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #19
Ich habe auch diese Ängste, allerdings nicht vor Krankheit (von mir oder anderen) sondern das irgend eine Katasthrope oder ähnliches passiert. (Hab hier auch ein Thma drin)

Bei mir ist das Problem das ich gerne eine Therapie machen würde aber es sehr schwer ist gute Plätze in München zu bekommen (für Kassenpatienten) und wenn dann haben die erst in 100 Jahren Termine *seufz*.

@ Sunnibunny: was wurde bei dir bei der Therapie gemacht?
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #20
Ich geb euch mal bissel Mut von mir ab , ich hab nämlich laut meim Vater viel zu viel davon :)

Jetzt aber mal im Ernst , ist es manchmal nicht sehr schwierig im normalen Alltag mit
solchen Ängsten ?
Was macht ihr wenn ihr jetzt plötzlich in eine Situation kommt die euch richtig Angst macht ?
Bitte nicht böse sein das ich so dämlich frag , aber ich stell mir das ziemlich belastend vor.
 
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