Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird!

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  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #21
Frettchentina, das ist genauso schlimm, wie das von Feder!
Ich denke, man kann nicht sagen, oh ha, deins is schlimmer, als meins!
Jeder nimmt es auf eine andere art und weise auf und verarbeitet diese ganzen sachen!
Dinge, die mit dem Tod zutun haben, sind meiner meinung immer sehr schwer zu verarbeiten!

@ Sunnibunny: was wurde bei dir bei der Therapie gemacht?

Ja, was wurde bei mir gemacht?!
Welche meinst du?!
Ich hab soviele hinter mir!

Ich war lange Stationiär in Therapie, dort bin ich regelmässig zu Beschäftigungstherapien, mal therapien und gesprächen sowie zum Sport gegangen!
Meine weiteren Therapien bestanden eigentlich nur aus Gesprächen!
Aber bis man ein Normal denkenden, ordentlichen Arzt findet, ist schon einige zeit herrum!
Leider!

Wenn mir ein Therapuet sagt"was wollen sie den hier?wie soll ich ihnen helfen?" "ja, das will ich doch von ihnen wissen"dann is eh schon alles verloren!
Solche Deppen waren dabei!

Eine war echt der hit!

Da bin ich hin, nach 10min war sie der meinung mir Tabletten geben zumüssen, weil ich anders nicht mehr leben könne!
Ich holte mir diese Tabletten, lass die Verpackungsbeilage durch...
Häufigste nebenwirkungen Sebstmord gedanken und Depressionen!

Darauf hin bin ich einen tag später zu ihr hin und hab ihr die aufm Tisch geknallt und gefragt ob sie die einer 17 Jährigen, die eh schon labil is, wirklich ohne aufsicht geben wolle*irgendwas stand da auch, das man die nur unter beobachtung nehmen solle*
Ich meinte dann zu ihr, das sie die selber nehmen kann und bin gegangen!

Mir kann kein Theraput nach 10min eine Diagnose stellen!
Und mich dann mit irgendwelchen Medikamenten abstempeln, nur weil man keine lust hat!
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #22
Was macht ihr wenn ihr jetzt plötzlich in eine Situation kommt die euch richtig Angst macht ?
Z.B. Mama sagt sie geht einkaufen und ist um spätenstens 5 wieder da. Um halb sechs schau ich auf die Uhr und sie ist immer noch nicht da. Naja dann krieg ich halt erstmal Panik (das ist mir richtig peinlich, eben wie bei einem Kleinkind) und MUSS ununterbrochen denken" Nein, nein, nein, es ist nichts passiert, nein nein nein". Wenn ich mich dann versuche abzulenken z.B. durch Klavierspielen ist das wieder so eine Zwangshandlung, ich MUSS mitten im Stück aufhören, an einer ganz bestimmten Stelle, das kommt einfach so und ansonsten passiert ihr etwas.
Es klingelt, Mama wieder da, Panik und alles wie weggeblasen. Mann manchmal denke ich selber ich bin ein bisschen bekloppt...aber schön zu wissen dass es auch anderen so geht.
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #23
Ich stelle es mir total schlimm vor mit solchen Ängsten leben zu müssen. Ich habe damit glücklicherweise kein Problem. Irgendwie scheine ich Angst und Trauer immer in Wut, Hass und Aggression umzuwandeln. Wahrscheinlich auch nicht die beste Lösung.

Als meine beste Freundin (damals waren wir beide 16) an Herzversagen gestorben ist, bin ich nur total ausgerastet und so war es eigentlich immer. Nur als mein Hund gestorben ist, da bin ich irgendwie innerlich erstarrt. Heute (nach 4 Monaten) kam "endlich" das erste Mal mein normales Verhalten ganz leicht zum Vorschein.

Was ich aber überhaupt nicht verstehen kann: Warum wollen denn manche Leute mit Euch (also denjenigen, die diese Krankheit/Krankheiten haben) nichts zu tun haben? Durch z.B. Angstzustände kriegt man doch keinen anderen Charakter. Was sind denn das für komisch denkende Menschen?
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #24
Oh man...ich kenn das nur zu gut...
Ich glaube ich hab schon immer Depressionen gehabt, daraus hat sich Borderline entwickelt, und viele Zwänge und Ängste die ich habe.
Ich leide seit 8 Jahren unter einem Zählzwang... ich muss einfach alles zählen, vor allem wenn ich nervös oder wütend bin. Auch wenn ich eine Sache schon mindestens 200 mal gezählt habe, ich mach es immer und immer wieder.

Ich hab ständig Angst, dass meinen Freunden oder meinen Tieren etwas passiert, ich leide unter extremen Verlustängsten... wenn mal jemand weg ist, und ist es nur einkaufen, habe ich Angst, dass sie nicht wiederkommen und mich alleine lassen.
Ich hab ständig Herzrasen, egal ob ich jetzt weiß, dass ich am nächsten Tag arbeiten muss, oder obs einfach nur einkaufen oder telefonieren ist.

Ich kann auch nicht lange alleine bleiben, vor allem in der Nacht ist es besonders schlimm... ich bilde mir ständig Sachen ein, hab Angst, dass das Licht plötzlich ausgeht und ich nicht sehen kann was um mich herum passiert. Wenn ich alleine zu Hause bin, sperr ich auch alles zu. Und duschen alleine kann ich auch nicht, da müssen alle Türen offen sein und mein Freund oder mein Hund in der Wohnung sein, sonst kriegt ich Panikattacken.

Ich werde manchmal extrem wütend, wenn mir Menschen zu sehr an die Pelle rücken oder wenn ich in einer Menschenmasse stehe, weil ich Angst vor Nähe habe (eigentlich widersprüchlich zu meinen Verlustängsten..)

man man man, mein Kopf ist schon komisch :eusa_think:
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #25
Kathrin, so erging mir das auch damals!
Ich wollte damals essen, aber habe mir jedes mal gedacht"wenn du jetz was isst und es falsch runter schluckst, dann passiert einem deiner Familie etwas"
Damals war das eben nachdem mein Meeri verstarb und mein grossvater seinen Herzinfarkt hatte das der auslöser!
Bis ich mir dann irgendwann dachte"Hey, wenn was passiert, dann passiert es eben, der person wird dann sofort geholfen!"
Irgendwann zog das und ich verknüpfte diese gedanken mit dem," siehst du, es ist doch noch nie etwas passiert"


Was ich aber überhaupt nicht verstehen kann: Warum wollen denn manche Leute mit Euch (also denjenigen, die diese Krankheit/Krankheiten haben) nichts zu tun haben? Durch z.B. Angstzustände kriegt man doch keinen anderen Charakter. Was sind denn das für komisch denkende Menschen?
Leider haben viele dieses Urteil Therapie/Therapeut/Klappse = Geisteskrank!
wenn du mit sowas zutun hast, dann wirst du immer sofort als Krank oder verrückt abgestempelt, von den meisten Menschen!
Viele wollen damit auch nix zutun haben, weil sie denken, das sie dann ja evtl zu etwas verpflichtet wären...z.b.mal zu hören und helfen!
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #26
Ich muss sagen,

ich habe Angstzustände, ich stehe auch dazu..jetzt kommt das große ABER ich gehe nicht zur Therapie.

Meine Angstzustände haben früh angefangen, ich lebte mit meinen Eltern in einem 5 stöckigen Haus. Ich war ungern alleine und bin meistens zu meinen Großeltern rüber gegangen, weil ich immer wieder Schritte gehört hab, oder dachte jemand steht vor unserer Tür.

Ich leide auch Abends, wenn es ganz dunkel ist unter Verfolgungswahn. Meistens renne ich und drehe mich ca. 4 mal um oder ich gehe da, wo ich Licht sehe.

Jetzt lebe ich in einer kleinen Wohnun, trotzdem ist meine Angst nicht gewichen, wenn mein Freund nicht im Haus ist, dann sieht mein Ablauf so aus, sobald es dunkel ist gehe ich in alle Räume, mache überall Licht an, schliesse die Tür ab, schnappe mir das Telefon, lege mich aufs Sofa (Wenns ganz schlimm ist habe ich sogar ein Messer neben mir liegen) und schaue die ganze Nacht TV. Wenn ich eindöse, dann nur oberflächlich und sobald ich ein geräusch höre,schnappe ich (messer) oder Telefon und gehe durch alle Räume , gucke hinter jede Tür.

Es hört sich für manche warscheinlich an, als wenn ich bekloppt bin, aber es kommt gott sei dank nicht sooft vor.

Wer noch Fragen an mich hat, oder einen Austausch machen möchte kann mich gerne anschreiben.

LG
hi fixfoxy...
geht mir auch so!
als kleines kind war ich NIE alleine; hatte immer jemanden um mich rum, meine mutter oder meine schwester.
ich habe an verlustängsten gelitten, teils an zwangshandlungen (auch heute noch, muss immer mehrmals schauen gehen ob auch alle volieren zu sind, ob ich das geld eingepackt hab (da schau ich alle zwei minuten nach wenn es sein muss)) usw usf.
beonders schlimm waren aber wie gesagt die alleinseinsängste.
es hat gedauert bis ich 13 war, dass ich mich getraut habe tagsüber mit zwei wachhunden alleine zu bleiben. und da auch nur mit messer, vollgeladenem handy und verriegeltem haus. und immer noch angst, keine musik gehört in meiner panik, jemanden zu überhören.

jetzt, wo ich zb. grade alleine zuhause bin, ist das haus überall abgesperrt, bei der haustür steckt der schlüssel damit niemand aufsperren kann von außen, und ich habe das handy griffbereit neben mir liegen.

wenn meine mutter vorhatte, mich alleine zu lassen, also früher, bin ich in tränen ausgebrochen und habe sie angefleht mich mit zunehmen oder nicht alleine zu lassen. das ging sogar so weit, dass ich unruhig wurde, wenn ich im auto gewartet habe und sie (in rufweite) ein stück weit von mir entfernt war. oder, wenn meine schwester sagte sie sei in fünf minuten bei mir, und meine mam wollte wegfahren. das ging nicht, ich konnte die fünf minuten einfach nicht alleine bleiben.
ich hatte schreckliche angst.

der verfolgungswahn- das ist auch so eine sache, ich hab den sogar tagsüber... aber wenn es finster ist, ist es ganz schlimm!
wenn ich bis spät nachts (sagen wir ein uhr) alleine zuhause bin, habe ich furchtbare angst- meistens sitze ich dann am PC, meine verbindung zur außenwelt, und bekam bauchschmerzen beim gedanken den computer abzuschalten und ins bett zu gehen.
ich hab mich nicht schlafen getraut aus angst, dass jemand kommt.

ich denke, ich brauche nicht erwähnen, dass ich sehr misstrauisch gegenüber fremden bin...

den von dir beschrieben ablauf kenne ich sehr gut... immer überall nachgucken! ich drehe meistens überall das licht auf, schließe die türen, bis aufs computerzimmer, und lausche. wenn ich etwas höre rast mein herz panisch und ich drehe youtube ab und schleiche wieder meine runde durchs haus...
ich schaue sogar hinter meine zimmertüre, wenn ich nur kurz aus dem zimmer war und jemand bei mir zuhause ist!

wenn ich meiner mutter davon erzähle, lacht sie nur und sagt als vierzehnjährige dürfte ich da keine probleme mehr haben, ich bin ja kein kleines kind mehr.

mein schlimmstes erlebnis war einmal, als ich abends alleine zuhause war...
jemand klingelte am gartentor, ich hatte von hier aus blick darauf und hab vorsichtig hinausgeguckt. mist, den kannte ich nicht. also handy geschnappt, ab in die küche um ein messer und zurückgeschlichen, luft angehalten und versucht rauszufinden wo der typ ist.
dann das quietschen des gartentors- der typ kam rein! er lief ein wenig im garten rum, und ich hab mich in die letzte ecke verzogen und gebetet, dass alles zu ist. er lief dann auf unsere terrasse, ich wurde trotz meiner 170 cm immer kleiner und bin fast gestorben vor angst.
dann ging er raus, stieg ins auto und fuhr weg.
ich bin zurück zum computer, hab das messer wieder hingehängt, bin auf den sessel gesunken und dann war ich fix und fertig- zittern, schütteln, usw usf. richtige panik halt...
in einem chat wo ich grade war, wurde ich ein wenig beruhigt, aber ich hab den ganzen abend nicht mehr musik gehört und ängstlich gelauscht.
nachher hat sich herausgestellt, dass es ein waffenhändler war, der einen gewehrlauf vorbeibringen wollte... und als keiner aufmachte ging er eben rein und legte den lauf auf die terrasse.
ich glaube, wenn ich ihn mit dem lauf gesehen hätte, hätte ich messerweitwerfen geübt...

es tut echt gut hier zu schreiben- da fühlt man sich nicht mehr so alleine...
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #27
Viele wollen damit auch nix zutun haben, weil sie denken, das sie dann ja evtl zu etwas verpflichtet wären...z.b.mal zu hören und helfen!


Äh, gehört das nicht so oder so zu einer Freundschaft? Das hat doch nichts damit zu tun ob jemand krank ist oder nicht. Mir muss auch mal ab und zu jemand zuhören oder helfen - auch ohne Angstzustände.
Na ja, gibt halt immer Leute denen es zu viel ist, wenn sie für eine Freundschaft was tun müssen/sollen.
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #28
Z.B. Mama sagt sie geht einkaufen und ist um spätenstens 5 wieder da. Um halb sechs schau ich auf die Uhr und sie ist immer noch nicht da. Naja dann krieg ich halt erstmal Panik (das ist mir richtig peinlich, eben wie bei einem Kleinkind) und MUSS ununterbrochen denken" Nein, nein, nein, es ist nichts passiert, nein nein nein". Wenn ich mich dann versuche abzulenken z.B. durch Klavierspielen ist das wieder so eine Zwangshandlung, ich MUSS mitten im Stück aufhören, an einer ganz bestimmten Stelle, das kommt einfach so und ansonsten passiert ihr etwas.
Es klingelt, Mama wieder da, Panik und alles wie weggeblasen. Mann manchmal denke ich selber ich bin ein bisschen bekloppt...aber schön zu wissen dass es auch anderen so geht.
kenn ich nur zu gut... hat sich bei mir aber mittlerweile ein wenig gebessert...

Ich werde manchmal extrem wütend, wenn mir Menschen zu sehr an die Pelle rücken oder wenn ich in einer Menschenmasse stehe, weil ich Angst vor Nähe habe (eigentlich widersprüchlich zu meinen Verlustängsten..)
ich kann wie gesagt kaum alleine bleiben... aber wenn zuviele menschen sind raste ich auch aus. kommt halt drauf an, wo und was für welche. wenn es freunde sind, fühle ich mich geschützt und sicher. richtig wohl- wie in einem nest.
sind es aber fremde, fühle ich mich einfach nur bedroht und ungeschützt... wenn ich dann noch dazu alleine bin, geht gar nix mehr. dann will ich einfach nur noch weg.

Viele wollen damit auch nix zutun haben, weil sie denken, das sie dann ja evtl zu etwas verpflichtet wären...z.b.mal zu hören und helfen!
jep!! kenn ich auch...

gewitter lösen bei mir ebenfalls panik aus. wenn ich nur das krachen höre, werde ich immer kleiner... und wenn dann niemand da ist, der mich beschützt und an den ich mich anlehnen kann dann hallejula...
grüße
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #29
Äh, gehört das nicht so oder so zu einer Freundschaft? Das hat doch nichts damit zu tun ob jemand krank ist oder nicht. Mir muss auch mal ab und zu jemand zuhören oder helfen - auch ohne Angstzustände.
Na ja, gibt halt immer Leute denen es zu viel ist, wenn sie für eine Freundschaft was tun müssen/sollen.
Ne, is ehrlich so, man wird abgestempelt!
Leider haben Tv und Filme diese Krankheiten so dargestellt, das man als verrückt und bekloppt bezeichnet wird, wenn du erwähnst, das du Psychisch krank bist "oh mein gott, du hast nen schaden, du gehörst doch in die Klappse"

Das es zu einer Freundschaft gehört, das ist eigentlich normal, aber für viele ist das dann doch zuschwer!

Wer den Film besser gehts nicht mit Jack Nicholson kennt, der weiss, wie es is!
Der Film ist einer der besten, wieder gegeben und nicht überzogenen Filme über diese Krankheit!
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #30
Puh, es ist ja wirklich schlimm, was ihr alles erlebt hat. Dagegen geht es mir bestens. Trotzdem lohnt es sich vielleicht, dass ich meine Erfahrungen mal niederschreibe.


Ich habe seit ich denken kann, Angst im Dunkeln. Ich renne abends oft zum nächsten Lichtschalter, weil ich fürchte, dass im Dunkeln irgend etwas auf mich lauert. Ich habe auch schon immer ein Nachtlicht. Abends gehe ich auch nicht gerne auf die Toilette, weil ich Angst habe, dass ich beim Händewaschen in den Spiegel schaue und plötzlich jemand hinter mir steht. Ich weiß wie irrational diese Angst ist, aber ich kann nichts dagegen tun.

Als ich in der 11. Klasse war, verstarb relativ plötzlich meine Tante an einem Herzinfarkt. Ich hatte nie eine besonders enge Beziehung zu ihr und trotzdem traf mich das damals wie ein Schlag. Ich war fürchterlich unglücklich. Ich überlegte immer, was gewesen wäre, wenn ich mehr Zeit mit ihr verbracht hätte und machte mir selber schlimme Vorwürfe. Ich konnte noch nicht mal zu ihrer Beerdigung, weil ich zu der Zeit in Prag war. Das war die Zeit, wo meine Ängst schlimmer und schlimmer wurden.

Dann kam hinzu, dass ich immer zwei beste Freundinnen hatte. Anna und Lena. Einmal machte Anna eine doofe Bemerkung und Lena lachte und sagte: "Tja Anna, man kann halt nicht alles haben. Du bist hübsch, ich bin intelligent und Sina..." und brach ab. Ich habe damals nichts gesagt, aber das fraß sich tiefer und tiefer in mein Bewusstsein. Zu meiner Angst im Dunkeln und meiner Verlustangst kam dann noch eine Versagensangst hinzu. (Mittlerweile habe ich das mit Lena geklärt, das war damals keine Boshaftigkeit ihrerseits und sie konnte mir auch bemerkenswert schnell sagen, WAS sie an mir bewundernswert findet.)

Kurz darauf kam ich mit meinem Freund zusammen, ich sagte ihm aber vorher, woran er bei mir ist. Er wusste also um meine Ängste. Er entschied sich trotzdem dafür, mit mir zusammen zu sein.

Zu Beginn der 12 versemmelte ich dann meine erste Mathe LK-Klausur. (4+, aber das ist für mich versemmelt.) Das bestätigte dann meine Versagensägnste und ich rutschte irgendwie noch tiefer in die Angstspirale. Die Verlustansgt wurde so schlimm, dass ich einen richtig fiesen Streit mit meinem Freund hatte, so dass unsere Beziehung auf der Kippe stand.

Ich ging dann zu einem Psychiater, der mir nach 5 Minuten Gespräch Opipramol verschrieb. Ich nahm eine und hatte am nächsten Tag wirklich quasi ALLE Nebenwirkungen, die in der Packungsbeilage aufgeführt waren. Habe am ganzen Körper gezittert und eine Lehrerin musste mich zum Arzt bringen. Die Pillen habe ich also genau 1x genommen.
Dann ging ich irgendwann zu einem Psychologen. Im ersten Gespräch fragte er mich, ob ich glaube, dass ich durch Strahlung aus dem All manipuliert werde. Das Thema "Psychologe" hatte sich also für mich erledigt. Ich habe mir in den Arsch getreten und entschieden, dass ich das selber schaffe.

Ich HABE meine Ängste noch, aber ich habe sie so weit im Griff. Ich weiß mittlerweile, dass ich höchstwahrscheinlich nicht versagen werde, auch wenn die Angst da ist. Ich schlafe immer noch mit einem Nachtlicht. Und ich klammere. Aber vielleicht bin ich auch einfach so.
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #31
Gerade jetzt geht es bei mir wieder los :(

Nur mal damit die die es Interessiert verstehen was da in einem Vorgeht:

Wir sind heut am AKW vorbeigefahren, in dem Moment hatte ich so ein crasses Angstgefühl, es hat mich dauernd geschüttelt und ich hatte das Gefühl das mir irgendwas im Nacken sitzt.
Wir haben dann im Auto bisserl darüber geredet, dann habe ich gemeint das ich da nicht wohnen möchte, dann hat ein Kumpel gemeint das des egal ist, weil wenn wir in München sind und des hoch-geht dann ist auch wurst dann sind wir auch dabei. In dem Moment hab ich schon so ne halbe Panikattake bekommen.
Dann hab ich bissl wegen Tschernobil gefragt dann hat er mir halt erzählt das die da irgendwas rumexperimentiert haben und das die in Deutschland da total vorsichtig sind, und wenn da des kleinste is dann fahren dies sofort runter usw... das hat mich dann etwas beruhigt, auch das mit der Flugsperre über AKWs hat er mir erzählt.
Jetzt sind wir daheim und es beschäftigt mich immernoch, mir gehen die ganze Zeit schlimme Sachen durch den Kopf: "Was wenn da doch was passier?" "Was wenn da ein Anschlag verübt wird?"
Vor kurzem war bei uns Energy in the Park, da war ein Feuerwerk mit Lichtershow.
Bei uns hat sich das ganze aber nicht nach Feuerwerk/Donner angehört und es hat die ganze Zeit ganz komisch geblitzt.
Ich saß mit einem Heulkrampf im Wozi bzw bin durch die Wohnung getiegert und war kurz davor meinen Freund zu bitten mich in die Psychatrie zu fahren, weil ich dachte München wird bombadiert, andererseit dachte ich das ich echt ne richtige Panikattake habe.
Wenn ich diesen Angstgefühl habe denke ich immer an sämtliche Kathastrophen die passieren könnten.
---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

Diese Angst im dunkeln, vor allem alleine habe ich auch :( hab ständig Angst das mir wer auflauert.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #32
Biendal und du kannst das nicht kontrollieren?
also, kannst dich dabei nicht ablenken?
Ich hab das gehabt, als wir mit der Vogelgrippe so schlimm zutun hatten!
Totale Panik, herzrasen nur beim Raus gehen!
Das war so furchtbar!
Ich bin dann teilweise kurz vorm Ohnmachtsanfall gewesen, es war grausam!

Werden irgend welche, gegen ihre Angst/Panikattacken eigentlich mit Medikamenten betreut?!

ich finde es wahnsinnig, das sich soviele Trauen, sich hier zu outen und zuschreiben, was in ihnen vor geht!
Ich bin froh, das viele von euch sich das trauen!

Und ich freu mich, das es einigen auch gut tut!
Mir tut das auch gut, wenn ich mit anderen reden kann und neue formen von Angst kennenlerne, damit ich sie auch verstehen kann!



@Zsa ich hab auch lange Opipramol genommen, am ende wirkte das bei mir garnicht mehr!
Bis ich mein jetziges bekommen habe!
Ich hab bei Opipramol auch starke nebenwirkungen gehabt, sei stolz, das du es ohne schaffst!:)
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #33
Wenns ganz schlimm ist (Feuerwerk) dann kann ichs nicht kontrollieren, das mit dem Ohnmachtsanfall hatte ich auch das Gefühl, ich war so ... verzweifelt, dieses hilflosichkeitsgegühl ... weiß nicht wie ichs beschreiben soll ...
Wenn ich fehrnsehe, was mit den Tieren mache, mich mit meinem Freund beschäftige gehts, aber schlimm ist es wenn ich im Bett liege und einschlafen will.

Bloß bei mir fällt mir (und auch bei dem einen Psychotherapeuten bei dem ich war) keine Uhrsache ein woher das ganze kommen könnte. Deshalb hat mir auch besagter Therapeut zu einer Verhaltenstherapie geraten und keiner Tiefen-Psychotherapie.

Medikamente: nein.

Ja es tut verdammt gut das schreiben zu können und nicht die einzige zu sein. Vor allem tut das schreiben auch gut weil es das "Gegenüber" interessiert

Danke an euch!
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #34
Hast du dich mal auf die Schilddrüse untersuchen lassen!?*hier nochmal ein Dickes dickes fette danke an Tekir*
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #35
Jap hab ich alles ok TSH im Normbereich.
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #36
das is gut!
Meine ängste wurden unteranderem durch meine Schilddrüse verstärkt genauso wie die Panikattacken! ich bin vor ein paar jahren, dank Tekir*Eine userin hier*darauf aufmerksam gemacht worden!

Hast du den mal über eine Therapie nach gedacht!?

Ich kenn das aber auch mit dem verrückt machen!
Ich muss mich genaustens über etwas informieren, wenn ich vor etwas angst habe!
Bis ins kleinste detail ausfragen und und und!
Aber auch das habe ich zum glück im griff!

Ich sage mir immer wieder, du kannst gegen sowas eh nix unternehmen!
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #37
Ich mische mich jetzt auch einfach mal ein.
Ich weiß nicht ob ich sagen kann das ich krank bin aber irgendwie finde ich mich teilweise in den Beschreibungen auf der ersten Seite wieder.
Ich binge einfach mal den heutigen Tag als Beispiel,... ich bin aufgewacht und habe wie so oft davon geträumt das Einbrecher in der Wohung sind(meine größe angst wenn ich alleine bin, wie gerade,.... nur der Hamster ist da!),... hmm ja also bin ich vorsichtig aufgestanden(musste ja zur Schule) und bin ins Bad,... dort muss alles einen geregelten ablauf haben,... erst auf Toi, dann Zähneputzen, dann anziehen, dann Haare kämmen,eincremen und dann kommt Wimperntusche und Kajal drauf... danach kommt das WICHTIGSTE im Bad ich muss immer 2Haargummis ans rechte Handgelenk machen und mir meinen Ring am linken Mittelfinger anziehen.Naja danach hatte ich den Einbrecher zum glück aus dem Kopf verbannt, hab mir mein Frühstück gemacht und bin in die Schule. Heute mittag als ich heim kam hab ich mich wie immer erstmal ca. 1 Minute in den Flur gestellt und gehört ob hier jemand ist.
Ich könnte jetzt noch viel weiter scheiben aber ich denke das langt euch um es euch vorstellen zu können,...
Was würdet ihr an meiner stelle machen?!
Hab schon daran gedacht nen Hund anzuschaffen aber hmmm....

LG
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #38
Hey,

also ich wusste schon immer von Depressionen, da ich jemand kenne, der mir sehr nahe steht, und diese hatte.
Aber ich wusste nicht, dass so viele Menschen Depressionen haben, dachte vllt dass 2% der Bevölkerung das hätten oder was weiß ich (bin nicht gut im schätzen bzw %rechnung :mrgreen:)....
Aber woran erkennt man das eig?
Ich meine, jeder hat doch mind. einmla in seinem Leben eine Phase in der nichts klappt, man nur schlechte Erfahrungen macht und sowas, ist man in dieser Zeit dann auch depressiv-krank?

LG Suru

Und ich wünsche euch wieterhin viel Glück, ich finde das sehr wichtig un dlieb von euch, dass ihr über eure Probleme sprecht...Wird viel zu selten gemacht!!
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #39
Kathrin, so erging mir das auch damals!
Ich wollte damals essen, aber habe mir jedes mal gedacht"wenn du jetz was isst und es falsch runter schluckst, dann passiert einem deiner Familie etwas"
Damals war das eben nachdem mein Meeri verstarb und mein grossvater seinen Herzinfarkt hatte das der auslöser!
Bis ich mir dann irgendwann dachte"Hey, wenn was passiert, dann passiert es eben, der person wird dann sofort geholfen!"
Irgendwann zog das und ich verknüpfte diese gedanken mit dem," siehst du, es ist doch noch nie etwas passiert"
Bei mir ist es mit der Zeit auch besser geworden, weil ich mir immer wieder eingeredet hab "Es ist nie was passiert und es wird auch nie was passieren, das ist Quatsch." Ich hatte nicht mehr so arg Panik und keine Schweißausbrüche mehr.
Vor Kurzem ist erst mein Opa gestorben. Am 2.4. wurde Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt und am 5.4. (ein Tag bevor meinem Geburstag) ist er gestorben. Das hat mir verdeutlicht wie schnell das gehen kann. Ich hatte auch keine Zeit mich zu verabschieden, das letzte Mal hab ich ihn 2 Wochen vor seinem Tod gesehen und meine Eltern haben mir nicht erlaubt dass ich mit ins Krankenhaus komme. Seitdem sage ich immer erst zur Mama bevor sie weggeht dass ich sie lieb hab (das kommt mir auch so kindisch vor) dann denke ich "Wenn was passiert hab ich mich wenigstens verabschiedet" und dann kommt automatisch der Gedanke "Und was ist wenn was passiert....nein, es passiert nichts, nein nein nein" also wieder so eine dumme Zwangshandlung.
Danke für dein Verständnis, das tut echt gut. *mal alle durchknuddel*
 
  • Angst-Eine Krankheit, die totgeschwiegen wird! Beitrag #40
Ehrlich gesagt, ich find es auch sehr schön, ich muss zugebenich hätte nicht gedacht das soviele ebenfalls solche Probleme haben und ich in diesem Forum fast(!) alleine stehe.

Mit den Depressionen kenne ich,hatte ich einige Zeit und ich habe ein Helfersyndrom, das leider sehr stark ausgeprägt ist und ich leider auch viele Menschen mit ins unglück stürze (naja hört sich sehr theatralisch an)

Meine Depressionen haben angefangen als ich mir die Probleme von meinen Kumpel angehört habe und alles in mich reingefressen haben und irgendwann hat er sich in mich verliebt und dann ging es berg auf berg ab, ab 18 Uhr konnte man mich total vergessen, da saß ich vor dem PC und hab geplärrt. Seitdem ich mir den Kunmpel mehr oder weniger vom Hals geschafft habe, habe ich die Depressionnen zum Teil im Griff.

Wenns mir gar nicht gut geht, nehme ich Baldriantropfen oder trinke tee, das geht am besten.

Mit meinem Freund spreche ich gar nicht darüber, er ist nämlich ziemlich Gefühlskalt, denn er versteht nicht was die Probleme in mir auslösen. Deswegen bin ich froh das ich hier Leute finden kann /konnte und auch meine anderen Freunden in der Schule drüber reden kann.

PS: Ich bin stolz auf alle die sich hier outen, eingestehen und sagen JA, ich habe ein Problem mit ....!
 
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