Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein?

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  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #21
Naja allerdings ist diese Methode vorallem unter Tunierreitern beliebt kann ich auch nicht verstehen da grade in Boxen soviel passieren kann bei uns steht ein Pferd mit enormen Rücken/Gelenk/bein problemen was auch durch die Boxenhaltung kommt :( und mir wurden auch schon Fälle erzählt wo sich das Pferd inder Box erwürgt hat als es sich hingelegt hat.
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein?

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  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #22
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Pferde in offenstallhaltung sehr viel ausgeglichener unterm Sattel waren als Boxenpferde.

In vielen Reitställen sind die Pferde sehr aufgedreht und schreckhaft, was sich bei einer Offenstallhaltung sehr legt.
Bei uns im Stall gibt es nur reine Weidenhaltung, auch im Winter.
Das sind aber auch Isländer;), die können das ja ab.
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #23
Eigentlich kann das jedes Pferd ab wenn ein geeigneter Witterungsunterstand (trocken, windgeschützt) vorhanden ist.

Die Turnierreiter halten ihre Pferde in Boxen damit sie sichergehen können dass das Pferd jederzeit greifbar und vor allem SAUBER ist, ich glaub mit "Verletzungsschutz" hat das eher weniger zutun.
Natürlich können auch draußen Unfälle passieren, aber dafür sinds halt Unfälle, dass die einfach so passieren.
LG
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #24
Huhu!

Ich weiß noch, wie zwiegespalten ich war, als ich vor einigen Jahren die Haltung bei Freunden zum ersten Mal gesehen habe:
Fünf Pferde auf einer wirklich großen Weide, eher selten geritten, kein Kraftfutter, ein Unterstall.
Ich hatte mich damals noch nicht groß mit Pferdehaltung beschäftigt und kannte nur die typische Haltung in Boxen. Da habe ich mich wirklich gefragt ob meine Freunde die Tiere vernachlässigen...

Aber mittlerweile finde ich, dass die Tiere es gar nicht schöner haben können. Sie dürfen einfach ihr Pferdeleben leben und sind nicht einfach nur Sportgeräte.
Daran denke ich nämlich oft, wenn ich bestimmte Reiter sehe: Das Pferd ist ihr Sportgerät und wird nach Gebrauch zurück in die Garage gestellt. Dass es ein Tier mit Bewegungsdrang ist, den man nicht mit einer Stunde Dressur befriedigen kann und das sich auch einfach mal frei und ohne Befehle bewegen möchte, vergessen meines Empfindens nach einfach viele.

Liebe Grüße
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #25
Hallo,

artgerecht ist Boxenhaltung ganz sicher nicht. Ich bin sehr froh, dass mein Pferd in Offenstallhaltung leben kann. Meist sind die Pferde wirklich wesentlich ausgeglichener und für die Gesunderhaltung von großem Vorteil.

Ich bin recht häufig bei uns im Reitstall, in dem es nur Boxenhaltung gibt. Vom Frühjahr bis Herbst kommen die Pferde einige Stunden täglich auf die Weide, aber obwohl wir recht ländlich leben, ist das Weideangebot begrenzt und wir müssen mit der vorhandenen Fläche gut haushalten. Schade finde ich es, wenn Besitzer wirklich aufgrund der Verletzungsgefahr ihre Pferde nur alleine auf die Weide lassen möchten.

Im Winter stehen die Pferde leider wirklich vorwiegend in der Box. Ich krieg da auch jedesmal die Krise, wenn einige Besitzer ihre Pferde aus der Box zerren, keine Zeit für eine vernünftige Aufwärmphase haben und sie eine halbe Stunde später schon wieder wegpacken.

Manche Pferde kommen mit dieser Art Haltung zurecht und "fügen" sich. Ob sie dabei glücklich und zufrieden sind, ist eine andere Sache. Andere hingegen zeigen ganz eindeutige Verhaltensauffälligkeiten oder gesundheitliche Beschwerden.
Ein Trend Richtung Lauf- oder Offenstall wäre wünschenswert, aber ist leider oftmals nicht realisierbar.
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #26
Huhu!

Nun, ob Boxenhaltung nun artgerecht oder nicht, muss jeder Halter für sich selbst entscheiden, denke ich.

Wir halten es folgendermaßen: Im Sommer werden unsere Pferde nach dem Anweiden 24h draußen gehalten, sie können selbst entscheiden, ob sie auf die Weide möchten oder lieber in den Offenstall (man möge sich die Zusammensetzung der Wörter mal auf der Zunge zergehen lassen: 'Offen' und 'Stall' ;)) gehen.

Da unsere Weide durchaus abschüssige Stellen hat, die nach starkem Regenfall praktisch geflutet sind, stecken wir diese Teile entweder ab oder lassen die Pferde lieber nachts im Stall. Vor allem in der kälteren Jahreszeit ist das praktisch und hat sich bewährt.
Sprich, im Sommer genießen die Tiere 24 Stunden Weide, im Winter 12 Stunden Weide und 12 Stunden Paddock und/oder Box.

Solange das Pferd genügend bewegt wird, ist eine große Box definitiv keine Quälerei. Wenn sie dann noch zu den Seiten hin offen ist, so dass Fellpflege möglich ist, ist das praktisch paradiesisch für das Tier - auch wenn die Box nicht den Weideaufenthalt ersetzen sollte!

Ein Trend Richtung Lauf- oder Offenstall wäre wünschenswert, aber ist leider oftmals nicht realisierbar.
Das sehe ich auch so; der Reitstall, dessen Halle wir benutzen dürfen, steht unter Denkmalschutz. Dementsprechend beengt sieht es dort auch aus.
Das ist schade, aber mal eben die Wände durchbohren geht da leider aus Denkmalschutz-Gründen nicht. Zum Glück haben sie dort eine Alternative gefunden bzw. sich mit der Situation arrangiert und einen großen Laufstall gebaut, wo die Pferde sich im Winter die Beine vertreten können.
Dort packe ich Speranza auch drauf, um mit ein paar Bekannten im Reiterstübchen einen Kaffee zu trinken. *g*

Liebe Grüße

Edit:

Ich bin übrigens einer "von denen", sprich, ich reite Tuniere und meine Pferde kommen dennoch täglich zumindest auf den Paddock. Und für's Putzen stehe ich auch mal eine halbe Stunde früher auf. :mrgreen:
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #27
Die Turnierreiter halten ihre Pferde in Boxen damit sie sichergehen können dass das Pferd jederzeit greifbar und vor allem SAUBER ist, ich glaub mit "Verletzungsschutz" hat das eher weniger zutun.
Natürlich können auch draußen Unfälle passieren, aber dafür sinds halt Unfälle, dass die einfach so passieren.
LG

Leider ist das häufig nicht so ;) klar wenn das Pferd mal einen Tag vorm Tunier in die Box muss kann es damit leben aber das das pferd TÄGLICH 23 std in der Box steht nur weil die Besitzer zu faul sind ihr Pferd entweder vom Paddock zuholen (könnt ja drackig sein ;)) oder echt weil sie sich Verletzten könnten find ich das echt hart.

Wir haben hier echt sowelche die nicht wollen das ihre Pferde bei Regen (im Sommer) raus gehen und im Winter dürfen die sowieso nicht nach draußen und das sind keine Tunierreiter, wenn es ist damit das Pferd nicht schmutzig wird sollen die dem eine Decke raufmachen anstatt den Pferden freigang zu verbieten.
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #28
Huhu!

Nun, ob Boxenhaltung nun artgerecht oder nicht, muss jeder Halter für sich selbst entscheiden, denke ich.

Du meinst, ob es ein jeder für sich als gut befindet oder nicht, denn artgerecht isses auch, wenn das der Halter so für sich entscheidet, noch lange nicht ;)


Solange das Pferd genügend bewegt wird, ist eine große Box definitiv keine Quälerei.

Das ist ein Trugschluss. "Erzwungene Bewegung" unterm Reiter oder an der Longe ist noch lange nicht freie Bewegung.

Ich bin übrigens einer "von denen", sprich, ich reite Tuniere und meine Pferde kommen dennoch täglich zumindest auf den Paddock. Und für's Putzen stehe ich auch mal eine halbe Stunde früher auf. :mrgreen:

Leider ist das eher bei den "Privat-Turnierreitern" der Fall, wenn du dir große Ställe anguckst à la Schockemöhle oder wie sie alle heißen glaub ich kaum dass die Pferde da schön auf die Weide zum Toben können - sind halt teure Sportgeräte und werden dann lieber ne Stunde in die Führmaschine gestellt.

Aber ansonsten geb ich dir recht, leider ist das mit der artgerechten Haltung nicht immer so umsetzbar, man muss das Beste draus machen.

LG
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #29
Unsere Pferde stehen auch in ner Box. Und unsere Boxen sind auch nicht so klein wie ich sie in vielen Ställen gesehen hab.
Der Stall wurde von einem Kuhstall umgebaut und die Boxen sind wirklich groß.
Natürlich kommen sie jeden Tag raus, zur Zeit sind sie auf der Kuhweide weil die noch drin sind. Wechselbeweidung find ich ziemlich wichtig ;)

Wo es extrem glatt war kamen sie nicht raus, gut 3 Tage. Es hat Ihnen auch nicht geschadet. Doch das Risiko wollten wir nicht eingehen das sie sich draußen bei Glatteis auf dem Beton die Beine brechen.
Im Sommer, bzw ab der Wärmeren Zeit bleibt es Ihnen zur Wahl wo sie die Nacht bleiben. Da wird die Große Koppel abgesperrt über Nacht und die Boxen stehen offen.
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #30
Du meinst, ob es ein jeder für sich als gut befindet oder nicht, denn artgerecht isses auch, wenn das der Halter so für sich entscheidet, noch lange nicht

Im Endeffekt würde, falls wir uns mit den Boxenhaltern anlegen würden, es in einem riesigen Streit enden, der aufgrund von moralischen Fragen, die sich dort auftun würden, nie zu einem sinnvollen Fazit kommen könnte. (Huch, was für ein Satz!)

Das ist ein Trugschluss. "Erzwungene Bewegung" unterm Reiter oder an der Longe ist noch lange nicht freie Bewegung.

Ich meinte durchaus Weide, Paddock oder Laufställe. Ich denke, dass geht aus meinem Post deutlich hervor, oder?

Leider ist das eher bei den "Privat-Turnierreitern" der Fall, wenn du dir große Ställe anguckst à la Schockemöhle oder wie sie alle heißen glaub ich kaum dass die Pferde da schön auf die Weide zum Toben können - sind halt teure Sportgeräte und werden dann lieber ne Stunde in die Führmaschine gestellt.

Na, klar.
Allerdings werden wir als kleine Hobbyreiter da wohl in 100 Jahren nichts dran ändern können - schade um die Pferde, aber so ist das Geschäft. :(
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #31
Jein - also ich empfinde "Pferde bewegt WERDEN" nicht auf Paddock, Weide und Co bezogen sondern aufs reiten, longieren, führen, was auch immer. Wenn du's anders gemeint hast ist ja gut.

Ja, mit letzterem hast du wohl leider recht. Solange die Pferde trotzdem ihre Leistungen bringen und die Kassen klingeln wird sich definitiv nichts ändern.

Mit meinen Stallbesitzern würd ich mich auch nicht anlegen, das ist es nicht wert. Boxenhaltung heißt ja auch nicht automatisch die Pferde werden schlecht gehalten. Ich mach da immer noch nen kleinen Unterschied zwischen "schlecht" und "artgerecht". Man kann auch Pferde in Offenstallhaltung schlecht halten.

LG
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #32
Klarer Fall von "aneinander vorbei geredet". *g*

Boxenhaltung heißt ja auch nicht automatisch die Pferde werden schlecht gehalten. Ich mach da immer noch nen kleinen Unterschied zwischen "schlecht" und "artgerecht". Man kann auch Pferde in Offenstallhaltung schlecht halten.

Oh, ja - und wie!
Bei einer Bekannten steht ein Pferd im Offenstall, das tut mir wirklich nur noch leid. Kaum bemuskelt, ungepflegt: Es ist schlichtweg furchtbar.
Aber solange der Besitzer die Miete zahlt, wird sich da auch nichts ändern. Zum Glück haben in unserer Haltergemeinschaft alle ein Veto-Recht, was das angeht (vermutlich denken die Stallbesitzer vermutlich, dass es dem Tier woanders noch schlechter ginge).

Naja - man kann leider nicht die ganze Welt retten, aber solange man seine eigenen Pferde "gut"/artgerecht hält, trägt man zumindest ein stückweit dazu bei.
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #33
Hey... also im Sommer ist ein Offenstall bzw. 24 Std. Weidegang ein Muss - finde ich!
Allerdings finde ich die Boxenhaltung im Winter zur Nacht auch ok, denn unsere Boxen sind groß, sauber und haben immer offene Fenster zum raus schauen. Es ist einfach einfacher ein Pferd seinem Bedarf entsprechend zu füttern, und wenn draußen ein totales Sauwetter ist dann denke ich ist mein Pferd ganz dankbar, da es sich in seiner Box ausruhen kann und nicht von Tieren die ranghöher sind hinaus gescheucht wird. Also meine steht immer abends um die entsprechende Zeit am Tor und möchte dann auch rein, nicht nur weil dort ja Futter wartet sondern weil ich einfach merke sie fühlt sich dort total wohl. Morgens kommen sie ja wieder raus.
Sich ein Pferd zu halten ist immer egoistisch, klar - aber wenn ich ein Pferd halte und vernünftig! reite und ihm im Gegenzug ein artgerechtes leben biete dann denke ich ist das ok....
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #34
Unsere Herde steht im Sommer Tag und Nacht draußen, im Winter oder bei elend schlechtem Wetter dürfen sie nachts in ihre Boxen. Diese sind sehr groß und nur halbhoch. So haben auch rangniedere Tiere Ruhe und Erholung ohne weggescheucht zu werden. Aufgrund Unruhe in der Herdenführung und einem zusätzlichen neuen Pferd (rangnieder) mussten wir auch schon mal im Sommer nachts einstallen, da das rangniedere Pferd dauernd weggescheucht wurde und nicht mal unter den Unterstand durfte (der Unterstand ist groß und 2 geteilt).
Meine 3 Reitpferde sind in eingestallt. Sie leben in Boxen, haben im Sommer Weidegang (1/2-tags) und im Winter Paddock -jedoch nur ca. 3 Std, ein Pferd kommt im Sommer allein morgends für 2 Std. und abends für 2-4 Std. raus. Diese Pferde sind also absolut auf Bewegung meinerseits angewiesen. Sei es Training, Ausritt, Longieren, Bodenarbeit oder Laufen lassen.

Sicher ist das nicht optimal, jedoch muss ich Kompromisse machen.
- Hier in der Umgebung sind Ställe, wo die Pferde mehr rauskommen mit Halle, großem Gelände und entsprechenden Trainingsmöglichkeiten sehr teuer. 3 Pferde wären nicht zu bezahlen. Weiter weg sind die Ställe günstiger, jedoch war ich nicht willens und in der Lage täglich über 60Km (einfacher Weg) zu den Pferden zu fahren -Fahrkosten, Zeit.
- Ich könnte zwar 2 Pferde in einen anderen Stall stellen, kann aber zeitlich nicht auch noch von Stall zu Stall fahren.
- Die Pferde befinden sich im Training. Ein Pferd ist ein fertiges Turnierpferd, die anderen beiden werden für größere Prüfungen vorbereitet.
- Eines der Pferde ist ein Hengst und ich bin froh überhaupt einen Stall gefunden zu haben, in dem ein Hengst eine vernünftige Hengstbox hat (Fenster auf den Hof), Einstaller, die den Hengst in Ruhe lassen und wo der Hengst eben auch Sommer wie Winter raus kommt.
- Da wir den Wallach noch nicht sehr lange besitzen kommt er nur mit der eigenen Stute raus, zuvor hatte er jahrelang keinen Weidegang, Freilauf o.Ä., daher muss er vorsichtig sozialisiert werden.
- Die einzigen Leute im Stall, die ihre Pferde mit meinem Hengst zusammen rausstellen würden, habe Pferde, die entweder unverträglich oder total nervend sind. Der Hengst ist jedoch sehr gut sozialisiert und artig. Ich lasse ihn mir nicht zusammentreten oder gehen das Risiko ein, dass er sich mal wirklich wehrt (das gäbe richtig ärger, denn er ist ein ranghohes Tier). Dafür geht der Hengst ca. alle 1-2 Jahre für einige Monate zu einem befreundeten Bauern komplett auf die Weide in Pferdegesellschaft (leider auch weiter weg).

Klar hätte ich die Pferde gern in einer Herde, so wie es in unserem Zuchtbetrieb ist (auch der andere Hengst, der schon seine Körung und entsprechend erfolgreiche Nachzucht hat, hat immer eine gerade tragende Stute bei sich).
Leider ist das bei Reitpferden nicht immer möglich.
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #35
Irgendwie wird das hier wieder so verallgemeinert...
Boxenhaltung vs. Offenstallhaltung... warum muß es immer nur das eine, oder das andere sein?
Eine sinnvolle individuell auf die einzelnen Pferde angepasste Mischung ist meiner Meinung nach besser als nur das eine, oder nur das andere Extrem.

Da ich sehr viel im Tierschutz zu tun habe sehe ich auch oft sogenannte Offenstallhaltungen, die genauso wie die reine Boxenhaltung alles andere als Pferdegerecht sind.
Das fängt schon mit unseren Weiden hier in Deutschland an. Man sieht so gut wie nirgens vernünftige Weidewirtschaft bei einer Offenstallhaltung, in den meisten Fällen ist einfach ne Wiese eingekoppelt, es steht nen Offenstall/Unterstand drauf und fertig.
Die meisten Pferde die sich z.b. mit Hufrehe rumschlagen müssen kommen von so einer Haltung. Unser Gras hier ist viel zu fett um ein Pferd 24 Stunden darauf zu halten, wenn man bedenkt das man für 1 Pferd ca. 2 Hektar Weidefläche berechnen müsste um seinen Bewegungsdrang zu stillen. Aber 2 Hektar fettes Gras für 1 Pferd und das mit 24 Stunden freien zugang... da sind Krankheiten vorprogrammiert. Die wenigsten haben befestigte, großflächige Plätze, wo die Pferde sowol ihren Laufdrang befriedigen können, als auch eine sinnvolle Fütterung geniesen.
Mein Pferd steht im Offenstall, heißt deshalb für mich noch lange nicht, mein Pferd steht artgerecht.
Im endeffekt sind wir in unseren Regionen gar nicht in der lage, ein Pferd wirklich artgerecht zu stellen. Man muß immer abwägen, verträgt mein Pferd das futter, kommt es mit den artgenossen klar die ich ihm zur verfügung stelle, kann ich seinen bewegungsdrang ausgleichen in dem ich Zeit genug habe mich mit dem Tier ausreichend zu beschäftigen und ihm so seine fehlende Bewegung zu verschaffen usw.

Bei diesen ganzen sachen solle man auch in betracht ziehen, das jemand, der sein Pferd vielleicht Nachts in einer Box hält, sich aber tagsüber ausgiebig mit dem Tier beschäftigt und ihm selbst die bewegung verschafft die es braucht, vielleicht sogar besser ist, als jemand der sein Pferd 24 Stunden am Tag im Offenstall hält, es dann einmal in der Woche rauszerrt, 3 Stunden durch den Wald reitet und es dann wieder sich selbst überlässt.

Also bitte nicht mit dem Finger auf jemanden Zeigen der sagt er hält sein Pferd so, oder so, wenn man gar nicht weiß, wie mit diesem Tier umgegangen wird. Auch wenn man in dem Moment solch eine Haltung für sich selbst nicht vorstellen kann.
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #36
@

Stimme dir voll und ganz zu!
Wir haben zwar eine Riesenweide, die auch zu 3/4 sehr schnell abtrocknet, groß und flach ist, jedoch haben auch wir ein Pferd, das uns anfangs Rätsel aufgab. Dieses Pferd hat seit seiner Geburt den Hof nie für längere Zeit verlassen (1x 14 Tage Klinik, letztes Jahr 3 Monate zum decken). Die Stute ist 7 Jahre alt. Sie liebt ihre Box. Sie liebt es bei großer Kälte und schlechtem Wetter drinnen zu sein.
Im Sommer sind unsere Pferde Tag und Nacht draußen und kommen nur 1x täglich für 1 Std. zum fressen rein. Manchmal kommen sie aber auch dann nicht. Im Winter kommen die Pferde um ca. 8:00 Uhr raus und um ca. 21:00 Uhr rein. Die Boxen sind sehr groß und die Abtrennung ist nur halb durch Stangen -der Minishetty sauste damals auf seiner Boxenseite einfach frei hin und her wir haben seine Box daher entfernt und die anderen nochmals vergrößert.
Diese eine Stute fühlt sich nachts im Stall einfach sicherer obwohl wir zwei große Unterstände hatten, damit auch rangniedere Pferde eine Unterkunft finden. Es gibt einfach Pferde, die ihre Box lieben - auch wenn sie frei auf der Wiese aufgewachsen sind.
Als wir ein verletztes Pferd hatten, welches Boxenruhe vom TA verschrieben bekam (Meniskusschaden) musste immer ein Pferd bei ihm bleiben, damit er nicht allein ist. Seine Lieblingsstute nahm diese Aufgabe gern auf sich, allerdings war ihr Bewegungsdrang auch entsprechend hoch, so dass sie ihn nach einiger Zeit gern verließ und draußen auf der Wiese auf ihn wartete. Die Stute, die gern in der Box ist hatte eine gute aber nicht übermäßige Beziehung zu ihm (war Nr.2) sie musste aus der Box getrieben werden, da sie nicht freiwillig ging. Eigentlich genügen ihr ca. 7 Std. draußen, dann mag sie wieder rein.
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #37
Huhu, also ich muss mich da auch mal einklinken ...;)
Unsere Pferde stehen das ganze Jahr auf großen Weiden. Im Sommer wie im Winter.
Ich hatte meine Stute einen winter lang im stall ohne gitter nur halbhoch wegen kontakt und co und für zwei stunden sind die auf nen zugefrorenen paddok gekommen und das tat ihr absolut nicht gut... das würde ich ihr NIEMALS wieder antun. Ich habe meine stute nun 7 jahre und selber aufgezogen und in dem zweiten winter hab ich sie absolutnicht mehr wieder erkannt. Über die boxenwand springen war da noch das kleinste problem... anbinden war nicht drin, führen nicht, absolut gar nix...:(

jetzt steht sie mit 2 shettys einem hafi und ihrer mutter ganzjährig draußen und obwohl ich sie letztes jahr 6monate nicht reiten konnte, wegen einem weideunfall mit offener fessel und wildem fleisch und seeehhhrrr hohen ta kosten für 6 behandlungen
:evil:

(den rest haben wir selber gemacht mit ner freundin die ta helferin ist) kann ich auch jetzt einfach satteln und los reiten.;) das wär bei boxenhaltung nicht möglich...
bin nach ihrer verletzung erst 2 mal geritten, wegen dem wetter (das ist der nachteil wenn keine halle zur verfügung steht).

Aber sonst haben wir auch gesundheitstechnisch nie probleme gehabt. Im Sommer stehen sie auf weiden mit vielen bäumen und auf der einen mit offenstall und im winter hatten wir anfangs eine riesen plane zwischen die bäume gespannt (es darf kein offenstall gebaut werden, und wär auch nicht möglich), dann haben wir einen treibewagen für rinder von drei seiten mit plane bespannt, der als unterstand dient. Aber selbst da haben sie nicht das interesse dran.:eusa_think:

Will nur mal anmerken, das die weiden alle auch für rinder genutzt werden und die deshalb nie lange auf der selben sind. Der fahrbare stall ist noch in arbeit.
Also ich würde alles andere vorziehen, als mein pferd jemals wieder in eine box zu sperren, obwohl ich in den letzen 12 jahren auch vieles anderes vom Bauern bis zum tunierstall über isi haltung, die mittags und nachts ohne heu auf nen sandpaddok standen,damit sie für den verkauf nicht zu dick sind:eusa_eh: kennengelernt habe.

Ein pferd sollte meiner meinung nach immer die möglichkeit haben sich frei zu bewegen, wenn es denn dem besitzer irgendwie möglich ist. Leider können das viele nicht einfach so realisieren, weil der "Neue Trend" auch so seinen Preis hat...

LG Jenny ;)
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #38
Ich finde Boxenhaltung akzeptabel.
Für Vereine ist Boxenhaltung das beste, weil die Vereinsmitglieder dann nru in die Box müssen und das Tier putzen und fürs reiten fertig machen müssen.
Unsere Pferde sind aber eigentlich nur Abends in der Box. (Bin auf einem Privaten Hof)
Tagsüber stehen sie etwas länger auf dem Paddock.
Jede Haltung hat Vor und Nachteile.

Boxenhaltung Vorteile
- Sportpferde, niedriege Verletzungsgefahr
- Die Pferde bleiben sauber
- man hat die Pferde sofort am Halfter
-man hat einen besseren Überblick , wie sich das Pferd benimmt , wie es frisst ...
- ....

Nachteile
-die Boxen sind meistens klein
-das Pferd kann sich nicht so gut bewegen
- hat öfters langweile in der Box
- ....

naja ich schließe mich den anderen an , ich finds akzeptabel.
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #39
Boxenhaltung bedeutet für mich, dass die Pferde überwiegend ihre Zeit in der Box verbringen und täglich Freigang auf der Weide oder einem Paddock haben.
Ein Pferd, das den ganzen Tag draußen ist und nur nachts eingestallt wird, würde ich nicht als Boxenpferd bezeichnen.
Die Pferde in unserem Zuchtbetrieb sind beispielsweise im Sommer Tag und Nacht draußen. Zum Füttern werden sie 1x täglich in die Boxen gebracht, damit Ruhe herrscht und auch rangniedere langsamfressende Pferde in Ruhe fressen können. Bei tagelangem Dauerregen werden die Pferde auch nachts eingestallt.
Es wird auch nachts eingestallt wenn der Abfohltermin einer Stute naht (gerade wenn sie rangnieder ist). Wir haben zwar auch auf der Weide eine Kamera, jedoch kann man damit nicht die komplette Wiese überblicken. Im Stall haben wir 2 Kameras, die dann auf die tragende Stute ausgerichtet werden.
Im Winter kommen die Pferde morgends raus und spätabends in die Box.
Ich würde diese Haltung nicht als Boxenhaltung betitteln.

Die 3 Reitpferde habens da schon schlechter. Sie sind in Boxenhaltung. Was mich dabei am Meisten stört ist die geringe Größe der Weiden. Ein Rennen ohne an irgendeinem Zaun gebremst zu werden, ist nicht möglich.
Wenn irgendjemand einen Stall in der Nähe von Ratingen mit guten Trainingsmöglichkeiten weiß, wo Hengst den ganzen Tag draußen sein dürfen (bitte unter 450€) dann bitte sofort melden. Bisher habe ich hier nichts gefunden, daher der Kompromiss mit 6 Std. Weidegang für alle. Allerdings achte ich bei diesen Pferden penibel darauf, dass permanent Heu zur Verfügung steht.

Ansonsten finde ich auch Boxenhaltung (wenn sie nicht ausschließlich ist), akzeptabel. Man muss eben nur wirklich täglich das Pferd bewegen und ihm auch einen psychischen Ausglich bieten.
Ein Weidepferd kann ich täglich voll durch trainieren, es bleibt motiviert. Einem Pferd in Boxenhaltung muss ich sehr viel Abwechslung bieten um es bei Laune zu halten.
Übrigens finde ich, dass sich auch Sportpferde eher verletzen, an Sehnen und Atemwegserkrankungen und Verspannungen leiden, wenn sie in Boxenhaltung sind. Bei der Weidetruppe fallen deutlich weniger TA Besuche an, Zahnarzt und Ostheopath müssen seltener kommen. Angelaufene Beine oder gar nächtliches Wickeln ist unbekannt, auch Oldies sind deutlich fitter.
Dagegen kenne ich auch mehrere Pferde, die durch Offenstallhaltung wirklich krank geworden sind. Es handelt sich dabei immer um rangniedere Tiere, die unter Stress leiden. Gerade bei Pferden in Offenstall oder Weidehaltung muss man sehr auf die Zusammensetzung der Truppe achten und evtl. Einstaller kündign, was nicht jeder Stall macht. Genau aus diesem Grunde werden rangniedere Stuten oder die Cheffin aus der Herde genommen und zu dem Althengst gestellt. Der Zeitpunkt wann die Stute die Herde verlässt richtet sich nach ihrem Verhalten, dem Verhalten der Herde ihrgegenüber und ob der Hengst sonst allein wäre oder noch ein Pferd bei sich hat.
 
  • Boxenhaltung, wie kann das artgerecht sein? Beitrag #40
Was heißt denn " nur nachts " ?

Im Grunde doch mindestens 12h stehen in einer kleinen Box, das ist doch mal Tatsache!

Als ich mein Pferd noch in Boxenhaltung untergebracht hatte, stand der auch schon immer am Zaun wenn die Zeit zum reinstellen gekommen war, auch Pferde haben eine innere Uhr!
Da gibt es Futter, sie kennen nichts anderes und wo die anderen hingehen gehen sie automatisch mit. Pferd=Herdentier.
Den konnte man mit Strick um den Hals easy über den langen Weg zum Stall begleiten, der ging zügig und sicher in seine Box! Macht doch fast jedes gut erzogene Pferd.

Seit September 2009 halte ich ihn allerdings im Offenstall mit der Möglichkeit, das er 24h frei wählen kann drinnen zu stehen, oder sich zu bewegen...

tja, jetzt mal an alle Boxen - Fans: Warum bleibt mein Pferd, welches doch soooo gerne und fix in seine " geliebte " Box ging nicht auch jetzt 12h drinnen stehen?
Wieso tobt der bei Wind und Wetter draussen herum?
Warum wälzt er sich mehrmals täglich nach Möglichkeit in Dreck und Schlamm?
Warum steht er sogar wenn es spät abends stürmt und schneit draußen?

WEIL ES IN DER NATUR DES PFERDES LIEGT UND JEDES PFERD SOFORT SEINE " GELIEBTE " BOX IN DEN WIND SCHIESSEN WÜRDE!!!!

Ein Pferd ist doch keine Käfighenne!

Ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung heraus jedem nur anraten sein Pferd aus den Einzelhaft Knästen zu befreien und aufzuhören, sich das schön zu reden!
 
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