- Am Zügel reiten, Tierquälerei? Beitrag #21
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Machtnix
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'Am Zügel reiten' ist sehr viel mehr, als nur den Kopf runtermachen.
Ein Pferd ist natürlicherweise nicht dazu gebaut, einen Menschen zu tragen. Die Wirbelsäule besteht wie beim Menschen auch aus tropfenförmigen Wirbeln und Bandscheiben. Die Dornfortsätze der Wirbel (das was beim Tropfen der obere, dünne Teil ist) schauen bei der Pferdewirbelsäule nach außen - wie beim Menschen auch.
Diese Dornfortsätze sind unterschiedlich lang und können am Widerrhist bis zu 15cm lang sein. Daher gibt es Pferde mit mehr oder weniger natürlichem Schwung im Rücken, was nichts mit einem Senkrücken zu tun hat.
Ich müsste jetzt für Zahlen meine Unterlagen raussuchen und dafür ist es mir jetzt einfach zu spät, jedoch zeigen ab dem Widerrhist die Dornfortsätze nach hinten. Ca. unter dem Schwerpunkt des Sattels zeigt ein Dornfortsatz gerade nach oben, die dahinterliegenden neigen sich sanft wieder nach vorn bis sie über der Lende wieder nach hinten abfallen.
Der Pferderücken ist also eine Art Brückenkonstruktion.
Kommt nun auf diese Konstruktion ein nicht unerhebliches Gewicht, so soll das Pferd lernen, den Rücken aufzuwölben, wobei gemeint ist, dass es den Rücken gerade bis leicht nach oben rund macht (es muss nicht die ganze Zeit aussehen wie eine Kugel). Das bewerkstelligt das Pferd indem es die untere seitliche Bauchmuskulatur an und abspannt, die sog. Dampfrinne ist dabei sichtbar, (die Bauchdecke selber ist unbemuskelt) und den Rücken hochdrückt. Der Rücken selber wird dabei gestreckt und entspannt sich.
In dieser Position werden die Dornfortsätze auf Abstand gehalten und das Pferd lernt, das Gewicht mit der Rückenmuskulatur zu tragen. Diese baut sich durch das vermehrte Gewicht und das Wechselspiel von An- und Abspannen während z.B. Biegungen, Tempiwechsel, Wechsel der Gangarten... auf.
Durch die doppelte S Form der Wirbelsäule fällt der Hals des Pferdes herunter (ob die Nase dann vor oder hinter der Senkrechten ist, ist dafür egal, was die Rollkursektion leider ausnutzt ohne zu beachten, dass dabei das lange Nackenband, Muskeln, Kehlgang, Ohrspeicheldrüse... gequetscht bzw. überdehnt werden).
Fällt der Hals, ist das Pferd zwar gedehnt, jedoch nur im vorderen Bereich. Es fällt auf die VH und belastet diese stark, da Kopf, Hals und Reitergewicht doch sehr viel mehr wiegen als der hinten am Pferd angebrachte Schweif. Um auch die Lende zu dehnen und das Gleichgewicht wieder herzustellen muss das Pferd lernen, die Hüfte abzukippen und mit der HH unter den Körper zu treten (mehr unter den Körper als vom Körper weg). Das erleichtert auch das Anheben des Rückens enorm.
Durch das Abkippen der Hüfte und das Anheben des Rückens kommt die Schulter des Pferdes höher.
Die Schulter ist ungeheuer wichtig! Da Pferde kein Schlüsselbein haben und die VH wenig Federung ermöglicht, federn Pferde Stöße in der Schulter ab. Ist die Schulter durch schlechtes Reiten oder unpassende Sättel in ihrer Bewegung eingeschränkt und hängt herunter, kann das Pferd nicht federn und belastet die VH stark. Eine tiefe Schulter bedeutet auch immer das Drängen zur äußeren Seite in Biegungen (Anlehnungsbedürfnis). Gerade in engen Wendungen in hohem Tempo sind die Fliehkräfte die dann auf die kleinen Knochen im Vorderbein einwirken enorm (sehr viel mehr als beim Springen, da dann noch das Drehmoment hinzukommt).
Ein Pferd sollte also lernen, den Rücken aufzuwölben, die HH unter den Körper zu schieben und so sein Gleichgewicht zu halten und die Schulter hochzunehmen (Kind sitz gerade - kennen wir alle).
Je mehr das Pferd seine Hüfte abkippt und unter den Körper tritt, je höher kommt dann automatisch die Schulter und der Hals (Hankenbiegung). Ein Pferd darf also vorne nur so weit hochkommen, wie es sich in den Hanken senkt. Einige Pferde sind da enorm sportlich und können sich für kurze Zeit rund machen wie eine Kugel, andere haben eine höhere Halshaltung wie man beim Stoppen im Westernreiten gut sehen kann. Ansonsten ist es egal, wie der Kopf gehalten wird, es ist der Hals und die Schulter, die ausschlaggebender ist. Ein Pferd mit Genickproblemen kann genauso mit aufgewölbtem Rücken lange gesund laufen, wie ein Pferd, das dressurmäßig in Tophaltung läuft.
Ein Pferd das lediglich den Kopf in die richtige Position gezogen bekommt, kann das nicht bewerkstelligen. Hierfür ist Kraft und Gleichgewicht notwendig, was der Reiter sorgfältig aufbauen muss.
Ist der Rücken nicht aufgewölbt, sondern hängt herunter, kommen sich die Dornfortsätze schmerzhaft nahe. Im schlimmsten Fall kann das zur Erkrankung führen (Kissing Spines), meistens jedoch drückt das Pferd die Wirbelsäule noch ein wenig tiefer und baut unnatürlich viel gerade Rückenmuskulatur auf (typischer Schlaufzügelrücken). Das geht häufig so weit, dass die Wirbelsäule zwischen den Muskelpaketen des Rückens eingesunken ist. Ein solches Pferd hat große Schmerzen und drückt mit der Muskulatur das Gewicht des Reiters von seiner schmerzenden Wirbelsäule weg.
Leider ist die Rollkur dafür unerheblich, was viele hochdotierte Reiter immer wieder beweisen, die ihre Pferde über einen sehr langen Zeitraum und bis ins hohe Alter im absoluten Topsport halten (abtrainiert gehen diese Pferde dann 'nur noch' M oder L Springen oder Dressur).
Ein Pferd ist natürlicherweise nicht dazu gebaut, einen Menschen zu tragen. Die Wirbelsäule besteht wie beim Menschen auch aus tropfenförmigen Wirbeln und Bandscheiben. Die Dornfortsätze der Wirbel (das was beim Tropfen der obere, dünne Teil ist) schauen bei der Pferdewirbelsäule nach außen - wie beim Menschen auch.
Diese Dornfortsätze sind unterschiedlich lang und können am Widerrhist bis zu 15cm lang sein. Daher gibt es Pferde mit mehr oder weniger natürlichem Schwung im Rücken, was nichts mit einem Senkrücken zu tun hat.
Ich müsste jetzt für Zahlen meine Unterlagen raussuchen und dafür ist es mir jetzt einfach zu spät, jedoch zeigen ab dem Widerrhist die Dornfortsätze nach hinten. Ca. unter dem Schwerpunkt des Sattels zeigt ein Dornfortsatz gerade nach oben, die dahinterliegenden neigen sich sanft wieder nach vorn bis sie über der Lende wieder nach hinten abfallen.
Der Pferderücken ist also eine Art Brückenkonstruktion.
Kommt nun auf diese Konstruktion ein nicht unerhebliches Gewicht, so soll das Pferd lernen, den Rücken aufzuwölben, wobei gemeint ist, dass es den Rücken gerade bis leicht nach oben rund macht (es muss nicht die ganze Zeit aussehen wie eine Kugel). Das bewerkstelligt das Pferd indem es die untere seitliche Bauchmuskulatur an und abspannt, die sog. Dampfrinne ist dabei sichtbar, (die Bauchdecke selber ist unbemuskelt) und den Rücken hochdrückt. Der Rücken selber wird dabei gestreckt und entspannt sich.
In dieser Position werden die Dornfortsätze auf Abstand gehalten und das Pferd lernt, das Gewicht mit der Rückenmuskulatur zu tragen. Diese baut sich durch das vermehrte Gewicht und das Wechselspiel von An- und Abspannen während z.B. Biegungen, Tempiwechsel, Wechsel der Gangarten... auf.
Durch die doppelte S Form der Wirbelsäule fällt der Hals des Pferdes herunter (ob die Nase dann vor oder hinter der Senkrechten ist, ist dafür egal, was die Rollkursektion leider ausnutzt ohne zu beachten, dass dabei das lange Nackenband, Muskeln, Kehlgang, Ohrspeicheldrüse... gequetscht bzw. überdehnt werden).
Fällt der Hals, ist das Pferd zwar gedehnt, jedoch nur im vorderen Bereich. Es fällt auf die VH und belastet diese stark, da Kopf, Hals und Reitergewicht doch sehr viel mehr wiegen als der hinten am Pferd angebrachte Schweif. Um auch die Lende zu dehnen und das Gleichgewicht wieder herzustellen muss das Pferd lernen, die Hüfte abzukippen und mit der HH unter den Körper zu treten (mehr unter den Körper als vom Körper weg). Das erleichtert auch das Anheben des Rückens enorm.
Durch das Abkippen der Hüfte und das Anheben des Rückens kommt die Schulter des Pferdes höher.
Die Schulter ist ungeheuer wichtig! Da Pferde kein Schlüsselbein haben und die VH wenig Federung ermöglicht, federn Pferde Stöße in der Schulter ab. Ist die Schulter durch schlechtes Reiten oder unpassende Sättel in ihrer Bewegung eingeschränkt und hängt herunter, kann das Pferd nicht federn und belastet die VH stark. Eine tiefe Schulter bedeutet auch immer das Drängen zur äußeren Seite in Biegungen (Anlehnungsbedürfnis). Gerade in engen Wendungen in hohem Tempo sind die Fliehkräfte die dann auf die kleinen Knochen im Vorderbein einwirken enorm (sehr viel mehr als beim Springen, da dann noch das Drehmoment hinzukommt).
Ein Pferd sollte also lernen, den Rücken aufzuwölben, die HH unter den Körper zu schieben und so sein Gleichgewicht zu halten und die Schulter hochzunehmen (Kind sitz gerade - kennen wir alle).
Je mehr das Pferd seine Hüfte abkippt und unter den Körper tritt, je höher kommt dann automatisch die Schulter und der Hals (Hankenbiegung). Ein Pferd darf also vorne nur so weit hochkommen, wie es sich in den Hanken senkt. Einige Pferde sind da enorm sportlich und können sich für kurze Zeit rund machen wie eine Kugel, andere haben eine höhere Halshaltung wie man beim Stoppen im Westernreiten gut sehen kann. Ansonsten ist es egal, wie der Kopf gehalten wird, es ist der Hals und die Schulter, die ausschlaggebender ist. Ein Pferd mit Genickproblemen kann genauso mit aufgewölbtem Rücken lange gesund laufen, wie ein Pferd, das dressurmäßig in Tophaltung läuft.
Ein Pferd das lediglich den Kopf in die richtige Position gezogen bekommt, kann das nicht bewerkstelligen. Hierfür ist Kraft und Gleichgewicht notwendig, was der Reiter sorgfältig aufbauen muss.
Ist der Rücken nicht aufgewölbt, sondern hängt herunter, kommen sich die Dornfortsätze schmerzhaft nahe. Im schlimmsten Fall kann das zur Erkrankung führen (Kissing Spines), meistens jedoch drückt das Pferd die Wirbelsäule noch ein wenig tiefer und baut unnatürlich viel gerade Rückenmuskulatur auf (typischer Schlaufzügelrücken). Das geht häufig so weit, dass die Wirbelsäule zwischen den Muskelpaketen des Rückens eingesunken ist. Ein solches Pferd hat große Schmerzen und drückt mit der Muskulatur das Gewicht des Reiters von seiner schmerzenden Wirbelsäule weg.
Leider ist die Rollkur dafür unerheblich, was viele hochdotierte Reiter immer wieder beweisen, die ihre Pferde über einen sehr langen Zeitraum und bis ins hohe Alter im absoluten Topsport halten (abtrainiert gehen diese Pferde dann 'nur noch' M oder L Springen oder Dressur).