Ich bin öfter gefallen, aber wirklich schlimmer waren nur 2 Stürze. Die wirklich stets durch mein Fehlverhalten ausgelöst wurden :?
Ich sollte ein junges Pony reiten. Das Kerlchen war ein Shetty-Welsh-A-Mix und ich eigentlich ein Stückchen zu groß für ihn. Aber es sollte nur eine Zwischenlösung sein bis ein kleinerer unerfahrener Reiter mit ihm zurecht kommt. Ich saß also auf während eine Helferin ihn für mich festhielt. Sie sollte mich anführen und erstmal ein Stück mitgehen, bis sicher ist, dass er mit mir oben drauf klarkommt. Daraus sollte allerdings nicht werden, denn das liebe Pony klemmte und wollte nicht anlaufen. Ich trieb also vorsichtig an und meine Helferin versuchte ihn anzuführen. Doch das Pony stand wie angewurzelt. Ich streichelte ihn beruhigend und trieb etwas energischer, wechselte ein witzelndes Wort mit der Helferin und BUMM lief das Pony, aber wie ! Es streckte die Helferin nieder und fetzte bockend los, ich blieb oben und versuchte das Köpfchen zwischen den Beinen vorzuholen, leider vergaß ich ein wenig das Treiben und wir landeten in einer Ecke wo er stehend noch einmal bockte, dann bekam ich den Kopf hoch, doch er quittierte mit Steigen, ich konnte nicht schnell genug darauf reagieren, brachte ihn aus dem Gleichgewicht und wir fielen zusammen zu Boden, ich unter ihm. Ich trug eine Schutzweste, die sich nun schmerzhaft in den Bereich meiner Nieren bohrte. Trotz Schmerzen führte ich ihn zwei Runden im Kreis um einfach selber auch wieder runterzukommen und stieg dann mit immernoch etwas schneller klopfendem Herzchen wieder auf, diesmal ging allerdings alles gut und ich konnte ihn problemlos ein halbes Stündchen in allen Gangarten reiten.
Das volle Ausmaß meines Sturzes bekam ich dann die Tage zu spüren. An Bücken war echt nicht zu denken. Ich hatte mit dem Schmerz volle 2 Wochen noch meinen Spaß.
Aber nicht denken, dass ich seitdem auf eine Schutzweste bei jungen Pferden verzichte! Ich hätte mir schlimmeres tun können - auch wenn das Pony höchstens 200-250 kg Kampfgewicht hatte - und diese Weste war sicherlich nicht nonsense. Wenn ich weiß, dass ein Sturz relativ vorraussehbar ist, trage ich stets eine Schutzweste !
Mein zweiter Sturz war bei meinem ersten Versuch mein DRA IV zu machen. Ich ritt eine 9-jährige Stute mit der ich mich seit längerer Zeit beschäftigt hatte. Ich wollte dieses Pferd aus diesem Grund auch reiten, obwohl ich auch ein sprungsichereres Pony hätte haben können. Die ersten Springstunden liefen super. Sie verweigerte nicht, kam gut auf den Spung zu und ich war sehr zufrieden mit ihr. Doch am dritten Tag musste es dann einfach passieren. Wir hatten bereits einen guten Durchgang hinter uns und ich hörte aufmerksam den Tips der Reitlehrerin für die anderen Teilnehmer zu. Unter anderem hörte ich ein "mehr vorwärts". Als ich dann dran war ging ich ganz ehrgeizig an die Sache, alles ging prima, bis zum letzten Sprung, da dachte ich eben an das "mehr vorwärts" und beschleunigte mein Pferdchen kurz vor dem Sprung - ein Fehler. Die Stute bekam durch das plötzlich erhöhte Tempo den Absprung nicht hin, sprang zu früh, riss die Stange, kam blöde auf, stolperte, überschlug sich und begrub mich unter ihr. Als sie hektisch sofort aufstand, rutschte sie mit dem Huf ab und traf mich damit ungünstig am Kopf - wie ich zunächst dachte am Helm
Ich hatte das Gefühl auf meinem Kopf sitzt ein Elefant, ich setzte mich mühsam auf und schaute etwas verwirrt und wollte mich langsam das Kopfdröhnen zurückdrängend wieder daran machen aufzustehen und wieder aufzusitzen. Ich hörte wie Jemand rief "Ruf den Krankenwagen" und ich hörte wie ein Mädchen anfing zu heulen. Ich dachte mir, Himmel so viel Aufriss ist nun auch nicht nötig, bis ich das nasse an meinem Hals fühlte. Ich hatte keine Ahnung woher das kam, mein Kopf fühlte sich irgendwie oberflächlich wie betäubt an. Und dann kamen auch schon zwei auf mich zu und passten auf mich auf. Es war bis ins Krankenhaus echt alles ok- keine Schmerzen, keine Tränennähe - , dann behandelten sie den Riss in meinem Kopf. Ich musste genäht werden und die Betäubung wirkte irgendwie nicht sooo ganz so toll wie ich das gewohnt war. Es tat echt herrlich weh.
Das schlimmste war für mich allerdings mein Anblick im Spiegel am nächsten Tag. Das Pferd hatte mich kurz überhalb des Ohrs knapp an der Schläfe vorbei erwischt. Das ganze war angeschwollen und ich sah aus wie ein Gremlin, weil mein Ohr so unglaublich abstand. Ich sah echt scheiße aus :lol: Ich weiß nicht, da kam halt alles raus, was sich so an Tränen in mir aufgestaut hatte.
Das ganze ist nur passiert, weil mein Helm verrutscht war, ich habe eine recht ungünstige Passform und hatte daher einen dieser verstellbaren Helme erstanden, die meiner Meinung nach im Nachhinein betrachtet ihr Geld nicht wert sind, der Helm war nämlich danach vollkommen im Eimer, durchgebrochen... Aus Liebe zu meinem Kopf gebe ich seitdem mehr Geld für einen guten Helm aus !
Dem Pony ist übrigens bis auf den Schreck nichts weiter passiert.