- Problempferdchen --> Traumpferdchen Beitrag #1
miri_93
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Hier mal ein Beitrag, der alle Leute ermutigen soll, die Probleme mit ihrem Pferd / Pony haben.
Zur Vorgeschichte:
Ich reite seit 6 Jahren. Meine Reitlehrerin hat vor 3 Jahren einen Dartmoorpony-Wallach geschenkt bekommen. Geschenkt deshalb, weil er Hufrehe hatte. Der Besitzer konnte ihn nicht behalten, wollte ihn aber nicht schlachten lassen. Ein krankes Pferd will aber niemand. Da meine Reitlehrerin für solche Tiere ein großes Herz hat, hat sie ihn aufgenommen. Von der Größe her war er ja (nach Genesung) perfekt als Reitpony für die Kinder einsetzbar...
Alles kommt anders und nicht wie es soll...
Chippi, so heißt der süße, konnte angeblich alles... (So wie es aussah alles, außer die Lektionen auf dem Reitplatz) Rennen konnte er wunderbar. Spinnen auch. Auch auf andere Pferde losgehen war kein Problem. Den Obermacker konnte er auch gut spielen. Kraftkämpfe gegen Menschen gewann er auch locker. Beim Ausreiten erreichte er sein Ziel, dass der Reiter freiwillig absteigt, weil er so Bockte...
Eine Freundin von mir ist ihn immer geritten. Aber hat auch nachgegeben, wenn er nur ganz leicht gesponnen hat. Dann hat es sie in den Ferien mal von einem anderen Pferd gehauen. Von da an hat sie sich nichtmehr auf ihn drauf getraut.
Meiner Reitlehrerin ist klargeworden, dass wir das ganze völlig falsch angegangen sind. Im Reitunterricht war er nicht zu gebrauchen, niemand wollte ihn reiten weil er ständig durchgegangen ist. Da ich ständig ein etwas sehr gut gelauntes Pferdchen geritten bin und solche Aktionen gewohnt war, hat sie mich mal Probeweise auf ihn draufgesetzt.
Ich fand den kleinen schon immer klasse. Dachte aber eigentlich, ich sei zu groß für ihn (bin ich auch. aber zum glück nicht zu schwer. sieht nur etwas seltsam aus. er läuft zum glück gut ausbalanciert)
Naja. Ich saß einmal auf ihm drauf und war begeistert... Klar, seine Macken hat er auch bei mir versucht durchzusetzen... :roll: Aber naja... Ich kann auch Hartnäckig sein :silence:
So kam es dann, dass ich ihn wieder zur "Vernunft" bringen sollte. Vor zwei Jahren also habe ich angefangen mit ihm zu trainieren. Zuerst ziemlich viel Dominanztraining, was er echt nötig hatte... Dann zusätzliche Bodenarbeit, lange Spaziergänge zu zweit.
In den Reitstunden hab ich erstmal angefangen, ihm beizubringen, dass der Reiter nichts Böses ist (Er muss wohl ziemlich falsch Geritten worden sein von jemandem, der mit der Gerte nicht umgehen konnte...:x) Er hat verstanden, dass man auch langsam traben kann anstatt durchzugehen.
Bei den Ausritten musste ich zwar immer die Kandarre reintun, aber alles besserte sich sichtbar.
Nach einen Jahr also der Versuch. --> Anderes Mädel, auch erfahren genug um ihn zu reiten, sollte auf ihn drauf sitzen. Ich war dabei, alles kein Problem, er war sooo lieb. Dann wollte ich den Reitplatz verlassen und nur von außen zusehen und - ZACKBUMM :shock: lag sie unten. Sch**** wars...
Naja okey... Also hab ich angefangen mit ihm und dem Mädchen zu trainieren. Aber irgendwie war der kleine einfach zu sehr auf mich fixiert...
Im Sommer dann unser erstes Turnierchen (Ich reite nur freizeitmäßig, eigentlich keine Turniere.
Das war ein Turnier, bei dem man einen langen Ausritt gemacht hat und gleichzeitig an verschiedenen Stationen halten musste um Fragen usw. zu beantworten.
Danach kam noch ein Parcours dran, also nix neues für unsere Pferde.) Alles hat super geklappt. Die sonst so bösen fremden Pferde waren ihm relativ egal. Die Übungen, die er nicht kannte, haben wir ausgelassen, um ihn nicht zu überfordern. Sollte uns ja beiden Spaß machen.
Und siehe da. Meine Mühen wurden zum ersten mal belohnt :lol: 11. Platz von 45 und das mit einem "verrückten, schwer reitbarem und unberechenbarem" pony.
Maaaan war ich stolz. :uups:
Im Winter kam dann wieder seine "alte" Seite raus... Spinner hoch 10, schwer zu reiten, blablabla. Im Sommer ist ihn außer mir so gut wie keiner geritten, im Winter war ich wieder die einzige. Hatte aber auch sein gutes.
Ich konnte in Ruhe mit ihm üben, bis ich mit gaaaaanz langen Zügeln auf ihm ausreiten konnte, ohne dass er losgerast ist. :lol:
Frühling. Haben dann wieder versucht andere auf ihn zu setzen. Ging ohne Probleme. Meine Mühe war nicht umsonst *juhuuu*.
Dann gabs aber innerhalb von 3 Wochen 3 stürze von ihm.
Und meine Reitlehrerin beschloss, ihn zu verkaufen, da er bei uns offensichtlich nicht ausgelastet genug ist.
Dann habe ich mich noch mehr bemüht um ihn zur VErnunft zu bringen.
Ich habs geschafft, dass er mir (im Vergleich zu vorher) noch mehr Vertrauen entgegen bringt.
Ich durfte auf seinem Rücken Blödsinn machen (Draufknieen, Damensitz, über seinen Hintern absteigen) Eben alles, was früher in einer Katastrophe geendet hätte. 
Die beiden anderen konnten ihn auch wieder reiten, alles lief wunderbar.
(Natürlich hat er schon noch zeigen müssen dass er Pfeffer im Hintern hat und nicht jeden Anfänger auf sich duldet, gebuckelt hat er auch noch oft genug. Aber eben nichtmehr so oft.)
Dann Winter 2010... Wieder einige Stürze von ihm (Okey, Stürze gehören dazu, aber das was er veranstaltet hat war echt unter aller sau) Komisch... Bei mir war er nie SO. Klar, buckeln, steigen und so weiter war schon mal mit drin. Aber nur wenn er so nen Tag hatte und nicht aus Prinzip...
Meine Reitlehrerin teilte mir einen Tag vor Heilig Abend mit, dass sie nach einem Platz für ihn sucht. Sie kann es sich nicht leisten ihn zu behalten, außerdem hat sie das gefühl er ist unterfordert... --> Seeehr langer Spaziergang mit dem kleinen.
Naja... Irgendwie hab ich es dann mit viel Geduld geschafft, dass er sich von mir inzwischen Problemlos ohne Gebiss und ohne Sattel reiten lässt (Sogar noch lieber). Alles wunderbar, ich kann ihm von seinem Rücken aus die Trense abziehen, er rennt nicht los. Im Gelände kann ich probeweise die Zügel loslassen ohne dass er was macht, es ist echt ein Traum.
Von dieser Woche an wird er jetzt jeden Tag mitgenommen. Und wenns nur geführt ist. Ein kleines Mädchen konnte ich schon auf ihm führen. Da bei den Ausritten mit den kleineren eh immer jemand mitläuft kann man da dann immer jemanden auf ihm führen. Beim führen isser ja der liebste
Bisher gabs seit Weihnachten garkeine Zwischenfälle mehr mit ihm.
Es geht also sogar im Winter bergauf. Zumindest für mich hat sich die Ausdauer und Geduld mit ihm echt gelohnt. Als Dankeschön habe ich jetzt ein Pferdchen, was mir vertraut und mich alles Blödsinn mit ihm machen lässt, anderen aber deutlich zeigt, dass sie erstmal sein Vertrauen gewinnen müssen.
Meine Reitlehrerin meinte dann nur:
"Seh ihn als dein Pferd, den reitet ja eh niemand so wirklich außer dir. Dir Vertraut er, mit dir macht er alles. Ich schenk ihn dir - zumindest im übertragenen Sinn" (Sie zahlt alles, darf ihn dafür aber auch im Unterricht einsetzen)
Also er gehört nicht richtig mir, aber sie sieht ihn als mein Pferdchen an.
Geduld lohnt sich, die Erfolge sind einfach unbeschreiblich. *.*
lg miri
Ach ja: Bilder von dem kleinen Stelle ich gerne noch nach wenn ihr welche sehen wollt... Falls ihr euch den Mega Text überhaupt durchlest
Zur Vorgeschichte:
Ich reite seit 6 Jahren. Meine Reitlehrerin hat vor 3 Jahren einen Dartmoorpony-Wallach geschenkt bekommen. Geschenkt deshalb, weil er Hufrehe hatte. Der Besitzer konnte ihn nicht behalten, wollte ihn aber nicht schlachten lassen. Ein krankes Pferd will aber niemand. Da meine Reitlehrerin für solche Tiere ein großes Herz hat, hat sie ihn aufgenommen. Von der Größe her war er ja (nach Genesung) perfekt als Reitpony für die Kinder einsetzbar...
Alles kommt anders und nicht wie es soll...
Chippi, so heißt der süße, konnte angeblich alles... (So wie es aussah alles, außer die Lektionen auf dem Reitplatz) Rennen konnte er wunderbar. Spinnen auch. Auch auf andere Pferde losgehen war kein Problem. Den Obermacker konnte er auch gut spielen. Kraftkämpfe gegen Menschen gewann er auch locker. Beim Ausreiten erreichte er sein Ziel, dass der Reiter freiwillig absteigt, weil er so Bockte...
Eine Freundin von mir ist ihn immer geritten. Aber hat auch nachgegeben, wenn er nur ganz leicht gesponnen hat. Dann hat es sie in den Ferien mal von einem anderen Pferd gehauen. Von da an hat sie sich nichtmehr auf ihn drauf getraut.
Meiner Reitlehrerin ist klargeworden, dass wir das ganze völlig falsch angegangen sind. Im Reitunterricht war er nicht zu gebrauchen, niemand wollte ihn reiten weil er ständig durchgegangen ist. Da ich ständig ein etwas sehr gut gelauntes Pferdchen geritten bin und solche Aktionen gewohnt war, hat sie mich mal Probeweise auf ihn draufgesetzt.
Ich fand den kleinen schon immer klasse. Dachte aber eigentlich, ich sei zu groß für ihn (bin ich auch. aber zum glück nicht zu schwer. sieht nur etwas seltsam aus. er läuft zum glück gut ausbalanciert)
Naja. Ich saß einmal auf ihm drauf und war begeistert... Klar, seine Macken hat er auch bei mir versucht durchzusetzen... :roll: Aber naja... Ich kann auch Hartnäckig sein :silence:
So kam es dann, dass ich ihn wieder zur "Vernunft" bringen sollte. Vor zwei Jahren also habe ich angefangen mit ihm zu trainieren. Zuerst ziemlich viel Dominanztraining, was er echt nötig hatte... Dann zusätzliche Bodenarbeit, lange Spaziergänge zu zweit.
In den Reitstunden hab ich erstmal angefangen, ihm beizubringen, dass der Reiter nichts Böses ist (Er muss wohl ziemlich falsch Geritten worden sein von jemandem, der mit der Gerte nicht umgehen konnte...:x) Er hat verstanden, dass man auch langsam traben kann anstatt durchzugehen.
Bei den Ausritten musste ich zwar immer die Kandarre reintun, aber alles besserte sich sichtbar.
Nach einen Jahr also der Versuch. --> Anderes Mädel, auch erfahren genug um ihn zu reiten, sollte auf ihn drauf sitzen. Ich war dabei, alles kein Problem, er war sooo lieb. Dann wollte ich den Reitplatz verlassen und nur von außen zusehen und - ZACKBUMM :shock: lag sie unten. Sch**** wars...
Naja okey... Also hab ich angefangen mit ihm und dem Mädchen zu trainieren. Aber irgendwie war der kleine einfach zu sehr auf mich fixiert...
Im Sommer dann unser erstes Turnierchen (Ich reite nur freizeitmäßig, eigentlich keine Turniere.
Maaaan war ich stolz. :uups:
Im Winter kam dann wieder seine "alte" Seite raus... Spinner hoch 10, schwer zu reiten, blablabla. Im Sommer ist ihn außer mir so gut wie keiner geritten, im Winter war ich wieder die einzige. Hatte aber auch sein gutes.
Frühling. Haben dann wieder versucht andere auf ihn zu setzen. Ging ohne Probleme. Meine Mühe war nicht umsonst *juhuuu*.
Dann gabs aber innerhalb von 3 Wochen 3 stürze von ihm.
Und meine Reitlehrerin beschloss, ihn zu verkaufen, da er bei uns offensichtlich nicht ausgelastet genug ist.
Dann habe ich mich noch mehr bemüht um ihn zur VErnunft zu bringen.
Ich habs geschafft, dass er mir (im Vergleich zu vorher) noch mehr Vertrauen entgegen bringt.
Die beiden anderen konnten ihn auch wieder reiten, alles lief wunderbar.
(Natürlich hat er schon noch zeigen müssen dass er Pfeffer im Hintern hat und nicht jeden Anfänger auf sich duldet, gebuckelt hat er auch noch oft genug. Aber eben nichtmehr so oft.)
Dann Winter 2010... Wieder einige Stürze von ihm (Okey, Stürze gehören dazu, aber das was er veranstaltet hat war echt unter aller sau) Komisch... Bei mir war er nie SO. Klar, buckeln, steigen und so weiter war schon mal mit drin. Aber nur wenn er so nen Tag hatte und nicht aus Prinzip...
Meine Reitlehrerin teilte mir einen Tag vor Heilig Abend mit, dass sie nach einem Platz für ihn sucht. Sie kann es sich nicht leisten ihn zu behalten, außerdem hat sie das gefühl er ist unterfordert... --> Seeehr langer Spaziergang mit dem kleinen.
Naja... Irgendwie hab ich es dann mit viel Geduld geschafft, dass er sich von mir inzwischen Problemlos ohne Gebiss und ohne Sattel reiten lässt (Sogar noch lieber). Alles wunderbar, ich kann ihm von seinem Rücken aus die Trense abziehen, er rennt nicht los. Im Gelände kann ich probeweise die Zügel loslassen ohne dass er was macht, es ist echt ein Traum.
Von dieser Woche an wird er jetzt jeden Tag mitgenommen. Und wenns nur geführt ist. Ein kleines Mädchen konnte ich schon auf ihm führen. Da bei den Ausritten mit den kleineren eh immer jemand mitläuft kann man da dann immer jemanden auf ihm führen. Beim führen isser ja der liebste
Bisher gabs seit Weihnachten garkeine Zwischenfälle mehr mit ihm.
Meine Reitlehrerin meinte dann nur:
"Seh ihn als dein Pferd, den reitet ja eh niemand so wirklich außer dir. Dir Vertraut er, mit dir macht er alles. Ich schenk ihn dir - zumindest im übertragenen Sinn" (Sie zahlt alles, darf ihn dafür aber auch im Unterricht einsetzen)
Also er gehört nicht richtig mir, aber sie sieht ihn als mein Pferdchen an.
Geduld lohnt sich, die Erfolge sind einfach unbeschreiblich. *.*
lg miri
Ach ja: Bilder von dem kleinen Stelle ich gerne noch nach wenn ihr welche sehen wollt... Falls ihr euch den Mega Text überhaupt durchlest