Vogelpflegestation

Diskutiere Vogelpflegestation im Wildvogel Forum Forum im Bereich Vogel Forum; danke Euch, schön, die "Hündeler" hier zu treffen, das freut mich sehr. :clap: Also ja, ich denke, das ist auch einer der Gründe (nebst dem...
  • Vogelpflegestation Beitrag #421
danke Euch, schön, die "Hündeler" hier zu treffen, das freut mich sehr. :clap:

Also ja, ich denke, das ist auch einer der Gründe (nebst dem "Lerneffekt", dass ich hier Baby Bilder einstellen darf, da kleine, nackte Vögel nun wirklich nicht gerade reizend und süss sind... Sie sind eher hässlich, finde ich zumindest.

Und ich sag Euch, wenn Ihr wüsstest, wie die fressen und was die hinten alles wieder rauslassen, dann wollt Ihr keine aufziehen. :mrgreen:


Kurzes Update:

die 5 jungen Kohlmeisen sind inzwischen richtig entzückend und schreien die ganze Zeit, sobald sie meine Stimme hören. Mache ich den Karton auf, kommen mir 5 aufgerissene Schnäbel entgegen, untermalt von vorwurfsvollem Meisen-Gezeter "bist Du ein blödes Mami, wir hatten 30 Minuten kein Futter mehr!" :lol:

Die 3 Rotschwänze entwickeln sich ganz gut, das mit den Milben scheint besser zu werden. Es läuft nicht mehr alles, auf Stringhold habe ich auf Anraten des TA aber verzichtet, da es doch recht giftig ist.

der Spatz, die ältere Kohlmeise und ein neu dazugekommener Buchfink, befinden sich nun in der grossen Voliere im Wintergarten. Vorallem der Spatz findet das klasse, fühlt sich pudel (entschuldigung: Spatzenwohl) und flattert schon fleissig rum. Wenn ich mit Futter komme, fliegt er mir entgegen und bettelt. Die Meise ist eher zurückgezogen, frisst aber auch ganz gut.
Der Buchfink kam als Aestling zu mir und war anfangs sehr scheu. Inzwischen (inspiriert durch den zahmen Spatz) verlor er die Scheu vor mir und frisst nun auch aus der Pinzette. Die 3 werden wohl auch bald alleine fressen lernen.

der junge Star hat einen guten Appetit und macht sich bisher nicht schlecht. Ist allerdings extrem schreckhaft. Und extrem laut. :mrgreen:

2 Mauersegler sind noch da, einen konnte ich ja auswildern, der flog gut, nun sind es wieder 2, der eine ist verletzt am Flügel, laut TA aber kein Bruch. Der Kerle ist aber mühsamer als mühsam, will nicht fressen, würgt alles wieder aus (so sind sie halt, die Seglerchen) und ist sehr unruhig. Hoffe, ich kann wenigstens sein Gewicht halten, aber fressen scheint er wirklich nicht als wichtig zu finden. Der zweite frisst recht gut, da werde ich morgen nochmals einen Auswilderungsversuch starten.

In der einen Aussenpflegestelle befinden sich momentan eine Ente mit gebrochenem Bein, 6 junge Entchen und meines Wissen 1 junge Elster und 3 Krähen.

So, puuuuh, ich glaube, das war alles... :lol:
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #422
Also ich gestehe mir ja selber zu ne Meise zu haben hin und wieder. Aber Du übertrumpfst mich mit Deinen 5 Meisen natürlich um Längen :mrgreen:
Ich hab derweil ein Elsternest bei mir auf dem Hof in einer Birke entdeckt. Die Besitzer sind aber sehr leise und verstohlen. War eher ein Zufall, dass ich es zwischen dem Grün ausmachen konnte. Bin gespannt, wann es laut wird da oben.
Irgendwie muss ich immer an Dich denken, wenn ich an meine gefiederten Nachbarn denke.
Genauso wie ich an Dich denke, wenn ich auf meiner täglichen Runde an den gefiederten Nachbarn meiner Nachbarn vorbeikomme...
Ein Hof ca 1km von mir entfernt - in den Bäumen nisten ca 10 Pärchen. Ich denke es sind Saatkrähen. Oder doch Rabenkrähen...? Ich werds noch rausfinden.
Ich frag mich echt, wie die Hofbesitzer den Lärm aushalten. :shock:
Da behalt ich doch lieber meine Elstern.

Wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Meisen und der Spatz ihre natürliche Scheu vor den Menschen zurückgewinnen?
Du willst sie ja auswildern nehme ich an?
Funktioniert das denn, wenn sie so an die Menschen gewöhnt sind? :eusa_think:
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #423
Das erinnert mich dran, dass ich gestern zu meinem Vater gesagt habe "Ich hätte echt gerne einen Vogel" - da meinte er nur "Du hast doch schon einen" :roll:
Heute hab ich im Laptop gespiegelt einen Vogel gesehen, der direkt über dem Fenster an die Hauswand geflogen ist - jetzt frag ich mich, ob der da nur was gefressen hat (da sind einige Spinnen usw) oder ob da irgendwo eine Lücke mit Nest ist :eusa_think:
Und im Garten meiner Großeltern direkt nebenan sind ein paar alte, riesige Eichen, in denen auch fast jedes Jahr irgendwelche Krähen nisten...

Naja, aber irgendwelche Ästlinge oder so hab ich bisher nicht gefunden. Nur meine Mutter hat einmal eine junge Amsel mitten im Gras gefunden, die sie ganz leicht in einen Karton legen konnte. Die haben wir dann zum TA gebracht, da hier ziemlich viele Katzen rumlaufen und mitten im Garten hätte sie (oder er) nicht lange überlebt ^^

Ich freu mich schon wieder total auf die ganzen kleinen Enten- und Gänseküken :D Die sind ja niedlich und nicht so nackt :lol:

Off-Topic
Und ich frag das mal kurz hier, um nicht extra einen Thread aufzumachen: Die weißen Reiher, was sind das genau für welche? Silbereiher? Die hab ich das erste Mal letztes Jahr bei uns gesehen und dieses Jahr auch. Aber beide Male nur, wenn Schnee lag :eusa_think:
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #424
Off-Topic
Ja, das werden vermutlich Silberreiher gewesen sein, Mitch.
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #425
Off-Topic
Wie hab ich die dann vorher nie gesehen? Und wenn, dann nur bei Schnee? Dieses Jahr lag echt wenig Schnee, aber ich bin ja fast täglich mit Amy auf dem Deich gewesen, und ich hab die nur an diesem einen Tag gesehen, wo mal ein bisschen mehr Schnee lag. Und letztes Jahr etwas öfter, weil da ja so viele Schneetage waren. Da vor hab ich die, wie gesagt, noch nie gesehen...
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #426
Off-Topic
Könnten auch Seidenreiher gewesen sein.
Du, keine Ahnung, die haben ein recht komplexes Zugverhalten, manche ziehen gar nicht, manche nur ein kurzes Stück, je nach Witterung.
Kann sein, dass sie bei dir nur 'nen Zwischenstopp eingelegt haben.

Bin jetzt aber auch nicht wirklich "reiherbewandert"..
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #427
Off-Topic
Okay, trotzdem Danke :D
Das waren auf jeden Fall wunderschöne Vögel *_* Und mal eine Abwechslung zu den ganze Graureihern (oder Fischreiher? Oder beides das Selbe? :eusa_think:), von denen es hier einige gibt...
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #428
Oh, die Enten würde ich zu gern mal sehen.... :angel:
aber ich weiß ja, du hast wenig zeit zum bilder einstellen....
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #429
ja, die Entchen, die sind leider auch nicht bei mir, da ich für Wasservögel gar nicht eingerichtet bin. Die sind bei meiner Pflegestelle, einige Ortschaften weiter. Habe seither auch nichts mehr gehört, weiss aber, dass es sehr schwer ist, so kleine Entchen aufzuziehen, denke nicht, dass die alle überleben. :?

Ich finds ja spannend, dass Ihr nun plötzlich alle nach den Vögeln schaut. :mrgreen:

Und ja, bei mir ist es nicht, "ich habe einen Vogel", bei mir ist es, ich habe x-Vögel." :lol: Und wenn ich wieder mal was grösseres geplant habe und sämtliche Babies mitschleppe und dann mit den Hunden und meinen piepsenden Vogelkartons rumrenne, heisst es nur immer "Achtung, der Wanderzirkus kommt..." :004:

Also die Überlebenschancen bei den kleinen ist relativ schlecht---leider. Ist aber auch Natur. Warum hat eine Meise 8 oder mehr Junge? Da überleben in den ersten 2 Monaten vielleicht 1 oder 2 Stk. Aber so ist die Natur. Im Grunde ist jeder Vogel, der bei mir landet, mindestens einmal dem Tode entkommen. Ob er es dann noch weiter schafft, das weiss man eben nicht.

Beim Spatz mache ich mir aber bisher keine Sorgen. Er ist quietschfidel, absolut munter und turnt begeistert in der Voliere rum. :D Ich denke, der frisst auch schon alleine, denn das Futter war angeknabbert und einige Dronen fehlten.
Die Kohlmeise macht mir mehr Sorgen, sie ist sehr scheu und lässt sich kaum füttern. Habe sie aber auch noch nie alleine fressen sehen.
Eine kleine Blaumeise (Aestling) habe ich heute noch erhalten. Die ist so winzig. :shock: Muss meine Futterportionen gerade mal fünfteln, nachdem die kleinen Kohlis und die Schwänzchen so riesen Stücke fressen. ;) Hoffe, dass die kleine es schafft.
Der Buchfink hat inzwischen etwas Vertrauen gefasst und lässt sich ganz gut füttern. Spannend ist ja sein Bettelverhalten. Sitzt er vor dem Spatz, reisst seinen Schnabel auf, piepst und bewegt den Kopf dann so immer von links nach rechts und zurück. Sieht zum Jaulen aus. :lol:

Die 5 Kohlmeisen Babys sind gefrässig und laut wie immer. Die sehen bisher auch ganz gut aus.

Zur Auswilderung: ja, klar, jeder Vogel, der bei mir ist, soll wieder in die Freiheit. Solche, die Dauerpfleglinge werden sollen, darf ich gar nicht annehmen! Da gibt es nur, entweder weitergeben oder einschläfern. Ist leider so geregelt, Kantonstierarzt. Macht aber auch Sinn, finde ich zumindest. Die Natur ist schon so hart genug, da muss man keine "Krüppel" grossziehen. :silence: Da ich die Vögel ja nie alleine sondern mit anderen zusammen halte, sind sie nicht so menschenfixiert. Die meisten werden spätestens dann, wenn sie in die Volieren kommen und lernen, alleine zu fressen, sehr schnell scheu. Und wenn nicht, ist auch nicht so wild, die kommen dann in die Aussenvoliere in der Anlage, da ist Ruhe, viel Natur, wenn da einer zahm bleibt, auch gut, dann kann er dort bleiben und sich bei mir ab und an Futter holen. Aber auch dann wird er irgendwann wild. :eusa_shhh:

Apropos Auswilderung: Die beiden Mauersegler habe ich heute ausgewildert! Eigentlich war nur der eine geplant, der ist auch ab wie ein Pfeil. Der andere war aber so nervös und extrem schlecht zu füttern, dass ich ihn auch getestet habe---auch der ist ab wie ein Pfeil. ;)
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #430
Sehr schön.... Ab in die Freiheit, ihr kleinen Segler... Und kommt ja nie wieder zum Falken zurück :mrgreen:
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #431
Sehr schön.... Ab in die Freiheit, ihr kleinen Segler... Und kommt ja nie wieder zum Falken zurück :mrgreen:

die können froh sein, dass ich nicht ein "echter" Falke bin. Der hätte die gefressen... :silence:
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #432
wohl wahr...
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #433
Mal ganz kurz mein aktueller Stand (Fälkchen hat wohl gut zu tun gerade und bevor der Thread einschläft):
Die zwei ältesten Amseln sind ausgewildert.
Die beiden Grünfinken stehen auch kurz davor, mag sie bei dem angekündigten Frost aber noch nicht über Nacht draußen lassen, dafür sind sie mir zu empfindlich.
Kann sich also noch ein wenig hinziehen.
Ansonsten hab ich nur noch eine Amsel, die bald wegkommt, da zwei durchdrehende, impertinente Grünfinken keine adäquate Gesellschaft sind.;)
Sie bekommt woanders Amselgesellschaft.
Ebenso der junge Waldkauz, der sich in einer Waldvoliere letztlich besser machen wird als in der Stadt.
Morgen früh um 5 werd ich sie in die Pflegestelle fahren.

Tja..und dann noch zwei Kollegen- junge Saatkrähen- eine mit schwerer Rachitis, die kann auch voll nach hinten losgehen und eine, die mir besonders Leid tut.
Hab sie eben selber gefunden, ein durchnässtes, eiskaltes schwarzes Bündel, das sich nicht einmal die Mühe machte davonzuhüpfen, sondern nur erschöpft die Augen schloss, als ich es in mein Shirt wickelte.
Der Kleine muss die Nacht überstehen, dann könnte er es packen- sieht aber nicht gut aus.

Ansonsten großer Ärger über mich selber.
Krähenästling gefunden- wirkte ziemlich fit- hab ihn also auf 'nen Ast gesetzt und in Ruhe gelassen, weil er auch weiterversorgt wurde.
3 Stunden später hatte wohl jemand für Spaß seinen Hund drauf gehetzt (ist hier schon fast so eine Art Sport).
Er lag tot im Gras, beide Beine gebrochen mit Biss- und Knautschspuren am Körper.
Ich hasse Leute, die sowas machen..:(
Hätte ich ihn doch höher gesetzt oder früher nach ihm geschaut...

Wollte diesen Ärger nur mal loswerden.Danke dafür.


Edit:
Ich revidiere meine Aussage:
Die kleine Krähe ist soeben gestorben.
Was für ein blöder Tag heute...
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #434
das mit der Krähe ist ja blöd.... Bei uns ist es das Gegenteil, in Basel Stadt hat es so viele Krähen, ich hab im Moment täglich zwischen 5 und 10 Anrufen wegen Krähen! Die Leute können und wollen nicht verstehen, dass ich diese ganzen Krähen nicht annehmen kann, zumal sie meistens wegen "krüppligen" Tieren anrufen, die mindestens 1 Bein kaputt haben. Oder sie rufen an weil die Tiere bei einer Strasse sitzen, die Eltern sie zwar versorgen, die Leute aber Angst haben, dass sie überfahren werden. :silence: Ja, ist alles gut und recht, und nun? Alle Krähen aus der Stadt einsammeln? x Kindsentführungen machen? Nur weil sie überfahren werden könnten? Die letzten Jahre schien dieses "Problem" zumindest keinen Einfluss auf den Bestand genommen zu haben sonst hätten wir nicht so viele von den Tieren hier, dass sie zum Abschuss frei gegeben werden und höchst selten ein Tierarzt so eine behandelt und nicht einfach annimmt, sich freundlich lächelnd von den Überbringern verabschiedet und das Tier dann (gemäss Weisung von "oben"!) hinter den Kulissen einschläfert... :?
Hätte ich die Tiere alle angenommen, hätte ich heute wohl ca. 20 Rabenkrähen da sitzen. :silence: Mindestens 2/3 davon krank oder sonst verkrüppelt, also letztendlich auch nicht mehr auszuwildern. Solche Tiere darf ich sowieso nicht annehmen da Dauerpfleglinge nicht geduldet werden.

Der letzte Anruf war eine Frau, die meinte, mitten in Basel liege eine Krähe auf der Strasse, sie liege auf dem Rücken und zucke nur noch ein bischen. Darauf, in hysterisch kreischendem Ton zu mir " sie MÜSSEN (!!!) dieses Tier sofort holen gehen!"
Meine trockene Antwort war nur, dass ich gar nichts müsse, böse gesagt ist Basel Stadt nicht mal mein Zuständigkeitsbereich (unterschätzt niemals den "Schweizer-Kantönligeist) und ich fahre doch nicht mitten durch die Stadt, um eine Krähe in ihren letzten Krämpfen zu bergen während dann bei mir zu Hause 14 kleine Singvogelbabies verhungern? Ne, ne, alles hat eine Grenze. :roll:

Aprops Singvogelbabies. Mein akueller Stand:

5 Kohlmeisen (1 ausgewildert)
3 Hausrotschwänze
1 Spatz
2 Buchfinken (jung und adult)
4 Blaumeisen
1 Star

Bisher machen sich alle gut, ausser den Blaumeisen sind alle in der grossen Innenvoliere. Spatz und Buchfink essen bereits selbständig, süss ist, dass der Spatz sogar die Meisen füttert. Wenn die alle betteln wie irr, dann kommt der an und bettelt mich an. Frisst aber nichts, sortiert das Futter dann im Schnabel, guckt sich um und fliegt zu der Meise, die am lautesten schreit und am weitesten entfernt von mir sitzt---und füttert sie.
Das habe ich noch nie gesehen, ich weiss nur von Spatzen allgemein, dass die ja fremde Aestlinge adoptieren. Meiner bestätigt diese Aussage auf jeden Fall. :lol:

4 ganz kleine (vermutlich Kohlmeisen) hatte ich am Wochenende noch erhalten. Leider verstarb eines nach dem anderen. Aber denen klebte auch noch fast die Eierschale am Hintern.

Para war übers Wochenende ja bei mir, sie hat mir tapfer geholfen mit den Vögeln, das war super. :clap: Und sie hat nun auch mal gesehen, was hier alles abgeht. Nicht nur das Füttern und Misten die ganze Zeit (als die Vögel noch in den verschiedenen Nestern waren konnte man wirklich stundenlange füttern, misten, füttern, misten. Bis man durch war, hatten die zuerst gefütterten bereits wieder Hunger!) war anstrengend sondern auch die Anrufe, die immer wieder reinkamen. :silence:
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #435
Falki, Para hat mir erzählt, dass man bei einem Besuch bei dir gleich ein ganzes Praktikum in Sachen Vogelpflege gratis dazu bekommt? :mrgreen: Hab schon gehört, wie bei dir ständig das Telefon klingelt. Find ich super, ich glaube, ich würde wohl irgendwann durchdrehen :lol:

Respekt ihr zwei beiden! Ich fürchte, ich könnte das nicht, auch wenn ich weiß, dass man im Laufe der Zeit notwendigerweise "abstumpft", damit man psychisch nicht so untergeht.
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #436
pewee, danke. :lol: Lies mal oben, das bestätigt genau, was Du schreibst. Ich denke, das hast Du noch nicht gelesen oder? So schnell bist nicht mal Du. :mrgreen:

es ist tatsächlich so, man "stumpft" in dem Sinn zwar nicht ab, man wird aber pragmatisch. Da meine Denkweise sowieso ziemlich stark von der, der nordamerikanischen Indianer geprägt ist, kann ich damit leben, dass alles einen Sinn und Zweck hat, dass kein Tier, auch wenn es stirbt, "zufällig" zu mir gekommen ist und auch wenn mich der Tod eines jeden Vogels sehr mitnimmt, so habe ich die Denkweise, dass ich mir sage: "auch wenn der jetzt sterben musste, vielleicht sogar weil ich einen Fehler gemacht habe, so ist sein Tod aber die Rettung von noch x anderen, die kommen werden, denn nur durch diesen einen habe ich verdammt viel gelernt." Ja, so ist meine Denkweise.
Ich bin auch die, welche sagt, ein Wildtier, in Freiheit geboren, soll auch in Freiheit sterben---nicht hinter Gittern. Heisst nicht, dass ich alle Tiere draussen verenden lasse, nein, sonst würde ich den Job nicht machen. :lol: Aber, wenn ich merke, dass ein Tier in der Pflegestation zuviel Stress hat, dann muss ich nicht warten, bis es vor lauter Stress in der Voliere verendet. Dann sage ich mir: Du hattest Deine Chance, Du bist zwar noch nicht so fit, wie ich Dich gerne hätte, hast aber Deine Kopfschmerzen vom Autounfall überwunden, hast auch mal was gefressen kannst wieder fliegen---da, die Türe ist offen, pack Deine zweite Chance und geh!

Im Grunde ist es ja so, dass jeder Vogel, der in meine Station kommt, eigentlich bereits dem Tode geweiht ist. Sonst würde ein Wildvogel sich nicht fangen lassen. Also hat er, sobald er zu mir gelangt, eine zweite Chance. Diese zweite Chance, die muss er aber packen. Wenn er das nicht tut, wenn er das nicht will---ich kann ihn nicht zwingen. Und ich werde mich hüten, es zu tun. Ich gebe sämtliche Hilfestellung, die in meiner Macht steht. Aber auch ich kann nicht zaubern.

Und glaub mir pewee, jeder Vogel, der stirbt, das geht mir doch irgendwo dennoch an die Nieren. Und Du glaubst nicht, wie mir das Herz aufgeht, wenn ich (wie letztens) einen verunfallten Mauersegler erhalte, der etwas dusslig ist, in 3 Tagen bei mir fast 4 gramm abnimmt, weil er kaum frisst (erwachsene Mauersegler füttern ist echt ein Heidenwerk) und ich dann beschliesse, bevor er bei mir verhungert, ihn fliegen zu lassen. Ich nehme ihn also in die Hand, wünsche ihm alles Gute, setze ihn auf der kleinen Anhöhe stehend auf meine flache, hochgehaltene Hand und beobachte ihn: er guckt interessiert, ein leichter Wind lässt sein Gefieder hochstehen, seine schwarzen Augen mustern die Umgebung. Er guckt mich an, ein letztes Mal, dann spüre ich sein Vibrieren. Der Motor läuft, gleich wird er starten. Und dann, dann geht er ab. Er sinkt tiefer, verliert Höhe, ich stehe nur da und bete, dass er hoch kommt. Dann endlich, er flattert wie irr, steigt in die Höhe. Über mir höre ich ein Rufen, eine Gruppe von 6 Seglern fliegt über uns---mein kleiner hat sie gesehen, er gewinnt Höhe, gesellt sich zu ihnen--und fliegt mit ihnen davon! :clap:

Da geht mir das Herz auf! Und glaub mir, in dieser Beziehung, da werde ich niemals Emotionen verlieren! :lol:

[VERSTECK] auf meiner Homepage unter "Pfleglingsgeschichten" ist die Geschichte von den Maueseglern, Abbey, hier aus dem Forum, hat sie geschrieben. Sie war ja mehrmals hier und hat mir ebenfalls mit den Vögeln geholfen. Diese Erlebnisse mit den Seglern sind alle sowas von wahr, wenn ich diese Geschichte lese, da heule und lache ich jedes Mal gleichzeitig! :roll:[/VERSTECK]
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #437
Kennst du "Nr. 5 lebt"? So schnell kann ich auch lesen *Buch auf* *Buch zu* fertig :mrgreen:

Nein, ich habs gerade nachgeholt! Ich musste nur an dich denken als ich eben Paras Bilder von ihrem Wochenende bei dir angeschaut habe :)

sie MÜSSEN (!!!) dieses Tier sofort holen gehen!"

Das hier find ich zu gut. Und ich wette, dass sie jetzt daheim überall erzählt, dass der Tierschutz von heute auch nicht mehr der Wahre ist und dass du aus Bequemlichkeit das Tier hast sterben lassen :roll:
Was deine Emotionen angeht, kann ich das gut nachvollziehen. Ich denke, anders überlebt man im Tierschutz nicht. Viele sagen ja gerade bei Hunden immer "ich könnte nicht in die Tötung gehen. Wenn ich sie verlasse, sterben dort alle übrig Gebliebenen". Klar, das stimmt auch (und selber hätte ich wohl auch nicht den Mumm), aber ohne den Besuch einer Tötung hätten noch weniger Tiere die Chance auf ein Leben. Beim Tierschutz ist der Pragmatismus sicherlich noch "wichtiger" als die Emotion selbst, sonst wird man schnell kopflos. Gut wenn dich diese schönen Geschichten immer noch berühren. Auch wenn ich keine Ahnung hab, bin ich sicher, dass einem das auch die nötige Kraft gibt. Ich weiß, es ist nicht vergleichbar, aber im Forum erlebe ich es irgendwie ähnlich. Es ist viel dabei, was einen ärgert, aber wenn auch nur ein User die Tipps angenommen hat, macht es mir nix aus, ständig die selben Antworten auf die selben Fragen zu geben ;) Ähnliches erlebe ich bei der Sachspendensammelei, wo ich mit vielen diskutieren muss wegen einem halben Kg Hundefutter, welches sie eh nicht mehr brauchen und nur wegschmeißen würden oder sie ihre 2 Decken nur zwischen 14:50 Uhr und 14:55 Uhr abgeben können (und auch nur, wenn ich es abhole) :roll: Aber wenn man dann mal sein volles Auto sieht oder Bilder bekommt, wie einer der "Insassen" gerade in der Decke eingekuschelt ist oder sich schlabbernd über den Napf hermacht - dann gehts mir gut und mein Herz macht einen Hüpfer.

Wir Tierliebhaber sind scho a bisserl wahnsinnig :mrgreen:
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #438
ja, pewee, das sehe ich genauso. Aber leider gibt es eben auch bei den "Tierschützern" 2 Kategorieren. Diejenigen, die einfach ALLES am Leben halten wollen, ALLEN helfen wollen (was nun einfach nicht geht!) und wirklich nur emotional handeln und dann die Welt nicht verstehen, wenn nicht alle so denken wie sie. Oftmals sind dies aber dann sogar Leute, die selber gar nicht handeln, die haben den Eindruck, sie können delegieren, die anderen rumscheuchen---und erzählen dann abends stolz in der Kneipe, dass sie einen Vogel oder einen Hund gerettet haben---dabei haben sie nur die anderen damit beordert und die wüst beschimpft, wenn sie es nicht machen! Das sind die, die mich anrufen und mir erzählen, dass vor ihrer Haustür auf dem Bürgersteig ein Greifvogel liegt, ich solle den bitte sofort holen kommen! Klar, sind auch nur 20 km und ich bin gerade noch am Arbeiten und muss dann erst die Hunde und die anderen Vögel bei mir versorgen. Versuche ihr zu erklären sie solle den doch bitte mal wenigstens reinnehmen und in einem Karton lagern. Ne, will sie nicht, ICH muss den SOFORT holen kommen. Versteht gar nicht, versteht meine Argumentation nicht. Gut, was passiert? Sie meint nur sauer: "gut, dann stirbt er halt, wenn sie ihn nicht holen kommen!" und hängt den Hörer auf. Super... :roll: Eben, delegieren, selber aber nichts machen. Mit den Leuten streite ich regelmässig. :silence:

Und dann gibt es zum Glück auch die, die etwas pragmatischer und rationaler sind und auch entscheiden können, wo macht es noch Sinn und wo nicht und die auch einsehen, dass auch ein Erlösen, ein Einschläfern, der Tod mal eine Hilfe sein kann.

Aber ich glaube, das ist ein Thema, da kann man stundenlang diskutieren. ;)


So, nun aber mal noch ein paar Bilder von meinen Vogeltieren.

Ein Herz und eine Seele. Der Spatz (links) und eine der Kohlmeisen


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und, hier auch der "Beweis". Der Spatz füttert die Meise

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der junge Buchfink

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Und so sieht es aus, wenn ich mich in der Nähe der Voliere blicken lasse oder gar die Türe aufmache---den Ton dazu kann man sich vielleicht denken. Klingt wie im Tropenhaus ;)

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übrigens, das sind natürlich nicht alle Vögel, das ist etwa die Hälfte.

Links und rechts die Kohlmeisen und die grauen in der Mitte die Hausrotschwänze



Ich bin die kleine Kohlmeise. Und ich bin schon gaaaaanz gross und kann auch schon fliegen.

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Rotschwanz

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  • Vogelpflegestation Beitrag #439
Toll toll toll, Falke du machst das toll!
Ich hab auch schon einiges aufgezogen was hier so kreucht und fleucht, auch Kormorane und co.
Das einzige was blöd war, waren die Basstölpel, ganz fiese Dinger und echt nicht ohne :roll:

Und meine Krähen werd ich immer nicht los, die werden so anhänglich auch wenn ich das garnicht will
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #440
Ja, das stimmt, "diese" Art Tierschützer sind furchtbar. Zumal ich es nicht verstehen kann, wieso man automatisch davon ausgeht, dass das Tier abgeholt wird. Meine erste Eingebung ist selber hinzufahren oder wenigstens einen Ort auszumachen, der allen entgegen kommt. Einfach weil es trotzdem eine nette Geste bleibt, dass es Leute gibt, die sich drum kümmern. Genauso, wie ich von meinem TA nicht verlangen würde, dass er von mir gefundene Tiere kostenlos behandelt. Ich meine, warum sollte er?

Ich bin Kohlmeisen-Fan. Die haben einen Afro :mrgreen: Die Lautstärke würde mich ja wirklich mal interessieren. Im Fernsehen haben sie auch mal eine Vogelauffangstation gezeigt und da musste ich echt den Fernseher leiser machen, damit mir nicht die Ohren abfallen :lol:
 
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