Danke Euch! Das Drücken hat geholfen! Aber das war eine Zangengeburt. :roll:
Am Morgen hatte ich ja gearbeitet. Hab dann um 12:30 Feierabend gemacht und gesehen, dass meine Kollegin Nicole (sie hilft in der Station, so gut sie kann) mich zu erreichen versucht hat. Als ich dann zu Hause war, haben wir zusammen geredet und sie sagte, ihr habe eine Frau von der Gemeine Oberwil angerufen, der wiederum hatte eine Frau angerufen, das sie eine Eule im Kamin habe. Da die Gemeinde-Frau nicht viel weiter wusste, gab sie meine Nr. an, da ich aber arbeitete, war ich nicht erreichbar. Nicole hatte dann von der Gemeinde-Frau die Nr. der anderen erhalten und gab sie wiederum mir weiter. (ist es Euch schon kompliziert genug? Nicht? Dann ist gut, es wird nämlich noch schlimmer. :mrgreen
Ich rief die Frau dann an und da wir uns auf Deutsch nicht verstanden, wechselte ich dann bald in was ähnliches wie Englisch. :silence: Da sie nur einige Strassen weiter wohnt, habe ich angeboten, gleich mal vorbeizukommen. Kescher geholt, Handschuhe geholt, Futter aufgetaut und los. Vor Ort dann die Ernüchterung: keine Chance, das Tier da rauszubekommen.
Zur bildlichen Vorstellung: Wohnzimmer, hintere Ecke, 4 eckiger Kasten mit Glasscheibe, dort drin ne Ladung Asche und Holzreste, in der linken oberen Seitenwand ein Loch (eben, der Kamin) Durchmesser von etwa 30 cm. Ziemlich weit unten eine runde Klappe, konnte man wohl kippen aber nicht ganz öffnen, geschweige denn wegmachen. Also war schon mal klar: untendurch kommt Euli nicht raus. So, wie schiebt man nun aber eine Eule etwa 4 meter in die Höhe, damit sie oben rausfliegen kann? Mit meinen Gerätschaften ging das natürlich nicht, ich kam ja nicht um die Ecke, da musste was biegsames her.
Die Dame meinte dann, sie habe vorher schon die Idee gehabt, der Polizei anzurufen, sie würde das nun tun. Die Polizei, Dein Freund und Helfer, hier leider öfter sehr unfreundliche und nicht tierliebe Genossen, der Herr war auch nicht gerade kooperativ und englisch konnte er auch nicht. Ich hab dann übernommen und er gab mir die Nr. eines Kaminfegers.
Den Typen kenne ich allerdings, lustigerweise heisst der Vogel und ich hatte vor einigen Monaten schon mal die Ehre mit ihm, als er mich anrief, weil ihn ein Kunde anrief, er habe einen Vogel im Kamin. Toll. Ich hatte damals 15 Minuten am Telefon mit ihm diskutiert, bis ich ihn überzeugen konnte, dass er doch besser ausgerüstet sei, so einen Vogel zu retten als ich. Und wenn er ihn draussen habe, würde ich ihn ja, wenn erforderlich, auf jeden Fall in Pflege nehmen. Hat er dann irgendwann geglaubt.
Also wusste ich schon, sehr kooperativ würde der auch nicht sein. Wir riefen also an und er meinte, er habe keine Zeit, gab dann eine andere Nummer. Die war aber die ganze Zeit besetzt.
Da ich vor Ort nichts mehr machen konnte, bin ich dann mal mit den Hunden los, die schon 1 Stunde im Auto warteten. Unterwegs rief ich gleich Nicole an, sie im Büro hilft da immer gerne. Fall geschildert, 10 Minuten später rief sie zurück, sie hatte eben ganz netten Kaminfeger aus Basel am Draht, der meinte, dieser Vogel solle sich sputen und dem Tier helfen, er würde ihm mal Dampf machen! (von diesen Menschen braucht es mehr--definitiv! :clap

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Er erklärte dann aber auch, dass die Kaminfeger wohl sehr "territorial" sind und keiner im Revier eines anderen was machen dürfe. Es sei denn, so sagte er, es geht um Leben und Tod also würde er, wenn alle Stricke reissen, sonst selber kommen!
Gut, Nicole rief mich einige Minuten später wieder an und meinte lachend, der Vogel habe ihr angerufen und gesagt, er hätte jetzt einen geschickt. Hahahaha, da hatte der Basler aber wirklich eingeheizt!
Ich beendete meine Runde mit den Hunden und fuhr direkt noch mal vor Ort, hatte ja auch mein Material dort gelassen. Die Frau begrüsste mich freudig und meinte, es habe keine 10 Minuten gedauert, der habe einen ganz tollen, biegsamen, langen Stab gehabt, damit habe er den Vogel ganz behutsam noch oben geschoben und kaum oben, bereitete er auch seine Flügel aus und flog davon! :051: Mission beendet. Der Kerle wird etwas geschwächt sein, ich hätte ihn gerne noch in die Station genommen und ihm Futter gegeben aber das sollte nun nicht sein, er wird schon klar kommen. Es hat im Moment bei dem Wetter mehr als genug Nahrung.